Inhibitoren – die Dunkle Seite des Fermi-Paradoxons

Für die Abwesenheit intelligenten Lebens im Universum gibt es eine Erklärung, die selten diskutiert wird: Die Entwicklung von intelligentem Leben wird aktiv unterdrückt. Ein Szenario.

Stellen wir uns ein Universum vor, in dem es viele bewohnbare Welten und viele verschiedene Wege gäbe, wie einfachste chemische Verbindungen sich zu immer komplexeren Lebewesen verbinden. Ein Universum, in dem zivilisationsbildende Spezies ein typisches Produkt von ein paar Milliarden Jahren Evolution sind. So wie die Spezies, die ich in diesem Artikel als Beispiel betrachten werde: nennen wir sie die Alphas.

Die Alphas

Sie tauchen sehr früh in der Geschichte des intelligenten Lebens im Universum auf. Bereits nach wenigen Jahren der Weltraumfahrt zu ihren Nachbarplaneten sowie einigen leistungsstarken Weltraumteleskopen entdecken die Alphas, dass das Universum sehr lebensfreundlich ist. Wo immer Leben möglich ist, da erscheint es und erblüht in grosser Diversität. Daraus schliessen die Alphas, dass Leben – und damit Intelligenz und Zivilisation – im gesamten Universum weit verbreitet sein muss. Da die Alphas aber selbst durch eine Evolution entstanden sind, wissen sie auch, dass jede ökologische Nische letztlich Konkurrenz hervorruft. Die Ressourcen des Universums sind zwar gigantisch, aber sie sind, letztlich, endlich. Zudem dürfte diesen intelligenten, politisch denkenden Alphas das Konzept der präventiven Sicherheit nicht unbekannt sein: Sicher ist man nur dann, wenn man weiss, dass niemand einem etwas anhaben kann. Um Sicherheit zu erlangen, muss man also Mittel und Wege finden, diese unbekannten anderen, die einen bedrohen könnten, zu finden und sie in ihren Fähigkeiten, Schaden zuzufügen, möglichst einschränken. Die Entdeckung der Lebensfreundlichkeit eines solchen Universums hätte also für seine politisch denkenden, weitsichtigsten Bewohner (wie die Alphas) die logische Folge, dass sie sich in ein Programm zur Auffindung und Charakterisierung anderern intelligenter Zivilisationen stürzen – nur die naivsten Bewohner würden gar nichts tun und darauf hoffen, dass allfällige Mitbewohner freundlich und friedlich sind.

Die Alphas werfen nun all ihr Wissen zusammen und kommen zum Schluss: Die effizienteste Weise, das Universum in nützlicher Zeit zu erforschen und genügend über seine anderen Bewohner in Erfahrung zu bringen, besteht darin, eine selbstreplizierende Raumsonde (wir Menschen nennen dies eine „Von-Neumann-Sonde“) zu bauen: diese fliegt in ein fremdes Sternsystem, wo sie sich dann selbständig daran macht, einige funktionsfähige Kopien von sich wiederum zu den benachbarten Sternen zu schicken. Von der Heimatwelt erhält sie fortlaufend Verbesserungen, Erweiterungen, Effizienzsteigerungen. Auf diese Weise wird aus einer ersten, einfachen Sonde eine Lavine, die sich über die Sterne der Galaxis ergiesst – zunächst. Der Sprung zur nächsten Galaxis, zum nächsten Galaixenhaufen ist dann nicht mehr weit. Doch die Alphas wissen: Zivilisation ist flüchtig. Aufstieg und Fall von technologischen Zivilisationen hängen eng zusammen, und gerade das Leben in einer Hochtechnologiezivilisation ist an sich gefährlich – wer so viel Macht über die Natur hat wie die Alphas, kann nie sicher sein, dass diese Macht sich nicht auch einmal nach Innen wendet. Wenn die Alphas aber nun nicht garantieren können, dass sie ihr interstellares Netzwerk von Überwachungssonden dereinst überhaupt benutzen können, wie lässt es sich dann doch so nutzen, um das Universum selbst im Fall eines Kollapses für spätere, aus den Ruinen auftauchende Alphas-Zivilisationen denoch sicher zu machen? Wie lässt sich ein solches Projekt, mit einem Planungszeitraum von Jahrmillionen verwenden, um eine vielleicht auch nur kurzlebige Zivilisation zu schützen? Die Antwort einfach: das Netzwerk muss eben auch unabhängig von Instruktionen der Alpha-Heimatwelt in der Lage sein, seinen Zweck zu erfüllen. Nun liegt es aber nicht im Interesse der Alphas, die einzelnen Sonden so intelligent wie sich selbst zu machen: wenn die Sonden zu intelligent sind, könnten sie sich selbst eines Tages gegen die Alphas wenden (und hätten dabei das gesamte Universum als strategische Tiefe…). Doch im Prinzip reicht ein kleines Set von einfachen Regeln, die von den Sonden konsequent angewandt werden:

1. Wo immer eine Raumsonde auf eine andere primitive Zivilisation (das heisst, eine Zivilisation, die selbst noch nicht in der Lage ist, ein schlagkräftiges Sondennetzwerk zu errichten) trifft, versucht sie, diese Zivilisation in ihrer Entfaltung zu behindern. Am sichersten und einfachsten wäre es – selbst für äusserst „dumme“ Sonden – auf jeden Fall, die Zivilisation wenn möglich in die Steinzeit zurück zu bomben oder den Planeten gleich zu sterilisieren (wenn Leben ohnehin allgegenwärtig im Universum ist, ist nichts einmalig, und Sicherheit geht den Alphas vor).

2. Mit fortgeschrittenen Zivilisationen, die bereits ein eigenes Sondennetzwerk haben, kann nicht so verfahren werden. Jede Zivilisation, die ein nennenswertes Sondennetzwerk hat, kann theoretisch in jedem Sternsystem des Universums mit dem Bau einer Kriegsmaschinerie beginnen, mit der sich die Alphas-Heimatwelt – so ihre Position ihnen einmal bekannt ist, was nie völlig ausgeschlossen werden kann – theoretisch zerstören lässt. Bei solchen Zivilisationen muss also versucht werden, so viel wie möglich über die Verbreitung des Sondennetzwerkes herauszufinden. Wenn es klein genug ist, könnte versucht werden, es in einem massiven, überraschenden Präventivschlag zu vernichten, bevor es in Verbreitung und Fortschritt mit dem Alphas-Netzwerk gleichzieht.

Den Alphas wäre natürlich bewusst, dass Sonden von anderen Zivilisationen nach ähnlichen Prinzipien arbeiten könnten – und dass sie vielleicht auch Sonden von noch älteren, noch fortgeschritteneren Zivilisationen begegnen könnten. Sie würden sich deshalb bemühen, ihre Sonden so unauffällig wie möglich operieren zu lassen, damit diese nicht ihrer eigenen Regel 2 zum Opfer fallen. Sobald die Galaxis für einmal erkundet und alle möglichen Gefahren erkannt sind, könnten sich die Sonden damit begnügen, das Enstehen neuer Zivilisationen, oder zumindest deren Expansion jenseits des Heimatplaneten zu verhindern.

Möglicherweise würden sich die Sonden nicht einmal in den eigentlichen Sternsystemen verstecken, sondern an deren Rand, oder gar in den endlosen Tiefen des interstellaren Raumes. Wann immer auf einem der vielen bewohnbaren Planeten eine neue Zivilisation ihre Existenz per Radio, Laser, Atomexplosionen oder anderen Zeichen von Intelligenz ins All hinauszwischert, erwachen die Sonden und machen sich auf den Weg, die potentielle Gefahr für die Alphas-Heimatwelt zu neutralisieren.

