Künstliche Wurmlöcher

Die Relativitätstheorie lässt sogenannte „Wurmlöcher“ zu, scheinbar überlichtschnelle Verbindungen zwischen weit entfernten Punkten in Zeit und Raum, die sogar stabil und traversierbar sein können, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Ihre künstliche Herstellung hätte weitreichende Konsequenzen – für das gesamte Universum.

Ein Wurmloch - NASA-Illustration
Ein Wurmloch - NASA-Illustration
Zugegeben: Dieser Artikel strapaziert die Grenzen der Rubrik „Zukunftstechnologien“ etwas – denn bisher ist überhaupt nicht absehbar, dass in nächster Zukunft irgendjemand ein künstliches Wurmloch erzeugen könnte. Wurmlöcher sind aber, wie z.B. Schwarze Löcher, mögliche Lösungen von Einsteins Relativitätstheorie: im Gegensatz zu letzteren wurden aber Wurmlöcher nie beobachtet, und zumindest bisher erwartet man nicht, dass es besonders viele „natürliche“ Wurmlöcher geben sollte. Doch was muss man sich darunter genau vorstellen?

In Einsteins Relativitätstheorie ist der Raum nicht einfach die Leere, die alles umgibt und in der sich alles abspielt, was existiert. Der Raum ist eine Art Medium, das Eigenschaften annehmen kann, Eigenschaften, die ihm z.B. von seinem Energie- bzw. Materieinhalt diktiert werden. „Die Materie sagt dem Raum, wie er sich krümmen soll, und der Raum sagt der Materie, wie sie sich bewegen soll“ hat diesen Zusammenhang mal jemand treffend auf den Punkt gebracht.

Von Trichtern und Gummitüchern

Visualisiert wird diese Verzerrung des Mediums Raum gerne durch ein Gummituch, auf dem eine schwere Kugel liegt. Diese symoblisiert eine Masse, z.B. einen Stern oder einen Planeten. Eine zweite, kleinere Kugel, die sich der ersten nähert, wird beginnen, die erste, grössere zu umkreisen (aufgrund der Reibung zwischen den Kugeln und dem Gummituch ist das Verhalten aber nicht ohne weiteres mit dem Verhalten von Körpern im freien Raum vergleichbar). Je grösser die Dichte der Kugel, desto tiefer der „Trichter“ bzw. die „Delle“, die sie im Gummituch erzeugt. Ein Schwarzes Loch etwa wäre am Grund eines sehr steilen, engen Trichters im Gummituch zu finden.

Bei einem Wurmloch tut man nun nichts anderes, als dass man sinngemäss zwei weit voneinander entfernte Trichter miteinander verbindet: dehnt man dazu die Raumzeit nur stark genug, kann diese neue Verbindung eine Art Abkürzung durch den Raum begreifen: statt den langen Weg „aussen rum“ fliegt ein Raumschiff flink durch das Wurmloch und tritt nach kürzester Zeit am Zielort wieder aus. Wurmlöcher ermöglichen also im Prinzip überlichtschnelles Reisen.

Doch halt – ist das nicht von der Relativitätstheorie verboten? Überlichtschnelles Reisen ist nur bei Reisen „durch“ den Raum verboten bzw. aus physikalischen Gründen schlicht nicht möglich, da der Energieaufwand für zusätzliches Beschleunigen nahe der Lichtgeschwindigkeit gegen unendlich geht. Da im Fall der Wurmlöcher aber das Medium Raum selbst dazu verwendet wurde, um den Weg zu verkürzen, ist von dieser Seite nichts einzuwenden.

Zeitreisen verboten

Doch es gibt ein weiteres Problem mit künstlichen Wurmlöchern (mal ganz abgesehen von ihrer Erzeugung, auf die ich weiter unten eingehen werde): Mit ihnen lassen sich scheinbar Zeitmaschinen bauen. Wie? Nehmen wir an, wir könnten von der Erde aus ein künstliches Wurmloch zum nächsten Schwarzen Loch oder einem anderen, sehr dichten Objekt bauen. Bei extremen Verzerrungen des Raumes, wie sie in der Nähe derart dichter Objekte auftreten, verläuft die Zeit langsamer: wenn man das eine Ende des Wurmlochs nur dicht genug an das Schwarze Loch heran fliegt, eilen am auf der Erde verbliebenen Wurmlochende Jahrhunderte vorbei, währenddessen beim Schwarzen Loch nur wenige Augenblicke vergehen. Nach einigen Jahrhunderten hätte sich so zwischen den zwei Enden des Wurmlochs ein Zeitunterschied von einigen hundert Jahren aufsummiert. Nun holen wir das ferne Ende des Wurmlochs zurück auf die Erde und schon ist die Zeitmaschine fertig… Denn nun können wir in das eine Ende eintreten und kommen am anderen Ende, viele Jahrhunderte zuvor, wieder heraus…

Zeitreisen führen zwangsläufig zu Verletzungen der Kausalität, das heisst, eine Wirkung könnte vor ihrer Ursache auftreten und diese Verhindern (bekannt ist hier etwa das sogenannte „Grossvaterparadoxon“, bei dem man in der Zeit zurückreist und den eigenen Grossvater umbringt, bevor er den Vater zeugen kann – man könnte also selbst nie existiert und damit auch den eigenen Grossvater nicht umgebracht haben, womit man eben doch wieder existiert und… und so weiter).

Der neuseeländische Mathematiker Matt Visser hat sich diesem Problem angenommen und konnte zeigen, dass sich künstliche Wurmlöcher, mit denen sich Zeitmaschinen konstruieren lassen, durch Quanteneffekte selbst zerstören (in einem Effekt, der der ohrenbetäubenden Rückkoppelung zwischen Mikrofon und Lautsprecher gar nicht so unähnlich ist), sobald sich ihre Enden auf eine Distanz nähern, die ihrem zeitlichen Unterschied in Lichtjahren entspricht. Das heisst, die beiden Enden eines Wurmlochs, dessen Enden zeitlich hundert Jahre auseinander liegen, können sich nie mehr als auf 100 Lichtjahre annähern, sonst kollabiert das Wurmloch. Ist dies aber erfüllt und die Enden weit genug auseinander, sind künstliche Wurmlöcher unbedenklich und können nicht zu Zeitmaschinen umfunktioniert werden.

Wie man ein Wurmloch baut

Wie könnte ein künstliches Wurmloch gebaut werden? Normale Materie kann den Raum nur zusammenziehen – um ein traversierbares („durchquerbares“) Wurmloch zu erzeugen, müsste eine Art negative Materie her, die in der Lage ist, den Raum wieder zu expandieren. „Negative Materie“ (manchmal auch „exotische Materie“ genannt) ist nichts geringeres als Materie mit einer negativen Energiedichte, also einer Energiedichte, die unter jener des „absolut leeren“ Raumes liegt (der „absolut leere“ Raum ist wegen Quantenphänomenen nie wirklich ganz leer: ständig entstehen und vergehen darin sogenannt „virtuelle“ Teilchen). Erstaunlicherweise sind wir bereits heute in der Lage, Zonen negativer Energiedichte zu erzeugen: beim sogenannten „Casimir-Effekt“. Dabei werden zwei Metallplatten extrem nahe aneinander gehalten. Dies unterdrückt – sehr vereinfacht gesagt – einen Teil der „virtuellen Teilchen“, die sich sonst überall bilden: nur virtuelle Teilchen mit einer Wellenlänge, die typischerweise kleiner ist als die Entfernung zwischen den Metallplatten können sich bilden. Damit entstehen zwischen den Metallplatten weniger virtuelle Teilchen als ausserhalb, womit eine Kraft von aussen auf die Metallplatten zu wirken beginnt, die ab einem bestimmten, sehr geringen Abstand sogar makroskopisch messbar wird.

