Tausche Planeten gegen Orbital…

Dieser Artikel reiht sich wie andere vor ihm in die inoffizielle Reihe „Grundannahmen der Science Fiction kritisch betrachtet“ ein, und diesmal geht es um die Frage, ob die Besiedlung von Planeten tatsächlich der Königsweg ist, wenn es darum geht, die Galaxis zu besiedeln.

Ein riesiges Orbital
Ein riesiges Orbital
Es ist nur natürlich, dass wir, wenn wir an die Besiedlung des Weltraums denken, gleich nach erdähnlichen Planeten ausschau halten. Denn schliesslich kennen wir nichts anderes: die Oberfläche unseres Planeten, der Erde, ist unsere Heimat. Hier, in einem vertikal eng begrenzten Bereich (ein paar Kilometer höchstens) leben wir. Naheliegend, dass wir uns fragen, welche anderen Planeten es da draussen noch gibt und wie man sie mit der Erde vergleichen könnte. Dabei kommt für gewöhnlich heraus, dass unser Nachbarplanet Mars der Erde am nächsten kommt (wenn auch es deutlich kälter ist), wobei auch die Hochatmosphäre der Venus bis zu einem gewissen Grad als „erdähnlich“ gelten könnte. Darüber hinaus haben wir aber nur noch Eiswelten wie im äusseren Sonnensystem und extreme „türkische Bäder“ wie Mond und Merkur zu Auswahl, wo allfällige menschliche Besucher im langsamen Rythmus gekocht und gefriertrocknet würden.

Zu den Unwirtlichkeiten der in direkter Reichweite liegenden Planeten kommen noch etliche Probleme dazu: einige davon sind schwerwiegend, wie die geringe Gravitation, die auf allen Körpern (mit Ausnahme der Venus, die aber aus anderen Gründen nicht in Frage kommt) herrscht und die, wie sich gezeigt hat, langfristig äusserst gesundheitsschädlcih für den menschlichen Körper ist. Weiter besteht das Problem der fehlenden Abschirumung gegen kosmische und solare Strahlung, denn keiner der Kandidatenwelten für eine menschliche Besiedlung bietet ein starkes Magnetfeld, das dieses Bedürfnis decken könnte. Auf einigen Welten wie dem Mond und dem Mars stellt mikroskopisch kleiner Staub ein weiteres Problem dar, mit dem künftige Elektronik und Menschen (Lungenbläschen?) zu kämpfen haben werden. Kurzum, nirgends im Sonnensystem lässts sich so richtig leben – ausser auf der Erde.

Da „zu Hause bleiben“ nicht in Frage kommt, ist es gut, sich die zwei fundamentalen Alternativen noch einmal vor Augen zu halten, die jede raumfahrende Zivilisation im Universum hat, wenn sie das Weltall erforschen oder gar besiedeln will. Entweder, man nimmt die Umgebung von Zuhause auf den Zielplaneten mit. Oder aber, man passt sich der Umgebung am Zielplaneten an. Zurzeit ist es schwerlich vorstellbar, ob und wie sich der Mensch genetisch verändern sollte, damit er auf der Marsoberfläche ohne Schutzanzug überleben könnte: das ist aber auch gar nicht Thema dieses Artikels. Vielmehr geht es hier darum, dass das Konzept des „die heimische Umgebung mitnehmen“ nicht bis zum Ende durchgedacht wurde, wenn man über Kolonien auf anderen Planeten spekuliert.

