Keine Intelligenz im Design

Intelligent Design ist Kreationismus in neuem Gewand – der Versuch, dem Kreationismus einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben. Dabei lässt sich das angebliche „Intelligent Design“ relativ einfach widerlegen.

Auf den ersten Blick klingt die Überlegung ja gar nicht so abwegig: Die Wissenschaft lebt schliesslich davon, Hypothesen aufzuwerfen und diese dann mit Experimenten zu überprüfen. Warum also soll die Hypothese, das Leben auf der Erde sei von einem intelligenten Schöpfer geschaffen, nicht erlaubt sein? Nachdem die Kreationisten aus den US-amerikanischen Schulen verbannt wurden, weil das Lehren von religiösen Inhalten gegen die Verfassung der USA verstösst, die Religion und Staat strikte trennt, musste eine Alternative her. Also strichen die Kreationisten das Wort „Gott“ aus ihren Schriften und ersetzten es durch einen nicht näher bezeichneten „intelligenten Schöpfer“. Ausserdem wurden alle Bibelverweise gestrichen – ohne die religiösen Verweise, hoffte man, würde man das „Intelligent Design“ (ID) als „wissenschaftliche Alternative“ auch im Unterricht lehren können – den Namen des intelligenten Designers würde man dann am Sonntag schon nachreichen.

Die Taktik ging nicht auf – der oberste Gerichtshof durchschaute das Spiel schnell. Das hat nicht nur damit zu tun, dass ausnahmslos alle ID-Vertreter christliche Fundamentalisten sind, oder damit, dass in einigen angebotenen „Lehrmitteln“ ganz einfach durchgängig „Gott“ durch „Intelligenter Designer“ ersetzt wurde, diese aber ansonsten unverändert neu aufgelegt wurden. Dass ID nicht in den US-amerikanischen Schulen gelehrt werden darf, hat schlicht und einfach damit zu tun, dass ID nichts mit Wissenschaft zu tun hat. Ich werde im folgenden erklären, warum. Wir werden den Anspruch der ID-ler ernst nehmen und keinerlei Verweise auf christliche Denkmodelle machen.

Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, diese Entwicklung könnte bei uns nicht stattfinden. Auch in Europa gibt es Kreationisten, die gerne im Biologieunterricht die christliche Schöpfung gleichberechtigt mit der Evolutionstheorie gelehrt haben möchten – in der Schweiz ist sogar eine entsprechende Volksinitiative in Vorbereitung.

Falsifizierbarkeit

Eine wissenschaftliche Hypothese muss nicht vielen Ansprüchen genügen – ein Anspruch ist jedoch von zentraler Bedeutung. Die Hypothese muss falsifizierbar sein. Das heisst, es muss möglich sein, sie durch ein Experiment zu widerlegen, zu zeigen, dass sie falsch ist. Ansonsten macht es keinen Sinn, die Frage überhaupt wissenschaftlich zu behandeln! Ideen oder Hypothesen, die nicht falsifizierbar sind, mögen vielleicht philosophisch interessant sein – für die Wissenschaft sind sie schlicht nicht relevant.

Einige Beispiele für nicht-falsifizierbare Hypothesen wären:

– Wir leben alle in einer perfekten „Matrix“, einer künstlichen Realität.

– Der Topf mit Wasser braucht immer deutlich länger, bis er kocht, wenn ich zuschaue, aber nur, wenn dies niemand überprüft

– Es gibt unsichtbare Einhörner, die nie irgendwelche Spuren hinterlassen

– Es gibt eine geistige, feinstoffliche Welt, die unseren Messgeräten absolut nicht zugänglich ist

– Einige UFOs sind hochentwickelte ausserirdische Raumfahrzeuge

– Die Menschen wurden von hochentwickelten Aliens per Gentechnik intelligent gemacht

– Das Universum wurde von einer Gruppe Aliens, die ausserhalb von Raum und Zeit existieren, geschaffen

– Das Universum wurde in 6 Tagen von einem allmächtigen fliegenden Spaghettimonster geschaffen, das es so aussehen lässt, als ob die Welt eigentlich 13 Milliarden Jahre alt wäre

All diese Hypothesen haben etwas gemeinsam: man kann streng genommen nicht ausschliessen, dass es tatsächlich so ist, dass die Aussage korrekt ist. Aber man kann auch nicht zeigen, dass sie falsch sind. Die Überprüfung der Hypothese ist weder durch Experiment oder Beobachtung möglich. Damit ist sie ganz klar unwissenschaftlich (das heisst nicht: „zwingend falsch“ – bloss nicht durch wissenschaftliches Arbeiten beantwortbar). Und natürlich gehört das klassische ID (durch leichte Variation der letzten zwei Beispiele zu erreichen) auch in diese Liste. ID ist deshalb unwissenschaftlich.

Es hat einen guten Grund, dass man unwissenschaftliche Fragen nicht in der Schule behandelt. Wenn man ID zulässt, gibt es keinen Grund, nicht auch das fliegende Spaghettimonster, die UFOs und Einhörner in der Schule zu behandeln.

Die Evolutionstheorie hingegen, um gleich den häufigsten Einwand aufzunehmen, ist falsifizierbar: Ein Nashornskelett in Gesteinen der Kreidezeit, ein Wellensittichskelett im Perm, ein Känguru im Präkambrium (am besten noch mit einer passenden Altersdatierung) würde zeigen, dass unsere Vorstellung von Evolution falsch ist. Die Fossilien, die wir bisher gefunden haben, sagen es aber ganz deutlich: Es gab früher Tiere, die es heute nicht mehr gibt. Und es gibt heute Tiere, die es früher nicht gab (wobei ich jetzt nicht kleinere Veränderungen wie Körpergrösse und Länge von Stosszähnen etc meine, sondern ganz grundsätzlich: es gibt z.B. in der Saurierzeit keine känguru- oder affenähnlichen Tiere, nichts, was den Walen gleicht, kein Tier, das auch nur im entfernten so aussieht wie ein Elefant, etc).

Falsifizierbarkeit lässt sich auf eine einfache Frage reduzieren: [b]Was würde einen davon überzeugen, dass die Hypothese falsch ist?[/b] Ich kann ganz klar sagen, was mich davon überzeugen würde, dass die Evolution falsch ist. Ein ID-Anhänger kann das nicht, weil es nichts gibt, was ID widerlegen könnte. Und genau deshalb hat ID nichts mit Wissenschaft zu tun.

Irreduzierbare Komplexität

Wenn man als ID-Anhänger schon die Frage, was einen denn davon überzeugen würde, dass ID falsch ist, nicht beantworten kann, haben sie zumindest Argumente entwickelt, woran man denn erkennen könnte, dass ID zutreffend ist. Eines davon ist die von ihnen so genannte „Irreduzierbare Komplexität“. Gewisse biologische Systeme, sagen sie, sind so komplex, dass man kein Element daraus herausnehmen kann, ohne das Funktionieren des Ganzen zu zerstören. Ergo, sagen sie, können sich diese Systeme nur entweder rein zufällig und spontan in vollständiger Funktionsfähigkeit gebildet haben oder aber sie müssen geschaffen sein (wobei die erste Möglichkeit aufgrund von Wahrscheinlichkeitsüberlegungen verworfen wird). Illustriert wird das oft mit einer Mausefalle (von der man keine Komponente entfernen kann, ohne die Mausefalle selbst unbrauchbar zu machen), die sich unmöglich „zufällig“ entwickelt haben kann, sondern geschaffen wurde.

Tatsächlich spiegelt der Ausdruck „Irreduzierbare Komplexität“ lediglich unser Unwissen um die wahren Umstände, die zu dem biologischen System geführt haben. Da uns die Zwischenschritte fehlen, können wir gar nicht beurteilen, ob die vermeintliche „Irreduzierbare Komplexität“ durch eine Schöpfung entstanden ist, oder ob wir einfach zu dumm sind, um uns vorzustellen, wie sich das ganze System ohne Schöpfer hätte entwickeln können. Es könnte ja sein, dass früher einmal ein sehr viel einfacheres, weniger effizientes System existierte, das immer komplexer und dabei auch effizienter wurde. Teile, die einst als Optionen oder vielleicht sogar Ballast hinzukamen, wurden mit der Zeit unverzichtbar (in der Biologie wird das als „Exaption“ bezeichnet). „Irreduzierbare Komplexität“ sagt also nichts über das System selbst aus, sondern nur etwas über unser bisheriges Vorstellungsvermögen. Da wir nicht widerlegen können, dass wir vielleicht einfach zu dumm sind, um die „Reduzierbarkeit“ des Systems auf einen weniger komplexen, weniger effizienten Vorfahren zu zeigen, sind wir wieder bei der Falsifizierbarkeit.

Im Übrigen ist genau dies in den letzten Jahren mehrmals geschehen: ein biologisches System (wie das sogenannte Flagellum von Bakterien), von dem ID-Anhänger behauptet hatten, es sei „irreduzierbar komplex“, wurde in primitiveren, einfacheren, weniger effizienten Formen in anderen Bakterien beobachtet.

Irreducible Complexity proven to evolve

Mehr Details zum Thema „Irreduzierbare Komplexität“ gibt es hier:

Talkorigins: Übersichtsseite Irreduzierbare Komplexität

Unintelligent Design

Neben der Unwissenschaftlichkeit und unhaltbaren Argumenten dafür hat das „Intelligent Design“ noch einen weiteren Schönheitsfehler: Viele Lebewesen sind nicht besonders intelligent Designt… Oder anders gesagt, für ein so schlampiges Design sollte man einen allfälligen Schöpfer wohl verklagen.