Mit Hilfe des Casimir-Effektes könnte es also zumindest in der Theorie gelingen, ein Wurmloch zu erzeugen. Der Eingang zum Wurmloch wäre dann jeweils ein dreidimensionales, durchquerbares Objekt, an dessen Rändern der Casimir-Effekt die Aufrechterhaltung der gewünschten Raumzeitverzerrung sichern würde (das klingt jetzt vermutlich sehr viel einfacher als es in Wirklichkeit sein wird…). Hat man die beiden Enden einmal erzeugt, kann ein Raumschiff das eine Ende zum nächsten Stern schleppen und so können künftig Güter und Informationen zwischen dem Stern und der Erde ausgetauscht werden.

Eine Entwicklung mit universumsweiten Folgen

Zukunftstechnologien, wie sie in dieser Rubrik vorgestellt werden, haben alle das Potential, die menschliche Gesellschaft von Grund auf zu verändern. Die Technologie der künstlichen Wurmlöcher schlägt diesbezüglich jedoch alles: sind sie tatsächlich möglich, hat das möglicherweise Folgen für das ganze Universum.

Was, könnte man sich nun nämlich fragen, passiert, wenn eine Zivilisation ein Wurmlochende auf ein relativistisches Raumschiff packt? Also ein Raumschiff, das sehr nahe an der Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist. Man beachte, dass ein solches Raumschiff durch das Wurmloch hindurch konstant mit Energie und Treibstoff versorgt werden könnte: es kann also beliebig lange beschleunigen (wobei es sich der Lichtgeschwindigkeit immer mehr annähert). Die Zeit an Bord des Raumschiffs verläuft im Vergleich zur Zeit auf der zurückbleibenden Erde sehr langsam. Bei einem Raumschiff, das konstant mit 1 Ge (der Schwerkraft auf der Erdoberfläche, rund 9.81 m/s^2) beschleunigt, dauert die Reise zum nächsten Stern gut 2.5 Jahre. Doch da das Raumschiff stetig weiter beschleunigt und sich so der Lichtgeschwindigkeit immer mehr nähert, verläuft die Zeit an Bord immer noch langsamer: in nur 11 Jahren Bordzeit etwa wäre das Zentrum der Milchstrasse erreicht, in 15 Jahren hätte man die 2.5 Millionen Lichtjahre weit entfernte Andromeda-Galaxie erreicht. Man beachte: Das Wurmloch verbindet jederzeit die Erde mit dem Raumschiff – die Zeit auf der Erde und auf dem Raumschiff laufen, durch das Wurmloch erzwungen, synchron. Wenn das Raumschiff nach fünfzehn Jahren Bordzeit die Andromeda-Galaxie erreicht hat, sind auf der Erde zwar 2.5 Millionen Jahre vergangen. [i]Doch bereits 15 Jahre nach dem Start des Raumschiffes lässt sich die Andromeda-Galaxie von der Erde aus erreichen, in dem man durch das vom Raumschiff mitgenommene Wurmloch tritt.[/i] Das mag seltsam anmuten, ist aber eine Konsequenz aus der Relativitätstheorie. Die Relativitätstheorie besagt nämlich, dass kein Bezugsrahmen bevorzugt ist, es keine Möglichkeit gibt, zu entscheiden, welcher von zwei gegeneinander bewegten Bezugsrahmen „stillsteht“ und welcher „reist“. Aus Sicht der Raumschiffbesatzung verläuft die Zeit an Bord des Raumschiffs ganz normal – bloss auf der ERDE verläuft sie sehr viel langsamer: aus Sicht der Raumschiffbesatzung sind auf der Erde, wenn das Raumschiff die Andromeda-Galaxie erreicht, lediglich 15 Jahre vergangen! Da das mitgebrachte Wurmloch sie stets mit der Erde verbindet, muss es sie bei Ankunft in der Andromeda-Galaxie mit einem Zeitpunkt 15 Jahre nach dem Start auf der Erde verbinden. Die Relativitätstheorie erzwingt also, dass die Zeit auf dem Raumschiff und der Erde synchron laufen. Startet das relativistische Raumschiff im Jahr 2200, können Erdlinge bereits im Jahr 2215 eine Reise nach Andromeda (und zurück!) unternehmen.

So erstaunlich es klingen mag, wenn die Möglichkeit einmal da ist, künstliche Wurmlöcher zu bauen, lassen sich praktisch alle Galaxien im sichtbaren Universum innert eines Menschenlebens erreichen. Man schickt ein relativistisches Raumschiff vor, und bereits nach wenigen Jahren Schiffszeit kommt dieses am Ziel an. Das mitgebrachte Wurmloch verbindet nach dieser Zeit die Erde mit dem fernen Ziel. Die ersten Raumschiffe, die ausgesandt werden, fliegen wohl noch vergleichsweise langsam: aber selbst für nahe Ziele lohnt sich das. Ein Flug zu einem erdähnlichen Planeten, der vielleicht 100 Lichtjahre entfernt ist, dauert mit 90% der Lichtgeschwindigkeit nur 43 Jahre Schiffszeit. Ein Raumschiff, das sich im Jahr 2200 von der Erde aus zu diesem Planeten aufmacht, kommt bereits im Jahr 2243 Schiffszeit (und damit auch Erdzeit) dort an und ermöglicht damit den regelmässigen Transfer von Menschen, Material, weiteren Raumschiffen und Informationen zu der neuen Kolonie. Zu einem späteren Zeitpunkt können weitere Wurmlochverbindungen von der neuen Kolonie aus gelegt werden (wobei Wurmlochrouten immer von der Erde wegzeigen müssen, da sonst der Kollaps des Wurmlochs riskiert wird). Innert weniger Jahrhunderte Erdzeit entsteht nun ein komplexes, dreidimensionales Wurmlochnetzwerk mit der Erde im Zentrum, mit dem sich im Prinzip das gesamte sichtbare Universum erreichen lässt.