Sicherlich ein faszinierender Ort - bloss wer will hier leben?
Sicherlich ein faszinierender Ort - bloss wer will hier leben?
Die Alternative zu „Basen“ auf der Oberfläche von Planeten sind frei schwebende Raumstationen im All, die ich im folgenden (wie viele andere vor mir) „Orbitale“ nennen werde. Diese Orbitale haben strukturell nichts mit der heutigen internationalen Raumstation „ISS“ zu tun. Ein Orbital ist ein gigantisches Rad, vielleicht einige hundert Kilometer im Radius. Da das Rad rotiert (mit einer frei wählbaren Geschwindigkeit), lässt sich auf seiner Innenseite eine durch Zentrifugalkraft bewirkte „künstliche Gravitation“ erzeugen, die ebenfalls frei gewählt werden kann, am besten irgendwo zwischen den gesundheitlich unbedenklichen Werten von 0.5 bis 1.5 mal die Erdgravitation. Das Orbital kann nach Innen („Innen“ meint im Folgenden immer zur Mitte des Orbitals, also zu seiner Nabe hin, „Aussen“ immer von der Nabe weg) von einer Glasdecke abgeschlossen werden, muss aber nicht, wenn die Wände, die es zur Seite hin begrenzen, hoch genug sind, kann eine atembare Atmosphäre gehalten werden. Das Orbital könnte sein eigenes, lokales Magnetfeld erzeugen, um seine Bewohner vor der kosmischen Strahlung zu schützen. Die Energieversorgung würde über Sonnenkollektoren oder, im äusseren Sonnensystem, über Kernfusions-/Kernspaltungsreaktoren gewährleistet (die auch in einigen hundert Kilometer Sicherheitsabstand zum Orbital schweben können). Die Bewohner des Orbitals leben an seiner Innenseite, und da mit heute bekannten Materialien (Kohlenstoff-Nanoröhrchen) Orbitale mit einem Durchmesser von bis zu knapp 1000 km Durchmesser denkbar sind, könnten tatsächlich Tausende oder gar Millionen von Menschen dereinst in einem Orbital Platz finden. Die Umwelt des Orbitals ist frei einstellbar, von tropisch feucht bis arktisch kalt ist alles wünschbare machbar. So ist die Herstellung von Nahrungsmitteln kein Problem, denn es steht auch genügend Platz zur Verfügung – ein Orbital kann damit auch unabhängig von der Nahrungsmittelversorgung von der Erde existieren. Auf der Aussenseite des Orbitals könnten Transportsysteme operieren (etwa Magnetschwebebahnen, die im Vakuum des Weltalls hohe Geschwindigkeiten erreichen können), die alle interessanten Punkte des Orbitals miteinander verbinden. Selbst bei 1000 km Durchmesser könnte so jeder Teil des Orbitals in einer halben Stunde erreicht werden.

Natürlich wird man nicht mit solchen Giganten beginnen (diese sparen wir uns für spätere Jahrtausende auf): der Bau eines kleinen Orbitals für einige Dutzend Menschen, möglicherweise gebaut aus den Rohstoffen eines kleinen Asteroiden, würde den Anfang machen. Ein Orbital in der Umlaufbahn eines interessanten Mondes oder Planeten (z.B. Mars, oder auch der Saturnmond Titan) würde es Menschen ermöglichen, verschiedene Roboter auf der Oberfläche dieser Objekte praktisch ohne Funkverzögerung fernzusteuern, ohne selbst vor Ort sein zu müssen und ohne sich mit den Widrigkeiten der lokalen Umwelt herumschlagen zu müssen. Denkbar wären etwa humanoide (menschenförmige) Roboter (Avabots), die direkt ferngesteuert werden können und jede Bewegung nachmachen, die ihnen von „oben“ (aus dem Orbital in der Umlaufbahn) durchgegeben wird. Alternativ wären auch „Aussen-Expeditionen“ von Menschen denkbar, die aber das Orbital stets als Basis und Rückzugsort nutzen würden. Als weiterer Vorteil muss zählen, dass selbst die grössten denkbaren Orbitale eine vernachlässigbar kleine Eigengravitation hätten: um sie zu verlassen, wäre sehr viel weniger Energie nötig, als um zum Beispiel die Erde, den Mars oder auch nur den Mond zu verlassen. Den Menschen im Orbital stünde es frei, jeden Punkt im Sonnensystem mit sehr viel weniger Energieaufwand zu erreichen als für die Menschen der Erde.

Und so beginnt es...
Und so beginnt es...
Und letztlich spricht noch ein weiterer Punkt für das Orbital: es ist einfach die viel effizientere Nutzung der verfügbaren Rohstoffe. Die „bewohnbare“ Oberfläche, die man erhalten würde, wenn man die Erde auseinandernehmen und daraus unzählige Orbitale bauen würde (nicht, dass das wünschenswert wäre), ist Millionenfach grösser als die gesamte Erdoberfläche. Übertragen auf Asteroiden heisst das, eine Basis auf der Oberfläche eines Asteroiden zu bauen ist nett, ihn auszuhöhlen und mit Luft zu füllen ist besser, und am meisten neuen Lebensraum erhält man, wenn man ihn in unzählige Orbitale umbaut.