Wie sähe ein typischer Bewohner (der sich wohl erst einige Milliarden Jahre nach den Alphas entwickelt) dieses Universum? Es erschiene auch ihm äusserst lebensfreundlich – aber „leer“. Da die Alphas-Sonden (wie auch die Sonden anderer früher Spezies, die nach ähnlichen Prinzipien operieren) jegliche interstellare Zivilisation (und vielleicht jegliche Zivilisation überhaupt) verhindern, wären weit und breit keine anderen Zivilisationen zu sehen, obwohl angesichts der offensichtlichen Lebensfreundlichkeit an sich viele zu erwarten wären. Der typische Bewohner käme nich darum herum, seine Version des Fermi-Paradoxons zu formulieren. Seine eigene Zivilisation hätte für den typischen Bewohner noch keinen Kontakt zu den Alphas-Sonden gehabt: hätte dieser erstes Kontakt schon stattgefunden, wäre der Bewohner vermutlich tot und könnte nichts mehr beobachten. Weil es zudem stets eine Zeit dauert, bis die Sonden die Signale der Zivilisation erhalten und sich zum System der neuen Zivilisation begeben haben, gibt es für die Neuankömmlinge eine kurze Schonfrist. Ein paar Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte der Blüte, in der die neue Zivilisation das Universum ungestört erkunden darf, als ob sie alleine wäre, und als ob dieses Universum nicht von den Sicherheitsbedürfnisen längst wieder verschwundener Spezies (wie den Alphas) dominiert würde.

Eine empfehlenswerte Science-Fiction-Buchreihe, in der das Inhibitor-Szenario eine zentrale Rolle spielt, ist das „Revelation Space“-Universum des britischen SciFi-Autors und ehemaligen ESA-Mitarbeiters Alastair Reynolds.

Schlussbemerkungen

Die Alphas sind natürlich ein rein fiktives Beispiel – die Überlegung dahinter ist aber durchaus ernst gemeint. Nach welchen Kriterien könnte eine Zivilisation vorgehen, die die Sicherheit ihrer Heimatwelt über lange Zeiträume sicherzustellen (wenn sie etwa nicht bereit ist, den Heimatplaneten gegen eine Flotte versteckt operierender Habitat-Raumschiffe zu tauschen)? Ich halte es für grenzenlos naiv, davon auszugehen, dass Zivilisationen, die in der Lage sind, über interstellare Distanzen Macht zu projezieren, diese ausschliesslich dazu benutzen würden, um anderen zu helfen, die gleiche technologische Stufe zu erreichen (z.B., so wie dies etwa im Film „Contact“ suggeriert wird), und sie damit letztlich zu Konkurrenten um dieselben Ressourcen heranzuziehen. Interstellare Konflikte würden nie ausgetragen, um Planeten zu erobern: ein Planet kann gar nicht so viel Wert sein, dass sich seine Eroberung über interstellare Distanzen wirklich lohnen würde. Es ginge deshalb vielmehr darum, sicherzustellen, dass niemand jemals stark genug wird, um einen zu bedrohen. Die Abstände zwischen den Sternen und das relativ seltene Auftreten von Zivilisationen (selbst in einem lebensfreundlichen Universum, gemessen an den Orten, wo sie NICHT auftreten…) würden sicherstellen, dass sich nur Sondennetzwerke von Zivilisationen mit grossen Unterschieden im Entwicklungsstand begegnen würden – womit die komplette Unterdrückung von möglichen Konkurrenten (im Unterschied zur Weltpolitik, wo man sich Entwicklungstechnisch teilweise auf gleicher Augenhöhe begnet) eine gangbare Option wird.

50 Kommentare

  1. Selbstverständlich sind Einschläge nichts \“besonderes\“. Der Einwand, die Zivilisation sei ja bereits einige Jahrtausende alt, ist aber durchaus berechtigt – man würde meinen, die Sonden hätten mehr als genug Zeit gehabt, um zuzuschlagen.

    Es gibt im Inhibitor-Szenario mögliche Antworten darauf: Vielleicht gibt es nicht in jedem System in der Galaxis Alpha-Sonden, so dass wir erst mit Radiosignalen oder ähnlichem auf uns Aufmerksam machen müssen, bevor welche hierherkommen (das scheint mir aber eine riskante Strategie, weil man darauf bauen muss, dass alle Zivilisationen Technologie entwickeln, die über interstellare Distanzen entdeckbar ist). Oder aber, die Vernichtung ist schon lange geplant, aber der Komet, der auf die Erde stürzen soll, kommt von so weit draussen (in der Oortschen Wolke), dass er Jahrtausende braucht, bis er die Erde erreicht – aber auch das wäre ein gefährliches Spiel, denn bei einer so langen Anflugzeit gibt es zumindest eine Chance, dass die Zivilisation sich dann doch ein klein wenig zu schnell entwickelt, um den Kometen doch noch rechtzeitig ablenken zu können. Eine dritte Möglichkeit, die mir einfällt, wäre, dass die Menschheit erst noch studiert werden soll – oder aber, man wartet, bis sie sich selbst vernichtet. Vielleicht ist es auch ein ganz bestimmter Trigger (wie z.B. die Entwicklung einer selbstreplizierenden Sonde), der die Vernichtung auslöst.

    Natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen, dass es einfach keine Inhibitoren gibt (und Zivilisationen schlicht zu selten und zu kurzlebig sind, um sich zu begegnen): das ist die Position, die ich selbst als am wahrscheinlichsten betrachte. Aber innerhalb dieses Inhibitor-Szenarios – das ich natürlich auch nicht grundsätzlich ausschliessen will – gibt es verschiedene denkbare Gründe, warum die \“Alphas\“ bzw ihre Sonden noch nicht zugeschlagen haben.

  2. Der Einschlag von Asteroiden auf Planeten und Monde ist in unserem Planetensystem nichts Aussergewöhnliches. Auch der Mars wurde von Asteroiden getroffen. Spuren von früheren Einschlägen lassen sich auf der Erde finden.
    Die Zivilisation der Menschen ist bereits einige tausend Jahre alt. Wir sind immer noch da.
    Die Sonden der Alphas hätten uns doch längst zerstört.

  3. @ D. und Organische Sonden.

    >>muss ich doch zu bedenken geben: Organisches Leben hängt immer an einem ganzen Haufen ganz spezieller Voraussetzungen, die es mehrheitlich nicht selbst beeinflussen kann<< Bitte dieses Konzept nicht misszuverstehen, derartige Sonden wären nicht aus Organischen Materialien, sie funktionieren lediglich nach dem biologischen Prinzip kleinster wandelbarer sich selbst replizierender Basisfunktionseinheiten. Sie wären keines Wegs an enge Parameter gebunden, sie können in jeder Umgebung existieren für die sie konstruiert wurden. >> Technik aber gilt die Devise: Rustikal ist Stabil!
    Einfach ist besser als Komplex<< Solche Maschinen sind deshalb auch ganz bestimmt nicht nicht Komplexer als unbedingt nötig, und an funktioneller Robustheit ganz bestimmt nicht zu überbieten. Schon garnicht von Maschinen nach klassischer Robotik. >>Sich ein Vorbild am organischen Leben zu nehmen ist ein Schritt in genau die gegenteilige Richtung: Dort lässt unnötige Komplexität oft das Fehlen eines systematischen Konzeptes erkennen, ein hoher Level an Redundanz ist obligatorisch…<< Das ist ja das Problem der Natur, es gibt keinen Plan, das wollen uns höchstens die IDler einreden, deshalb sind biologische Organismen auch alles andere als perfekt. Nichts desto trotz hat es die natur geschafft ohne jegliches Zutun hoch komplexe Systeme über sehr sehr lange Zeit aufrecht zu erhalten, und die genau diese Eigenschaft dieses funktionellen Prinizips besticht und ist das was eine auf ewig unbetreute Maschine braucht. Nehme ich also dieses Konzept und füge ihm noch ein intelligentes systematisches Konzept und eine Zielgerichtetheit hinzu eröffnen sich schier unbegrenzte Möglichkeiten, die mit dem was wir heute unter Technik verstehen schlicht nicht zu erreichen sind. Deshalb bin ich davon überzeugt das es eines Tages solche Systeme geben wird. >>Grobe Teile, die eine automatische Reperaturvorrichtung schnell und effektiv wieder funktionstüchtig machen kann sind daher in jedem Fall komplexen Kleinteilen, wie Genen, die zufällig mutieren usw., vorzuziehen.<< Die Maschine müsste sich selbst vollständig begreifen um sich reparieren zu können, und wenn die Reperatureinheit hin ist ist der zauber vorbei. Weiters hätte eine solche Maschine vermutlich mehr Einzelteile ( alle Nanotransistoren mitgerechnet ) als das genetische Programm eines nach organischen Prinzipen funktionierenden Teils Anweisungen hätte ( wie auch immmer es geschrieben ist ) und wäre damit deutlich komplexer und obendrein noch unzuverlässiger. Also ich würde mal sagen dass eine klassische Robotik-Sonde eigenständig, mit Verlaub, nichtmal meinen Arsch besiedeln kann 😉 Geschweige denn einen anderen Stern. Da muss etwas grundsätzlich anderes her. Meine Idee wäre hier nur ein Vorschlag, eine andere Zaubertechnologie fällt mir nicht ein, sorry. Es könnte natürlich auch alles ganz anders kommen. Oder garnicht. Wer weiß das schon.

