Eine Zukunft ohne bemannte Raumfahrt?

Nach der Landung des letzten amerikanischen Space Shuttles gibt es Leute, die sich fragen, ob dies das mittelfristige Ende der bemannten Raumfahrt ist. Ist da etwas dran? Und wie sähe die Alternative aus?

Mit der Landung des Space Shuttle Discovery sind die USA nun gewissermassen aus der bemannten Raumfahrt ausgestiegen. Natürlich stimmt das so nicht: Noch immer nimmt dieNASA jedes Jahr eine neue Astronautenklasse ins Training auf. Diese Astronauten werden in russischen Sojus-Kapseln zur internationalen Raumstation ISS starten, deren Betrieb zumindest bis 2020 gesichert scheint. Einige der Astronauten werden vielleicht dereinst auch mit den privat entwickelten „Weltraum-Taxis“ von Firmen wie SpaceX („Dragon“), Boeing („CST-100“), Blue Origin (Kapsel noch namenlos) oder Sierra Nevada Corp. („Dreamchaser“) zur ISS fliegen. Auch hat die NASA natürlich nach wie vor ein eigenes bemanntes Weltraumprogramm: Die Orion-Kapsel, die nun in MPCV (multi-purpose crew vehicle) umbenannt wurde, soll in zwei Jahren unbemannt, und in vier Jahren bemannt getestet werden. Sogar ein Flug auf eine freie Rückkehrbahn rund um den Mond (wie bei Apollo 8 ) ist offiziell geplant. Nun, man hat underdessen gelernt, mit solchen Ankündigungen der NASA vorsichtig zu sein: Mag sein, dass es so kommt, aber vermutlich kommt es eh anders.

Zur Zeit scheint es nämlich so zu sein, dass die NASA in immer grössere finanzielle Probleme abdriftet: Der „Hubble-Nachfolger“ JWST (James Webb Space Telescope) kostet wohl um die 9 Milliarden Dollar. Der amerikanische Kongrss hat der NASA weiter den klaren Auftrag erteilt, bis 2016 eine Schwerlast-Rakete auf der Basis von teuren Shuttle-Komponenten zu entwickeln, die allerdings vorerst kein Ziel und keine Mission hat. Darüber hinaus soll nun die NASA, wie alle Bundesbehörden, auch noch ihren Etat um 10% schrumpfen zwecks allgemeiner Gesundung der Staatsfinanzen. Die Frage stellt sich, was denn hier als erstes zusammengekürzt wird. Wenn die privaten Weltraum-Taxis erst einmal fliegen, wird es sehr schwierig werden, das MPCV zu verteidigen, zumal man sich eine Mission zu einem Asteroiden oder gar zum Mars damit ja vorerst ohnehin nicht leisten kann.

Was die privaten Raumkapseln angeht, ist auch keine Garantie gegeben, dass dieses Geschäftsmodell wirklich funktionieren wird: Diese Kapseln sind derzeit auf die Versorgung der ISS ausgelegt – wenn diese in 9 Jahren mangels Geld geschlossen würde, hätten sie kein Ziel mehr (das gilt auch für Russland). SpaceX, Boeing und Co wären dann darauf angewiesen, die Sitze in ihren Kapseln an Privatpersonen zu verkaufen: Doch wie viele Menschen können sich die mindestens 10 Millionen pro Flugticket wirklich leisten – und das wieviele Male?

Merke: Ich sage hier nicht, dass es genauso kommen wird, oder dass ich mir diese Zukunft unbedingt wünsche. Aber ich frage mich, welche Entwicklung wir im Weltraum sehen könnten, wenn sich die bemannte Weltraumfahrt auf „privater“ Basis dereinst als kurzlebiger Hype herausstellt und sogar China die bemannte Weltraumfahrt einstellt, weil sich damit kein Prestige mehr machen lässt (vielleicht heisst es ja dann plötzlich: „Menschen ins All schicken ist sowas von 20. Jahrhundert…“) und das Vorbild Amerika ausgestiegen ist.

Was in solchen Diskussionen oft vergessen geht: Es gibt auch ein unbemanntes Weltraumprogramm, und dieses ist – weltweit, bei allen Agenturen – äusserst erfolgreich. Zurzeit kreisen um alle „klassischen“ Planeten ausser Jupiter (also Merkur – MESSENGER, Venus – Venus Express, Mars – (mehrere), Saturn – Cassini) hochentwickelte, komplexe Raumsonden. Eine weitere Raumsonde (Dawn) umkreist den grossen Asteroiden Vesta, und zwei weitere sind zu Jupiter und Pluto unterwegs. Die Marsoberfläche ist mit grosser Auflösung vermessen worden, was unzählige neue Erkenntnisse über die Frühgeschichte dieses faszinierenden Planeten ans Tageslicht befördert hat. Seit ganzen sieben Jahren schon fährt der Rover Opportunity über die Oberfläche, und nächstes Jahr kommt ein Atomgetriebenes, fahrbares Laboratorium namens MSL (Mars Science Laboratory, oder auch: „Curiosity“) dazu. In den nächsten Tagen startet eine neue Mond-Mission (GRAIL), die das Gravitationsfeld des Mondes so genau vermessen soll wie nie zuvor. Russland steht kurz davor, eine neue Mission zu Phobos zu schicken, mit einer chinesischen Marssonde an Bord. Eine ganze Flotte von Weltraumteleskopen wurde in den letzten Jahren gebaut und gestartet, und viele weitere sind in Planung. Ein Weltraumteleskop (Kepler) hat bereits über 1000 Planeten um andere Sterne entdeckt: es ist eine ausserordentlich spannende Zeit!

Tatsächlich liessen sich durch ein Ende der bemannten Raumfahrt – und der dadurch frei werdenden Geldmittel – eine Menge neuer, komplexer Missionen zu den Planeten realisieren. Rund zwei Drittel des NASA-Budgets gehen heute für die bemannte Raumfahrt drauf, oder rund 10 Milliarden Dollar (diese Rechnung berücksichtig allerdings nicht, dass der Bau einer neuen Schwerlastrakete auch der unbemannten Raumfahrt zugute kommen könnte). Man bedenke: eine typische Raumfahrtmission wie Kepler kostet „nur“ etwa 400 Millionen Dollar – etwa so viel wie ein einziger Shuttlestart. Dafür bekommt man über viele Jahre wissenschaftliche Erkenntnisse, neu entwickelte Technologien, gut ausgebildete Spezialisten und – was ich für sehr wichtig halte – Inspiration für die nächste Generation.

Es gäbe einiges, was möglich würde, wenn auf bemannte Raumfahrt vorerst verzichtet würde, die Budgets aber gleichbleiben würden: Ein paar Beispiele gefällig?