Da ist zum Beispiel der „Vagus-Nerv“. Noch nie davon gehört? Einige mögen sich daran erinnern, dass George W. Bush im ersten Jahr seiner ersten Amtszeit beinahe an einer Bretzel „erstickt“ wäre – da war der Vagusnerv im Spiel. Dieser zieht sich vom Hirnstamm zum Herzen und weiter zu anderen inneren Organen, und gehört zum parasympathischen Nervensystem, das für die „Steuerung“ der inneren Organe verantwortlich ist. Auf dem Weg vom Kopf zum Herzen verläuft er stellenweise entlang der Speiseröhre, was – in seltenen Fällen – eine katastrophale Nebenwirkung haben kann: Verschluckt man sich, so dass genau dieser Nerv stimmuliert wird, führt die Stimulation dazu, dass die Herzfrequenz hinuntergefahren wird. Hält die Stimulation an, fällt die Herzfrequenz immer weiter bis zum Herzstillstand. Menschen können daran sterben – und tun es auch. Ich kenne selbst jemanden, der daran gestorben ist.

Wäre der menschliche Körper tatsächlich designt, müsste man fragen: welcher Idiot baut einen derart offensichtlichen „Fehler“ in den Körper ein? Es gibt keinen speziellen Grund, warum der Vagus-Nerv nicht gegen Stimulation isoliert oder von direktem Kontakt mit der Speiseröhre getrennt werden könnte. Die Positionierung dieses Nervs ist etwa so sinnvoll, wie wenn es im Innenraum eines Auto einen nicht näher bezeichneten Punkt gäbe, dessen beiläufiges und unabsichtliches Berühren das sofortige Ausschalten des Motors zur Folge hätte, selbst mitten auf der Autobahn. Ich glaube nicht, dass ein entsprechender „Designer“ eine Stelle in der Autoindustrie finden würde.

Aus evolutionärer Sicht gesehen spielt dieser „Designfehler“ keine grosse Rolle – so lange nur sehr wenige Menschen daran sterben, gibt es keinen ausgeprägten Selektionseffekt in Richtung eines besser isolierten Vagus-Nerves.

Ein zweites Beispiel für „unintelligentes Design“ am Menschen ist die [b]Geburt[/b]. Man stelle sich vor, das Entfernen eines Akkus aus einer Digitalkamera ginge folgendermassen von statten: Einige Stunden vor der eigentlichen Entfernung des Akkus würden im inneren der Kamera Chemikalien freigesetzt, welche die Akkuaussenhülle weich und geschmeidig machen sollen sowie die Öffnung des Akkuschubfaches weiten, damit sich der Akku dann besser rausquetschen lässt. Dann wird der Akku langsam aus der Kamera ausgepresst, wobei er stark verformt wird und die Möglichkeit besteht, dass er kaputt geht oder in seiner künftigen Benutzung stark eingeschränkt ist. Auch die Öffnung des Akkuschubfaches lässt sich danach nicht mehr richtig verschliessen, einige Kamerafunktionen in der Nähe der Öffnung können auch in Mitleidenschaft gezogen werden, so funktioniert vielleicht anschliessend das Fach für den Speicherchip nicht mehr richtig, und das USB-Kabel lässt sich nur noch gelegentlich anschliessen. Darüber hinaus ist die Belastung für die Kamera so gross, dass sie bei jedem Akkuwechsel kaputt gehen kann. Mal im Ernst: Wer würde eine solche Kamera kaufen? Ich denke, man würde von einem grauenhaften Design sprechen… doch genauso verhält es sich mit der menschlichen Geburt.

Biologische Systeme sind komplex und ineffizient, weil sie für überlebensnotwendige Anpassungen immer nur das zur Verfügung hatten, was bereits existierte und dabei nur geringe Modifikationen vorgenommen werden „durften“. Es gab nie die Möglichkeiten für ein Design auf dem „reinen Tisch“.

Wer sich also ein bisschen länger als nur oberflächlich mit dem „Intelligenten Design“ beschäftigt, muss schliessen, dass es kein solches Design gibt, oder aber, dass der allfällige Designer nicht besonders intelligent sein kann. Wenn dies die Privatmeinung von ausgebildeten und mündigen Erwachsenen ist: von mir aus. Menschen glauben die unglaublichsten Sachen. Aber auf keinen Fall würde ich wollen, dass meine Kinder dies in der Schule lernen müssen.

Da könnten wir ja gleich beim Spaghettimonster weitermachen.

50 Kommentare

  1. Und was willst du mir mit den Wikipedia-Zitaten zu Wissenschaft und Falsifizierbarkeit nun genau sagen?

    Die Frage, \“was den Urknall ausgelöst hat\“, ist für die Urknalltheorie gar nicht relevant. Die Aussagen, \“Neugierige Aliens haben den Urknall ausgelöst\“, \“ein fliegendes Spaghettimonster hat den Urknall ausgelöst\“, \“Der Urknall wurde von gar nichts ausgelöst\“ etc – die sind in der Tat nicht falsifizierbar. Die Urknalltheorie sagt aber – genau darum – auch gar nichts über den \“Auslöser\“ des Urknalls aus. Sie baut einzig und allein auf Beobachtungen und den daraus folgenden Schlüssen auf, wonach das Universum einst sehr viel dichter war, zumindest so dicht, dass die primordiale Nukleosynthese stattfinden konnte und rund 300000 Jahre später das Universum optisch transparent wurde. Das alles geschah vor etwa 13.7 Mrd Jahren. Da ist keine nicht-falsifizierbare Aussage, und die Urknalltheorie sagt auch nichts zu allfälligen Auslösern des Urknalls (es gibt Variationen davon, die den Urknall in ein grösseres \“Multiversum\“ einbetten – aber nur, wenn diese Variationen beobachtbare, falsifizierbare Aussagen machen, werden sie auch wissenschaftlich ernst genommen).

    Zu der Kunst in der Steinzeit hast du nicht gesagt, was daran nicht falsifizierbar sein soll. Erdmantel – ja, schön, ein Geografiebuch mit einem Fehler (kommt vor, öfters als man vielleicht denkt). Bloss, wieder: das hat nichts mit Falsifizierbarkeit zu tun. Die Aussage, der Erdmantel sei flüssig (oder eben nicht) ist auf jeden Fall falsifizierbar. Ich sehe also nicht, warum du dieses Beispiel bringen solltest. Dann auch wieder bei der Anthropologie: Ich gehe unten auf deine Fragen ein. Aber auch hier wieder: das hat nichts direkt mit Falsifizierbarkeit zu tun. Falsifizierbarkeit ist eine grundsätzliche Eigenschaft einer Aussage, unabhängig von deren Wahrheitsgehalt. Aus der Wikipedia zitieren ist gut und recht, aber man sollte vielleicht auch mal versuchen zu lesen und zu verstehen, was denn da wirklich steht!

    Zu deiner ersten Frage bzgl Anthropologie: Ja richtig, würden nur ganz bestimmte Menschen mit Deformitäten erhalten (welche Wahrscheinlichkeit hat dieses Szenario?), würden wir vielleicht von verschiedenen Spezies ausgehen – oder auch nicht. Ein Contergan-geschädigter Mensch ist klar nicht allein überlebensfähig, kann also keine eigene Spezies sein. Spezies unterscheiden sich, zudem, meist durch mehrere Merkmale, nicht nur eine abweichende Körpergrösse oder einen zusätzlichen Finger (letzteres wäre übrigens klar als Deformität erkennbar, weil alle Grossaffen, alle Hominiden sonst 5 Finger haben). Wenn du dir die Beschreibungen von, sagen wir, Homo Sapiens und Homo Neanderthalensis anschaust, dann unterscheiden sie sich – konsequent, über alle gefundenen Skelette hinweg – durch eine Vielzahl von unterschiedlich ausgeprägten Merkmalen, die über den ganzen Körper verteilt sind. Bei frühen Spezies, von denen wir nur ein einziges Skelett haben, kann man das natürlich nicht sagen. Anderseits gibt es unterdessen von vielen frühen Spezies mehrere Skelette, die untereinander ähnlich, aber gegenüber anderen verschieden sind.
    Zur zweiten Frage: Was ist deiner Meinung nach eine \“falsifizierbare Datenbasis\“? Eine Datenbasis ist eben das: eine Sammlung von Daten. Die ist nicht, kann nicht, muss nicht falsifizierbar sein. Nur die Interpretationen können falsifizierbar sein: und das ist kein grosses Problem. Eine falsifizierbare, aus der Datenbasis abgeleitete Aussage könnte z.B. sein, \“die Spezies Homo Habilis ist vor 1.2 Mio Jahren aus Ostafrika ausgewandert\“. Diese Aussage würde z.B. durch Funde von Homo Habilis Fossilien in, sagen wir, Thailand, mit einem Alter von 1.4 Mio Jahren falsifiziert. Einmal mehr bekomme ich den Eindruck, dass du Falsifizierbarkeit mit richtig und falsch verwechselst.
    Zur dritten Frage: Ich habe schon im Artikel geschrieben, dass künstliche, manipulierende Eingriffe in das Genom des Menschen (z.B. durch \“Von Däniken\“-sche Aliens) eine vermutlich nicht falsifizierbare Hypothese darstellen (sofern sie nicht spezielle, auffindbare Spuren hinterlassen). Wenn wir allerdings zwei ununterscheidbare Hypothesen haben (z.B. gerichtete oder ungerichtete Evolution), dann ist vermutlich die einfachere der beiden die richtigere, dh, die, die weniger Zusatzannahmen benötigt. Warum um alles in der Welt sollten wir – ohne jeglichen Beweis – davon ausgehen, dass irgendwelche Aliens am menschlichen Genom herumgedoktort haben?