Begegnungen mit Ausserirdischen – in der extremen Zukunft

Es ist nun zu vermuten, dass wenn künstliche Wurmlöcher tatsächlich möglich sind, sie von jeder Hochtechnologiezivilisation im Universum früher oder später entdeckt werden – vermutlich an einem vergleichbaren Punkt ihrer Entwicklung. Aus allen Zeiten spriessen so Wurmlochnetzwerke verschiedenster Zivilisationen ins Universum hinaus. Interessant ist dabei, dass jedes Netzwerk seine eigene „Zeit“ hat, die an die Zeit auf dem Heimatplaneten der Zivilisation gebunden ist. Von „aussen“ gesehen dauert die Errichtung des Netzwerks natürlich Millionen von Jahren: ein äusserer Beobachter, der zusieht, wie das relativistische Raumschiff von der Erde zur Andromeda-Galaxie startet, sieht es erst nach 2.5 Millionen Jahren dort ankommen. Dies führt dazu, dass zu dem Zeitpunkt, wenn sich zwei Netzwerke treffen, auf den Heimatplaneten BEIDER Zivilisationen „subjektiv“ nur wenige Jahrhunderte verstrichen sind, obwohl sie räumlich und zeitlich durch viele Millionen Lichtjahre und Jahre getrennt sind. Stellen wir uns als Beispiel vor, eine andere Zivilisation in einer Galaxie, die rund 50 Mio Lichtjahre von Andromeda entfernt ist, hätte vor 47.5 Millionen Jahren begonnen, ein Wurmloch nach Andromeda zu verlegen. Wie wir auch würden sie die Andromeda-Galaxie in 2.5 Millionen Jahren (gemessen im Zeitrahmen des Universums, bzw. von einem „äusseren Beobachter“) erreichen. Von der Erde aus gesehen dauert der Bau der Wurmlochverbindung jedoch nur 15 Jahre. Für ein mit relativistischer Geschwindigkeit fliegendes Raumschiff (erst recht, wenn es ständig beschleunigt) sind 50 Mio Lichtjahre praktisch „das gleiche“ wie 2.5 Mio Lichtjahre: der Bau der Wurmlochverbindung von der fernen Zivilisation nach Andromeda würde aus ihrer Sicht nur geringfügig länger als unsere 15 Jahre dauern, sagen wir mal, 18 Jahre. So trifft sich die Menschheit mit der ausserirdischen Zivilisation, nur gerade 15 bzw. 18 Jahre nachdem auf der Erde bzw. dem Heimatplaneten der ausserirdichen Zivilisation ein relativistisches Raumschiff in Richtung Andromeda gestartet wurde.

Aus unserer Sicht (bzw. der Sicht jeder einzelnen Zivilisation im Universum, ganz egal wo sie sich befindet und wann sie entstanden ist) könnte der „Erstkontakt“ mit einer ausserirdischen Zivilisation nur Jahrzehnte bis Jahrhunderte nach dem Bau der ersten Wurmlochverbindungen entfernt sein, auch wenn dieser Kontakt, in einem äusseren Zeitrahmen betrachtet, erst Millionen oder sogar Milliarden Jahre in der Zukunft stattfindet.

Mit der Zeit gleichen sich die Wurmlochnetzwerke verschiedenster Zivilisationen aneinander an: so entsteht mit der Zeit ein Wurmlochnetzwerk, das praktisch jeden von einer hochentwickelten (sprich wurmlochbauenden) Zivilisation bewohnten Planeten im Universum miteinander verbindet. Eine Welt, wie wir sie aus Fernsehserien (wie z.B. Star Trek) kennen, würde entstehen: Millionen von Zivilisationen stehen miteinander im Kontakt, nur wenige Jahrhunderte in unserer eigenen (subjektiven) Zukunft. Es gäbe allerdings keinen Anlass für eine „oberste Direktive“, welche den Kontakt zu weniger weit entwickelten Zivilisationen verbietet: die riesigen Distanzen zwischen den Zivilisationen in Raum und Zeit (ausserhalb des Netzwerks) stellen sicher, dass nur Zivilisationen kontaktiert werden, die in der Lage sind, Wurmlochnetzwerke zu bauen: alle anderen bleiben abgenabelt in den Weiten abseits des Netzwerks sicher versteckt.

Traversable Wormoles – Orionsarm.com

50 Kommentare

  1. Wenn man sich also durch ein Wurmloch in ein anderes Gravitationspotential begibt, dann müsste man danach eine andere Geschindigkeit haben als vorher. Wie sieht es dann mit Impuls- und Drehimpulserhaltung aus?

  2. Im Wurmloch drin gilt die ganz normale Raumzeit – das heisst, man muss tatsächlich beschleunigen, um zum anderen Ende aufzuholen (zumindest meinem Verständnis nach). Deshalb ist es empfehlenswert, dass das Wurmloch erst wieder durchquert wird, wenn das ferne Ende relativ zu jenem auf der Erde (einigermassen) zum Stillstand gekommen ist.

    Das hat etwa zur Konsequenz, dass die Versorgung des mit 1 Ge davoneilenden Raumschiffs am fernen Ende des Wurmlochs mit neuem Treibstoff von der Erde aus immer schwieriger (aufwändiger) wird. Bei einem reaktionslosen Antrieb a la Mach-Lorentz-Thruster (sofern es die jemals geben wird) wäre dieses Problem zumindest gelöst.

  3. Wenn man durch ein Wurmloch geht, dessen beide Enden sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bewegen und/oder sich in unterschiedlichen Gravitationspotentialen befinden: Mit welcher Geschwindigkeit bewegt man sich dann, wenn man das Wurmloch verlässt, relativ zu dem anderen Ende? Mit der gleichen Geschwindigkeit, mit der man sich vor dem Durchqueren des Wurmloch relativ zum Anfangsende bewegt hat? Und wenn ja, wie wird dann die Gültigkeit des Energieerhaltungssatzes sichergestellt?

  4. Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.

    Wurmlöcher verbinden zwei Punkte der Raumzeit. Was mit diesen Punkten passiert, wie sie beschleunigen oder sich relativ zum Universum bewegen, ist letztlich egal, SO LANGE sie sich nicht auf eine Strecke nähern, die vom Licht schneller überbrückt werden kann als der Zeitliche Unterschied der beiden Punkte – dann nämlich würde sich das Wurmloch in eine Zeitmaschine verwandeln. Abgesehen von diesem \“verbotenen\“ Bereich kann ein Wurmloch zwei beliebige Punkte verbinden.

    Es wird ein Raumschiff gebaut, in dem ein Wurmlochende sitzt, das andere befindet sich auf der Erde. Der zeitliche Unterschied der beiden Wurmlochenden ist vernachlässigbar, die Distanz zueinander endlich aber klein. Das ist quasi ein sehr \“flaches\“ Wurmloch. Wenn nun das Raumschiff konstant mit 1 Ge beschleunigt, ist es in 15 Jahren Bordzeit in der Andromeda-Galaxie. Das Wurmloch verbindet aber weiterhin das Raumschiff-Innere mit der Erde, wo nun 15 Jahre nach dem Start des Raumschiffs vergangen sind. Von der Erde aus \“sieht\“ man das Raumschiff, wenn man es mit Teleskopen verfolgt, nach 15 Jahren immer noch in der Nähe der Erde, und erst nach grob 2.5 Mio Jahren würde man es in der Andromeda-Galaxie ankommen \“sehen\“. Tatsächlich befindet sich das Raumschiffseitige Wurmlochende, auf das Universum bezogen, 2.5 Mio Jahre in der Zukunft – 15 Bord- bzw. Erdjahre, nach dem es auf der Erde gestartet ist. Durch das stetige Beschleunigen mit 1 Ge ist aus dem \“flachen\“ Wurmloch ein sehr steiles geworden, das zwei Raumzeitpunkte mit einem zeitlichen Unterschied von 2.5 Mio Jahren verbindet.

    Interessant ist, dass mit dem \“Mach-Lorentz-Antrieb\“ (siehe neueren Artikel dazu) ein potentieller Mechanismus zur Verfügung steht, mit dem nicht nur konstant mit 1 Ge beschleunigt werden könnte, sondern auch (möglicherweise) Wurmlöcher erzeugt werden könnten.

  5. Hallo !

    Zitat:
    \“Das Wurmloch verbindet jederzeit die Erde mit dem Raumschiff – die Zeit auf der Erde und auf dem Raumschiff laufen, durch das Wurmloch erzwungen, synchron. Wenn das Raumschiff nach fünfzehn Jahren Bordzeit die Andromeda-Galaxie erreicht hat, sind auf der Erde zwar 2.5 Millionen Jahre vergangen.\“

    Nun, ich denke dass hier an der ganzen Sache der Hund begraben liegt (mal ganz abgesehen von der benötigten Energie mit welcher man gleich die ganze Erde an den Zielort bringen könnte…).