  4. @David:
    Die Annahme, daß technisches Verständnis und Fortschritt mit humanitärer Ethik zusammenhängt, ist, glaube ich, spätestens seit dem Holocaust nicht mehr zu halten. Und das waren immerhin Menschen, die ihn verübt haben; wer weiß wie radikal die Weltsicht einer fremden Lebensform sein könnte…

    Gruß Alex

  5. Eine Zivilisation welche zu solch technischen Leistungen befähigt ist, sollte das primitive streben nach grenzenlosem Wachstum und entsprechend unreflektierten Konsum von Resourcen eigentlich überwunden haben und den \“Wert\“ von (Bio)- Diversität kennen. Aber man kann sich ja bekanntlich auch täuschen. Nimmt man unsere eigene Geschichte als Modell, wäre der Kontakt mit (weiterentwickelten) auserirdischen Wesen für die Menscheit katastrophal. Davor warnen auch kompetente Wissenschaftler, schliesslich traut man dem Anderen das zu, was man selbst macht. Das mit den Von-Neumann-Sonden klingt logisch. Diese in Wirklichkeit zu erschaffen, zumindest die erste Generation, ist dann aber eine andere Sache. \“So einfach\“ wie hier beschrieben ist das nicht zu realisieren. Es gibt 1000 Faktoren, welche interstellare, geschweige denn intergalaktische Raumfahrt, selbst für unbemannte Sonden verunmöglichen. Hoffen wir auf die intelligente Vernunft von eventuell existierenden Intelligenzen da drausen. Leider müssen wir Heute sagen: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir von Ausserirdischen gerettet werden ist wohl etwa gleich minimal wie dass wir uns noch selber retten können.

  6. Nehmen wir einmal an, jede Sonde der Alphas kann ca. 10 Lichtjahre in jede Richtung überwachen. Das Sondennetzwerk der Alphas verfügt nun über eine \“Maschenweite\“ von 20 Lichtjahren.Für ein quadratisches Volumen mit der Kantenlänge von 1000 Lichtjahren werden für das Sondennetzwerk rund 125\’000 Sonden benötigt.

  7. @Unbekannter Gast vom 18.04.10 um 04:30:25:
    Ich muss gestehen, ich habe inzwischen den Faden verloren. Mal sehen, wie gut ich ihn wieder aufnehmen kann, bzw. wie sehr sich meine Meinung geändert hat:
    Also zunächst: Ja, durch Fortschritt lässt sich vorhandene Energie besser umsetzen. Aber die Thermodynamik (die aber mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss sein wird) sagt voraus, dass es niemals möglich sein wird, eine 100% Umsetzung ohne Verluste zu erzeugen. Es lässt sich also ausmalen, dass ökonomische gesehen eine Maximalgrenze gibt, bis dahin der Fortschritt sinn macht und ab dem dann die Erschliessung neuer Rohstoffquellen (rationalitätstheoretisch abgesichtertes) Gebot der Stunde ist.
    Egal wie Klug man ist, das Universum bleibt gleich – die Welt einer Ameise, sie mag sich unendlich von der eines Genies unterscheiden, sie ist im Wesentlichen noch _die gleiche_ Welt wie die des Genies. Daher getrauen wir uns, unsere Ideen auf fremde Intelligenzen zu verallgemeinern. (Verallgemeinerung ist überhaupt ein Wesensmerkmal der Naturwissenschaften.)

    Tatsächlich werden sich viele Konflikte aus der Perspektive einer millionenfach überlegenen Intelligenz natürlich anders darstellen, dennoch bleiben sie bestehen. Und da ist der Konflikt \“Sicherheit vs. Aufwand\“ einer von.
    Ich habe ja auch schon gesagt, dass diese Sonden moralisch anders zu bewerten sind. Aber für eine paranoide Kultur würden sie Sinn machen und daher würde jede Kultur wohl versuchen, selbst der Paranoiden zuvor zu kommen…

    @Organische Sonden vs. grobe Teile:
    Naja. Man möge mir verzeihen, aber selbst bei allen aufgezählten Vorteilen muss ich doch zu bedenken geben: Organisches Leben gängt immer an einem ganzen Haufen ganz spezieller Voraussetzungen, die es mehrheitlich nicht selbst beeinflussen kann. In Puncto Technik aber gilt die Devise: Rustikal ist Stabil!
    Um das etwas zu präzisieren führe ich hier mal das Beispiel Auto an: Früher, zur Zeit der Kutschen, war es einem normalen Schmidt ohne zusätzliche Ausbildung oft schon möglich, Reperaturen an den ersten Autos durchzuführen; selbst die Fahrer der Fahrzeuge haben oft kleinere Reperaturen am Motor (!) durchgeführt. Heute dagegen kann selbst ein ausgebildeter Mechnaiker oft nichts mehr wieder-in-Stand-setzen. Mechnaik und Elektronik sind schon zu stark verschmolzen. Es ist einfach billiger, das defekte Teil gleich wegzuschmeissen und ein neues einzubauen. Ebenso führt ein defekt an einem eher peripheren Teil der Maschine heute schon zur Fahruntüchtigkeit des ganzen Wagens. Das sind alles natürlich auch Sympthome unserer Wegwerfgesellschaft und natürlich verhält sich ein wandlungsfähiger-dynamischer Organismus nicht 100% analog zu einem Auto, aber die grundsätzliche Überlegung behält ihre Gültigkeit: *Einfach ist besser als Komplex, Redundanzen sind zu vermeiden.* (ein Lehrsatz jeder guten Programmierphilosophie.) Sich ein Vorbild am organischen Leben zu nehmen ist ein Schritt in genau die gegenteilige Richtung: Dort lässt unnötige Komplexität oft das Fehlen eines systematischen Konzeptes erkennen, ein hoher Level an Redundanz ist obligatorisch…das Leben ist, kurz, nicht auf einen bestimmten Zweck hin ausgerichtet und das zieht man ihn auch in aller Deutlichkeit an – das müssen selbst IDler anerkennen.
    Grobe Teile, die eine automatische Reperaturvorrichtung schnell und effektiv wieder funktionstüchtig machen kann sind daher in jedem Fall komplexen Kleinteilen, wie Genen, die zufällig mutieren usw., vorzuziehen.

  8. @Der Beobachter: Wenn die Mechanisen der Evolution bereits so klar sein würden wie die binomischen Lehrsätze, dann wären einige Teile der modernen biologischen Forschung aber ziemlich sinnlos. 😉 Ich meinte keineswegs – wie du vielleicht annahmst – , dass es in der Evolution des Lebens noch Dinge gebe, die völlig unerklärlich sind (aber zum Beispiel die Entwicklung der Viren ist meines Wissens noch weitgehend unbekannt), aber es gibt schon noch forschungsbedarf und Kontroversen.
    Es gibt etwa die Hypothese, dass Artenstehung durch Isolation einer Population eingeleitet wird, etwa wenn einige Tiere auf einer Insel von der restlichen Fortpflanzungsgemeinschaft abgeschnitten sind; dann gab es meines Wissens noch die Idee, dass neue Arten entstehen, wenn bereits lebende Arten in neue Futternischen eindringen und versuchen, sich dort einzunisten. Alles diskutabel. Ein Prozeß der Evolution an-sich ist aber eine durch Funde verbürgte historische Tatsache. Es gibt übergangsformen oder es wird zumindest davon ausgegangen, dass es welche gibt (Viren…), aber der grobe Stammbaum steht.
    Abstrakt gesehen, darauf wies ich hin, ist es schon sinnvoll, die _historische Evolutionsforschung_ (die sich also z. B. mit der Genese und Entwicklung von Arten im Erdaltertum befasst) von der _theoretischen Arbeit an der Evolution_ (NeoDarwinismus, evolutionäre Systemtheorie) zu unterscheiden. Grade im Umgang mit Intelligent Desginern. 😀

    es folgt ein 2. Teil…

  9. @Entropie

    Ich habe geschrieben triebfeder ich habe nicht gesagt sie sollen sich vom tropf ernähren oder keinen sex haben.