  2. @Bynaus – nicht falsifizierbare Thesen:

    Urknall – Können wir nachweisen, was den Urknall ausgelöst hat und was nicht?

    Religion u. Kunst in der Steinzeit – Alles einen Frage der Interpretation.

    Erdmantel flüssig –Eckhard Grimmel – Kreisläufe der Erde: Eine Einführung in die Geographie (2004) – Seite 73 \“Anders als die flüssige Schmelze des Erdmantels scheinen die Gesteine des Erdkerns so stark verdichtet zu sein, dass sie sich trotz extrem hoher Temperaturen wiederum in einem festen Zustand befinden…\“
    Ich glaube die Geologen sollten mal die Geographen unter ihre Fittiche nehmen 😉

    Stammesgeschichte Mensch – Können wir folgende Fragen beantworten?

    Erstens:
    Wenn man sich die Knochenstruktur heute leben der Menschen ansieht und von den milliarden Exemplaren nur folgende auswählen würde:
    – durchschnittlicher Mensch
    – Contergan geschädigter Mensch
    – Kleinwüchsiger Mensch
    – Mensch mit Riesenwuchs
    – Mensch mit Schwanz
    – Mensch mit zusätzlichen Fingerknochen
    – u.s.w.
    Wie viele verschiedene Arten würden wir erkennen?

    Zweitens: Wie können wir anhand der geringen Datenbasis (sprich der wenigen oft unvollständigen Knochenfunde) eine \“falsifizierbare\“ Datenbasis aufbauen?
    Woher wissen wir den, dass ausgerechnet der gefundene Knochen dem Standard entsprach und nicht eine Abweichung darstellte?

    Drittens: Wie kann man anhand der geringen Datenbasis falsifizierbar nachweisen, dass die Entwicklung hin zum Menschen durch langwierige Selektionen entstand und nicht durch (mehr oder weniger) gezielte Mutation?

  3. @ Bynaus – Was ist Wissenschaft …

    Wissenschaft [griechisch epistéme, lateinisch scientia] – ursprünglich das systematische Ganze der Erkenntnis (Philosophie des Altertums und des Mittelalters). Mit der Ausbildung der neuzeitlichen Naturwissenschaften begann die Auflösung des universalen Wissenschaftsbegriffs zugunsten stärkerer Betonung der Einzelwissenschaften. Zugleich wurde die mathematisch-naturwissenschaftliche Methode Vorbild aller Wissenschaftlichkeit, der gegenüber im ausgehenden 19. Jahrhundert die Geisteswissenschaften die in ihrem Wesen liegende, andersartige Methodik geltend machten. (Quelle: wissen.de)

    Wissenschaftlichkeit heißt Methodik, Vorurteilsfreiheit, Wertfreiheit, Verifizierbarkeit und Verifikation jeder Aussage, Möglichkeit der Kritik sowie Intersubjektivität. (Quelle: wissen.de)

    In der Wissenschaftstheorie versteht man unter der Verifizierung einer Hypothese den Nachweis, dass diese Hypothese richtig ist. (Wikipedia)

    Falsifizierbarkeit – Im Rahmen des kritischen Rationalismus (K. Popper) wird argumentiert, dass es Verifikation nicht gibt. Allgemeine Gesetzesaussagen können nur wahr, aber unverifiziert sein, oder mit Beschreibungen von Sachverhalten, die der Aussage widersprechen, falsifiziert werden, sich also als ungültig herausstellen. Es wird nicht gefragt, wie man eine naturwissenschaftliche Theorie beweisen kann, sondern wie man herausfinden kann, ob und wo sie fehlerhaft ist, und was man tun sollte, wenn man einen Fehler gefunden hat. (Wikipedia)

    Fazit: Die Frage ist demnach nicht, wie man sicher beweisen kann, dass es eine übergeordnete Intelligenz gibt oder wie man sicher beweisen könnte, dass es sie nicht gibt. Sonder solange wir nicht beweisen können, dass die Hypothese Falsch ist – ist sie auch nicht Falsch. Was jedoch nicht bedeutet, dass sie zwangsläufig die Wahrheit sagt.

    Im Punkto Falsifizierbarkeit hat die Wissenschaft eine Philosophie aufgegriffen und diese zu einem Faktum erhoben (was bei Philosophischen Thesen – meiner Meinung nach – Quatsch ist, da Philosophische Thesen immer eine (mehr oder weniger) persönliche Sichtweise haben.

    Zitat Wikipedia: Popper beschreibt den Kritischen Rationalismus als Lebenseinstellung, „die zugibt, dass ich mich irren kann, dass du recht haben kannst und dass wir zusammen vielleicht der Wahrheit auf die Spur kommen werden“

  4. BTW, um noch auf deinen früheren Kommentar, gerichtet an Alex, zu antworten: Die Beispiele, die du für \“nicht falsifizierbare\“ Hypothesen anführst, sind gar keine:

    – \“Urknall\“: Hier gibt es natürlich ein riesiges Spektrum von verschiedenen Urknalltheorien und kosmologischen Modellen, wovon die meisten falsifizierbar sind, dh, sie machen spezifische (kritische) Voraussagen, die überprüft werden konnten. Eine generelle Voraussage aller Urknall-Theorien, auch der frühesten, war das Spektrum der Hintergrundstrahlung – das dann auch spektakulär bestätigt wurde.
    – \“Religion u. Kunst in der Steinzeit\“: Da man erwartet, dass Kunst (? Was ist mit Höhlenmalereien? Keine Kunst? Definiere Kunst…) und Religionen irgendwelche Artefakte zurücklassen (z.B. Gräber mit Grabbeigaben), ist auch diese Hypothese falsifizierbar. Verwechselst du Falsifizierbarkeit vielleicht mit der Frage, ob man schon unterstützende Belege für eine Hypothese gefunden hat?
    – \“Ich hab noch gelernt, dass der Erdmantel (komplett) flüssig ist\“: das war schon immer bekannt, sogar noch bevor die Plattentektonik sich durchgesetzt hat (denn die Erdbebenwellen, die Seismometer aufzeichnen, breiten sich nicht in Flüssigkeiten aus). Dein Geografielehrer war wohl einfach nicht richtig informiert (oder du hattest einen Fensterplatz 😉 ), was mehr über die Universitätsbildung aussagt als über Wissenschaft und Falsifizierbarkeit.
    – \“Stammesgeschichte Mensch\“: Was soll daran nicht falsifizierbar sein?

    Wie gesagt: du verwechselst, denke ich, Falsifizierbarkeit mit (vermeintlich?) ausstehenden Belegen. Falsifizierbarkeit ist jedoch viel grundsätzlicher: Ist es möglich, durch Beobachtungen und Experimente zu zeigen, dass eine Hypothese falsch ist? (da es einerseits beliebig viele unterstützende Beobachtungen geben kann, aber andernseits nur ein einziges wiedersprechendes Experiment nötig ist, um eine Hypothese zu entkräften, hat die Falsifizierung einen viel höheren erkenntnistheoretischen Wert als der \“Beweis\“).

  5. Wissenschaft = (verlässliches) \“Wissen schaffen\“. Symbolisch die aufrichtigste Antwort auf die Frage: Was können wir wirklich wissen über die Welt? Verlässliches Wissen, \“Erkenntnis\“, beruht auf Beobachtungen oder Experimenten, die (zumindest grundsätzlich) von anderen wiederholt und nachvollzogen werden können, und der logischen, rationalen Ableitung von Schlussfolgerungen aus diesen Beobachtungen. Oft folgt man in der Interpretation der Beobachtungen einem reduktionistischen Ansatz, leitet aus den Beobachtungen und Experimenten also generelle Zusammenhänge, \“Hypothesen\“ bzw später \“Theorien\“ ab. Diese können sich, mit wachsender Erkenntnis, neuen Beobachtungen und Experimenten, natürlich wandeln oder ganz verworfen werden. Um Einstein (mit einem Augenzwinkern) zu paraphrasieren: \“Experimente ohne Hypothesen sind lahm, Hypothesen ohne Experimente sind blind\“.

    Wer behauptet, bei ID handle es sich um Wissenschaft (bzw., um eine wissenschaftliche Hypothese), müsste also die Frage beantworten können: Welche Beobachtung, welches Experiment könnte die Hypothese des intelligenten Schöpfers zuverlässig wiederlegen? Wenn dieses nicht existiert, ist ID eben keine wissenschaftliche Hypothese, sondern einfach \“blind\“.

  6. Genau deshalb spreche ich im oberen Artikel (oder in meiner Antwort an erino unten) ja regelmässig auch von anderen potentiellen Schöpfern, wie etwa dem fliegenden Spaghettimonster.

    ID und Wissenschaft sollen sich gemäss dir \“ergänzen\“ – zu was? Zu einem vielleicht als vollständiger emfpundenen Weltbild, das aber zumindest teilweise (dieser Part fällt dann ID zu) auf Einbildung oder Wunschdenken basieren muss? Darauf kann ich gerne verzichten und kann – für mich – auch keinen Sinn dahinter erkennen. Wenn es für andere so stimmt und sie damit glücklich werden, umso besser – ich will das auch gar nicht kleinreden. Aber mit Wissenschaft hat das nichts zu tun.

  7. @Bynaus
    Danke für den Hinweis – Genau darauf wollte ich hinaus.

    Nicht jeder der von Intelligenz oder Gott spricht, meint den alten Herrn mit Rauschebart.