    Die Erzeugung eines Wurmloches und der Transport dessen mit nahezu c kann nicht die Erde/das Sonnensystem aus dem Universums-Zeitgefüge entreissen. Es müsste schon das ganze Universum zeitlich \“anpassen\“, was wieder darauf hinausläuft, dass nicht zu erkennen ist, was beschleunigt abläuft und was nicht.
    Vielmehr, kann ich mir vorstellen, dass sich wohl ein \“Zeithorizont\“ im Wurmloch selbst bilden würde.
    Die Versorgung des Raumschiffes wäre dadurch wohl auch etwas schwierig.
    Somit wäre das Wurmloch in der Andromeda-Galaxie, aus Sicht der Menschen auf der Erde, doch erst in 2.5 Millionen Jahren \“benutzbar\“.
    Doch ob es dann noch \“Menschen\“ gibt?

    Oder habe ich da etwas total falsch verstanden?

    Gruß
    Merlin

  6. Die Relativitätstheorie kommt leider sehr oft ins Schimmen wenn es um negative Zahlen geht. Dann tauchen häufig Phänomene in den Formeln auf, die man in der Realität nicht beobachtet und die sehr vermutlich auch nicht möglich sind. Ein Beispiel sind die Tachyonen, ein anderes Wurmlöcher, auch Zeitreisen indem man sich einfach mit weniger als 0 m/s bewegt sind laut AR möglich. Das alles ist eher ein Hinweis darauf, daß die AR nicht das letzte Wort ist.

    Gruß Alex

  7. Aggressiv und Expanisonistisch sagt erst mal nichts darüber aus, wie diese Spezies mit ihren natürlichen Grundlagen umgeht: Auch der aggressivste Klingone kann Bäume umarmen, um es mal ein bisschen zugespitzt zu sagen.

    Organisierte Kriegsführung hat sich parallel zur Entwicklung unseres Gehirns entwickelt – sie ist eine Konstante menschlicher Existenz. Es gibt nichts, was dagegen spricht bzw uns vermuten liesse, dass das nicht auch bei anderen intelligenten Spezies so ist (nur schon, weil wir nur eine intelligente Spezies – nämlich uns – kennen).

    Je effizienter eine Spezies ihre natürlichen Grundlagen bewirtschaftet, desto mehr \“Überhang\“ produziert sie in Form von (Kriegs-)Technologie und Expertenwissen. Als der Mensch sesshaft wurde, wurden zum ersten Mal überhaupt \“Krieger\“ möglich, die sich auf die Kriegsführung spezialisieren konnten und nicht noch nebenbei für ihre Nahrungsbeschaffung sorgen mussten. Mit der Nutzung des Erdöls wurde es dann plötzlich möglich, das ein einzelner Bauer (im Schnitt) hunderte von Menschen gleichzeitig ernähren kann – und entsprechend schnell kam die Entwicklung von Technologie vorwärts. Heute sind (zumindest in der westlichen Welt) nahezu 100% aller Menschen \“Experten\“ (sie müssen nicht selbst für die Produktion von Nahrung sorgen), und entsprechend viele \“Krieger\“ (im weitesten Sinne, zB auch Wissenschaftler auf dem Gebiet der Militärforschung) gibt es.

    Symbiose ist nur genau so lange nötig, wie der eine Symbiont vom anderen abhängt. Wir sind heute noch nicht komplett unabhängig von der Ökosphäre, die uns hervorgebracht und während vielen Jahrzehntausenden ernährt hat – aber es könnte gut sein, dass das nicht mehr lange so bleibt. Es wird – denke ich – keinen allvernichtenden \“Dritten Weltkrieg\“ geben, aber es ist gut möglich, dass die Biosphäre der Erde in den nächsten Jahrhunderten von einer \“Technosphäre\“ abgelöst wird (siehe den Artikel \“Gaia trägt Grau\“).

  8. \“Und ja, ich würde sagen, es ist gut möglich, dass sich unter diesen ETIs auch aggressive, expansionistische Spezies befinden\“

    Die Natur der Natur schliesst das aus. Anders gesagt, die grundlegenden Eigenschaften natürlicher Entwicklung lassen so etwas nicht zu.
    Die Grundlage natürlicher Entwicklung sind symbiotischer Natur, die Natur ist ein sich selbst regelndes System.
    Es gibt zwar aggressive (Fleischfresser), aber keine expansionistischen Spezies\‘ , da diese in kurzer Zeit ihre eigene Grundlage auffressen und damit den Ast absägen würden, auf dem sie sitzen.
    Krebs zerstört seinen Wirt und stirbt damit aus. Seuchen flammen auf und machen ihr dauerhaftes Fortbestehen in kurzer Zeit selber unmöglich.
    Symbiotische Lebensformen können ihre Energie für die Weiterentwicklung nutzen, wärend konkurierende Lebensformen sie im Krieg gegeneinander verbrauchen.

    Deshalb lebt der Mensch heute auch WEIT unterhalb seiner Möglichkeiten, weil er seine Energie nicht in die Erforschung von Synergien steckt, die allen Menschen nützen würden, sondern in Vernichtungstechnik und Zerstörung.

    Deshalb gibt es auch nur zwei Möglichkeiten:
    entweder rottet sich das Krebsgeschwür \“Mensch\“ im dritten Weltkrieg selber aus, oder wir fangen danach wieder mit Keulen und Steinschleudern an, um unsere nackte Existenz zu kämpfen und mit viel Glück vielleicht etwas aus unserer Geschichte zu lernen.

  9. Wurmlöcher sind keinesfalls reine SciFi-Erfindungen – die Relativitätstheorie lässt sie ausdrücklich zu, und selbst Einstein hat sich damit befasst (google mal \“Einstein-Podolsky-Rosen-Brigde\“, oder schau mal hier nach: en.wikipedia.org/wiki/Einstein-Rosen-Podolsky_bridge ). Sie sind heute noch ein Untersuchungsobjekt der Physik, und es werden weiterhin Fortschritte gemacht, siehe etwa Arbeiten von Kip Thorne und Matt Visser.

    In einem Universum, das sich nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit durchqueren lässt, haben wir tatsächlich die Effekte, die du im zweiten Abschnitt beschrieben hast. Genau deshalb geht die Überlegung dahin, diesen relativistischen Raumschiffen ein Wurmlochende mitzugeben, durch das sie in ihre Startzeit zurück kehren können (das andere Ende bleibt auf der Erde). Umgekehrt könnten diese Raumschiffe über das Wurmloch von der Erde aus mit Treibstoff versorgt werden, so dass sie diesen nicht mittragen müssen. Für ein ähnliches, aber nicht identisches Konzept, siehe auch die sogenannten Krasnikov-Tubes.

  10. Was ist das für eine gequirlte Scheiße? Sollte das etwa so eine Art Test sein, ob wir Leser merken, dass die Erklärung hier eine einzige \“Crackpot Idea\“ ist? Alle anderen Beiträge sind so voller Substanz und dann dieser Griff ins Klo mit den Wurmlöchern.