    Eine hochentwickelte rasse die in der lage ist genügend energie aufzubringen um hierherzukommen wird das sicherlich nicht auf grund von revierverhalten tun. Metalle sind RELATIV selten doch da diese wesen vernunft begabt sind und wahrscheinlich sowas wie eine geburten kontrolle betreiben was wir ja auch tun werden die sicher mit den materialien einiger hundert sonnensysteme auskommen.

    Zu D:

    Recyclen ein frommer wunsch tja ich sagte ja nicht das sie ausschliesslich recyclen sollen aber der energie und zeitaufwand um hierherzukommen ist sicher höher als der für lokales recycling. Eine solche giga zvilisation die Millionen trillionen einwohner hat und deswegen alle vernichten müssen damit sie auch ja an jedes kilogramm metal in der milchstrasse kommt müsste doch irgendwo zu sehen sein. Und warum sollte sie sich vor uns verstecken (aus angst ?)

    Ich unterstelle das eine rasse mit dieser art der technologie wer weiss was kann. Und ich denke das die deutlich effizienter sind als die menschheit was energie und material verbrauch angeht mit möglichkeiten die wir nicht haben selbst auch bei 1000 oder Millionen mal höherem bedarf sollten sie locker in ihrem eigenem sonnensystem zurecht kommen und auch bei Milliardemfachen bedarf glaube ich kaum das es da zu problemen kommt da es selbst bei 1000den zivilisationen noch pro zivilisation millionen von leeren sonnensystemen gibt. Baumaterial ist sicher kein problem und energie da sind sie sicher nicht auf unsere sonne angewiesen die sollen eine dysonsphäre um einen blauen riesen stern basteln und das material dazu finden sie sicher in der umgebung. Im unteren absatz erwähnt bynaus das sich über interstellare distanzen es sich nicht lohnen würde ressourcen ranzuschaffen. Aber was würde sich den lohnen über interstellare distanzen ? Warum dieses sondennetzwerk was soll dieses ich war hier schild (und habe alle anderen getötet die auch hier waren?)

    Eine solche zivilisation weiss das sie durch die interstellaren distanzen geschützt ist vor jeder zivilisation den ein krieg der sich über 100te lichtjahre erstreckt ist so sinnfrei. Selbst ein stellvertreter krieg über sonden was genau soll das bringen ? Solange solche zivilisationen existieren können sie wohl ein paar sonden abwehren aber nein darum gehts ja nicht sie wollen nur das IHRE sonden überleben es geht ihnen ja garnicht um sich selbst sondern um die sonden. deswegen sonden umherschicken die alle töten damit dann die sonden überleben können.

    Das ganze ist einfach nur krank wir die menscheit würden so einen schwachsinn nicht dulden und uns auf andere sachen konzentrieren nämlich die welt zu erforschen bevor wir sie zerstören.

    Das ganze wie stephen hawking mit pizarro zu vergleichen ist schwachsinnig da das völlig andere dimensionen und völlig andere interessen sind als damals.

    Die werden was anderes suchen doch um das zu entdecken müssen wir erstmal soweit kommen. Wen wir in der lage sind deren verhalten vorherzusagen basierend auf unseren erfahrungen dann stimmt irgendwas nicht. Das würde ja heissen das man für millionen von jahren geistig auf dem selben stand bleibt.

  10. Bei mehreren Zivilisationen, mit unterschiedlichem Entwicklungsstand, sind doch auch eine hohe und zunehmende Anzahl von Sonden zu erwarten. Diese Sonden können ihre vielfältigen Programme nicht spurlos durchführen. Sind die Signaturen oder Artefakte von ausserirdischen Sonden möglicherweise doch nicht vorhanden?

  11. Die Sonden müssen nicht notwendigerweise organisch sein, sie funktionieren nur so. Warum sollten die Sonden hilfe brauchen ? Alles was sie brauchen sind die Rohstoffe.

    >>Dazu kommt vor allem noch die schwere Programmierung eines solchen komplexen Systems<< Na klar ist das schwierig, ist ja Zukunftsmusik, sonnst hätten wir solche Teile ja schon. Es ist auch unvorstellbar kompliziert aus einem Haufen Erde und ein paar Steinen einen Computer zu bauen, dennoch sitzt du vor einem. Für die Alphas kann das alles kein Problem sein. 😉 >>Und vor allem ein oragnisches System wäre der Evolution nicht erhaben und würde sich höchst wahrscheinlich irgendwann gegen seinen Schöpfer wenden.<< Das ist ja genau meine Rede ! ( siehe weiter unten ) Organisch oder nicht oder sonst wie spielt da keine Rolle, das Stchwort ist hier Selbstreplizierend. Egal wie dies von statten geht, es wird einem Evolutionsprozess unterliegen.

  12. Ich habe nie die Evolution angezweifelt, oder was willst du mir damit sagen Herr D.? :>

    Die Idee mit organischen Sonden ist nicht schlecht, aber wie genau stellst du dir das vor? Wie sollten sich diese \“organischen Sonden\“ in einem Sonnensystem ausbreiten? Dazu bräuchte es weiter Hilfe von den Alphas.
    Dazu kommt vor allem noch die schwere Programmierung eines solchen komplexen Systems und die harten Vorraussetzungen, die es zum \“wachsen\“ benötigt.
    Und vor allem ein oragnisches System wäre der Evolution nicht erhaben und würde sich höchst wahrscheinlich irgendwann gegen seinen Schöpfer wenden.

  13. Evolution:
    Widerlegen kann man sie nicht, sie ist einen Tatsache. Auch die Mechanismen sind klar, man kann das sogar im Labor nachvollziehen.
    Könnte man sie mit außerirdischen Manipulatoren ausschmücken ? Na klar !
    Gibt es dazu irgend eine Veranlassung ? Nein
    Ist es wahrscheinlich ? Nein.
    Alles lässt sich hypothetisch beliebig ausschmücken, das hat aber nichtsmehr mit der empirischen Realität zu tun.
    Des weiteren möchte ich an Ockhams Rasiermesser erinnern, die einfachste Beschreibung der Empirie ist die höchstwahrscheinlich korrekteste.

    Sondenreplikation:
    Dass die meisten Fehler fatal od. zumindest nachteilig sind ist klar, aber eben nicht alle.
    >Künstliche Sonden aber sind natürlich aus groberen Einzelteilen gemacht< So stellen wir uns heute ein technisches Gerät vor. Eine sehr fortgeschrittene Technologie wird aber ganz anders sein. Ich glaube sie wird sich an natürlichen Organismen orientieren, da die dortigen Prozesse an Effizienz, Fehlertoleranz und Selbstreperaturfähigkeit nicht zu überbieten sind. Ich stelle mir vor das so eine Sonde keinen Erbauer braucht, nur einen Keim ( den natürlich jemand herstellen muss ). Sie baut sich in einem selbstorganisierenden Prozess aus diesem Keim selbst. Ihre Funktionsweise zieht sich in sämtlichen Bestandteilen bis auf das atomare Niveau hinunter. Wird sie beschädigt kann sie sich heilen, funktioniert etwas nicht werden andere Teile lernen diese Aufgaben zu übernehmen. Und sie kann natürlich Keime herstellen, nicht nur für neue Sonden sondern beliebige andere Dinge, wie Habitate od. Terraformingmaschinen od sonnst was. Sie ist wie ein lebender Organismus mit erweiterten Fähigkeiten, die über die schlichte Selbstreplikation hinausgehen. Die Sonde muss dafür auch nicht wahnsinnig intelligent sein, ein Mistkäfer kann auch neue Mistkäfer \"bauen\", ohne jeglichen Intellekt. So würde ich mir zumindest die Technologie von \"Alphas\" vorstellen, und auch unsere eigene irgendwann.