Eine Mission, die Proben von der Marsoberfläche holt, würde plötzlich in realisierbare Nähe rücken. Man könnte sogar darüber nachdenken, eine ganze Serie von grundsätzlich identischen, robotischen Sonden zu verschiedenen Stellen der Oberfläche zu entsenden und zur Erde zurück zu bringen, um sie hier im Detail zu untersuchen. So könnte man Flusstäler, Vulkane, die nördliche Tiefebene und die südlichen Hochländer gezielt beproben. Auch die Marsmonde Phobos und Deimos könnten genauer untersucht werden.

Auch eine robotische Proben-Rückholmission von Merkur wäre denkbar. Bis heute haben wir keinerlei Proben vom Merkur, obwohl „Merkur-Meteoriten“ grundsätzlich denkbar wären. Bei der Venus wäre die Sache mit der Probenrückholmission etwas schwieriger (die Venus hat ja fast die gleiche Schwerkraft wie die Erde, und eine „vollgetankte“ Rakete auf der Venusoberfläche zu landen dürfte etwas jenseits unserer gegenwärtigen Möglichkeiten liegen), aber in einem ersten Schritt könnte man auf eine Probe setzen, die etwas Atmosphäre von der Venus zurückbringt, oder auf einen Ballon, der die Messungen vor Ort (in der Atmosphäre) durchführt. Auch ein nuklear betriebener und gekühlter Venuslander wäre sehr interessant.

Sobald man mehr als einen Lander zu irgend einem der Planeten schickt, rückt zudem eine andere interessante Möglichkeit ins Feld: Der Aufbau eines geophysikalischen Netzwerks. Ein solches ist schon mal für den Mond angedacht worden: jede Nation, die künftig dort eine Sonde landet, soll sich nach Möglichkeit daran beteiligen. Jeder Lander soll – zumindest – ein Seismometer mit sich führen, so dass aus der Vermessung von Erdbeben (oder Mondbeben, Marsbeben, etc.) Schlüsse auf den inneren Aufbau des Planeten (oder Mondes) gezogen werden können, wie etwa die Grösse des Kerns, die An- oder Abwesenheit von flüssigen Schichten, und so weiter. Ein solches Netzwerk ist dann auch für andere Planeten denkbar, wenn die Anzahl gestarteter Sonden stark gesteigert wird.

Eine weitere spannende Mission wäre ein Rover auf dem Saturnmond Titan. Nuklear betrieben und so gekühlt, dass er sich nicht durch die Titan-Kruste schmilzt, könnte er die nördliche Seen-Region erforschen. Und wenn wir schon beim „sich durch die Kruste Schmelzen“ sind: Eine Mission zum Wasser-Ozean, der sich unter der Eiskurste es Jupitermonds Europa verbrigt, gehört wohl ganz oben auf die Wunschliste von vielen Weltraumenthusiasten. Dazu müsste man allerdings erst auf der Oberfläche landen, was angesichts der hohen Strahlung, der hohen Anflug-Geschwindigkeiten und der vermutlich sehr rauhen Oberflächenbeschaffenheit schwierig sein dürfte. Eine solche Mission hinge auch kritisch von einer Vorläufermission ab, welche die Dicke der Eiskruste bestimmt – so dass der Bohrer den Anforderungen entsprechend gebaut werden kann.

Eine weitere faszinierende Möglichkeit wäre die Entsendung eines Teleskops zum Gravitationsfokus der Sonne, 550 und mehr Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt. Ein solches Teleskop kann das Gravitationsfeld der Sonne als „Linse“ benutzen, um die Sterne, die sich vom Teleskop aus gesehen exakt „hinter“ der Sonne befinden, in höchster Auflösung zu vermessen. Im besten Fall sollten sich damit Extrasolare Planeten mit einer Auflösung von etwa 100 km / Pixel beobachten lassen. Für eine solche Mission müssten allerdings neue Antriebsmethoden entwickelt werden, um das Teleskop in nützlicher Zeit an sein Ziel zu bringen – immerhin gilt es, etwa 1% eines Lichtjahres in nicht mehr als ein paar Jahrzehnten zu überwinden.

Die Öffentlichkeit würde in solche Missionen in weitaus grösserem Mass eingebunden werden als bisher. Raumsonden mit an sich wissenschaftlichem Hintergrund würden auch HD-Kameras mitführen, um hochaufgelöste Bilder und Filme (inklusive Ton, zumindest für diejenigen Welten, die über eine Atmosphäre verfügen) zur Erde zu übermitteln (was vermutlich ein Datenübermittlungsnetzwerk von bisher unbekannter Dimension erfordert – aber wer sagt denn, dass grosse Kommunikationssatelliten nicht auch in einen Sonnenorbit geschickt werden können?), mit denen sich diese extraterrestrischen Landschaften in nie gesehener Art und Weise „digital“ auf die Erde holen liessen.

Ein solches Szenario muss nicht völlig ohne bemannte Raumfahrt bleiben: Dereinst könnten wohlhabende Abenteurer selbstfinanzierte Expeditionen zur Mond- und Marsoberfläche (und zurück?) unternehmen. Der Weltraum bekäme plötzlich einen ähnlichen Stellenwert wie die Tiefen der Ozeane: Eine faszinierende Umgebung, die mit Maschinen aus der Entfernung erforscht wird und in der, wo möglich, Rohstoffe abgebaut werden – aber all das, ohne dass irgendwer ernsthaft die Absicht hätte, sich selbst dorthin zu begeben (ausser vielleicht die obersten 30 m, oder so…) oder gar für immer dort Wohnsitz zu nehmen. Jahrzehnte nach Star Trek und Konsorten würde sich plötzlich auch in Sachen Weltraum die Vorstellung durchsetzen, dass dieser kein geeigneter Lebensraum für dauerhafte menschliche Besiedlung ist.

Eine denkbare Zukunft? Gut möglich. Aber eine, die man sich wünschen sollte?

25 Kommentare

  1. Und noch etas: Die NASA hat unter Mike Griffin (dem letzten Administrator, der die Entwicklung des Constellation-Programms voranbringen sollte) aktiv eine Studie unterdrückt, die zum Schluss kam, dass eine Depot-Infrastruktur im Orbit deutlich günstiger und schneller zu erreichen war als wenn man auf die Monsterrakete setzt. Aber die Monsterrakete war in Constellation vorgeschrieben, also wollte man sie bauen. Fragt sich, wer hier der bemannten Raumfahrt denn wirklich den grösseren Schaden zugefügt hat: Bush oder Obama?

    http://nextbigfuture.com/2011/10/nasa-hid-cheaper-in-space-fuel-depots.html

  2. Der Grund, warum die NASA das SLS nicht bauen will, liegt ganz einfach darin, dass es zu teuer und zu unflexibel ist. Es gibt zahlreiche interne Dokumente und Studien der NASA, die zeigen, dass die Entwicklung einer Treibstoff-Depot-Architektur viel günstiger und flexibler ausfällt. Grundsätzlich würde die NASA kommerzielle Anbieter dafür zahlen, ihre Treibstoff-Depots auf einen bestimmten Zeitpunkt hin und mit bestimmten Reserven zu füllen. Raumschiffe zum Mond, zu erdnahen Asteroiden und schliesslich zum Mars würden dann an diesen Treibstoffdepots auftanken. Statt einer einzigen Monsterrakete wie dem SLS, die einmal pro Jahr startet und dabei gewaltige Kosten verursacht, hätte man zahlreiche kleine, in Serie produzierte Raketen, die Treibstoffdepots versorgen und/oder Crews in den Orbit schaffen. Expeditionen jenseits des LEO könnten dann von diesen Treibstoffdepots aus starten.