    Es ist Schade das in Punkto ID immer nur die Kreationisten genannt werden, dabei reicht das Konzept – hinter allem steckt eine Intelligenz- bis weit in die Anfänge der Wissenschaft zurück.

    Nur weil manche Vorstellungskraft sich weigert eine nicht personifizierte Intelligenz anzunehmen (und sie mit Bilder wie Gott, Shiva, Mutter Natur oder dem Spagettimonster zu besetzt), muss man dies nicht auf die ID anwenden.

    ID und Wissenschaft haben in meinen Augen das Potential sich zu ergänzen (und nicht zu ersetzen).

  8. @Parneb: Du weisst schon, dass Einstein Agnostiker war und nicht an einen \“persönlichen\“ Gott glaubte? Das Wort \“Gott\“, wie er es verwendet, ist mehr ein Symbol.

    \“My position concerning God is that of an agnostic. I am convinced that a vivid consciousness of the primary importance of moral principles for the betterment and ennoblement of life does not need the idea of a law-giver, especially a law-giver who works on the basis of reward and punishment.\“ Einstein, 1950.

    Er war sich aber bewusst, dass er ständig von Leuten mit religiösem Hintergrund vereinnahmt wurde, und hat das auch oft genug klarstellen müssen: \“It was, of course, a lie what you read about my religious convictions, a lie which is being systematically repeated. I do not believe in a personal God and I have never denied this but have expressed it clearly. If something is in me which can be called religious then it is the unbounded admiration for the structure of the world so far as our science can reveal it.\“ Einstein, 1954.

    Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein\’s_religious_views

  9. Weil wir viele andere Faustkeile kennen, die man oft auch zusammen mit anderen menschlichen Artefakten gefunden hat (z.B. in Höhlen, zusammen mit Überresten von Tieren oder anderen Werkzeugen, etc.), das heisst wir wissen, dass frühe Menschen unter anderem auch Faustkeile hergestellt haben. Wir sehen dieselbe Faustkeil-Fertigungstechnik an vielen verschiedenen Orten, ein Hinweis darauf, dass sie breit angewandt und von anderen gelernt wurde. Wir finden die Faustkeile in grosser Zahl. Die Hypothese eines \“künstlichen Ursprungs\“ ist hier überprüfbar, reproduzierbar und hat (sozusagen als Bonus) sogar einen durch uns nachvollziehbaren Hintergrund (wie wurden die Artefakte genau gefertigt, wozu dienten sie etc.).

    Geht es hingegen um das Universum, ist die Hypothese eines künstlichen Ursprungs nicht falsifizierbar (vor allem wenn sie dann noch mit \“der künstliche Erschaffer wollte nicht als solcher erkannt werden\“ immunisiert wird). Oder kannst du mir sagen, welche naturwissenschaftliche Beobachtung dich davon überzeugen würde, dass es keinen solchen Schöpfer gibt? Da sie nicht falsifizierbar ist, kann man die Frage nicht mit Experimenten oder durch Beobachtung beantworten. Mag ja vielleicht sein (ich persönlich halte das für Humbug), dass das Universum von experimentierfreudigen Aliens, dem Samichlaus, dem Hindu-Gott Shiva oder dem fliegenden Spaghettimonster geschaffen wurde: Es ist schlicht keine naturwissenschaftlich beantwortbare Frage. Es ist keine wissenschaftliche Hypothese, wie die ID-Anhänger gerne behaupten (deren Ziel ja letztlich war, ihren Kreationismus mit einem schein-wissenschaftlichen Mäntelchen in die Schulen einzuschleusen).

  10. Albert Einstein:
    \“Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.\“
    \“Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind.\“

  11. In meiner Berufsausbildung waren wir in einem Naturkundemuseum. Bei einem Faustkeil erläuterte die Musemsführerin das Objekt. Abschliessend sagte sie in etwa folgenden Satz: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Kratz- und Schleifspuren am Stein nicht durch Zufall entstanden sein können. Jemand muss diesen Stein gezielt als Werkzeug hergestellt und benutzt haben.“ Wenn wir schon bei einem Faustkeil darauf schliessen, dass dies mal als Werkzeug gedient haben muss und seine Form und Kerben nicht zufällig entstanden sind, wieso kommen wir dann bei der Welt nicht auf den gleichen Schluss? Wieso kann man dies nicht miteinander vergleichen?

  12. @Alex
    Wie schon erwähnt kann man Hypothesen (Behauptungen) nur aufstellen jedoch nicht unterrichten.
    Zudem wäre unser Unterricht sehr viel ärmer, wenn in der Schule nicht auch Thesen (Wissenschaftliche Lehrsätze) gelehrt würden, die zumindest nach dem aktuellen Stand der Technik/ Wissenschaft/ Vorstellungskraft noch nicht falsifizierbar sind (Astronomie (Urknalltheorie), Geschichte (Religion u. Kunst in der Steinzeit), Geographie (Ich hab noch gelernt, dass der Erdmantel (komplett) flüssig ist), Biologie (Stammesgeschichte Mensch etc. …) u.v.a.m. Ach ja, und von den Geistewissenschaften könnten wir uns auch gleich verabschieden.

    Im übrigen war es die Suche nach dem Schöpfer, die die Wissenschaft überhaupt erst entstehen lies.

    Gruß Parneb

  13. @Parneb: es ist doch völlig gleichgültig als was man ID bezeichnet; soll es wissenschaftlich ernst genommen werden muß es falsifizierbar sein und im Einklang mit realen Beobachtungen.
    Ansonsten könnte man ja pauschal jede Hypothese an den Schulen unterrichten – daß hinterm Mond Heinzelmännchen wohnen, daß Galaxien nur weit entfernte Badewannenstrudel sind und im Innern der Erde ein Dämon namens Egon wohnt.

    ID kann insofern auch gar nicht von den Kreationisten mißbraucht werden: sie stehen vor dem Problem, das ausnahmslos jeder hätte, der ID als ernstzunehmende Theorie verteidigen will. Das liegt ganz einfach daran, daß ID an und für sich nicht wissenschaftlich ist.
    Hat ein Schöpfer die Welt so geschaffen wie er sie will, können wir keine Rückschlüsse aus Beobachtungen von dieser Welt ziehen, höchstens auf den Geisteszustand dieses Schöpfers. Und bei der inhärenten Brutalität der Natur macht dieser Geisteszustand alles andere als einen guten Eindruck… da ist die Annahme, daß es eben keinen bewußt handelnden Schöpfer gibt sehr viel angenehmer – als Annahme über die welt an sich und hinsichtlich des erreichbaren Wissensgewinns über die Welt.

  14. Leider wird das Konzept ID von den Kreationisten missbraucht. Was ich persönlich sehr schade finde, denn allein den Ansatz – Steckt hinter dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest eine Intelligenz? – eine interessante Frage ist. Die Antwort liefert (wenn überhaubt) die Zukunft.

    Übrigens:
    Eine Hypothese ist schlicht und einfach eine Behauptung – nicht mehr und nicht weniger. Und als solche muss sie keineswegs falsifizierbar sein. Nicht zu verwechseln mit der These (wissenschaftlich zu beweisende Behauptung bzw. Leitsatz).

    Und noch ein Zitat zum Schluss:
    \“Was für den einen Unfug sein mag, ist für den anderen Wissenschaft und für einen dritten Religion.\“ M.-W. Bonanno: Der Fremde vom Himmel, S.247

  15. Die offensichtlichste Frage, die man Anhängern des ID stellen muss ist: Wer designte den Designer, bzw woraus schöpft sich seine Intelligenz?

    Spätestens ab hier kann man nicht mehr mit dem, was wir wissen und beweisen können, argumentieren.

  16. ID und Kreationismus gehören für mich auch in die Ecke der Religionen. Und Religionen gehören abgeschafft. Frag mich immer wieder, was das in unserer Zeit noch zu suchen hat. Ist aber ein anderes Thema.

    Es gab einmal ein par Menschen, die sich Gedanken um das Leben gemacht haben. Da sie sich auch logisch mit diesem Thema auseinander gesetzt haben, ist ihnen auch nicht in den Sinn gekommen, das es einfach aus dem Himmel gefallen ist. Es muss also alles einmal klein und einfach angefangen haben. Und der Prozess von klein und einfach, hinzu vielfältig und komplex, nennt man Evolution. Für einige Menschen heutzutage unvorstellbar. „Häää … Entwiklung, wad is dad denn?“ Das sie selber sich aus einer einzigen Zelle entwickelt haben, empfinden sie als Gotteslästerung. Sie, die nach dem Antlitz des einzig wahren erschaffen wurden. Aber auch hier werde ich wider abschweifend. …

    Der Prozess der Evolution als solches, ist doch unumstritten. Nur die Einzelheiten, oder der Auslösen sind Stand heutiger Forschung, so wie ich das mitbekommen habe.

  17. Angesichts der schwierigen Umstände (und ohne Zeitmaschine) werden wir vielleicht nie viel mehr haben als wir heute schon haben: einigermassen plausible Hypothesen zur Entstehung des Lebens.

  18. Ich wollte darauf hinaus: Die Wissenschaft hat bisher keine plausible Erklärung für die Entstehung des Lebens, auch wenn die danach folgende Evolution ein Faktum ist. Das diese immense Wissenslücke wilde Hypothesen anzieht,ist daher verständlich.

  19. Ich sehe langsam nicht mehr, worauf du eigentlich hinaus willst, und wo der Zusammenhang zum Intelligent Design (das Thema das Artikels, den du kommentierst) sein soll.