  14. @Entropie:
    Also zunächstmal muss man, aber das ist im Internet jetzt schon so oft ausgebreitet worden, dass niemand das gern wiederholt, zwischen der Evolution im Sinne von \“allähliche Entwicklung\“ und \“Evolutionstheorie\“ unterscheiden. Das es eine solche langsame Entwicklung gab ist kaum zu bezweifel, davon geben diverse Skellete aufschluß. Aber die Theorie, um diese Entwicklung zu erklären, könnte durchaus falsch sein und ist nicht über irgendwelche \“Zweifel\“ erhaben, es gibt nur zur Zeit (ZUFÄLLIG?) nichts, was Zweifel an der Evolutionstherie wecken könnte (vorstellbar wären solche Zweifel schon, etwa wenn bewiesen wird, dass ausserirdische Superhypersonden, die Gene modifizieren können, teile der Entwicklung des Lebens beeinflußt haben – dann wird die \“normale Evolution\“ zum bloßen Modell, von dem unklar ist, ob es in der Natur verwirklicht vorliegt).
    Dann könnte man auch prüfen, ob die Superhypersonen wirklich evolieren.

    @Sondenrepilkation: Mehr als 90% aller Genfehler werden doch auch vom Menschlichen Organismus repariert, die anderen 9% führen zum Tod, nur 1% ist nützlich (um es plakativ zu sagen). Künstliche Sonden aber sind natürlich aus groberen Einzelteilen gemacht und systematisch geplant, daher wäre die Reperatur leichter als die biologischen Vorbilder.

    @Daniel: Meine Superhypersonden zum Beispiel von den Gammas. 😉

  15. Die Betas verfügen über selbstreplizierende Killersonden, welche die Ueberwachungssonden der Alphas aufspüren und vernichten. Welche unterschiedlichen Sondentypen sind noch denkbar?

  16. @ Beobachter

    Ich respektiere Deine Meinung und werde das richtige Thema von Bynaus gerne abwarten! Um es mit meinem Lieblingszitat zu beschreiben:

    „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Voltaire

  17. Wie kann man \“Diese Sonden werden keine fehlerhaften Kopien von sich erstellen\“ und die absolute \“Unfehlbarkeit\“ gleichsetzen? Da hast du etwas falsch verstanden.
    Aber ich habe keine Lust mehr über die Sonden zu diskutieren. Das wurde schon zu genüge getan. 🙂

  18. @ Amen
    Das ist wirklich nicht der richtige Ort und diese Thema hier loszutreten. Bynaus hätte keine Freude mit uns wenn wir seinen Thementhreat \“hijacken\“.
    Kurz umrissen: Ich bin durch und durch aspirituell.

    Evolution ist keine Theorie, es ist eine mehrfach glänzend bewiesene Tatsache, über jeden Zweifel erhaben und nicht zu widerlegen. Sie findet statt, ob wirs glauben oder nicht.

    Wo anders gerne ausführlicher. aber jetzt mal schluß hier.

  19. @ Beobachter

    Ich meinte nicht, dass ich nicht darüber diskutiere, sondern dass ich hier eine feste Meinung vertrete, von der ich absolut überzeugt bin.
    Also, warum gibt es Deiner Meinung nach keine Seele?
    Glaubst Du Darwin hat recht mit der Evolution?

  20. @ Unebaknnter Gast 31.03.2010 15:30:

    Dass die Dinos so umgekommen sind, heißt ja nicht, dass es keine Evolution gab. Das folgt draus nicht.

  21. Eine Zivilisation die sich ihrer Unfehlbarkeit sicher ist braucht sich auch vor niemandem zu fürchten, sie hätten gar keinen Bedarf für diese Sonden.

    Die Sonden müssten garnicht sonderlich intelligent sein. Für \“Suchen, Fressen und Vermehren\“ reicht das kognitive Niveau eines Polypen.

    Obwohl ich andererseits davon überzeugt bin das uns die Maschinen hier eines Tages überlegen sein werden, da ich der Meinung bin dass es keine Seele gibt. Auch ein Mensch ist eine Maschine, eine biologische halt, und die Maschinen der Zukunft werden wohl ganz ähnlich funktionieren da dieses Konzept der molekularen Selbstorganisation ja sehr erfolgreich zu sein scheint.
    Ganz nebenbei hat auch Darwin nichts mit Zeitgeist zu tun.

    Ich lasse aber gerne mit mir diskutieren, da eine Meinung die nicht zur Diskussion steht keine Meinung ist sondern ein Vorurteil oder Diktat.

    Das ist aber definitiv nicht der richtige Platz dafür.

  22. Wir reden über Fehlerfreiheit von Kopien und sitzen wahrscheinlich alle an einem PC mit Microsoft\’s Windows.
    Klar, kannst du dir keine fehlerfreie Kopie vorstellen. Wir reden hier aber über eine extrem fortschrittliche Zivilisation.

  23. @ D.
    Na der Theorie wiederspricht doch die Evolotionstheorie von Darwin. (Die ja derzeit dem Zeitgeist entspricht)

    Selbst wenn der Kometenangriff den Menschen erst ermöglicht hätte, müßen die Sonden doch nicht wissen, dass dieser Schritt das ermöglicht – wer kann schon 65 Mill. Jahre in die Zukunft blicken? Vielleicht will man ja nicht die Erde unbewohnbar machen um sie bei Zeiten dann selber zu nutzen?

    @ Beobachter:
    An eine wirkliche Evolution der Maschinen glaube ich nicht. Die wirkliche K.I. wird es niemals geben, da Maschinen nicht beSEELt sind. Da laß ich auch nicht mit mir diskutieren.

  24. Nachtrag:
    Die Tatsache das uns noch keine solche Sonde begegnet ist spricht allerdings dafür dass es sie nicht gibt, zumindest in unserer Galaxie.
    Es wäre natürlich denkbar das andere Galaxien bereits von Replikatoren bevölkert sind. Leider ist es uns nicht möglich dies aus der Ferne zu erkennen.
    Es wäre auch denkbar das diese Sonden irgendwann die Fähigkeit zu Ultralangstreckenreisen entwickeln und dass irgendwann auch eine in unserer Galaxie eintrifft.Da aber die Lebenszyklen solcher Sonden sicher sehr lang sind wird auch deren Evolution sehr langsam von statten gehen. Vielleicht ist das Universum für den Besuch extragalaktischer Sonden schlichtweg noch zu jung. 🙂

  25. Eine Kopie kann nie 100 %ige Fehlerfreiheit garantieren.
    Je komplexer desto höher die Fehlerwahrscheinlichkeit.
    D.h. die zB 3597 Kopie von der Kopie einer kopierten Sonde wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichtmehr mit dem einstigen Original ident sein, egal wie gering die Fehlerwahrscheinlichkeit ist.
    Kopieren sich diese Teile abermilliardenfach wird eine Art Evolution der Sonden einsetzten. Die Sonden die sich durch Fehler nichtmehr replizieren können und die fehlerhaften Sonden die von den Alphas abgesschalten werden können werden alsblad aussterben, da dies ein Reproduktionsnachteil ist.

    Die Alphas werden also frühere oder später die Kontrolle über die autonomen Sonden verlieren und ihnen selbst zum Opfer fallen.
    Es würde eine Art Ökosystem der Replikatoren entstehen in dem unterschiedliche Sonden sich im Wettstreit um die begrenzten galaktischen Resourcen vermehren, ähnlich einem natürlichen Ökosystem. In einer derart \“bewohnten\“ Galaxie wäre aber vermutlich für natürliches Leben kein Platz mehr.

  26. Wie willst du einen Komenetn auf die Erde fallen lassen um damit bestehendes Leben auszurotten und gleichzeitig verhindern, dass danach wieder Leben entstehen kann?
    Das erreicht man mit keinem Kometen. Da braucht es drastischere Maßnahmen.