    http://www.spaceref.com/news/viewnews.html?id=1577

    Solche Studien zeigen, dass es Obama nie darum ging, die bemannte Raumfahrt zu killen, sondern darum, sie im Gegensatz zu stärken, in dem sie auf ein nachhaltigeres Fundament gestellt wird. Aber nein, man baut lieber Monsterraketen und verharrt in veralteten Denkstrukturen. Bleibt die Hoffnug, dass künftige Kongresse die Zeichen der Zeit erkennen und der NASA erlauben werden, die „Monsterrakete“ endlich ad Acta zu legen. Sonst kommen wir wohl nie zum Mars…

  3. @Alex
    Nun es kommt auf die Aufgabe an, der Transport von 4-6 Personen zur ISS ist mit einer Dragon die mit der Falcon 9 als Träger startet billiger. Aber kann man mit einer Dragon Kapsel z.b das Hubel Teleskop erreichen und es warten? Kann man mit einer Falcon 9 ein 20 Tonnen Nutzlast in den Orbit bringen? Kann man mit der Dragon eine neue ISS bauen oder die bestehend effektiv warten bzw. erweitern? Kann die Dragon über die Bahn Höhe der ISS hinaus eingesetzt werden? Die Antwortet lautet wohl in allen genannten Beispielen Nein! Die Dragon kostet weniger das stimmt sicherlich aber sie kann auch fast nichts und sobald die ISS die nur dank den Shuttle möglich war abstürzt wird auch die Dragon nirgends mehr hinfliegen können. Meine Meinung ist einfach die das man dazu übergegangen ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen, die Dragon ist ein billiges Transportmittel zur ISS mehr auch nicht. Aber kann man nun die Dragon + Falcon 9 mit der Orion + SLS vergleichen oder mit den Shuttle? Das Problem ist das die Dragon nirgends hinführt, das Constellation/SLS + Orion dagegen wieder in den echten Weltraum zu real existierenden Zielen und eben letzteres Programm sollte ja nach Obamas Plan ursprünglich ersatzlos abgebrochen werden. Was nun den Punkt “Gegner bemannter Raumfahrt” gleichbedeutend mit “Gegner der Raumfahrt” angeht so ist es einfach so das ein Gegner der bemannten Raumfahrt auch ein Gegner der Raumfahrt insgesamt ist. Denn echte Raumfahrt Skeptiker sehen in der Raumfahrt zuerst das Geld was sie für andere Programme verwenden können.

    Alex schrieb:
    “Du unterstellst der bemannten Raumfahrt eine übertriebene Angst vor Unfällen. Nun, bei dem Verkehrsmittel mit den mit Abstand meisten Todesopfern je Fahrt/Flug sollte das auch so sein, oder nicht?“

    Sofern möglich aber eben auch nicht zu jeden Preis ! Man kann das Risiko bei derartig von Natur aus gefährlichen Unterfangen wie der Raumfahrt einfach nicht eliminieren nur eben minimieren und wie stärker man das Risiko zu minimieren versucht umso höher liegt der Preis und die Entwicklungszeit des Projektes letztendlich. Und am Ende fliegt man nirgends mehr hin wie man unschwer an den jetzigen Trend erkennen kann. In Prinzip ist überhaupt das Eingehen höherer Risiken der wesentliche Grund warum die Kommerziellen eine Rakete Scheller entwickeln können als die NASA es kann.

    Alex schrieb:
    “Oder bist Du bereit in eine Rakete zu steigen bei der man absichtlich an der Sicherheit spart? Oder verlangst Du das nur von anderen?“

    Ehrlich ich wäre bereit ein höheres Risiko einzugehen und ich finde auch das jeder dies für sich selbst entscheiden muss, wie viel Risiko er einzugehen bereit ist um z.b seinen Traum zu erfühlen oder einfach sein Ziel zu erreichen. Wer Angst hat in den Weltraum zu fliegen weil 1,5% Chance besteht dabei zu sterben der sollte eben am Boden bleiben und auch kein Auto mehr fahren, nicht mehr rauchen und trinken oder das Haus verlassen. Ich bin mir sogar sicher, dass sich mehr als genügend Menschen finden würden die auch bei einen bedeutend höheren Risiko als 1,5% in den Weltraum fliegen würden, es finden sich sogar Leute die bereit wären um auf einer Einweg Mission zum Mars zu fliegen. Mit der Einstellung Sicherheit über alles kommt man eben nirgends hin, nur durch Opfer und den Risiko wurde die Welt erforscht, Kolonisiert und große Ziele erreicht. Als man etwa mit Apollo 11 auf den Mond landete da standen die Chancen alleine 1 zu 10 das man bei der Landung auf den Mond stirbt von dem Risiko bei Start zu sterben oder nicht mehr von Mond wegzukommen ganz zu schweigen. Um nur um Beispiele aus der Raumfahrt zu nennen von anderen Digen wie etwa der Entdeckungsreisen des 15 Jahrhunderts erst gar nicht erst anzufangen.

  4. @revan:
    Du bezeichnest das Shuttle als „höchstes entwickeltes Fluggerät“. Das ist es vielleicht auch – das macht aber keine Aussage darüber ob ein einfacheres Gerät wie etwa eine Raumkapsel die gleichen Aufgaben nicht effektiver erledigen kann. Und genau das ist der Fall. Die meiste Nutzlast am Shuttle geht schlicht dafür drauf, daß das Ding wiederverwendbar sein muß. Dabei sind trotzdem die meisten Teile nicht wiederverwendbar.

    Weiterhin klingt es in Deinem Text so, als würde „Gegner bemannter Raumfahrt“ gleichbedeutend sein mit „Gegner der Raumfahrt“. Dabei kann es genau das Gegenteil bedeuten.

    Du unterstellst der bemannten Raumfahrt eine übertriebene Angst vor Unfällen. Nun, bei dem Verkehrsmittel mit den mit Abstand meisten Todesopfern je Fahrt/Flug sollte das auch so sein, oder nicht?
    Oder bist Du bereit in eine Rakete zu steigen bei der man absichtlich an der Sicherheit spart? Oder verlangst Du das nur von anderen?
    Angesichts der vielen Unfälle bisher finde ich die Angst alles andere als übertrieben!

    Technisch auf die Mondflüge hinzuweisen bringt das Thema auch nicht weiter, da es keine Sache der Technik sondern des politischen Willens war aufgrund des vermeintlichen Presitgegewinns im Ost-West-Konflikt.