    Erst einmal ist hier ein dicker Denkfehler: Das Problem ist, dass hier die Zeitverzerrung, also die 4. Dimension, bildlich dargestellt werden soll, indem man zu einem Hilfskonstrukt greift. Dabei werden die 3 Raumdimensionen um eine Dimension gekürzt. Das heißt, der Raum wird bildlich in 2 Dimensionen dargestellt, indem eine Art Gummituch den Raum darstellt. Damit ist es dann leicht die Zeitverzerrung mit der freien 3. Dimension darzustellen, indem man unterschiedlich schwere Kugeln nimmt, die das Gummituch unterschiedlich tief runter ziehen. Bei einem Schwarzen Loch wäre der Trichter im Gummituch extrem tief. Das Problem ist aber, dass wenn man sich dieses Gummituch wieder unendlich oft um die schwere Kugel in alle Richtungen denken würde, um die 3. Dimension zurück zu holen, dann zeigen auch die unendlich vielen Trichter unendlich in alle Richtungen. Damit kann es also keine Trichterkonzentration in eine Richtung geben, und somit kann die Raumdimension räumlich auch niemals abgekürzt werden.

    Außerdem sind die so genannten \“Künstlichen Wurmlöcher\“ eine reine Erfindung der Science-Fiction-Filmindustrie, um die astronomisch großen Distanzen zwischen den Sonnensystemen oder sogar zwischen den verschiedenen Galaxien in handhabbare kurze Zeitdistanzen zu packen, weil z.B. eine Hin- und Rückreise quer durch die Milchstraße selbst mit annähernd Lichtgeschwindigkeit mehr als 200.000 Jahre dauern würde. Denn selbst wenn für das reisende Raumschiff die Zeit viel langsamer vergeht, also nahezu stillstehen würde, falls man die Beschleunigung, Abbremsung und den fast unendlich großen Energiebedarf außer acht lassen würde, würde nach so langer Zeit auf der Erde nichts mehr so sein, wie es vorher war. Wir können uns halt nur Reisen in Distanzen wie auf der Erde vorstellen. Damit wären allerhöchstens noch Reisen innerhalb unseres Sonnensystems denkbar. Die Dramaturgie in solchen Science-Fiction-Filmen wäre selbst da kaum mehr gegeben, wenn man von wenigen Ausnahmen absieht.

  11. baut einen kompressor, der luft verflüssigt, dann diesen kompressor selber umgibt und dabei erhitzt wird, der druck endsteht nun aus, der wärme der luft und dem druck den man dazu aufgewendet hat sie rasuzupressen, die wäreme..

    dann treibt das eine turbine an,

    damit fast keine wärme entfleiht ist auserhalt der maschiene eine vakumm, das dann mit einem solarpalttenanlächiem verschlossen und wieder mit einem vakuum umgeben wird..

  12. Millionen, nicht Milliarden, aber ja. Und ja, aus diesem Grund ist es recht unwahrscheinlich, am Zielort eine unterentwickelte Zivlisation zu finden, und auch, weil die Chance natürlich ohnehin klein ist, genau auf einen bewohnten Stern zu treffen, wenn man ihn aus 200 Milliarden mehr oder weniger zufällig auswählt… Ja, solche Wurmlochnetzwerke wären damit eine mögliche Erklärung für das Fermi-Paradoxon… Bloss wissen wir nicht, ob man solche Wurmlöcher tatsächlich mit den Mitteln, die einer typischen, aber hochentwickelten Zivilisation zur Verfügung stehen, überhaupt erst bauen kann.

    Die Sache mit der Angleichung ist so gemeint: um Paradoxien zu vermeiden, dürfen Wurmlöcher nicht Punkte miteinander verbinden, die im gleichen Lichtkegel liegen (sonst könnte man sie als Zeitmaschinen benutzen). Das widerum heisst, dass sich die Enden zweier Wurmlöcher mit verschiedenen Eigenzeiten niemals näher kommen können als ihr Eigenzeitunterschied in Lichtjahren. Denn sonst könnte jemand die beiden Wurmlöcher nutzen, um in seine eigene Vergangenheit zurück zu kehren. Das heisst also, ab einer bestimmten \“Sicherheitsdistanz\“ (die umso grösser ist, je weiter die beiden Zivilisationen zeitlich auseinander liegen) müssen sich die Zivilisationen über den Normalraum besuchen (wobei sie sich von den Eigenzeiten ihrer Heimatplaneten entfernen – solche Kontakte würden also nur in der fernen Zukunft stattfinden, und die \“Kontaktler\“ könnten nie in ihre ursprüngliche Zeit zurückkehren).

    Was das Nutzen fremder Wurmlöcher angeht, hier wird einfach davon ausgegangen, dass man Wurmlöcher, wenn man sie schon künstlich erzeugen muss, auch kollabieren lassen kann. Lässt man es etwa kollabieren, nachdem der Angreifer es passiert hat, wird dieser dadurch vollständig von seiner Zivilisation abgenabelt und könnte damit niemals auf Verstärkung hoffen (bzw., erst nach einigen Millionen Jahren, wenn seine Ursprungszivilisation ein neues Wurmloch in das Gebiet vorgetrieben hat).

  13. Ich hoffe, ich habe es mittlerweile richtig verstanden.

    Während bei dem Transport eines Wurmloches nach Andromeda für uns vielleicht nur 15 Jahre vergehen, vergehen für das Universum mindestens 2,5 Milliarden. Aus der Perspektive des Universums geben wir also in 2,5 Milliarden gerade mal einen Schuss ins Blaue bzw. in die Schwärze des Kosmos ab. Und mit diesem einem Schuss am Zielort auf eine weniger weit entwickelte Zivilisation zu treffen, ist bei den Dimensionen des Univerums nahezu ausgeschlossen.

    Richtig? Hab ich es jetzt endlich begriffen?
    Demnach können Wurmlochnetzwerk also eine ziemlich wirkungsvollen Lösung für das Fermi-Paradoxon sein, oder nicht?

    Nun habe ich aber noch einige andere Fragen.
    So gilt für jedes Netzwerk der Zeitrahmen des Ausgangsplaneten, klare Sache. Du schreibst nun, dass sich die Netzwerke mit der Zeit angleichen würden. Meinst du damit, dass sich die zeitlichen Bezugsysteme der Netzwerike aneinander werden. Wie soll das funktionieren? Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich ein Netzwerk mit einer Zeitrechnung 12 Milliarden nach dem Urknall mit einem Netzwerk, in dem die Zeitrechnung 13 Milliarden Jahre nach dem Urknall gilt, synchronisieren könnte. Oder sprichst du von einer gesellschaftlichen Angleichung der Zivilisationen in diesem Netzwerk?

    Und wenn wir auf das Netzwerk einer anderen Zivilisation träfen, dann könnten wir deren Wurmlöcher doch nutzen oder nicht? Wenn dem so ist, dann wird doch eine aggressive Zivilisation nicht daran gehindert, durch die Wurmlöcher anderer Zivilisationen zu springen, um deren Kolonien und Heimatplaneten einzunehmen.

    P.S.: Ich sollte mir mal den Begriff ETI angewöhnen.

  14. Für alle Aliens im Universum stellt sich die Situation so dar wie uns auch: das All um sie herum ist leer, ohne Anzeichen von anderen Zivilisationen. Deshalb, wie du sagst, die ersten Wurmlöcher führen \“ins Leere\“, vielleicht zu wissenschaftlich oder wirtschaftlich interessanten Sternsystemen, vielleicht solchen mit bewohnbaren Planeten, die zuvor mit \“Superteleskopen\“ identifiziert wurden.