Natürlich sind Planeten deswegen nicht völlig nutzlos: sie sind die Quellen für Rohstoffe, insbesondere Planeten, auf denen es eine Zeit lang vulkanische Aktivität sowie Wasser gab (wie Mars und Erde) dürften über Anreicherungen von Mineralien („Erze“ – vor allem sogenannte „inkompatible“ Elemente, die sich nicht leicht in Kristallgitter einbauen lassen, wie Uran, Thorium, „Seltene Erden“, Kalium, Phosphor und andere) verfügen, die sich abbauen lassen. Siderophile Elemente wie die Elemente der Platin-Gruppe, Gold, Germanium etc. lassen sich hingegen effizienter auf Metall-Asteroiden abbauen. Auch für Wasser und andere volatile Elemente sind Asteroiden und inaktive Kometenkerne die Himmelskörper der Wahl, nicht die Planeten. Natürlich sind Planeten aber auch für die Wissenschaft interessant, so dass es neben Minen dereinst auch Forschungsstationen auf Planetenoberflächen geben dürfte – nicht zu vergessen, wenn man schon mal da ist, dann ist auch das eine oder andere Hotel für gelangweilte Superreiche nicht weit.

In einigen hundert Jahren könnte das Sonnensystem also folgendermassen aussehen: zwischen und in Umlaufbahn um die Planeten und Monde kreisen Orbitale, in denen unzählige Menschen wohnen und arbeiten. Auf den Oberflächen der Planeten und Monde hingegen finden sich vereinzelte Minen, Forschungsstationen und Vergnügungszentren: hierhin geht nur, wer das – für eine kurze, klar begrenzte Zeit – will. Kolonien, also Gruppen von Menschen, die auf den Planetenoberflächen langfristig wohnen wollen, wird man genausowenig finden wie Kolonien in der heutigen Antarktis.

22 Kommentare

  1. Würde sich die Venus nicht mehr um sich selbst drehen, wie kalt wäre es auf ihrer dunklen Seite? Genauso, wie warm würde es auf der sonnenzugewandten Seite des Mars werden (okay, das dauert noch) wenn er aufhören würde sich zu drehen? Wobei dann die Sonne schon etwas größer sein dürfte. Könnte die Venus sich „demnächst“ (Millionen Jahre) nicht mehr um sich selbst drehen? Es sind ja jetzt schon, ich glaube ungefähr 180 Tage für eine Rotation.

    • Die dichte Atmosphäre der Venus, die in nur 4 Tagen um den Planeten rotiert, sorgt für einen Temperaturausgleich, so dass selbst bei gebundener Rotation die „Rückseite“ der Venus nicht auskühlen würde. Es ist aber nicht absehbar, dass die Venus demnächst ihre Rotation weiter verringern würde – der jetzige Zustand stellt ein stabiles Gleichgewicht der verschiedenen Gezeitenkräfte dar.

  2. Zitat: [Ein eigenes Magnetfeld am Orbital ist wohl kaum denkbar. Wenn man die Energiemenge bedenkt die dafür notwendig ist. Und die Hülle kann man auch nicht meterdick bauen. allein schon die Kosten dafür wären nicht tragbar. Die Frage der Stabilität ist dabei noch garnicht geklärt.

    Wenn Jemand finanzierbare Lösungsansätze hat. der möge sich mitteilen]

    Man baut kleinere Orbitale drumherum, die man mit Generatoren ausstattet, die Energie beziehen diese durch die drehgeschwindigkeit des Orbitats. Dann Induktion und schon hat man seine Magnetfelder.

    Frage: Wie lösen wir die Frage der Reibung dadurch?
    Nun man könnte es sich ganz einfach machen und die Achse als Tangente zur Richtung des Sonnenwinds stellen, dann könnte man Sonnensegel dranbauen(dafür müssen sich die Generatoren auf der Innenseite befinden, die auf der einen Seite absorbieren, auf der anderen Seite reflektieren und schon dreht sich das Ganze bis in die Unendlichkeit/Supernova. Wenn ich so darüber nachdenke kann man dafür sogar das wohnhabitat selbst nehmen und auf die zur Sonne zeigende Fläche solche Segel schräg anbringen. Und dann soviele Generatoren bis man die Drehgeschwindigkeit durch Reibung auf Erdschwerkraft hat.