    Wenn du dich im Detail mit der Russel-Martin-Hypothese auseinander setzt, dann siehst du auch, wie das Problem DNA/DNA Expression gelöst wird (bzw, wie der Vorschlag in der Hypothese lautet).

    Dass wir die Entwicklung eines Embryos nicht exakt vorhersagen können, hat eher mit der hohen Anzahl an Faktoren sowie wohl auch mit der Quantenunschärfe zu tun als mit einer grundsätzlichen, irgendwie übernatürlich motivierten Unmöglichkeit.

  20. Was ich mit dem Meer und dem Wal sagen wollte:
    Hier versagte die \“kartesische\“ (Rene Descartes) Methode,
    das Ganze zu erklären, indem man es in seine Teile zerlegt-
    selbst bei genauester Kenntnis von Ort, Masse und Impuls jedes Teilchens in einem Embryo könnte man nicht vorhersagen, dass er sich zu einem ausgewachsenen Tier entwickelt.

  21. Jedes System strebt den energiärmsten Zustand an-hier Kohlendioxid und Wasser. Nahezu alle biochemischen Reaktionen brauchen Aktivierungsenergie, die ohne ein vorhandenes biologisches System nicht geliefert werden kann.
    Es ist deshalb auch extrem unwahrscheinlich, dass Biomoleküle Selbstreplikation hervorbringen. Die DNA braucht zu ihrer Vervielfältigung einen Teil des Proteoms, für das sie codiert, und einen weiteren zur Expression dieser Minimalausstattung. Auch wenn das Leben vielleicht bei kleineren Nukleotidketten begann, das Grundproblem bleibt.

  22. Du lässt einfach die vielen wichtigen Zwischenschritte aus, die von jenem \“sterilen\“ Meer mit komplizierten Biomolekülen zum Blauwal geführt haben. Biomoleküle bringen Selbstreplikation hervor. Selbstreplikation bringt Einzeller hervor. Einzeller erfinden Photosynthese. Autotrophe und alliotrophe Lebensweise entwickeln sich. Mehrzeller folgen. Und schliesslich der Blauwal, der Plankton frisst, das die in seinen biomolekülen gespeicherte Energie aus der Photosynthese mit Sonnenlicht bezieht.

  23. Gut, von Physik habe ich keine Ahnung,Thermodynamik ist auch etwas anderes als Wärmelehre, wie ich festgeystellt habe. Aber es ist doch eigenartig, dass die Energie der Sonne gleichmäßig auf das Meer scheint und sich \“von selbst\“ im Fett des Blauwals konzentriert. In einem sterilen Gemisch aus Salzwasser und selbst komplizierten Biomolekülen wie DNA, würde das nie passieren, solange nicht die emergenten Kräfte des Lebens wirken.

  24. So ist es: Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik kann nur in abgeschlossenen Systemen angewandt werden. Die Erde ist alles andere als ein abgeschlossenes System (das Sonnensystem als ganzes ist eines, annähernd, wobei man natürlich die kosmische Strahlung auch nicht vernachlässigen darf).

    \“Information\“ existiert nur, wenn etwas da ist, was sie als solche interpretieren kann – sonst ist sie nur weisses Rauschen. Wer Sterne als einzig zulässige Informationspakte ansieht, wird die Bildung von Sternen als Erhöhung des Informationsgehaltes des Universums interpretieren. Wer nur Buchstaben als Information betrachtet, sieht zusätzliche Bücher als Erhöhung des Informationsgehalts des Universums an. Wer weder Sterne noch Bücher als Information betrachtet, sieht in beiden Fällen nur weisses Rauschen – für ihn bleibt der Informationsgehalt des Universums gleich.

  25. Falsch, Leben verstößt nicht gegen den zweiten Hauptsatz der Wärmelehre: es funktioniert ganz genau so wie ein Katalysator und nach jedem Arbeitsprozeß ist das Gesamtsystem wärmer als vorher.

  26. also, was beobachten wir? sämtliches Leben hat höchstwahrscheinlich den gleichen Ursprung(Codierung der Proteine durch 4 Nukleinbasen), und es verstößt gegen den zweiten Hauptsatz der Wärmelehre: Die Entropie kann in biologischen, zusammen mit ihrer Umgebung betrachteten(der Atmosphäre) Systemen abnehmen, nichts anderes machen wir uns bei der Verbrennung von Kohle und Öl zu Nutze.
    Zudem bringt das Leben neue Information in die Welt: Aus Kalium- und Natriumkonzentrationsunterschieden im Gehirn eines Schriftstellers wird ein Roman.
    Ich denke also der Schöpfung des Lebens liegt ein grundlegendes Prinzip zu Grunde: Alles fließt.
    Vielleicht ist die Schöpfung selbstorganisierender, sich fortpflanzender Strukturen auf größeren Zeitskalen als dem noch sehr jungen Alters des Universums durchaus nichts Ungewöhnliches.

  27. \“Intelligent Design\“ (ID), … ach ja, da war ja noch was.

    Also ich kenn mich mit ID und deren Ansichten nicht aus, außer das irgend ein intelligenter Schöpfer alles erschaffen haben soll. Wobei ich mich hier immer frage. Wer hat denn den Schöpfer erschaffen? Alle diese Weltansichten, oder Religionen haben das gleiche Schema. Und üben auf mir den Eindruck, das sich die Menschen, wegen Unwissenheit vor komplizierten Fragen drücken, aber dennoch alles erklären wollen. Natürlich steht der Mensch immer, in jeder Hinsicht, im Mittelpunkt solcher Ansichten.

    Bemerkenswerter weise, so muss ich heute feststellen, bin ich ohne jeglichen Einfluss von Religion aufgewachsen. Mir hat man nicht von Anfang an eingetrichtert, an was ich glauben soll. Ich wurde nicht getauft, noch hatte ich eine Kommunion, oder eine Konfirmation. Mit Religion wurde ich erst in der 10 Klasse konfrontiert. Die Fragen in meiner Kindheit wurden mit drei verschiedenen Antwortarten beantwortet. Welche die ich verstand, welche die ich nicht verstand, oder mit \“ich was das auch nicht\“. Auf jeden fall nicht mit, \“Gott hat es so gewollt\“. Denn das ist in meinen Augen eine billige Ausrede, um nicht unwissend dazustehen.

    Ich erkläre mir das ID aus folgenden Gründen heraus. Da gibt es gewisse Menschen die zu faul sind, oder es nicht können, die Dinge objektiv zu betrachten und zu analysieren. Aber sich gerne als Wissensperson zeigen, so denken sie sich einfache Antworten für jede Frage aus. Ob es nun der Realität entspricht, spielt hingegen keine Rolle Die Menschen müssen nur überzeugt werden. Das macht man in dem man ihnen Antworten, auf komplexen und schweren Fragen, gibt, die sie gerne hören wollen. Das nimmt ihnen die Last der großen Fragen wie: Wo komm ich her? Wie ist alles entstanden? Und warum? Sie können, ohne sich weiter darüber Gedanken zu machen, entspannt den Alltag widmen. In dem sie sich aufgeklärt fühlen, da sie sich ja die einfachen Antworten merken können. Mann könnte fast neidisch auf solche Leute sein, die sich das Leben so einfach machen. Unsereins schlägt sich fast täglich mit den großen Fragen rum und weiß demnach auch, das sie höchst wahrscheinlich unbeantwortet bleiben.

    Evolutionstheorie und ID:
    Menschen, die ihr Leben der Forschung gewidmet haben. Sie sind um die Welt gereist, haben Ausgrabungen gemacht, sich in Lektüren vertieft, mit anderen Kollegen auf der ganzen Welt zusammengesetzt und Erkenntnisse ausgetauscht. Müssen sich doch irgendwie veräppelt vorkommen, wenn sie hören, das ID mit der Evolutionstheorie auf gleicher Stufe stehen soll. Dabei hat ID überhabt nichts mit wissen zu tun. Die Wissenschaft, oder die Forschung besteht zum größten Teil darin, die eigenen Theorien, durch Experimente und Beobachtungen, zu zerschlagen. Solange das nicht gelingt, wird die Theorie als Wahr betrachtet. Ich glaub so was nennt man \“Selbstkritische Forschung\“. Einige mögen es kaum glauben aber, die Technologien die wir heute nutzen basieren alle auf den Theorien, die durch die \“Selbstkritische Forschung\“ bestanden haben. Anhänger religiöser Gruppen benutzen Technologien, die aus der Wissenschaft entsprungen sind, die sie als Lüge deklarieren, ohne darüber nachzudenken.

    Das Gefahrenpotential solcher Ansichten, sei es jetzt ID, oder eine andere Religion, sind nicht zu vernachlässigen. Wenn sich das weiter durch setzt, werden die Menschen vergessen wie die Dinge wirklich laufen und sich dem nach zurück entwickeln. Um einiges gefährlicher sind extreme Glaubensrichtungen, die solch Vernatische Ansichten haben, wo sich der normale Menschenverstand schon längst abgeschaltet hat. Eine Welt indem es die Technik möglich macht, ein so hohes Zerstörungspotential zu entfesseln. In der parallel dazu Menschen leben, die aufgrund ihres Vernatischen Glaubens, denken sie kommen, nach dem Märtyrertod mit vielen Opfern, in den Himmel. Ist eine verdammt ungünstige Konstellation.