    Nicht vergessen darf man, dass alle diese Wurmlöcher in die tiefe Zukunft führen: der \“älteste\“ Teil des Netzwerks (wie es sich einem externen Beobachter zeigen würde) ist der Ursprung, der Heimatplanet. Mit der Zeit bildet sich sowas wie ein \“Baum\“ (den Raum zur Seite, die Zeit nach oben), mit unzähligen Wurmlöchern, die in die Zukunft \“verzweigen\“ (und damit diese zukünftigen Raumzeitpunkte mit dem Zeitrahmen der Heimatwelt verknüpfen).

    Nun gilt das für jede Zivilisation im Universum: die \“Bäume\“ berühren sich alle etwa zur gleichen Zeit, weil ihr Wachstum durch Naturgesetze limitiert wird und weil ihre mittleren Abstände zufällig verteilt sind. Das \“Blätterdach\“, das sich schliesslich bildet, ist die Zukunft, die ich im Artikel angesprochen habe, in der viele Zivilisationen miteinander über Millionen von Lichtjahren in direktem Kontakt stehen.

    Dass angesichts der Zigilliarden von Sternen und der relativen Seltenheit von Zivilisationen ein solcher \“Wurmlochast\“ zufällig genau den Stern einer anderen, noch unterentwickelten Zivilisation erreicht, ist äusserst unwahrscheinlich. Erst, wenn der \“Baum\“ einer Zivilisation eine bestimmte Grösse erreicht hat, hat er eine reelle Chance, in Kontakt mit anderen \“Bäumen\“ zu kommen – so lange die Zivilisation noch ein \“Samenkorn\“ ist, bleibt sie auf sich allein gestellt. Der springende Punkt ist, dass sich die \“Bäume\“ erst in der fernen Zukunft berühren.

    Und ja, ich würde sagen, es ist gut möglich, dass sich unter diesen ETIs auch aggressive, expansionistische Spezies befinden (schliesslich lässt sich das sichtbare Universum in einem mit 1 g beschleunigenden, relativistischen Raumschiff in wenigen Jahrzehnten Bordzeit durchqueren – wir reden hier also nicht von Spezies, die Millionen von Jahren mit sich selber auskommen mussen, sondern von solchen, die gerade erst die Technik des Wurmlochbaus entdeckt haben). Aber wie in dem verlinkten Artikel erklärt wird, ist es aus physikalisch-wirtschaftlichen Gründen schwierig, mit Wurmlöchern in den Bereich einer anderen Spezies einzudringen, ohne den Kollaps (eines Teils) des eigenen Netzwerks zu riskieren.

  15. Ja, das ist mir klar, aber warum sollte sich das Netzwerk auf nicht zivilisierte Systeme beschränken? Das ist mir noch nicht ganz klar. Man könnte doch beliebige Systeme ansteuern, unabhängig davon, ob man von einer Zivilisation im System weiß oder eben nicht. Wir schicken bspw. ein Wurmloch in beliebiges System, nicht weil wir dort Leben vermuten sondern irgendwas anderes suchen, seltene Rohstoffe vielleicht. Dort angekommen stolpern wir dann über eine Zivilisation, die vielleicht gerade die Raumfahrt entwickelt hat und sich streitet, ob sie wirklich ihren Mond besucht haben oder nicht. Diese Zivilisation wäre dann nicht mehr von der Rest der interstellaren Zivilisation abgeschnitten, wo ich dann natürlich gleich an das Fermi-Paradoxon denke und die Frage im Kopf habe, warum wir noch nichts von einem solchen Netzwerk wissen.

    Was definiert das mögliche Ziel? Gehst du in deiner Überlegung davon aus, dass ein nicht zivilisiertes System wahrscheinlich kein attraktives Ziel für ein Wurmloch wäre? Aber dann müsste doch das erste Wurmloch einer Zivilisation, die diese Technologie gerade entwickelt hat, zumindest willkürlich verlegt sein. Irgendwie fällt es mir schwer zu verstehen und zu glauben, dass ein Wurmlochnetzwerk nicht zufällig auch weniger weit entwickelte Zivilisationen erfassen sollte. Ich hoffe, ich bin nicht einfach zu dumm, um das zu begreifen. Habe ich vielleicht etwas in dem Hin und Her der Bezugsysteme während des Baus des Wurmlochs übersehen?

    Und um nochmal das Fermi-Paradoxon aufzugreifen: Müssten man nicht annehmen, dass unter den unzähligen zu erwartenden Zivilisationen, die Teil des Netzwerk sind oder gewesen sind nicht zumindest eine kriegerische und aggressiv expandierende Zivilisation dabei sein sollte, die zu allem Überfluß auch noch sehr hoch entwickelt ist und andere Zivilisationen reihenweise unterwerfen könnte? Wo sind die Goa\’uld, die uns alle versklaven? Interpretiere ich das Fermi-Paradoxon zu stark oder wäre diese Wahrscheinlichkeit vernachlässigbar?

  16. Um angesteuert zu werden, muss eine Zivilisation erst mal als mögliches Ziel eines Wurmloches bekannt sein. Bedenke, dass ausserhalb von vielleicht 100 Lichtjahren niemand von der Menschheit wissen kann… (Radiosignale, Städteleuchten auf der Nachtseite…) Der Bau eines Wurmloches (die \“Verlegung\“) kann nur mit Unterlichtgeschwindigkeit geschehen, das heisst, die \“Kunde\“, dass eine neue Zivilisation aufgetaucht ist, muss im Zweifelsfall erst mal ein paar tausend (oder deutlich mehr?) Lichtjahre weit reisen (bis zum nächsten Netzwerkknoten oder so), dann muss von dort aus eine neue Verbindung verlegt werden. Es könnte also viele Jahrtausende (oder Jahrmilllionen?) dauern, bis ein externes Netzwerk eine neue Zivilisation von sich aus anschliesst – bis dahin hat die Zivilisation aber vermutlich selber ihre ersten Wurmlöcher gebaut – oder ist wieder verschwunden.

  17. Ups, da ist was schief gelaufen (vielleicht möchtest du die Beiträge zusammen führen). Hier der Rest meines Beitrages:

    Oder anders ausgedrückt: Wenn wir die Technologie hätten und ein System in der Andromeda-Galaxie ansteuern würden, dann verhindert doch nichts, dass wir dort auf eine weniger weit entwickelte Zivilisation treffen, die dann nicht mehr abgenabelt wäre.

    Was habe ich übersehen?

  18. Eine Frage dazu: Warum sollte sich eine außerirdische Zivilisation nicht dazu entschließen, jetzt die Erde anzusteuern, so dass wir als weniger weit entwickelte Zivilisation doch nicht abgenabelt von dem Netzwerk sein würden? Oder anders gefragt: Wenn wir die Technologie hätten und ein System in der Andromeda-Galaxie ansteuern

  19. Die negative Energiedichte kann man nicht durch den Casimir-Effekt unendlich weit ausreitzen. NULL Joule können wir damit ja schon genausowenig erreichen NULL Kelvin.

    Wäre eine negative Energiedichte nicht mit Antiteilchen möglich, oder irre ich mich da?
    dann würde auch das mit den 2 jupitermassen * c² (für einen Meter Durchmesser) Sinn machen. (Das Äquivalent habe ich aus der Wikipedia)

  20. @captain kirk: Ja, aber dazu müsste man das Gegenstück (den \“Ausgang\“) erst zum Ziel schießen, außer es gelänge, es direkt dort entstehen zu lassen, was aber nicht möglich ist, weil sich Raumzeitkrümmungen nur mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.

  21. warum braucht man in deinem beispiel überhaupt ein so schnelles raumschiff?
    sagt die theorie nicht, dass das wurmloch durch andere dimensionen läuft die man ohne zeitverzug durchqueren kann um zu einem anderen stern zu gelangen?