  3. Am sichersten ist es eine Trommel in einen ausgehölten Asteroiden zu bauen und diesen mit einen Antrieb zu versehen. Die trommel kann auch eine künstliche Schwerkraft erstellen. Man ist gleichzeigtig geschützt vor Strahlung und Meteoriten einschlägen. Baumaterial ist vorhanden es ist die absolut perfekte Lösung und selbst sicherer als auf einem Planeten zu leben. Und das uns das Baumaterial ausgeht das mag ich bzeweifeln im Kuipergürtel und auch sonst verteilt im Sonnensystem gibt es mehr Asteroiden die man aushöhlen kann als es Menschen auf der Erde gab.

    Die Orbitale sind zwar stylish und schön aber teuer aufwendig und gefährlicher. Wenn man ein grosses freischwebendes Habitat für mehrere 1000 Menschen macht dann macht höhlt man einen Asteroiden aus. Er bietet massig vorteile und eigentlich keinen Nachteil. Ich glaube das da soviel Material ist um 50 Billionen Menschen zu ermöglichen allein in unserem Sonnensystem. Energie Fusion oder Sonne je nachdem wo man sich gerade befindet. Sicherheit ist das absolute maximum das man erreichen kann im All.

  4. Für sehr grosse Orbitale (1000ende von km Durchmesser) ist die Materialfrage durchaus ungelöst. Für kleinere ist sie kein grosses Problem, man macht sie einfach so klein dass die verfügbaren CNT reichen.
    Strahlungsschutz auf der Innenseite erstens über die \“Atmosphäre\“ über dem Boden. Von Aussen her kann man die Bewohner durch grosse Wassertanks schützen, die gleich auch als \“Grundwasserreservoir\“ dienen könnten.

    Aber natürlich ist ein Orbital kein Projekt für eine Zivilisation wie unsere. Genausowenig wie man im Mittelalter eine Mondrakete bauen konnte.

  5. Mich interessieren an der Sache besonders die Kosten und die Sicherheit. Dem aktuellen Stand nach erfüllen die CNT bei weitem nicht die Kriterien. So Mancher wird widersprechen und auf viele Bereiche verweisen wo die Carbon Nanotubes bereits eingesetzt werden, aber die Eigenschaften sind eben NUR für diese Bereiche gutgenug.

    Und zur Sicherheit gibt es ebenfalls viele offene Fragen.
    z.B. Wie schütze ich mich vor der Strahlung? Den Micrometeoriten und deren größeren Verwandten?
    Ein eigenes Magnetfeld am Orbital ist wohl kaum denkbar. Wenn man die Energiemenge bedenkt die dafür notwendig ist. Und die Hülle kann man auch nicht meterdick bauen. allein schon die Kosten dafür wären nicht tragbar. Die Frage der Stabilität ist dabei noch garnicht geklärt.

    Wenn Jemand finanzierbare Lösungsansätze hat. der möge sich mitteilen

  6. Naja alles recht und schön
    aber das dumme ist halt
    es it unmöglich denn raktenantrieb schneller zu machen als er es jetzt schon ist
    die einzige möglichkeit ist Warp
    aber bis dahin müssen wir schauen das wir bis dahin eine medizien entwickeln die uns halt länger leben lässt
    das zu mir
    und noch was
    es ist machbar 😉

  7. @Jerome:das lässt sich unmöglich sagen da noch nicht einmal ein Verfahren(physikalisch) bekannt ist mit dem das erreicht werden KÖNNTE.

  8. Das erinnert mich jetzt an Larry Nivens Novelle \“Ringwelt\“.

    Sehr faszinierend. Ich persönlich hätte nichts einzuwenden, in solch einem Orbital zu leben.

  9. @Olaf
    Ich denke, die Menschheit kann sehr wohl lernen, gemeinschaftlich zusammen zu leben. Vor wenigen Jahrhunderten bestand Deutschland aus vielen kleinen Staaten, die sich auch untereinander bekämpft haben. Heute können wir uns nicht einmal vorstellen, dass sich Nordrhein Westfalen und Niedersachsen bekriegen könnte (höchstens alle gegen Bayern ;)). Europa lag noch vor wenigen Jahrzehnten in hässlichen Kriegen. Mittlerweile haben weite Teile von Europa eine Gemeinschaft gebildet, die einen Krieg in Westeuropa von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher erscheinen lässt. Und wir wagen uns schon an weltumspannende Bündnisse heran.