    Und warum sollte`es eine Replikatorkatastrophe geben?
    Die Sonden können doch miteinander kommunizieren und wissen schon, wann für sie Ende ist. Warum sollten sie sich bis zur Unendlichkeit weiter vermehren?

  27. @Amen
    Der Meteoritenangriff wäre aber kontraproduktiv gewesen da er die Entwicklung des Menschen erst ermöglicht hat.

    Die Alphas würden mit ihrem Handeln eine hier ebenfalls schon diskutierte Replikatorenkatastrophe heraufbeschwören, was nicht in ihrem Interesse sein kann.

  28. @Unbekannter Gast vom 27.01.010 17:33:32:
    Dass Leben eben sehr zahlreich ist, war einfach eine Grundvoraussetzung des Artikels, ohne diese macht das Gedankenexperiment natürlich keinen Sinn.

    Auch das mit dem Rezyceln ist nichts als frommer Traum: Immer geht Energie verloren, niemals kann eine Zivilisation langfristig nur vom Wiederaufbereiten leben. Hat man sowas unter Lebewesen denn jemals gesehen? Wie sollte das auch möglich sein?

    @Amen: Nette Theorie, wieso soll sie nicht dem Zeitgeist entsprechen?

  29. Die Theorie macht Sinn!
    Ist Euch schon mal aufgefallen, dass die Spezies \“Dinosaurier\“ ganze 170 Mill. Jahre auf der Erde lebte, ohne Intelligenz hervor zu bringen.
    Vielleicht wird ja durch die Sonden keine Spezies vernichtet, aber in der Entwicklung enorm gehemmt. Evtl. ist genau das von 65 Mill. Jahren hier auf der Erde mit dem Meteoriteneinschlag geschehen?

    Eine andere Theorie besagt, dass bereits mehrere intelligente menschliche Spezies vor uns existierten. Vielleicht werden wir ab einen bestimmten Punkt immer wieder in der Entwicklung gehemmt und gehen auf Reset?

    Ich weiß, dass entspricht nicht dem Zeitgeist, aber was tut das schon…

  30. \“Unbekannter Gast hat am 27.03.2010 17:33:32 geschrieben…
    wenn die triebfeder die gleiche ist wie bei uns (nahrung, sex) sind sie sicher keine hochentwickelte zivilisation\“

    Warum kann das keine hochentwickelte Zivilisation sein? Darf sich so eine Zivilisation nur im Labor vermehren und sich vom Tropf ernähren?

  31. die frage ist würden wir sowas machen wenn wir die alphas wären. Auf unserem planeten werden konflikte ausgetragen denn hier ist halt alles eng ausserdem sind wir noch nicht weit entwickelt und auf einer niedrigen stufe.

    Aber ich denke nichteinmal wir würden solche entscheidungen treffen.Ich glaube das die moral sich gerade erst anfängt zu entwickeln ja die USa hat militär aber viele staaten kümmern sich nicht besonders darum und geben nicht so viel geld aus prozentual gesehen.

    Ic

  32. Vielleicht gibt es nicht viele Zivilisationen wenn leben eine Seltenheit ist gibt es keinen Grund um ressourcen zu streiten die motive der alphas sind in meinen augen ziemlich dumm und viel zu nahe an den motiven der menschheit. eine so hoch entwickelte zivilisation hat wahrscheinich motive die wir nichteinmal erahnen können. Zudem wenn die so schlau wären wüssten sie das sie auf dauer ihre von neumann sonden nicht kontrollieren könnten da sich dort durch replikation früher oder später fehler einschleichen würden und somit zu einer unkontrollierten vermehrung führen würden und ihre ach wertvollen ressourcen aufbrauchen würden und würden garnicht erst welche bauen.

    Ich denke nicht das ressourcen ein thema sind für solche zivilisationen die werden sich auch nicht vermehren wie die karnikel. Und was genau würden die mit den ganzen metallen anfangen ? Stahlklumpen so gross wie die erde könnten sie zusammentragen. wenn das das ergebniss der evolution ist wie ein mistkäfer nur weiter materie anzuschaffen und alle zu töten die sich selbst einen klumpen zusammenrollen auch wenn ich bereits tot bin na dann gute nacht.

    eine hochentwickelte zivilisation würde sich mit sachen befassen von denen wir garnix wissen und würde höchstwahrscheinlich so eine hochentwickelte technologie haben das sie jegliche ressourcen sofort wieder recyclen. Ausbreitung wäre auch kein thema das mag das ziel der unbewussten evolution sein aber eine hochentwickelte zivilisation wird von anderen motiven getrieben. wenn die triebfeder die gleiche ist wie bei uns (nahrung, sex) sind sie sicher keine hochentwickelte zivilisation.

  33. Eine weitere Option, die hier zugunsten einer rein Militärischen Denkweise übersehen wurde, scheint mir zu sein, das Leben, wenn einmal vorhanden, auszunutzen:
    1. Es ist ethischer – selbst Aliens sollten Konzepte wie \“Existenz\“ oder ähnliches kennen und könnten zu dem Schluß kommen, dass einmal lebende Wesen einen besonderen Schutz genießen. Durch _konsequentes_ einhalten dieser Regel (vielleicht mit einer Ausnahme, die allerdings nicht von den Sonden selbst gestartet werden kann) würden sich die Alphas auch selbst schützen. \“Was du nicht willst, das dir getan, das tu\‘ auch keinem andern an.\“, bzw. in dem Fall wäre es wohl so, dass man damit Rechnen kann, dass andere diese Strategie auch vertreten, wenn man selbst zu den Schluß kommt, dass sie argumenativ überlegen ist.
    Auch \“wie du mir, so ich dir\“ würde damit umgangen. Solche Alphas würden zwangsläufig selbst Ziel von Waffen werden, wenn sie jemanden angreifen. Wer wäre schon so unvorsichtig, keine \“Rache-Sonden\“ zur letzten Absicherung durch Abschreckung zu realisieren und im Zweifel könnten diese auch einige der \“jungen\“ Zivilisationen schützen (siehe 2), warum sollte man das Risiko eingehen.
    2. Wäre es nicht auch verführerisch, das Entstehen von Zivilisation als Anzeichen für die Möglichkeit der Bewohnbarmachnung dieser Welt zu nehmen und sie so zu kolonialisieren?
    Wenn die Sonden in der Lage wären etwa die DNA der Bewohner der Welt zu analysieren und ggf. zu verändern?

  34. Demnach würde es für die Alphas doch auch völlig ausreichen, wenn sie auch nur ein gigantische Wehrmacht aufbauen und / oder nur fremde Zivilisationen von ihren Sonden überwachen lassen.

    Man könnte es auf das alltägliche Leben ausweiten: Gehst du mittags in den Park und verprügelst Säuglinge, weil sie dich vielleicht, wenn sie erwachsen sind, in der Disco anrempeln könnten? 😉

  35. Die Frage liesse sich auch auf die Erde ausweiten: Warum sollten Staaten ein Militär unterhalten? Könnten sie nicht einfach alle darauf verzichten?

    Könnten sie – aber die Situation ist instabil, denn es reicht, wenn ein einziger Staat damit beginnt, ein Militär aufzubauen – er hätte sofort einen grossen Vorteil. Die gegenteilige Situation hingegen, in der alle Staaten ein Militär haben, scheint vielleicht gefährlicher, ist aber stabiler gegen Veränderungen.
    Stell dir zusätzlich vor, ein Staat würde die anderen Staaten gar nicht sehen und würde gar nicht wissen, ob sie ein Militär haben oder nicht – was wäre unter diesen Umständen die vernünftige Entscheidung?

    Genauso geht es den Alphas. Sie können friedliebende, pazifistisch veranlagte Wesen sein – sie wissen jedoch nicht, was da draussen auf sie lauert. Eine neue Zivilisation, die sie freundlicherweise überleben lassen, mag zwar mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit friedlich bleiben – oder aber, sich zu einer Gefahr für die Alphas entwickeln. Die einzige Möglichkeit, für alle Zeiten sicher vor der neuen Zivilisation zu sein, ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.