  22. Nun, die negative Energie fliesst wohl voll und ganz in die Aufrechterhaltung des Wurmlochs. Ich weiss nicht, ob da überhaupt etwas nach draussen \“lecken\“ würde, so dass sie sich auch ausserhalb des Wurmlochs bemerkbar macht.

    Du hast recht, ich hatte das mit der positiven Energie falsch gelesen. Also umkreist die Erde das Wurmloch nicht… Aber einmal mehr, damit das nicht vergessen geht: das ganze Konzept steht und fällt mit der \“negativen Energiedichte\“.

  23. Die Erde Umkreist das Wurmloch nicht. Das wäre der Fall, wenn es die Raumzeit staucht, es dehnt sie aber: Es findet keine künstliche Gravitation, sondern vielmehr eine Art \“Antigravitation\“ statt.
    Nachteil: Das Wurmloch müsste verankert werden.
    Vorteil: Das oben erwähnte relativistische Raumschiff wäre einer Beschleunigung von der Erde weg unterworfen, welche die Beschleunigung aus eigener Kraft unterstützt.

  24. @Der Sachse: Eben: die Energie, die es zu ihrer Erzeugung braucht, macht sie für einen Gebrauch auf der Erde völlig unpraktikabel. Mit einer solchen Energie, die in diesem Wurmloch gespeichert ist, müsste die Erde das Wurmloch umkreisen… Auf der Erde kann ich mir höchstens mikroskopische Wurmlöcher denken, etwa für Datentransfer.

  25. @D.: Ein Wurmloch ist doch lediglich eine \“Anomalie\“ der Raumzeitkrümmung. Man bräuchte also \“nur\“ Energie für die Erzeugung des Lochs, nicht jedoch für die Aufrechterhaltung.

    @Bynaus: warum sollten sie so groß und aufwendig sein, wenn sie erst einmal verwirklicht wurden? man könnte sie vielleicht massenweise herstellen.
    Das Problem ist nur: zur erstellung eines wurmlochs mit einem durchgangsdurchmesser von einem Meter bräuchte man sehr viel Energie. So im bereich von zwei jupitermassen mal c².

  26. Ich denke, solche Wurmlöcher werden Einrichtungen sein, die viel zu gross und aufwendig sind, als dass sie auf der Erdoberfläche jemals wirtschaftlich werden könnten (ich kann mich da natürlich auch spektakulär irren…).

    @Maldweister: genau: der Flug aus der Nähe des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs durch ein Wurmloch ist sowas wie eine Zeitreise – allerdings eine, die nicht zu zeitlichen Paradoxien führen kann. Deshalb ist es egal, dass \“Zeit verstrichen ist\“, denn das, was dabei geschehen ist, kannst du durch diese Zeitreise ohnehin nicht mehr ändern.

  27. Hallo,

    hätte da mal eine Frage/Anregung zu. Ich beschäftife mich auch schon länger mit dem Thema Zeitreisen, aber irgendiwe passt das bei mir nicht zusammen. Wenn ich, wie im Beispiel durch ein Wurmloch in den näheren Einflussbreich eines schwarzen Loches \“fliege\“, dann vergeht doch eigentlich nur für mich die Zeit langsamer, sprich ich sehe wie sich das Universum im Zeitraffer verändert, aber die Zeit ist verstrichen. Wenn ich also zurückkehre ist die Zeit vergangen und ich wäre wieder in der \“Gegenwart\“, da ich ja nicht das Maß der Dinge bin. Verstehe ich das falsch?

  28. Wirklich auf der Erde einsetzbare Wurmlöcher (ich würde wohl speckulieren, dass sich die Aufrechterhaltung *zu Verkehrszwecken* nicht lohnen würde), wären wohl eher Prestigeobjekte für einzelne Staaten. Trotzdem würde es das Reisen natürlich enorm beschleunigen. Man stelle sich vor: Ein grosses \“Industriewurmloch\“ von einen grossen Rohstoffgebiet zu einer eher unbedeutenden, aber in der Nähe eines grossen Abnehmergebietes gelegenen Stelle!
    Man könnte wirklich schnell sein, weil es mehrer Wurmlöcher geben wird.
    Es gäbe Orte in der unmittelbaren Nähe, die schwerer zu erreichen sind als ein Gebiet auf der anderen Seite der Welt! 😀

  29. Wahnsinn, ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich hatte im vergangenen Jahr allmählich alle Hoffnungen begraben, der Mensch könnte vielleicht noch einmal in die wahren Weiten des Universums aufbrechen. Natürlich steht und fällt alles mit der negativen Energie, aber wenn das theoretische Konstrukt dafür tatsächlich steht, dann könnte es wirklich nur noch eine Frage der Zeit sein!

  30. Du kannst dir sicher sein, dass diese Technologie auch ausgenützt werden würde. \“Mr. Hussein, wir haben da ein paar schwerbewaffnete GIs im Vorzimmer, die gerne ein Wörtchen mit Ihnen reden würden…\“ 😉
    Künstliche Wurmlöcher für den \“Alltagsgebrauch\“ würden unsere Welt wohl komplett auf den Kopf stellen. \“Distanz\“ ist ein derart zentrales Element unserer Existenz, dass ich mir nur schwer denken kann, welche Welt dabei wirklich entstehen würde…

  31. Einfach nur geil!
    Ich mache mir schon seit ca einem jahr gedanken über die praktischen anwendungsmöglichkeiten von wurmlöchern.
    was man damit alles anstellen könnte… vorrausgesetzt man kann ein Wurmloch erzeugen.
    auch für die menschheit auf der erde:
    der transport von waren und personen von einem kontinent zum anderd dauert nur einen augenblick!
    produkte könnte man per fließband direkt von der herstellung zum käufer geben!
    usw.

    Die wirtschaft und somit auch die Politik auf der erde würde sich radikal ändern.

    man könnte auch winzig kleine, oder auch menschenartige Roboter über ein wurmloch mit der energieversorgung und ein computernetzwerk verbinden. -> Androiden und nanobots

    wäre die massenweise herstellung von wurmlöchern möglich, würde sich unsere welt unwahrscheinlich schnell ändern.
    vorsicht nur, dass diese technologie nicht ausgenutzt wird!

  32. @JPG: Wohl etwa in der Gegenwart. Da das Schiff ja annähernd mit c geflogen ist. Die Zukunft kann man so aber nicht sehen, da das Schiff nicht mit ÜL fliegt.

  33. Angenommen man schickt ein Teleskop durch das Wurmloch nach Andromeda und beobachtet damit die Erde. In welcher Zeit würde man sie dann sehen?

  34. Dass dieser Prozess interessanter ist, stelle ich auch nicht in Frage. .-)
    Es ging darum, wie sich der Flug für die Station usw. auswirkt. D.h. Die \“Zeit des Netzwerks\“ wäre übertragbar, falls man es erreicht.