    Gruß Alex

  5. Halo,Matthias Meier verzeichnen sie mir bitte erneut die spähte Antwort. Sie haben in ihren letzten Kommentar behauptet, dass ich eine Tötungsabsicht seitens Obama gegenüber der NASA erkennen will und daher auch eine zu erkennen meine. Nun sollte dies zutreffen, so bin ich wohl in Gesellschaft der überwiegenden Mehrheit des Kongresses wie einiger Personen die man eine gewisse Autorität in der Frage zusprächen muss. Personen wie etwa Neil Armstrong (Apollo 11), Eugene Cernan ( Apollo 17) oder den ehemaligen NASA Chef Michael Griffin. Überhaupt ist es sehr schwer jemanden mit Insider Wissen zu finden der nicht selbiges Behauptet wie ich behauptete. Ich könnte wenn ich mehr Zeit hätte so eine recht lange Liste von Autoritätspersonen zusammenstellen die meine Behauptungen stützen.

    Aktuell z.b wäre dieser Link den betreff zu empfehlen:
    http://www.aviationweek.com/aw/generic/story_channel.jsp?channel=space&id=news/asd/2011/09/26/08.xml&headline=Ex-Astronauts%20Caution%20Congress

    So auch eine Aussage von Griffin die er bei einer Kongress Anhörung an 22 September 2011 tätigte.

    “If the chief executive doesn’t want to do the project, then logically speaking they will slow roll it because every two years there is an election and there’s a chance to try again,” Griffin said. “If you start the project, it becomes more difficult to cancel it.”

    Nüchtern betrachtet liegen die Dinge einfach so, dass es sehr schwer ist in Anbetracht des Handelns Obamas in den vergangenen 3 Jahren ihn eben keine Böswilligen Absichten gegenüber der Bemannten Raumfahrt zu unterstellen. Denn es ist einfach kein Geheimnis das Obama der Bemannten Raumfahrt ungefähr so freundlich gesinnt ist wie Barney Frank den Militär.

    Nun zur “veralteten“ Shuttle Technik zu kommen:
    So gebe ich zu bedenken das das Shuttle immer noch das bisher am Höchsten Entwickelte Fluggäret der Menschheit darstellt. Eine SapceX Kapsel hängt so etwa den Shuttle um ca. 30 Jahre hinterher. Dass Shuttle wurde eben für einen ganz bestimmten Zweck entwickelt und zwar den Transport von Satelliten, Modulen, Menschen und für den Aufbau einer großen Raumstation in LEO entwickelt. So hätte es ohne das Shuttle z.b keine ISS geben und ohne Shuttle wird auch die ISS nicht mehr wirklich reparabel und erweiterbar sein. Insofern erfühlte, dass Shuttle Anforderungen die eine Kapsel wie der Dragon nie erfühlen kann und wird. Doch scheiterte, dass Shuttle an das Erreichen der Hohen startrate die nötig gewesen wäre um niedrige Flugkosten zu ermöglichen dies aber nicht zuletzt weil die USAF und das NRO auf weitere Satelliten Starts mit den Shuttle nach den Challenger Unglück verzichteten und die Columbia Katastrophe die Startrate nochmal arg von 6 auf 3 Starts reduzierte .

    Doch die Technik selbst ist sehr leistungsfähig und zuverlässig so etwa haben die ATK-Feststoffbooster noch nie bei einem Start versagt und die Verwendung der ATK-Feststoffbooster macht auch noch aus einen anderen Grund großen Sinn und zwar aus einen Strategischen. Denn würde man den Kauf von Feststoffbooster reduzieren so würde man auch zugleich den Preis für die Trident IID5 (SLBM) um mehr als 50% steigern, wie aus einem DOD Papier etwa hervorgeht. In wesentlichen erhält man mit dem ATK-Feststoffbooster nicht nur extrem leistungsstarke und Hundertfach erprobte Unterstützungstriebwerke sondern auch einen sehr großen Rabat auf strategische Raketen dazu. Überhaupt liegt der Vorteil bei der Verwendung von Shuttle Technik auf der Hand, den man braucht nicht diese Technologie neu zu entwickeln was in der Regel den größten Kostenfaktor darstellt. Daher warum nicht Feststoffbooster und Shuttle Triebwerke verwenden wenn diese den Technischen Anforderungen mehr als gerecht werden? Das größte Problem aller US Behörden ist nämlich letztendlich der Hang zu neu Erfindung des Rades und nicht etwa die Korrupten Unternehmen und Politiker. Die meisten großen Projekte on bei der NASA oder beim Militär gingen aufgrund von unsinnigen Neuentwicklungen bzw. Doppelentwicklungen zu Grunde.

    Ein weiteres Problem sind auch die gestellten Anforderungen gerade was die Sicherheit angeht, die der Bemannten Raumfahrt das Genick zu brächen drohen. Denn eben diese übertriebene Angst vor Unfällen und die Null Toleranz ihnen gegenüber machen einen Groß der Kosten und Verzögerungen aus. Würde man akzeptieren, dass ein Flug in Weltraum eben gefährlicher ist als ein Linienflug mit einer guten Airline so würden man wohl auch die Kosten und die Zeitspanne von Entwicklungen halbieren können. Bestes Beispiel dafür ist wohl das Apollo Programm wo man aus dem nichts durch das Eingehen eines hohen Risikos in nur 10 Jahren auf dem Mond landete. Hätte man zu Apollo Zeit dieselben Sicherheitsstandards verlangt wie man es etwa Heute bei Constellation tat so würde man wohl auch noch bis 2020 auf den Mondflug bzw. der ersten Mondumrundung warten dürfen.

    Nun um zu den vermeidlich billigen Kommerziellen wie etwa SpaceX zu kommen. So muss man sich zuerst mahl ansehen was bisher von dieser Seite geboten wurde und das ist nicht viel. Die Falcon 9 ist bisher zweimal geflogen die Dragon flog einmal mit mehr als einen Jahr Verspätung und dem nicht genug, erst kürzlich wurde der zweite Demo Flug der Dragon erneut verschoben. Feststeht die Falcon 9 ist in Vergleich zum Shuttle pro Flug deutlich billiger (theoretisch) doch auch in keiner Weise mit den Leistungsparameter des Shuttle zu vergleichen. Die Dragon+Falcon 9 mit dem Shuttle zu vergleichen ist in etwa so als ob man einen Smart mit einen Schwertransportlaster gleichsetzen würde. So wird die Dragon sofern sie ihr versprechen hält und beim nächsten DEMO Flug nicht abstürzt das bieten was bereits die nunmehr 50 Jahre alte russische Sojus Kapseln können und dies für eine überschaubare Zeitspanne von nur 4-5 Jahren bzw. für 12-15 Flüge den spätestens ab 2020 ist mit der ISS Schluss und somit auch mit der Dragon.

    Ich stehe den Kommerziellen Hype daher sehr skeptisch gegenüber, denn ich sehe wenig Greifbares von deren Seiten. Das Wirtschaftliche Konzept ist weniger tragfähig und Spekulativer als der von Obamas Bankrotter Solarmusterfirma Solyndra. Um nur einige Punkte zu nennen die mir z.b bei SpaceX Kopfzerbrechen bereiten.