    Klar, die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Menschheit nicht zur Friedfertigkeit neigt. Die Vergangenheit hat aber auch gezeigt, dass die Menschheit ebenso dazu neigt, friedliche Bündnisse einzugehen und immer größere Gemeinschaften zu bilden. Natürlich ist es noch ein weiter Weg hin zu einer Weltgemeinschaft, die kaum noch Unterschiede zwischen ihren Mitgliedern kennt, und auf dem wem Weg dahin kann vieles passieren, was dies verhindern kann (wobei ich nicht glaube, dass es einen ultimativen Krieg um das Erdöl geben wird), aber ich glaube, dass die Menschheit eher dazu neigt, Gemeinschaften zu bilden statt Krieg zu führen.

  10. Nachtrag (btw.: der unbekannte Gast war ich):
    Vermutlich wird diese Entwicklung schneller kommen als die meisten Leute glauben. Sobald die Infrastruktur verfügbar und günstig genug ist, wird es ein Wettrennen um die besten Stücke des Sonnensystems geben. Zuerst die in Erdnähe, später je nach Möglichkeit.

  11. Raumstationen sind wesentlich realistischer als die Besiedelung irgendwelcher Planeten. Auf einer Raumstation sind nur Rohstoffe ein Problem, und die bekommt man recht leicht auf Asteroiden. Auf Planeten braucht man auch noch gewisse Rohstoffe, und hat eher ein Problem mit Energie.
    Für Raumstationen beutet man kleine Asteroiden aus. Z.B. Cruithne. Sein Orbit ist an den der Erde gekoppelt, eine Art Erdnuß mit 5Km Größe.

    Das Problem sind die gigantischen Anfangsinvestitionen. Immerhin muß eine komplette Industrie nach oben. Dafür kann man auch Ressourcen zur Erde bringen. Das sollte alle Kosten decken. Oder man sucht sich eine andere Möglichkeit zur Finanzierung. Derzeit spekuliert man noch auf Helium 3 vom Mond – ob Helium 3 für Kernfusion überhaupt kommerziell zu verwenden ist, steht allerdings noch nicht ganz fest.

    Ein paar Quellen dazu:
    http://www.permanent.com sowie
    space.mike-combs.com/index.htm

    Die Nasa ist jetzt schon dabei zu eruieren, wie man Sauerstoff und Aluminium aus Mondgestein gewinnen kann. Man überlegt inzwischen, ob man zwischen Rückkehr zum Mond und einer Marsexpedition einen Flug zu einem erdnahen Asteroiden einschiebt – das wird Orion auch können. Es geht zwar noch nur langsam vorwärts, aber es geht vorwärts. Und langfristig haben wir keine andere Wahl, sonst gehen uns hier wirklich noch die Ressourcen aus. Zwar weniger Kohle oder Erdöl als Energieträger, aber z.B. Kupfer.

  12. Wenn ich mich richtig entsinne, sind wir Menschen unfähig, auf Dauer zusammenzuhalten.
    Das ergibt einen Risikofaktor namens Korruption und Krieg.

    Zudem wird es zu keiner Vernichtung Terra´s kommen, und auch das leben inclusive Menschheit wird für immer bestehn bleiben auf unserem Planeten. G\’tt ist schließlich treu- trotz unserer unverschämten Freveleien.

    Was mich fasziniert, sind Agrokuppeln mit im Boden eingelagerten Gravmotoren, um Feuchtigkeit im Substrat halten zu können. Das könnte funktionieren mit frostharten Sukkulenten. So wäre jedenfalls eine phytale Besiedlung der Wärmezone des Mars denkbar, so dass später neben den Sukkulenten als den Pionieren auch Feldfrüchte angebaut werden könnten.

  13. Tja, wir werden sehen. Wir sprechen uns in 50 Jahren wieder (obwohl ich keineswegs glaube, dass es in 50 Jahren bereits Orbitale geben wird, aber es wird sich gezeigt haben, ob diese finsteren Visionen Wirklichkeit wurden oder nicht).