  35. Schiff und Station haben ihre jeweils eigene Zeit gegenüber der Erde (entsprechend der Zeitdilatation, der sie ausgesetzt waren). Beispiel: Im Jahr 2200 startet das Raumschiff zu Alpha Centauri. In einem äusseren Bezugsrahmen kommt es 2205 dort an, im Zeitrahmen des Schiffes sind aber seit dem Start erst ca. 3 Jahre vergangen. Wenn nun 2210 (äusserer Bezugsrahmen) ein Raumschiff zur Erde zurück startet und dort 2215 ankommt, waren die Raumfahrer insgesamt 3+5+3=11 Jahre weg, während in der Zwischenzeit auf der Erde 15 Jahre vergangen sind (Zwillingsparadoxon). Die Raumfahrer kehren in eine ganz andere Welt zurück, denn mittlerweile ist das relativistische Raumschiff in Richtung Andromeda am Ziel angekommen… Die interessantere Frage ist, was passiert, wenn 5 Jahre nach dem Bau der Alpha Centauri Station ein Wurmloch nach Alpha Centauri verlegt wird: das heisst, das Wurmloch wird 2210 bei der Erde gestartet und erreicht Alpha Centauri 2215 (im äusseren Bezugsrahmen), doch weil die Flugzeit aus Sicht des relativistischen Raumschiffs nur 3 Jahre beträgt, verbindet das Wurmloch nun (in äusseren Bezugsrahmen) die Erde im Jahr 2213 mit Alpha Centauri im Jahr 2215.

  36. Mal ein Gedankenspiel:
    Nehmen wir an, man sendet ein relativistisches Raumschiff zum Alpha Centaurie.
    Das Schiff hat noch _kein_ Wurmloch an Bord, kann dort aber eine kleine Station aufbauen (hat alles Material dabei).

    Nun sendet diese Station nach 5 Jahren ein Schiff( zurück zu Erde. Diese hat mitlerweile aber bereits damit begonnen ein Wurmloch-Netzwerk aufzubauen! Welche Zeit hat das Rückkehrschiff dann und welche die Station?
    (Und was wäre mit Video-Signalen?)
    Werden die alle zu Teilen des Systems, oder kommen sie erst n +relativer \“Zeitgewinn\“ an?

  37. Das ist wirklich nur \“bewegte Uhren gehen langsamer\“. Bei einem ständig beschleunigenden Raumschiff gehen sie je länger, je langsamer, deshalb dauert es z.B. 11 Jahre ins Zentrum der Galaxis (rund 30000 LJ) und nur 15 Jahre zur Andromeda-Galaxie (rund 2.5 Mio LJ). Entscheidend ist aber die manchmal auch \“Imperiums-Zeit\“ genannte Zeit am Ursprung des Wurmlochnetzwerks…

  38. Ich bin trotzdem der Meinung, dass das ganze mit der \“exotischen Energie\“ steht und faellt und ich glaube, dass es dort im Moment nicht allzu rosig aussieht.

    mfg

  39. Kommt halt drauf an was man mit \“sehr klein\“ meint… Es gibt aber soviel ich weiss wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema (etwa im Rahmen des \“Project Daedalus\“ aus den 60er Jahren), die allesamt zum Schluss gekommen sind, dass das zumindest im tiefen Raum kein grosses Problem ist. Die häufigsten Teilchen lassen sich bereits mit einem vergleichsweise kleinen Schild abfangen.

    \“Die Form des Raumschiffs anpassen\“ – gemeint ist, dass das Raumschiff ja nicht zwingend ein Gefährt wie aus einem SciFi-Film sein muss, also quasi ein raumtauglicher Flugzeugträger, sondern möglicherweise auch aus einem grossen Netz bestehen könnte, das flexibel auf derartige Bedrohungen reagieren würde.

    Absolute Sicherheit gibt es nirgends, gerade nicht auf einem relativistischen Schiff. Nicht zuletzt ist natürlich nicht gesagt, dass ein solches Schiff bemannt sein müsste – man kann ein Wurmloch auch unbemannt nach Andromeda transportieren…

  40. \“bei sehr kleinen Teilchen nimmt man die Kollision in Kauf\“

    bei nem relativistischen schiff? durchschlägt da nich schön n staubkörnchengroßes teilchen das komplette schiff?

    \“bei mittelgrossen passt man die Form des Raumschiffs an\“

    das hätte ich gerne genauer erklärt 🙂

    und dass der interstellare raum größtenteils frei is is ja schon klar nur würd ich nich gerne ne mission aufs spiel setzen mit der entschuldigung \“statistisch hätte da nichts sein dürfen\“ ;P

  41. Nachtrag: Link eingefügt.

    @blueflash: Das Wurmlochende kann wie jedes andere massereiche Objekt auch den Raum durchqueren. Zu den Details, etwa ob es zu einer \“Überdehnung\“ kommen muss, wie du schreibst, kann ich nichts sagen, da weiss ich zu wenig darüber. Und nein, das Zwillingsparadoxon hat mit der \“Zeitmaschine\“ (die ja, wie erwähnt, aufgrund von Quanteneffekten nicht funktioniert) nichts zu tun – und beim Zwillingsparadoxon wird die \“verlorne Zeit\“ übrigens gerade NICHT wieder aufgeholt (das ist ja erst das paradoxe daran, zumindest so lange, bis man realisiert, dass man nur gleichmässig bewegte Inertialsysteme ineinander trnasformieren darf). Wie stellst du dir denn dieses \“wieder aufholen\“ genau vor?

  42. nachtrag: Deine \“Zeitmaschine\“ funktioniert ja wie das Zwillingsparadoxon! Wenn Du das Ende zurückholst, sollte das eigentlich die verlorene Zeit wieder aufholen!

  43. Tja, und wie bewegt man jetzt ein Wurmlochende?
    Dabei würde ja nicht gekrümmter Raum durchquert und das Wurmloch quasi überdehnt (schon toll, diese Gummimetaphern). Braucht das denn keine Energie?

  44. Es stimmt schon, dass die Energiedichte auch beim Casimir-Effekt grösser als Null ist – aber sie ist geringer als im umgebenden Universum. Dies reicht auch schon, glaubt man wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema, wie z.B. jener hier:
    prola.aps.org/abstract/PRL/v61/i13/p1446_1

  45. Ich glaube Christian hat Recht – der Casimir-Effekt beruht auf der Differenz zweier positiver Strahlungsdrücke virtueller Teilchen und hat als solcher nichts mit einer negativen Energiedichte zu tun. Die Energiedichte ist überall positiv, nur zwischen den Platten eben kleiner als außerhalb 😉

    abgesehen davon mal wieder ein äußerst interessanter Artikel! Die Relativitätstheorie hat manchmal tatsächlich verwirrendere Folgen als die Quantentheorie, und das will bekanntlich was heißen^^

  46. Hallo,

    ich bin der Meinung mal gelesen zu haben(in Bezug auf die \“Alcubaire Warpblase auf http://www.astronews.com), dass der Casimir-Effekt nichts mit einer exotischen Energie zu tun hat, sondern durch einen unterschiedlichen Ladungsdruck virtueller Teilchen im Vakuum entsteht, da ich aber nur Laie bin, kann ich dies nicht bewerten.

    mfg

  47. Letztlich wird das ganze nicht daran scheitern… Man fährt eine dreigleisige Strategie: bei sehr kleinen Teilchen nimmt man die Kollision in Kauf, bei mittelgrossen passt man die Form des Raumschiffs an, bei grossen Teilchen weicht man aus. Je grösser das Teilchen ist, desto weiter im Voraus lässt es sich identifizieren. Zudem ist dieses Problem vor allem in der Nähe eines Sterns akut, im interstellaren und erst recht im intergalaktischen Raum ist die Teilchendichte extrem gering.

  48. alles schön und gut aber wie baut man ein relativistisches schiff das nich schon beim zusammenstoß kleiner teilchen erheblichen schaden davonträgt und so \“manövrierfähig\“ bleibt dass man größeren objekten ausweichen könnte? XD

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