    So, das war’s denn schon von mir und beende meinen post mit folgendem Satz:
    \“Die Überzeugung ist der Wahrheit größter Feind\“

  28. \“Plants usually convert light into chemical energy with a photosynthetic efficiency of 3-6%. Actual plants\‘ photosynthetic efficiency varies with the frequency of the light being converted, light intensity, temperature and proportion of carbon dioxide in the atmosphere, and can vary from 0.1% to 8%. By comparison, solar panels convert light into electric energy at a photosynthetic efficiency of approximately 6-20% for mass-produced panels, and up to 41% in a research laboratory.\“ Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Photosynthesis#Efficiency

    Zum \“reinen Tisch\“: Wie gesagt, mir geht es bloss darum, dass der Mensch (und jede andere natürlich entwickelte Tierart) jede Menge evolutionären Ballast mit sich herumträgt, den er nicht wirklich braucht, sondern der nur stört und in Einzelfällen sogar gefährlich ist. Ich habe dieses Argument aufgebracht, weil ich damit illustrieren will, dass der Mensch nicht das Produkt von intelligentem Design sein kann – kein wirklich intelligenter Designer würde den Vagus-Nerv so verlaufen lassen (dass er an sich eine Funktion hat, steht ausser Frage). Auf dem \“reinen Tisch\“ macht man keine solchen Design-Fehler… Den von dir angesprochenen \“Schöpfergeist\“ gibt es offenbar nicht.

  29. Die Effizienz von pflanzlicher Photosynthese ist wesentlich größer als die der heutigen Fotovoltaik, ganz abgesehen von der Leistung einzelliger phototropher Organismen!

    Zum Ansatz \’reiner Tisch\‘:
    \“Die Natur ist diese Wege nie gegangen…\“

    Ist sie doch und tut es offensichtlich noch immer, aber nicht in einer spezifischen Lebensform. Du würdest gern auf \“evolutionären Ballast*\“ verzichten, aber die eierlegende Wollmilchsau würde wesentlich mehr Anpassungen mit sich herumtragen/unterhalten müssen, als ihr in der jeweiligen spezifischen Umgebung nützen würden. Vielleicht ist es garnicht so klug, alles auf eine Spezies zu setzen?

    Ich lasse mich gern als agnostischen Pantheisten bezeichnen, der aber mit ID nix am Hut hat. Oder vielleicht doch? Mir fällt es bei einigen Gedankenspielen immer schwer übergeorneten Schöpfergeist und Schöpfung zu trennen. Kann es nicht sein dass sich das universelle Bewusstsein selbt durch die ihm innewohnende Evolution entwickelt? Nicht falsifizierbar – sorry, bin abgeschweift. 😉

    *auch wieder ein sehr interessantes Thema. Der Vagus-Nerv ist übrigens garnicht so nutzlos, also ich würde lieber auf die kleinen finger oder seperaten Zehen an den Füßen verzichten… Naja, das ließe sich auch in alle erdenklichen Richtungen weiter spinnen. Vielleicht ist auch das was wir als menschliche Intelligenz hoch schätzen nur eine vorrübergehende Laune der Natur, die nur der Diversität und so der Natur an sich schadet. Aber das könnte uns in absehbarer Zeit nur das Spaghettimonster verraten.

  30. Danke für das Lob und das Interesse!

    Es ging mir beim Vergleich mit der Kamera nicht um den funktionalen Vergleich, bloss darum, dass die Geburt eines Menschen ein extrem kompliziertes und gefährliches Unterfangen ist – wäre der tatsächlich Mensch designt (wie eine Kamera), sähe das Öffnen des Menschen und das anschliessende Entfernen eines sich im Inneren befindlichen Objekts (wie eben ein Kind bzw. ein Akku) ganz anders aus – nicht unähnlich einem Akkuschubfach.

    Biologische Systeme sind gut darin, einer ganzen Reihe von Ansprüchen genügen zu müssen, was dann auch meistens gelingt, aber mit einer relativ geringen Effizienz. Geräte hingegen werden für einen bestimmten Zweck designt und sind, genau für diesen Zweck, sehr viel effizienter als biologische Systeme (eben weil sie nicht so vielen Ansprüchen genügen müssen). Nimm z.B. eine Solarzelle: sie kann Sonnenlicht sehr viel effizienter in speicherbare Energie umwandeln als es eine Pflanze vermag. Aber auf der anderen Seite muss eine Solarzelle auch nicht wachsen, Schädlinge bekämpfen, Nährstoffe aufnehmen, etc.

    Mit \“reinem Tisch\“ meine folgendes: müssten wir einen Menschen entwerfen bzw \“designen\“ (was wir heute mangels Nanomechanosynthese / Nanobots – die den \“Zellen\“ entsprechen natürlich nicht können), würden wir vermutlich vieles anders machen, weil wir keinen evolutionären Ballast mitschleppen müssen. Niemand käme auf die Idee, sowas wie den Vagus-Nerv oder den Blinddarm einzubauen. Wir würden gefährdete Körperpartien besser schützen (z.B. mit Kevlar), wir würden vielleicht die Möglichkeit einbauen, dass sich der Mensch auch von nuklearen Brennstoffen ernähren kann (einmal alle 100 Jahre essen müssen, oder so…). Das optische und akkustische Spektrum liesse sich erweitern. Für die Reproduktion würde man bessere, sicherere Prozesse erfinden. Der Fantasie sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt. Die Natur ist diese Wege nie gegangen, aus Zufall nicht, oder weil sie sich in einer reproduktionsdominierten Umwelt nicht ausgezahlt hätten.

  31. Werter Bynaus,
    bin ein regelmäßiger Leser deiner Artikel, großen Dank dafür!
    Meine Kritik an diesem Artikel sind die in meinen Augen schlecht gewälten Beispiele. Insbesondere der Vergleich zwischen Akkuwechsel und Geburt ist Unsinn. Das Auswerfen eines aufgebrauchten Energiespeichers klappt auch bei den meisten Menschen reibungslos. In einem direkten Detailvergleich würde eher der künstliche Mechanismus der Kamera an Punkten verlieren, aber das spare ich uns.

    \’Biologische Systeme sind komplex und ineffizient, weil sie für überlebensnotwendige Anpassungen immer nur das zur Verfügung hatten, was bereits existierte und dabei nur geringe Modifikationen vorgenommen werden \“durften\“.\‘ Wundert mich soetwas zu hier lesen. Ich kenne jedenfalls nichts effizienteres als biologische Systeme.

    \’Es gab nie die Möglichkeiten für ein Design auf dem \“reinen Tisch\“.\‘ Ein interessanter Gedanke, was oder welche Situation würdest du unter dem \“reinen Tisch\“ verstehen?

    Ansonsten freu ich mich auf die Kommenden Artikel! – Grüße

  32. Danke für diesen Beitrag, und ich stimme den Aussagen prinzipiell zu.

    ABER: Das hat alles nicht direkt mit \“Intelligent Design\“ zu tun, um das es im Artikel geht. Es geht mir in obigem Artikel v.a. darum, zu zeigen, dass die Idee des \“Intelligent Design\“ weder besonders wissenschaftlich noch logisch, noch mit unseren Beobachtungen vereinbar ist – und nicht darum, die Evolutionstheorie irgendwie zu verteidigen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

    Dieser Gegensatz (\“entweder Evolutionstheorie ODER Intelligent Design\“) wird ja von Kreationisten oft hervorgehoben, als ob \“Intelligent Design\“ automatisch richtig würde, wenn sich unsere Vorstellungen über Evolution als falsch herausstellen würden. Wir wir aber alle wissen, ist nicht automatisch Ostern, wenn nicht Weihnachten ist. Ich werde den Text aber trotzdem stehen lassen, im Sinn einer Ausnahme.

  33. Darwin und (Wallace) hatten im Prinzip mit ihrer Theorie vermutlich recht, und die moderne Erweiterung des Darwinismus im Sinne der „synthetischen“ Evolutionstheorie hat unser Verständnis der Evolution enorm verbessert. Das sollte aber nicht bedeuten, daß der Darwinismus nicht noch weiterentwickelt und präzisiert werden könnte. Der Darwinismus ist eine auf den ersten Blick plausible und in ihren Grundaussagen „einfache“ Theorie, in Wirklichkeit ist sie aber intellektuell außerordentlich anspruchsvoll und in gewisser Weise komplizierter oder zumindest komplexer als so manche physikalische Theorie. ID ist aber eine völlig verfehlte Konzeption.

    Nur einige flüchtige Anmerkung zur Biologie allgemein.