  36. Ich frage mich eher…
    Warum sollte sich die \“Alphas\“ denn von theoretischen anderen Zivilisationen bedroht fühlen?
    Müssen wirklich alle intelligenten Lebensformen gleich misstrauisch sein?

    Wir Menschen sind es ja offensichtlich sehr…ich denke das liegt daran, dass die Menschheitsgeschichte praktisch nur aus Krieg, Terror, Tod, Vernichtung, Rassismus und Sklaverei besteht.
    Also…warum schließen wir von uns auf andere?

    Klar, das war nur ein Szenario von dir, Bynaus, aber du hast die Vorgeschichte der Alphas vergessen…
    Misstrauen gegenüber fremden Zivilisationen im All ohne jeden Grund ist, unglaublich aber wahr, nicht gerechtfertigt. Auf die Idee Todessonden zur Eliminierung jeder anderen Zivilisation zu bauen kann man nur kommen, wenn das Volk nicht ohne Krieg „denken“ kann.

    Klingt für dich vielleicht wieder nur nach „naiv“ 🙂 aber warum muss denn gleich von jeder fremden Zivilisation eine Bedrohung ausgehen? Wir Menschen haben um Land und Zucker Krieg geführt, aber warum sollte das bei den Alphas genau so sein? Sie könnten auch ein friedliebendes Volk sein.

    Und erst was die Alphas für Möglichkeiten aufgeben, in dem sie jede andere Zivilisation ausrotten und den Kontakt meiden. Das ist ein Verzicht auf fremde Technologien, intergalaktische Handelspakte uvm. und gleichzeitig ist es eine Kriegserklärung gegenüber jeder anderen Spezies im Weltraum. Und das kann auch gehörig in die Hose gehen. 🙂

    So eine Entscheidung hätte, meiner Meinung nach, mehr Nachteile als Vorteile.

  37. Also dass solche Sonden rein zum Zwecke der Zerstörung von Konkurrenten gebaut werden erscheint mir nicht sehr logisch.

    Aber zerstörerische Sonden könnten auf anderem Wege entstehen, denn solche selbst replizierenden Sonden sind ein sehr effektiver weg der Exploration und Besiedelung.
    Solche Sonden könnten nämlich in ihrem System zunächst ein paar Abkömmlinge bauen und dann mit Terraforming od. dem Bau von Habitaten beginnen um das System für die \“Alphas\“ bewohnbar zu machen. Und wenn sie fertig sind schicken sie einfach ein \“das Bett ist gemacht\“ 🙂 nach hause und die Alphas ziehen ein. Das die Sonden dabei vermutlich irgendwann vielmehr Systeme bewohnbar machen als die Alphas brauchen stört nicht, den es kostet ja nichts.
    Ob diese Sonden dabei vielleicht ganz nebenbei bereits vorhandenes Leben od. gar Zivilisationen eliminieren hängt ausschließlich davon ab wieviel soziales und altruistisches Gedankengut ihrer Mutterspezies innewohnt und wieviel Wertschätzung sie anderem Leben gegenüber haben.
    Ich könnte mir aber gut vorstellen das es irgendwo eine Spezies gibt die nichts von alledem besitzt und quasi als Umweltsünder auf universellem Niveau alles zu eigenen Gunsten niederbügelt. ( So ähnlich wie wir den Urwald umschneiden 🙂

    Bleibt nur zu hoffen das eine solche Spezies so weit von uns weg ist das ihre Sonden uns nie erreichen, und das wir selbst nie solche Sonden bauen.

  38. Selbstreplizierende Raumsonden bedürfen einer hinreichend langen Testphase. Wenn die Testserie durch unauffällige Manipulationen lange genug erfolglos verläuft, besteht eine Chance, dass das Projekt aus Kostengründen aufgegeben wird. Damit wäre man die potenzielle Konkurrenz los.

    Dringt eine solche Sonde in ein bereits von den Alphas erschlossenes, vorher unbelebtes System ein, um dort den Replikationsmechanismus auszulösen, kann man sie vor Ort funktionsuntüchtig machen, so dass sie \“sterilisiert\“ ist. Für \“Zivilisationen gucken\“ ist dann immer noch Zeit und Gelegenheit. Warum sollte man sich einen kleinen Zeitvertreib nicht gönnen? Kaputtmachen ist keine Kunst. Entwicklungswege beobachten (und notfalls manipulieren) dürfte die langfristig unterhaltsamere Variante sein.

  39. Wenn eine Zivilisation sich wirklich so ein galaktisches, präventives Sicherheitsnetz ausdenkt, dann ist denen sicher auch die Konsequenz bewusst, dass jegliches Entstehen von Zivilisation für immer verhindert wird, selbst wenn die eigene längst ausgestorben ist -wie du geschrieben hast.

    Ich kann mir schwer vorstellen, dass eine Inteligenz so sicherheitsfanatisch und amoralisch vorgeht -vielleicht naiv gedacht.

    Ich seh auch irgendwie die Konkurrenzgefahr um Ressourcen nicht. Die sind endlich klar aber doch in solcher Fülle vorhanden, dass sie niemandem auf lange Sicht ausgehen. Kein Grund präventiv deswegen einen Völkermord anzufangen.

    Ein Forschungs- oder Informationsnetzwerk könnte ich mir auf Grundlage dieser Von-Neimann-Sonden-Idee aber gut vorstellen (wer weiß, vielleicht sind die ganzen UFOs, die dauernd um die Erde schwirren sollen ja in Wahrheit kleine Messsonden und die Muttersonde kreist irgendwo um Pluto und fungt nach Hause was wir hier unten für Blödsinn veranstalten 😉 )

  40. Die Gefahr ist weniger, dass die Neuankömmlinge bemannte Raumschiffe ausschicken, die Gefahr ist, dass sie ebenfalls selbstreplizierende Raumsonden bauen, die mit der Zeit ein ähnliches Netzwerk errichten wie jenes, das die Alphas errichtet haben. Bereits nach einigen gescheiterten Versuchen würde die neue Zivilisation wohl schliessen, dass das wohl nicht alles Unfälle gewesen sein können. Die Frage ist, was dann passiert – akzeptieren sie das, rettet ihnen das vielleicht das Genick. Aber anderseits müssen sie sich jetzt definitiv bedroht fühlen, und hätten allen Grund, möglichst viel über diese Gefahr heraus zu finden und weitere, besser getarnte, besser geschützte Von-Neumann-Sonden auszuschicken. Je stärker die Netzwerk-Sonden der Alphas diese Versuche zu sabottieren versuchen, desto bedrohter wird sich die neue Zivilisation fühlen und desto feindlicher wird sie den Alphas gesinnt sein. Diese Eskalationsspirale dauert an, so lange, bis sie nur noch durch die die Zerstörung der Heimatwelt gebrochen werden kann. Wenn man das aber weiss, kann man auch gleich von Anfang an dorthin gehen und sich eine Menge Mühe ersparen.

    Zudem, ich weiss nicht, ob in dem Szenario die Alphas wirklich \“zuschauen\“ können, und ob es so sicher ist, dass ihnen keine Konkurrenz erwachsen kann, selbst wenn sie Milliarden Jahre Vorsprung haben. Es gibt sicher ein asymptotisches oberes Ende des Wissens, das eine Zivilisation haben kann, und exponentielle Prozesse (wie die Von-Neumann-Sonden) sind sehr mächtig.

    BTW: Ich sage nicht, dass ich dieses Szenario für besonders wahrscheinlich halte, aber ich sage auch nicht das Gegenteil. Ich möchte zur Diskussion über die Inhibitor-Erklärung des Fermi-Paradoxons anregen, und schauen, welche Reaktionen da kommen.