    1.Leistungsschwache Hardware die nur in Verbindung mit der ISS Sinn macht.

    2.Die Magere Erfolgsbilanz, so hat SpaceX biss hier nur 3 erfolgreiche Starts von Falcon1 und 9 Raketen aber 3 Fehlschläge und ein Teilerfolg vorzuweisen.

    3.Das gesamte Konzept von Obama Space ist fragwürdig, da keine Perspektive für Kommerzielle Anbieter über 2020 geboten wird. Kommerzielle Bemannte Flüge können nur in einen engen Zeitraum von 4-5 Jahren (2015-2020) erfolgen danach ist Schluss. Sprich ich sehe keinen echten Markt für die Kommerzeilen Anbieter, man entwickelt Hardware für ca. 15 Flüge um die man sich dann auch noch mit der Konkurrenz streiten muss.

    4.Es fehlt auch die Politische Unterstützung, Constellation genoss überparteiliche Unterstützung wohingegen Obama Space breite Überparteiliche Opposition genießt. Ein einziger Fehlschlag seitens SapceX z.b bei einen Demo Flug würde so Commercial Space ein schnelles Ende setzen.

    Um nun zum Orbital Lift zu kommen, so habe ich auch äußerst erfreut die Entdeckung von Graphen dessen theoretische Kapazität die benötige Kapazität um 30% übersteigt zu Kenntnis genommen. Kohlenstoffnanoröhren dagegen sind bedeutend zu schwach für ein Orbitalseil und weisen zugleich andere Mängel auf so z.b bilden sich ab einer gewissen Länge Mikrorisse die die Reißfestigkeit noch einmal bedeutend herabsetzt. Ich bin mir aber sicher das wenn man so 1000 Milliarden in das Projekt Orbital Lift investieren würde es sogar Erfolg hätte. Aber realistisch betrachtet stellt der Bau eines Orbitalliftes selbst mit dem nötigen Material eine technische und Wirtschaftliche Herausforderung dar die alles was die Menschheit bisher geleistet hat (Weltkriege mahl ausgenommen) weit in den Schatten stellen würde. Man knausert momentan wegen Millionen bzw. 1-2 Milliarden in Jahr und beschwert sich wegen des zu hohen Preises von Sitzplätzen in der Sojus Kapsel da erscheint es einfach äußerst fraglich wie man bei derartiger Kleinkariertheit in der Politik und Öffentlichkeit die Unterstützung und das Geld für ein Jahrhundert Projekt wie etwa einen Orbitallift bekommen will.

  6. Wer glaubt, dass Obama entgegen anderslautender eigenen Aussagen die bemannte Raumfahrt beenden will, der sieht das natürlich auch. Mit genau derselben Logik könnte man behaupten, Bush hätte die bemannte Raumfahrt beenden wollen, in dem er den Shuttle auf 2010 aus dem Verkehr ziehen liess und das Shuttleprogramm stattdessen mit einem Schein-Programm namens „Constellation“ ersetzte, von dem er genau wusste, dass seine Parteifreude im Kongress es niemals ausreichend finanzieren würden… Auf diese Weise kann man sich sogar einreden, dass Kennedy das bemannte Raumfahrtprogramm, in dem er der NASA eine Mondmission verschrieb, die entweder nicht funktionieren würde (worauf die Raumfahrt eh zu Ende wäre) oder die, wenn sie funktionieren würde, nie mehr getoppt werden würde. Das Muster ist dasselbe wie bei Verschwörungstheorien aller Art: alles kann als Beweis für alles gelten.

    „Veraltet“ ist am Space Shuttle vor allem der Orbiter, der ja jetzt aus dem Verkehr gezogen wurde. Aber auch die Verwendung von ATK-Feststoffboostern könnte als gefährlich und damit veraltet gelten – auch wenn die Booster nun um ein weiteres Segment „gepimpt“ wurden. Der wichtigste Punkt ist jedoch, dass die Shuttle-Infrastruktur teuer ist. Es kann kaum sein, dass die Entwicklung einer neuen Rakete weniger als 100 Mio kostet, wenn die Firma klein ist und SpaceX heisst, oder ein paar Milliarden, wenn es eine Firma mit einem NASA-Cost-Plus-Vertrag ist. Die beste Möglichkeit wäre, wenn die NASA jährlich einen fixen Betrag dafür verwenden würde, die Startkosten per kg auf Raketen kommerzieller Anbieter um einen fixen Betrag zu verringern, um so den Markt zu vergrössern und grössere Startraten zu erzielen. Zudem würden so Anbieter günstiger, sicherer Raketen belohnt. In einem vergrösserten Markt würden wohl auch automatisch früher oder später Raketen mit 150 Tonnen Nutzlast entwickelt – Alternativ könnte man sie zu fixen Preisen anfordern. Das funktioniert aber nicht, und zwar nicht, weil es grundsätzlich nicht möglich wäre, sondern weil die NASA-Zentren mit ihren 10’000enden von Beschäftigten grosse politische Hypotheken darstellen. Das SLS ist ein perfektes Beispiel dafür, und eine Garantie, dass die USA auch die nächsten 10, 20 Jahre nicht im grossen Stil in den Weltraum aufbrechen werden. Wetten? Siehe auch: http://www.space-travel.com/reports/Monster_Rocket_Will_Eat_American_Space_Program_999.html

    Orbitallifte mögen zwar exotisch wirken, mit Graphen / Kohlenstoffnanoröhren hat man nun aber das geeignete Material gefunden – seine theoretische Kapazität übersteigt die Anforderungen an ein Orbitalseil deutlich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Technik soweit ist, die benötigte Menge dieses Materials in der erforderlichen Qualität herzustellen. Ich wäre nicht überrascht, wenn ein Durchbruch auf diesem Gebiet geschafft würde, noch bevor das SLS auch nur einen einzigen Astronauten über den LEO hinaus transportiert. Warum man zudem Fusionsantriebe in der Atmosphäre nicht einsetzen können soll, bleibt mir schleierhaft. Es gibt durchaus erste Projekte in dieser Richtung, die teilweise aneutronische Brennstoff (wie pB11) verwenden. Es gibt noch weitere Projekte, die als mögliche Alternativen gelten können, wie Licht/Mikrowellenantriebe, Kanonen (für Fracht), Ballone etc. Und natürlich kann man Treibstoffdepots auch mit kleinen Raketen starten und betanken.

    Niemand braucht zur Zeit wirklich ein HLV, und wenn wirs doch mal noch brauchen, dann wäre es das günstigste, wenn ein kommerzieller Sektor zur Verfügung steht, der sie zu einem fixen Preis entwickeln kann.

    PS: Das Geld, das in die Technologieentwicklung fliessen soll, insbesondere für Antriebe, ist natürlich für weltraumbasierte Antriebe gedacht. Geld für Alternativen zu chemischen Antrieben für den Start vom Erdboden aus gibts derzeit nur Tröpfchenweise, das hat sich unter Obama nicht geändert.