    Es ist schwierig, die Möglichkeit der Wissenschaft theoretisch zu begreifen, aber Falsifizierbarkeit ist zweifellos eines der wichtigsten Kriterien, um wissenschaftliche von „metaphysischen“ Aussagen abzugrenzen. Philosophie der Biologie ist ein Kapitel für sich. Es gibt offenbar Unterschiede zwischen der Biologie und den sogenannten „exakten“ Naturwissenschaften wie Chemie und Physik. Der Altmeister der Evolutionsbiologie Ernst Mayr (1904-2005) hat sich intensiv mit der Philosophie der Biologie beschäftigt. Nicht allen seinen Ansichten kann man zustimmen, doch folgende Gedanken sind zumindest interessant:

    „Die Biologie ist eine Naturwissenschaft wie Physik und Chemie, und doch ist sie in vieler Hinsicht anders als diese so genannten exakten Wissenschaften. Ihre Sonderstellung liegt darin begründet, daß Lebewesen eine doppelte Kausalität auszeichnet: Für sie gelten einerseits die Gesetze der Physik, doch erschließen sich gerade ihre Eigentümlichkeiten wie Evolution und Anpassung erst durch eine historische Analyse. Hierdurch verbindet die Biologie in einzigartiger Weise Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften, so daß ihr eine Schlüsselstellung für die Philosophie zukommt. Im Folgenden wird die Entwicklung der Biologie nachgezeichnet, insbesondere ihre Abkehr von Irrlehren (Vitalismus, Essentialismus, Teleologie) und ihre Lösung von einem physikalistischen Weltbild. Die Autonomie der Biologie gründet sich auf Besonderheiten, denen nicht durch Gesetze, sondern durch Konzepte [Populationsdenken, Evolution, Auslese] adäquat Rechnung getragen wird (…)
    Die Evolutionsbiologie ist eine HISTORISCHE WISSENSCHAFT. Sie unterscheidet sich in ihrem begrifflichen Rahmen und ihrer Methodik deutlich von den exakten Naturwissenschaften. Sie beschäftigt sich weitgehend mit einzigartigen Phänomenen wie etwa dem Aussterben der Dinosaurier, dem Ursprung des Menschen, der Entstehung evolutionärer Neuheiten, der Erklärung evolutionärer Tendenzen und der Geschwindigkeit von Evolution sowie der Erklärung organischer Vielfalt. Die Evolutionsbiologie versucht, Antworten auf Warum-Fragen zu geben. Experimente sind gewöhnlich nicht geeignet, um Fragen nach der Evolution zu beantworten. Wir können kein Experiment zum Aussterben der Dinosaurier oder zur Menschwerdung durchführen. Aber es steht uns eine bemerkenswerte heuristische Methode zur Verfügung, die der historischen Rekonstruktion (HISTORICAL NARRATIVES). So wie man in der Theoriebildung mit einer Annahme beginnt, die man sorgfältig auf ihre Gültigkeit überprüft, so konstruiert man in der Evolutionsbiologie ein Szenario, eine historische Schilderung, die man auf ihre Erklärungskraft hin prüft (…) Die historische Rekonstruktion ist zweifelsohne eine Methodik der historischen Wissenschaften. Tatsächlich steht die Evolutionsbiologie als Wissenschaft in vielerlei Hinsicht den Geisteswissenschaften näher als den Naturwissenschaften. Würde man eine Grenze zwischen den exakten Wissenschaften und den Geisteswissenschaften ziehen, so würde sie mitten durch die Biologie verlaufen. Die Funktionsbiologie müßte den Naturwissenschaften zugeordnet werden, während die Evolutionsbiologie unter die Geisteswissenschaften fiele. Dies zeigt übrigens die Anfechtbarkeit der althergebrachten Klassifizierung der Wissenschaften. Diese Klassifizierung wurde von Philosophen vorgenommen, die mit den physikalischen Wissenschaften und den Geisteswissenschaften vertraut waren, die aber die Existenz der Biologie völlig ignorierten.“

  34. Hi
    Also erstmal, ich bin grundsätzlich Ignostiker.
    Und die Evolutionstheorie ziehe ich der ID ganz klar vor!
    sowohl aus persönlicher Überzeugung, aus wissenschaftlichen Kriterien (Falsizierbarkeit) und auch weil es wieder in das allgemeine Religionsschema passt -> Die Religion geht so weit zurück, dass sie gerade dort ansetzt, wo die Wissenschaft keine Antworten mehr liefern kann. Kommen irgendwann die Antworten, macht die Religion noch einen Schritt zurück.

    Allerdings finde ich darf man ruhig über ID sprechen und finde auch, dass es durchaus Dinge gibt, die nach Design \“riechen\“. Damit meine ich jetzt vor allem die Umgebung (Der Raum) und die Grundvoraussetzungen (z. B. die 4 Naturkräfte). Man nehme nur die Quantenmechanik, in der es eine minimale Länge gibt, die nicht unterbrochen werden kann und ein Objekt wenn es vom einten Ort zu einem genau diese Länge entfernten anderen Ort geht es den Weg mit Überlichtgeschwindigkeit nimmt (-> oder anders gesagt in dem Moment in dem es den ersten Ort verlassen hat ist es am zweiten Ort). ( Hoffe das stimmt wenigstens Ansatzweise;) – ist schon lange her ) -> Also eine Aufteilung in kleinste mögliche Aufenthaltspunkte, eine Art Raster die an Pixel erinnert.

    Interessant wäre deshalb vielleicht auch mal eine Version, in der die Entstehung des Universums, die Evolution, etc aus dem ID hervor geht. (Also der Designer hat den Raum und die Kräfte geschaffen und dann das System gestartet).
    Ein Gedankenspeil, dass sicher auch Douglas Adams gefallen hätte 😉 Aber nicht wirklich meiner persönlichen Überzeugung entspricht.

    Oder, um jetzt doch die Evolution \“an zu greiffen\“. Unsere DNA ist der Bauplan für unseren Körper. Diese gleicht einfach sehr stark einer Programmier- oder besser gesagt Beschreibungssprache und ist wie geschaffen für einen wie auch immer gearteten Designer. Wir werden ja gerade selbst zu Designern in dem wir immer mehr mit DNA-Manipulationen herum spielen und völlig neue Eigenschaften entwickeln.
    Ich weiss echt zu wenig über DNA um zu wissen, wieso sie so ist wie sie ist. Vielleicht kann mir ja hier jemand ein bisschen weiter Helfen: Wieso sieht DNA wie gemacht für einen Designer aus?

    Ansonsten..
    Sehr interessant @ Zenturio! Allerdings zeigt gerade dein Beispiel auf, dass die Evolution der Schaltungen nie ohne den eigentlichen Designer begonnen hätte! Das Experiment so also fast schon für ID spricht!
    Und wer weiss, vielleicht wollte unser Designer ja nur ein paar Lichteffekte erstellen und sitzt nun ganz überrascht davor und sieht wie kleine organische Einheiten beginnen sich selbst zu organisieren und zu sich selbst sagt: \“wirklich, ich habe keine Ahnung wie es funktioniert\“

  35. Ergänzend kann man vielleicht noch erwähnen, dass Evolution sich sogar experimentell von der natürlichen Umgebung getrennt nachweisen läßt. Der Brite Adrian Thompson von der Universität Sussex hat Evolution mit elektronischen Schaltungen in einem programmierbaren Array simuliert. Dabei war die Aufgabe recht einfach. Die Schaltung sollte zwischen zwei unterschiedlichen Eingangssignalen unterscheiden und entsprechend an ihrem Ausgang 0 oder 5 Volt Ausgangsspannung ausgeben. Die evolutionären Vorgänge von Selektion und Mutation wurden von einem Computer übernommen. Das Ergebnis war verblüffend. Die Schaltung die letztlich heraus kam, erfüllte nicht nur die Anforderung, sie kam auch mit erheblich weniger Schaltkreisen aus, als der Entwurf eines menschlichen Designers das je vermocht hätte. Mehr noch: viele der Schaltungen wiesen offenbar keine Funktion mehr auf und waren nur Überbleibsel früherer Evolutionsstadien, allerdings nicht alle. Einige wenige Schaltungen wiesen offenbar gar keine Funktion auf. Entfernte man diese aber, so funktionierte das Gesamtsystem nicht mehr. Thompson soll gesagt haben: \“wirklich, ich habe keine Ahnung wie es funktioniert\“.
    So stelle ich mir die Evolution vor. Sie \“experimentiert\“. Natürlich macht sie das nicht wirklich. Der Begriff erweckt den Eindruck, dass die Natur sich in eine bestimmte Richtung entwickeln, oder bei einer bestimmten Art ein bestimmtes Merkmal hervorbringen will. Aber genau das ist nicht der Fall.

  36. LOL kann dir nur recht geben in allen Punkten selbstverständlich. Das Highlight deines Artikels ist das Gleichnis mit der Kamera. Hast vollkommen recht.

    Eigentlich wäre es besser wenn die Frauen Kinder kriegen würden wie ein Känguru. also ein kleines Baby kriecht in eine Fleischtasche der Mutter oder was auch praktischer wäre ist wenn die Frau Eier legen würde. Grosse Eier aber nicht zu gross.

  37. Es geht nicht einfach um die \“einzig wahren\“ Antworten. Es geht vielmehr darum, ehrlich zu sein: nur das zu erzählen, was wir tatsächlich beobachten, was wir tatsächlich wissen können, und zu erklären, wie man daraus unser \“wissenschaftliches\“ Weltbild konstruiert oder ableitet. Es ist definitiv kein Zufall, dass das Urknallmodell (das, ehrlich gesagt, gar nichts direkt mit der Evolution oder Intelligent Design zu tun hat) oder die Evolution so breite Unterstützung unter den Experten auf dem Gebiet finden: Diese Weltmodelle sind einfach überzeugend! Es sind Vorhersagen möglich (z.B. das exakte Spektrum der Hintergrundstrahlung beim Urknall, Vorhersage und tatsächliches Auffinden von \“Zwischenformen\“ in Gesteinsschichten eines ganz bestimmten Alters bei der Evolution -> siehe Tiktaalik), Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen fügt sich ins Bild (aber natürlich nicht immer so, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt hatten – das Bild wandelt sich, während es ergänzt wird).

    Ich stimme dir durchaus zu, dass man, wenn sich die Experten in einer Frage uneins sind, dies auch sagen sollte. Gerade was die Entstehung des Lebens angeht, gibt es viele Hypothesen, von denen keine zur Zeit viel überzeugender ist als die andere: Entstehung an \“Schwarzen Rauchern\“ auf dem Meeresgrund? In Gezeitenpools an der Küste? Oder im Erdinneren? Vielleicht sogar im Eis? Wichtig ist jedoch, dass jede dieser Hypothesen aus Beobachtungen abgeleitet wurde, dass es also zwar keine Beweise, dann aber immerhin HINWEISE darauf gibt, dass es so gewesen sein könnte. Die wichtige Botschaft an die Schüler muss sein: Wir konstruieren unser Weltbild auf der Basis von Beobachtungen. Was darüber hinaus geht, da wissen wir nichts und können nichts wissen (ausser durch weitere, besserere Beobachtungen) – aber man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen, in keine Richtung.