  41. Irgendwie erscheint mir das Szenario widersinnig. Die Galaxis hat etwa 300 Milliarden Sterne, davon etwa 90 Prozent langlebige M- und K-Sterne, in deren Nähe man eine Vielzahl von Habitaten stationieren kann. Wenn sich dort auf einem Planeten irgendwo etwas \“muckst\“ – sprich, dass eine interstellare Sonde oder gar ein bemanntes Raumschiff ausgesandt wird – kann man es doch jederzeit vor Ort problemlos abschießen bzw. auf halbem Wege, so dass eventuelle Bergungsmissionen eine gewisse Zeit und einen gewissen Aufwand benötigen würden, um zum Ort des geschehens zu gelangen. Und diese Folgemissionen wären ebenfalls ein willkommenes bewegliches Ziel …

    Das heißt, man könnte sich seelenruhig zurücklehnen und die Dinge(r) auf sich zukommen lassen. Wozu einen Planeten mit Asteroiden befeuern, wenn sich die dort befindende Zivilisation ökonomisch ruiniert, wenn sie am Drang nach interstellaren Reisen festhält? Wäre ich ein Alpha, würde ich das sich abspielende Drama wie im Kinosessel genießen, weil ich wüsste, dass die anderen keine Chance haben, jemals zu einer Konkurrenz heranzuwachsen. Ich bin sicher, dass es unter den Alphas auch Soziologen gibt, die sich für Live-Spektakel interessieren würden. Warum sollte man ihnen ihren Forschungsgegenstand nehmen, wenn von vornherein keine echte Gefahr besteht?

  42. Nun ja, kaum. 🙂 Evolution ist zufällig – die Entwicklung von zivilisationsfähigen Spezies vermutlich erst recht (abhängig von ganz spezifischen Mutationen, sowie Umweltbedingungen, die diese dann auch fördern), und kann deshalb nicht vorhergesehen werden, selbst von \“Brontobyte\“-Rechnern nicht…

    Zudem, wie erwähnt, das Sicherste wäre, gleich alles Leben zu vernichten. Warum also einen 10 km Brocken benützen, der der Biosphäre die Chance gibt, sich zu regenerieren? 50 km und da kreucht und fleucht nie mehr was…

  43. Bynaus:\“Es reicht, in der Oortschen Wolke des Systems einen einzigen Kometen von, sagen wir mal, 50 km Durchmesser so abzulenken, dass er 10 Jahre später den Heimatplaneten trifft.\“
    ________________________________________________
    Vielleicht ist dies schon mal geschehen in der Erdgeschichte. Die Dinosaurier wurden sehr wahrscheinlich auf diese Art ausgelöscht. Mögliche Erklärung: die Alphas rechneten mit ihren Brontobyte-Rechnern im Mesozoikum hoch, dass sich aus diesen aggressiven Urviechern binnen ein paar Millionen Jahren kleine, clevere Zweibeiner mit schuppiger, graugrüner Haut und grossem Gehirn entwickeln würden, die aufgrund ihrer Intelligenz, gepaart mit Neugier und Instinkt ziemlich schnell technologische Erfolge feiern würden. Das wollten die Alphas verhindern oder zumindest verzögern. Mit uns Säugetieren werden sie aber bald das gleiche Problem wieder haben.
    Also – lassts nochmals krachen, ihr Alphas. Hat immer noch genug Brocken in der Oortschen Wolke.

  44. @bozano: Jede fremde Zivilisation, die Raumsonden über interstellare Distanzen senden kann, ist ganz grundsätzlich eine Gefahr. Wenn sie einen auslöschen kann, dann hängt das eigene Überleben nur noch von deren Willen oder Unwillen dazu ab. Deshalb wird man versuchen, die Anzahl derer, die einen auslöschen könnten, möglichst klein und übersichtlich zu halten, in dem man jegliche zukünftige Konkurrenten auslöscht, sobald man sie entdeckt.

    Man muss nicht auffallen, um eine Zivilisation auszulöschen. Es reicht, in der Oortschen Wolke des Systems einen einzigen Kometen von, sagen wir mal, 50 km Durchmesser so abzulenken, dass er 10 Jahre später den Heimatplaneten trifft. Dafür ist nicht einmal ein besonders grosser Schubs nötig, da die Bahngeschwindigkeiten in der Oortschen Wolke minim sind.
    Einen solchen Einschlag überlebt nichts, ausser vielleicht ein paar Bakterien. Und aufgefallen ist man dabei nicht wirklich.

  45. Wenn sich Konflikte um die Planeten selbst gar nicht lohnen kann, warum sollte dann eine Gefahr von anderen ausgehen?

    Andererseits braucht es nur eine einzige Zivilisation, die so eine Idee umsetzt. Aber auch dann macht es keinen Sinn, die Sonden zu verbergen und dann, um die neu entstandene Zivilisation zu zerstören, aufzufallen.

  46. Ich glaube Arthur C. Clarke hatte auch mal ein Buch über so eine Zivilisation die die Menschheit bedroht geschrieben.

  47. Ich halte es für sehr wahrscheinlich dass der Fall der Alphas irgendwo im Universum schon einmal eingetreten ist und einige Zivilisationen, die es sicher irgendwo gibt solche Sondennetzwerke aufgebaut haben und sich im Konflikt mit anderen stehen, aber ich halte es nicht für den Regelfall. Sowieso ist der Kontakt zwischen zwei Zivilisationen wohl eher selten und wahrscheinlich beinflussen sie sich kaum.

  48. Wäre das möglich ? vermutlich.
    Halte ich es für wahrscheinlich ? eher nicht.

    Es wäre doch für die Alphas sehr gefährlich den eigenen Sonden zum Opfer zu fallen. zB nach einem inneren Krieg, wenn sie die Fähigkeit die Sonden zu kontrollieren verloren haben, ja sich ihnen nichtmal zu erkennen geben können.
    Das wäre als würde ein Land selbst replizierende Lenkraketen aussetzen die jeden Menschen der kein Markierungsgerät trägt abschießen. Das wäre doch äußerst gefährlich und würde wahrscheinlich nicht allzu lange gut gehen.

    Ich halte es für am wahrscheinlichsten das Zivilisationen so selten sind das sie einander niemals begegnen, oder nur in den aller seltensten Fällen.

    ad Ende: Beherrschen diese Alpha Burschen das in einem anderen Artikel erwähnte Mach-Lorentz Prinzip brauchen sie keinen brennenden Sterne od. sonstige Energiegradienten, sie können beliebig viel Energie an einem Ort konzentrieren 😉

  49. Eine interessante Ausserirdischen-These der etwas anderern Art, die ich zuvor noch nie gehört hatte. Sozusagen das Gegenteil der Panspermie-These. Von all den \“Why-No-E.T.?-Thesen\“ erscheint sie mir aber doch auch sehr unwahrscheinlich (aber nicht unmöglich!)

    Diese Alphas müssten technologisch so fortgeschritten sein, dass sie faktisch Unsterblichkeit erreicht haben und in Zeiträumen von Jahrmilliarden rechnen. Jemand, der nur hundert Jahre lebt, hat wohl kein Interesse daran, wie die Welt Äonen nach ihm aussieht. Sie, die Alphas, wollen im Jetzt keine ernstzunehmende Konkurrenz, die ihnen die Ressourcen strittig machen und versuchen dies auch in ein paar hundert Millionen Jahren zu verhindern.

    Ich frage mich allerdings, was diese Alphas machen, wenn das Universum \“zur Neige\“ geht und auch ohne Ressourcen-Verschleuderung der Entropie anheimfällt. Wie lösen die Alphas das Problem, wenn in einigen hundert(?) Milliarden Jahren sämtliche Sterne ausgebrannt sind und keine Energie mehr aus ihnen bezogen werden kann?

    Die Geschichte mit den Alphas erinnert mich im übrigen an einen SF-Roman von James P. Hogan. (Titel hab ich vergessen) Da mischen sich die Ausserirdischen schon früh unter die Menscheit, tarnen sich als soche und behindern den technologischen Fortschritt wo sie nur können. – In den Regierungen, im Vatikan usw.

    Ich denke, die Tatsache, dass wir noch keinen Kontakt zu Ausserirdischen haben, ist aber vielleicht viel banaler. Wir sind m.E. in der Milchstrasse die einzigen denkenden biologischen Wesen mit Technik. Die Distanzen sind einfach zu gross zwischen den Galaxien, dass Kommunikation oder gar Besuche schon möglich wären. – Ist aber selbstverständlich auch nur so eine These von mir.

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