  7. @ Matthias Meier, erst mal entschuldigen wegen der späten Antwort. Nun zu Obama Space in seiner ursprünglichen Fassung, mir ist aufgefallen das du ziemlich gutgläubig bist was wage Versprechungen angeht den nichts mehr waren diese “Technologie Entwicklungsprojekte“ die in der Uhrfassung von Obama Space zu finden waren. Die zu Investierenden Summen lagen bei weniger als einer Milliarde pro Jahr und die Projekte waren auch nicht definiert noch teil eines weiterführenden Projektes, es waren schlicht Lückenfühler. Solche Projekte sterben jedes Jahr zu hauf in US Kongress bzw. die wenigsten Entwicklungsprojekte überleben mehr als ein Jahr bevor sie abgebrochen werden und das ganz gleich ob sie in Budget liegen oder nicht, so erging es auch den Flagship Missionen die heute längst vergessen sind.

    Darüber hinaus entsprach Obamas Plan auch den Standardverfahren das beim Abbruch von Großprojekten eingesetzt wird. In Washington wird nie ein Großprojekt mit harten Worten getötet, es wird immer eine Wohlklingende Zukünftige perspektive offeriert z.b in Form von unrealistischen und nciht bindenden Absichtsbekundungen oder einen fake Projekt wie die sogenannte Entwicklung von “Game Changer“ Technologien die Obama vorschlug. Solche Ankündigungen dienen dazu das eigene Gesicht zu wahren und Parteifreunde nicht vor den Kopf zu stoßen, sie sind reine Staffage. Charakterisiert werden solche Projekte dabei vor allen durch folgende Attribute.

    1.)Eine niedrige Budgetierung.

    2.)Unrealistische Versprechungen .

    3.)Keine klaren Details oder festen Zeitplan.

    4.)Alternativ zu Punkt 3 ein Zeitplan das nicht mehr in der eigenen Legislaturperiode liegt.

    All dies traf auf den Technologie Entwicklungsacaunt in der Uhrfassung von Obama Space zu, auch hatte man klar den massiven Widerstand des Kongresses unterschätzt, so hatte man sich nicht mahl die Mühe gemacht die Sache schonender z.b durch den Präsidenten selbst anzukündigen. Obama hat sich die ersten Wochen schlicht geweigert zu dem Thema zu den Thema Stellung zu nehmen , erst auf massiven Druck Nelsons hin kam es zum ersten Besuch des Kennedy Space Center durch Obama und so zu seiner ersten Rede zum Thema Raumfahrt. Auch was die viel besagte Kommission angeht so muss ich da hinzufügen, dass es eben genau diese Kommission war die zum Schluss kam das Constellation für den Erfolg bzw. fristgerechten Abschluss ca. 3 Milliarden mehr in Jahr benötigte als Budgetiert. Übrigens ist auch das Aufstellen einer sogenannten “Kommission“ ein beliebtes Verfahren um umstrittenen Entscheidungen Legitimation zu verschaffen, so stehen die Schlussfolgerungen bzw. das Ergebnis solcher Kommission von vorherein fest und decken sich immer mit den Willen ihres Auftraggebers. So verwundert es auch nicht, dass alle Mitglieder von Obamas Kommission als Skeptiker der bemannten Raumfahrt galten. Mit anderem Wort es war so als ob man eine Kommission unter der Leitung Barney Frank über die Fortführung des F22 Programms entscheiden lassen würde.
    Aber um zu einen anderen Thema zukommen und zwar zu “veralteten“ Shuttle Technik, so finde ich diese Aussage von dir gewagt. Gut das Shuttle hatte kein Warb Antrieb aber es bleib trotzdem das stärkste existierende Transportmittle ohne den der Bau der ISS in ihrer jetzigen Form unmöglich gewesen wäre. Dass Shuttle hat darüber hinaus mit dem SSME, dass bisher stärksten Widerverwendbare Triebwerk der Geschichte zu bieten, stärker als das nicht widerverwendbare RS-68 der Delta IV. Überhaupt stellt das Shuttle immer noch das nach der Saturn 5 leistungsstärkste Transport System in der Geschichte der Menschheit dar. Auf Basis der Shuttle Technik lässt sich noch dazu ein noch stärkeres Transportsystem entwickeln als es die Saturn 5 mit andere Worten was soll an dieser Technik überhaupt veraltet sein? Es gibt momentan und wohl auch in den nächsten 100 Jahren keine Alternative zu chemischen Antrieben und das Shuttle Konzept war das bisher fortschrittlichste System dieser Art. Ein HLV mit 130 Tonnen Kapazität macht darüber hinaus überhaupt den Einsatz von fortschrittlicheren Antriebssystemen oder den Bau eines echten Raumschiffes erst möglich. Um realistisch zu bleiben müssen wir nämlich einsehen, dass Atmosphärisch einsetzbare Startsysteme wie ein Orbital Lift oder gar ein Antti Gravitationsantrieb Science Fiction sind und auch bleiben werden. Nuklear oder Fusionsantriebe dagegen sind da schon realistischer, nur kann man solche Antriebstechnik nicht Atmosphärisch einsetzen also nicht zu Start von Fracht ins All verwenden. Ein HLV mit chemischem Antrieb macht erst den Einsatz von einem extrem schweren Nuklearantrieb möglich. Weil es erst den Antrieb in den Orbit bringt kann wo man es einsetzen um schneller zum Mars zu kommen. Selbiges gilt auch für Chemische Treibstoffdepots diese müssen ja auch erst irgendwie gestartet werden bevor man an ihnen Auftanken kann. Mit andern Worten man kommt um die Entwicklung eines Chemisch angetrieben HLV Systems nicht herum und wäre man nach Obamas “Plan“ gegangen so hätte man noch in Jahr 2100 auf eine Alternative zur Space Shuttle Technik gewartet.

  8. @revan: In vielen Punkten stimme ich zu, dass man das durchaus so sehen bzw interpretieren kann wie von dir beschrieben. Allerdings muss ich auch einige Punkte korrigieren:

    Der „erste“ Plan, den du erwähnt hast, basiert allein auf dem NASA-Budget-Antrag. In diesem waren neben der erwähnten Punkte jedoch auch bereits Technologie-Entwicklungsprojekte vorgesehen: es ist also nicht so, dass die Planung nicht mehr über den LEO hinaus gehen sollte. Der Budget-Antrag war ja auch die Folge der Empfehlung einer Kommission, die zuvor den „flexible path“ zum übergreifenden Plan erhoben hatte: Erst sollte die nötige Technologie entwickelt werden, um zum Mars zu fliegen – und so lange man diese Technologie nicht hat, macht es wenig Sinn, Hardware zu entwickeln, da es sich später herausstellen könnte, dass sie den entstehenden Aufgaben gar nicht gewachsen ist. Entsprechend wurden so wichtige Entscheide wie der Bau einer Schwerlastrakete (von der man ja nicht weiss, ob man sie dereinst wirklich brauchen wird) auf später vertagt.