    Kleiner Exkurs: Ich würde nicht sagen, dass alle Fragen, die du aufgelistet hast, sich zwangsweise für immer einer Antwort entziehen werden. \“Warum leben wir in 3 Dimensionen\“ zum Beispiel ist eine interessante Frage, und es scheint so, dass nur in einem Universum mit 3 Raumdimensionen die Gravitation stabile Planetenumlaufbahnen zulässt. Da wir Planetenbewohner sind, müssen wir also offenbar in einem Universum leben (ein Universum beobachten), das 3 Raumdimensionen hat. Aber das nur am Rande.

    Liefert die Wissenschaft die einzig wahren Antworten? Nun, man muss sich einmal fragen, was ist denn überhaupt eine \“wahre Antwort\“? Was können wir überhaupt wissen? Gibt es objektive Wahrheit? Es gibt immerhin die \“intersubjektive Wahrheit\“: das, was für alle (zumindest theoretisch) überprüfbar ist. Und die Wissenschaft vermittelt genau das: überprüfbare Beobachtungen und nachvollziehbare Interpretationen. So lange man den Anspruch fallen lässt, \“Gewissheit\“ haben zu wollen (die es ohnehin nicht gibt), so lange kommt die Wissenschaft den \“einzig wahren Antworten\“ eben doch am nächsten. Näher auf jeden Fall als die überlieferte Folklore von nahöstlichen Bronzezeit-Nomaden.

  38. Ich finde nicht, dass die christliche Religion in der Schule gelernt werden muss. Wenn aber schon unseren Kindern Antworten präsentiert werden auf die Fragen der Entstehung der Erde und des Lebens, sollten wir uns hüten, sie mit einem einzigen „wahren“ Weltbild abzuspeisen. Gott kann man nicht beweisen. Aber dies trifft auch auf den Anfang der Welt (ob jetzt das der Urknall war oder in fünfzig Jahren ein neues wissenschaftliches Modell vorgeschlagen wird) zu.
    Offiziell bin ich zwar erwachsen, aber nein, ich fühle mich nicht mündig, wenn es um Fragen geht wie: Wie ist die Zeit entstanden? Wo ist Gott? Wie entstanden die Naturgesetze? Warum leben wir in drei Dimensionen? Was war vor dem Urknall? Oder vor der Schöpfung? Das sind nicht Fragen, bei denen es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis sie geklärt werden, sondern Fragen, die nie beantwortet werden können, die aber eigentlich bei der Erklärung der Welt eine fundamentale Rolle spielen.
    Selbstverständlich heisst das auf keinen Fall, dass keine Forschung mehr betrieben werden soll. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die ID’ler (zu denen ich mich auch zähle) noch das eine oder andere blaue Wunder erleben, à la „geozentrisches Weltbild“.
    Ich möchte nicht, dass meine Kinder in der Schule lernen, dass die Wissenschaft die einzig wahren Antworten auf unsere Fragen liefert und andere Erklärungsversuche aus der Schule auf jeden Fall zu verbannen sind.

  39. @Evolution vs. ID: Meiner Meinung nach ist der Unterschied mit der Falsifizierbarkeit gar nicht so groß, wie allgemein genannt wird – zumindest in einem Punkt. Wenn eine These widerlegt wird, wird diese im Allgemeinen nicht komplett verworfen, sondern modifiziert. Im Falle der Evo. hat sich das Wiederholt zugetragen (wenn auch in dem Sinne nicht \“widerlegt\“), z.B. bei Entdeckung der Vererbungsgesetze & der DNS. Ebenso, kann ein ID\’ler argumentieren, ist es mit dem Designer: Während die \“Darwinisten\“ ihre angenommenen Evolutionsmechanismen immer wieder modifizieren, also feiner schleifen, um zu den Fakten zu passen, wird der ID\’ler seine IDee des Schöpfers (bzw. dessen Vorgehens) modifizieren (was er nun eigentlich nicht darf, oder? Steht doch alles in einem Buch. ;)) und so eine Anpassung an die Tatsachen möglich machen.
    Das Beste, was ich dem entgegnen könnte, ist, dass ID ein grundsätzliches Problem hat indem es keinen Wirkungsmechanismus des Schöpfers beschreibt…ist dieser vielleicht am Ende mit dem \“Zufall\“ identisch?
    @Wissenschaft: Ein Physiker antwortet laut eines Artikels in einer Zeitung einmal auf den Einwand, die Idee der Viele-Welten-Interpretation sei nicht wissenschaftlich nach Popper, weil nicht falsizierbar, dass das den Karren vor den Esel spannen würde. Die Philosophischen Überlegungen, was Wissenschaft nun sei, hinke demnach immer der echten Wissenschaft hinterher.
    Demnach erreicht man mit diesem Einwand unter Umständen nichts. Der Leser müssen einem hinsichtlich des Faliszierungskriteriums schon zustimmen, damit man ihn damit überzeugen kann. In wie weit das auf die große Masse zurtrifft, ist dabei aber völlig unklar (die Wissenschaftler dürfen ja schon keine ID\’ler sein, außer die ID\’ler selbst, die wird man auch kaum überzeugen können, egal mit welchem Argument.); diese aber gilt es zu überzeugen, wenn es wirklich hart auf hart kommt. Solange aber die Richter auf Seite der \“Darwinisten\“ sind, ist das, wie gesagt, eigentlich egal.
    (Sofern man einen Schöpfer ausschließt und nicht denkt, die Tierwelt sei \“auf einmal entstanden\“, landet man fast automatisch bei der Annahme von sowas wie einer Evo., auch wenn die sehr anders aussieht. Schon bei den Griechen gab es dafür Beispiele.)
    @Durchschaun: Ich denke, das Wissen, dass ID ein Trick der Kreationisten ist allein reicht wahrscheinlich nicht. Man muss ja auch sachliche Gründe haben ID so abzulehnen. 😉
    @\“Wenn man X in einer früheren Schicht findet\“: Würde man in diesem Falle nicht eher einen Prozeß annehmen, der ein Fossil in eine tiefere Erdschicht transportierte?

    @Evolution: Was mir an diesen Artikeln allgemein fehlt ist eine Differenzierung zwischen den historischen Funden, die auf eine Entwicklung schließen lassen (so ergeben sie ein Bild), also der historischen Tatsache Evo und den Hypothesen über den konkreten Vorgang der Evolution!
    Kurzzeitevo. erkennen ja die meisten ID\’ler auch so an, erst über lange Zeit (übergange zwischen den Spezies), greift diese Sache mit der Komplexität – und hier fragt man sich, ob ein Designer die Funde wirklich schlüßiger Erklären kann.

    Noch eine Frage zum Schluß: Widerlegen die \“Evolutionären Algorithmen\“ die ID\’ler nicht in der Sache mit der Komplexität die nicht aus dem Nichts evoluieren kann?

  40. Interessanter Artikel, aber irgendwie denke ich dennoch, dass ID eine Angelegenheit des (Nord-)Amerikanischen Kontienents ist und hier in Europa (größtenteils) medial hochgespielt wird. Natürlich, die USA sind *der* Wissenschaftsstandort dieses Planeten, was dort passiert wird mittelfristig auf jeden Fall _indirekte Auswirkungen_ auf uns haben, aber hier gibt es anscheinend keine schlagkräftige ID-Bewegung, schon weil die Umwelt fehlt, in der sie sich entwickln konnte (bei uns sind große Amtskirchen populär und Religion ist ein Thema für Festtage und private Bekenntnise, in den USA gibt es Fernsehsender und -sendungen, die nur prädigen und durchaus auch politische Strömungen, die damit zusammenhängen, dies bei kleineren Gemeinden, die weniger stark hierarchisch sind (und die Jugend stärker anspricht und allgemein Leute stärler einbindet). Ich bin mir bewusst, dass ich hier Vereinfachungen wiederhole; eine Gefahr sehe ich aber doch nicht. Selbst vergleichbare Vereinigungen bei uns sind nicht wirklich so stark medial vertreten wie in den Staaten.). Wenn man es so ausdrücken will, \“ist das ein Kampf, denn die Amerikaner allein austragen müssen\“ und hej, wies aussieht, sind \“die Guten\“ ja am Gewinnen, also, wieso die Sorge?
    [ich schreibe noch einen zweiten Teil, der Übersichtlichkeit halber]

  41. Das jedoch widerspricht dem (angeblichen) Anspruch des ID, eine \“religionsneutrale\“, \“wissenschaftliche\“ Hypothese zu sein. Genau deshalb ja mein dahingehender Verweis am Anfang des Artikels.

  42. Das Argument vom misslungenen Design bei vielen real existierenden Lebensformen würde einen überzeugten ID-Anhänger allerdings auch nicht anfechten: er würde dann einfach behaupten, dass uns das vermeintlich unvollkommene Design nur unvollkommen erscheint, weil wir (noch) gar nicht wüssten, wozu z. B. die mangelhafte Isolierung des Vagusnervs gegen Stimulation durch die Speiseröhre gut ist! Und notfalls kann sich der ID-Anhänger immer noch auf den Sündenfall und dessen Folgen zurückziehen, im Hinblick auf den umständlichen und gefährlichen Mechanismus der Geburt beim Menschen könnte er sich sogar direkt auf die Bibel berufen: \“unter Mühen sollst du Kinder gebären\“ (1. Mose 3, 16).

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