  14. Ich finde die ganze Sache etwas sehr unrealistisch. Orbitale in denen Menschen leben? Alles klar, denn ich bin Mickey Mouse! Woher sollen denn die unzähligen Rohstoffe kommen, die zum Bau eines solchen Orbitals nötig wären? Oder haben wir bis dahin schon den Mond zersägt und irgendwelche Asteriodengürtel eingesammelt? Ich glaube eher, dass die Menscheit noch an die 20 Jahre so leben wird, wie bisher. Dann wird das Erdöl teuer. Kein Grund zur Panik, es wird alles so weiterlaufen wie bisher, nur dass wir unser aller Lebensstandard weit zurückschrauben müssen und nichtmehr billig fliegen, fahren oder Lebensmittel kaufen können. Wenn das Öl dann in sagen wir 40-50 Jahren aufgebraucht wurde entwickelt sich die Menschheit in einigen Bereichen, wie der Landwirtschaft einfach zurück, hin zur Bio-Landwirtschaft usw. Es wird Geburtenbeschränkungen geben, der Nahe Osten wird nicht mehr bewohnt sein, da vorangegangene Kriege um Erdöl ihn radioaktiv verseucht und unbewohnbar gemacht haben. Die USA, EU und China, sowie Russland werden eine neue Kolonialisierung starten und beginnen die Menschen der unterentwickelten Länder auszubeuten und vorhandene Rohstoffe an sich zu reißen. Der 3. Weltkrieg wird ausbrechen und die gesamte Menscheit bis auf wenige Ausnahmen vollständig auslöschen. Diese wenigen Überlebenden werden dann auf Grund ihrer verstrahlung missgebildete Nachkommen zeugen und innerhalb von ca 1-2 Jahrhunterten wird es keine Menschen und kein Leben, wie wir es in heutiger Form überall sehen, mehr geben.

    Und das Beste daran: Es ist überhaupt nicht schlimm, da wir dann bereits alle dahingeschieden sind und nichtmehr Leben. Vielleicht existieren unsere Seelen dann in irgendwelchen Parallelwelten, vielleicht leben wir im Himmel oder der Hölle, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass unsere Körper einfach verrotten und irgendwann von Mikroorganismen zersetzt werden. In vielen vielen Jahren später wird sich die Sonne soweit ausgedehnt haben, dass die Erdoberfläche total abgebrannt und nicht mehr \“belebbar\“ ist.

    Aber was definitiv sicher ist: Wir werden in keinen Orbitalen oder auf anderen Planeten leben, das ist Phantasie, genauso wie mein Beitrag hier. Aber meine \“Visionen\“ sind dann doch etwas realistischer gefasst. Ich glaube, wenn ich die ganze Zeit solch pseudowissenschaftliche Artikel wie Sie, Herr Autor, verfassen würde, ohne selbst in entsprechenden Forschungslabors oder bei entsprechenden Unternehmen zu arbeiten, sondern mein ganzes \“Wissen\“ nur aus dem Studium diverser Naturwissenschaften und pseudowissenschaftlicher Berichte, so wie ein paar StarTrek-Filmen ziehen würde, käme ich mir wahrscheinlich genauso toll vor wie Sie.

    Das Beste, was man heutzutagen machen kann, ist in der Industrie zur Gewinnung von Erdöl und anderen Rohstoffen Fuß zu fassen, und an kommenden Preisexpöosionen kräftig teilzuhaben, um selbst im Genuss dieser Luxusgüter bleiben zu können.

  15. für die kleineren Orbitale könnt man ja erst 2 Stationen bauen die mit einem Seil verbunden um ihren Schwerpunkt rotieren(um somit trotz geringer Größe(und Gewicht)im Vergleich zu den geschlossenen Konstruktionen einen großen Radius(und somit weniger Übelkeit) zu erreichen.

    PS der von dir angesprochende Punkt der Eigengravitation dürfte wohl das bestechenste Merkmal sein letztendlich im Weltraum zu bleiben

  16. interessant geschrieben, wie immer.

    hierbei frage ich mich nur: wäre so ein überleben in orbitalen auch möglich wenn das universum stirbt? wenn es kein licht mehr gäbe? obwhol ich ja glaub das in dieser irre langen zeit es sicherlich möglich sein wird \“sonnen\“ selbst herzustellen…. und ob wir die dann noch brauchen?

    sg, mong

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