    Dieses Vorgehen hätte jedoch tatsächlich, wie du geschrieben hast, dazu geführt, dass die zugehörige (extrem teure) Shuttle-Infrastruktur aufgegeben wird – etwas, was die Senatoren aus den Staaten, in denen diese „Shuttle-Workforce“ angestellt ist, natürlich nicht tolerieren konnten und deshalb unter dem Vorwand der „Rettung“ von Constellation die NASA anwiesen, sofort mit der Entwicklung einer Rakete und Kapsel zu beginnen. Die Möglichkeit, ein neues, sauberes Design auf der Basis neuster Technologie zu entwickeln, fällt damit flach, und die NASA wird für die kommenden Jahrzehnte weiterhin Milliarden in die teure, veraltete Shuttle-Infrastruktur buttern müssen.

    Vergiss nicht, dass diese SLS-Rakete jetzt von grundsätzlich denselben Mehrheit im Kongress erzwungen wurde, die es zuvor unter Bush jahrelang versäumt hatte, Constellation mit genügender Finanzierung zu versehen. Dass die Durchführung von Constellation „nur“ 3 Milliarden mehr pro Jahr gekostet hätte (vergleiche: die ganze bemannte Raumfahrt incl. Exploration bei der NASA verschlingt sonst etwa total 10 Mrd), halte ich bestenfalls für Wunschdenken – im ersten Jahr wären es 3 Mrd mehr gewesen, im nächsten 3.5, dann 4.8, etc. Die NASA hat, im Gegensatz zu privaten Firmen mit fixen Kostenrahmen, keinerlei Ansporn, die Kosten tiefzuhalten.

    Ich halte es weiterhin völlig illusorisch, dass die NASA für „Gesundheitsprojekte“ bluten soll – die Beträge, die sich bei der NASA einsparen lassen, sind gemessen an den Kosten im Gesundheitswesen schlicht und einfach vernachlässigbar klein, selbst wenn man die NASA vollständig einstellt. Dass Obama die bemannte Raumfahrt als „teuren Unsinn“ betrachtet, scheint mir auch keineswegs durch Fakten belegt, im Gegenteil: er hat sich immer sehr positiv darüber geäussert, und seine Handlungen scheinen mir vom Willen geprägt zu sein, die bemannte Raumfahrt in den USA ins 21. Jahrhundert zu führen, statt sich an „Haustier Projekte“ (lustige, aber wohl nicht wirklich zulässige Übersetzung des englischen Ausdrucks „Pet Projects“, was soviel wie „persönliche Lieblingsprojekte“ heisst) von ein paar Senatoren zu klammern, die nur viel kosten, aber keine wirkliche Exploration ermöglichen. Und schliesslich, dass die Wirtschaft der USA kurz nach der Amtsübernahme Obamas und einem Crash, der auf Jahre neoliberaler Deregulierung folgte, eine kräftige Ankurbelung benötigte, und dass eine solche natürlich Priorität über jegliche ausserirdischen Abenteuer hat, kann man Obama sicher nicht vorwerfen.

  9. @Matthias Meier, Ich muss in vielerlei Dingen wiedersprechen was Obama, Constellation und die US Raumfahrt angeht. Daher will ich mit der ursprünglichen Ankündigung bzw. “Plans“ Obamas beginnen diese lautete in
    ihrer Uhrfassung nämlich so.

    1.Constellation wird abgebrochen, da Shuttle Programm wie vorgesehen eingestellt.

    2.“Kommerzielle“ Unternehmen sollen ein Crew Vehikel für den Transport von US Astronauten zur ISS bis 2015 bauen bis dahin fliegt man mit den Russen.

    3.Die ISS wird entgegen Buschs Plänen die ein Ausstieg der USA schon 2015 vorsah bis 2020 weiter betreiben sofern sie natürlich so lange technisch durchhält.

    4.Die NASA würde einige sogenannte Flagship Missionen einleiten, die aber zu keinem weiterführenden Projekt gehören würden.

    5.Irgendwann will man auf den Mars landen die typische Ankündigung die mit einen “Mit freundlichen Grüßen zu vergleichen“ bei einer Vertragskündigung zu vergleichen ist.

    Nach diesem Plan wäre die Bemannte Raumfahrt der USA endgültig nach 2020 zu Ende gewesen, da mit dem Ende der ISS kein erreichbares Ziel mehr vorhanden gewesen wäre. Das letzte Kapitel der US Raumfahrt hätte dann 4 Jahre gedauert und aus 12-16 Gimini ähnlichen Flügen zur ISS bestanden.
    Danach die erste Korrektur aus Obamas Büro (auf Nelsons Druck hin), diese Bestand aus der Wagen Ankündigung ein HLV Triebwerk irgendwann zu entwickeln später wurde daraus gar ein ganzes HLV über den aber erst nach 2015 entschieden werden sollte, also 3 Jahre nach dem Ende von Obamas erster Amtszeit.

    Nach massiver Empörung die von Kongress über den Senat hin zur Raumfahrtgemeinde und zum Militär (das zu recht eine Kostenexplosion bei den Feststoffraketen befürchtete) reichte, kam die nächste Korrektur in Form eines Obama Besuches und einer 28 Minütigen Rede. In dieser gab Obama erstmals ein “Ziel“ an und das Ziel war ein Asteroid irgendwann um 2025 und als Trostpflaster kam dann sogar noch die “Orion Rettungskapsel“ die aber absolut kein Sinn machte. Über das Design der nötigen Hardware für Obamas Asteroiden Mission wollte man immer noch erst nach 2015 entscheiden also Politisch in einer Grauzone.

    Der damals noch Demokratische Kongress und Senat hatte aber daraufhin genug von Obama, so dass man zur Tat schritt und ein Gegenvorschlag machte, der faktisch das Constellation Programm wiederbelebte. In Folge der darauf folgenden Verhandlungen zwischen der Obama Administration und den Kongress und Senat genau wie den begleiteten massiven Protest fast aller Apollo Astronauten wie auch Namhafter Raumfahrt Experten gegen Obamas Ausstieg aus der Bemannten Raunfahrt kam Obama Space zu Stande.

    Der sah nun so aus:

    1. Constellation wird teilweise abgebrochen bzw. soweit möglich neu ausgerichtet, das Shuttle Programm wird um ein weiteren Flug verlängert.

    2.“Kommerzielle“ Unternehmen sollen ein Crew Vehikel für den Transport von US Astronauten zur ISS bis 2015 bauen bis dahin fliegt man immer noch mit den Russen.

    3. Die ISS wird bis 2020 weiter betrieben sofern sie natürlich so lange technisch durchhält.

    4. Die NASA entwickelt auf Basis des Constellation und Shuttle Programms einen HLV das 130 Tonnen tragen soll und zwar sofort und nicht erst “vielleicht“ nach 2015.

    5. Die Orion Kapsel wird ebenfalls voll entwickelt und soll Menschen wieder ins BEO führen um Obamas Gesicht zu wahren hat man die Orion dabei zum MPCV umbenannt und die Ares V zum SLS. Das Projekt Orion Rettungskapsel genau wie ein neuer HLV Triebwerk ist ebenfalls untern Tisch gefallen, später verabschiedete man sich auch von den sogenannten Flagship Mission.
    Das war die Lage 2010, wie man sehen kann ist nicht mehr viel übrig von Ursprünglichen Obama Plan. So wurde aus einen Nicht Plan langsam wieder ein Plan, doch hier endete der Kampf gegen Obama und Bolden nicht. Es folgte ein fast 1,5 Jähriges Drama zwischen den Senat und Kongress auf der einen und Bolden und Obama auf der anderen Seite der in wesentlichen darin bestand endlich Klarheit über das SLS Design zu schaffen. Bolden und Obama versuchten dabei das SLS weiter zu töten indem sie es immer weiter hinausschoben was die Kosten massiv in die Höhe trieb da die Orion Verträge weiter galten und Geld verbrauchten. Es spielten sich in Senats Anhörungen darauf Szenen ab in dem sich wohl zum ersten mahl ein NASA Administrator weigerte für seine Organisation einzustehen. So wurde versucht SLS Gelder umzuleiten und die Bekanntgabe eines klaren SLS Plans fast 1,5 Jahre hinausgezögert. Es ging sogar so weit als das man noch zum Schein mit LM über eine Orion Rettungskapsel verhandelte als diese längst aufgegeben und Teil keines Gesetzes war. Als LM darauf sogar einen Orion Start mit einer Delta IV 2013 vorschlug kündigte Bolden wohl als Reaktion eine Verlangsamung der Orion Entwicklung an. Man könnte über diese billigen wie absolut niederträchtigen Spielereihen Boldens und der Obama Administration längst ein Buch schreiben. Später machte man dann auch noch mit zahlreichen Skandalen auf sich aufmerksam wie etwa Boldens Kommentar bei Al Jazira wo er etwa sagte das die Hauptaufgabe der NASA die Förderung der Freundschaft zur Islamischen Welt währe oder der Streit um den Zahnersatz auf Staatskosten für ehemalige Astronauten (Also auch für Bolden) der Gegenstand einer Kongressanhörung wurde. Doch nun scheint es als ob das Tauziehen zu Gunsten des Senats entschieden wurde, den das SLS ist nun ein konkreter Plan geworden hinter dem sich auch die Obama Administration wenn auch Zähneknirschend stellen musste.
    Um zu einen anderen Punkt und zwar dem NASA Budget das zwar in Obamas ersten Amtsjahr weiter wuchs dies aber nur unwesentlich und teils aufgrund der anfänglich angenommenen 2,1 Milliarden teuren Strafzahlungen die beim Komplet Abbruch von Constellation fellig geworden wären. Der zweite NASA Haushalt Obamas dagegen war flach während der jetzige um ca. 2 Milliarden gekürzt wurde und nächste Jahr um mindesten weitere 1,6 – 2 Milliarden gekürzt wird. So etwa wurde das durch das Shuttle ende frei gewordene Geld weggestrichen was wohl für viele Shuttle Kritiker eine Kalte Dusche war den die hatten immer Argumentiert das das Geld in der NASA verbleiben würde. Auch was Constellation angeht war die Lage längst nicht so finster wie man sie gerne darstellt, so etwa hätte man Constellation mit einer Aufstockung des NASA Budgets um 3 Milliarden in Jahr fristgerecht und erfolgreich abschließen können. Der US Haushalt beträgt 2011 ca. 3200 Milliarden Dollar oder mit anderen Worten man hätte mit einer Erhöhung des NASA Budgets der nur 0.098% des gesamt Bundeshaushaltes betragen hätte die USA wieder zurück auf dem Mond und drüber hinaus bringen können.

    Nun zum letzten Punkt und zwar dem der Motive Obamas, dieser hatte nämlich wie gewisse Kreise einschließlich in Senat vermuteten mögliche Konkurrenzposten zum Sozial und Gesundheitssystem wie zur Endwicklungshilfe ausschalten wollen. Da Obama kein Befürworter der NASA war und ist war das Ende der Bemannten Raumfahrt eine Rutine Entscheidung auf was schon die Art wie er das Ende von Constellation verkündete schließen lässt. Die Idee dahinter war dabei ebenfalls recht simpel und zwar wollte Obama schlicht die Industriele Basis für eine in seinen Augen “teuren Unsinn“ eliminieren. Denn ein Republikaner hätte z.b gerade in fahle einer Drohenden Demütigung durch China z.b durch eine Chinesische Mondlandung das Budget von Constellation stark erhöht und dies zugunsten von demokratischen Haustier Projekten. Durch das eliminieren von Constellation hätte man dagegen einen Republikaner jede Möglichkeit entzogen auf eine Chinesische Bedrohung zu reagieren und so demokratische Haustier Projekte geschützt. Selbst wenn diese Mutmaßung falsch sein sollte so zeigt alleine der Umstand das Constellation wegen läppische 30 Milliarden mehr über 10 Jahre sterben durfte, während Mr. Obama alleine in seinen bisher fast 3 Regierungsjahren ca. 4000 Milliarden zur US Verschuldung hinzufügte wie groß die Unterstützung Obamas für die bemannte raunfahrt war/ist.

    PS: Betreff der „Kommerziellen“ Anbieter gerade der ULA wäre ich sehr vorsichtig den hinter der stecken nämlich dieselben Firmen die auch anderen Projekte gegen die Wand fuhren und zwar Boeing und Lockheed Martin. Wenn die sagen, dass ihre Rakete 100 Million kostet dann betragen die realen Kosten am Ende so ca. 1,5 Milliarden. Space X dagegen hat bisher einen erfolgreichen aber auch um einen Jahr verspäteten Falcon 9 Flug mit Dragon Kapsel vorzuweisen nun das mag ja zwar schön sein aber von der Falcon 9 zur Falcon Havy bzw. zu einer Falcon Super Havy ist es noch ein sehr langer weg. SpaceX wird aber seine Chance bekommen sich zu beweisen den die Falcon Havy soll ja auf den Transport von NRO Satelliten abzielen und dann werden wir sehen wie viel eine Falcon Havy wirklich kostet.

  10. Es ist eine unter den momentanen Politischen Gegebenheiten zwar recht wahrscheinliche Zukunft. Doch es bleibt zu hoffen, dass sich die momentane politische Realität ändert was an sich für die USA heißt das Obama 2012 abgewählt und der Defizit Wahn in Kongress die NASA “nur“ 10% des Haushaltes kostet sprich das es nicht noch schlimmer kommt als von CBO projiziert. Gerade heute kamen aber auch gute Neuigkeiten so etwa hat es die Obama Administration endlich aufgegeben das SLS zu torpedieren und NASA Chef Bolden das Design des SLS konkretisiert.

    Dazu folgender Link.

    http://www.nasa.gov/exploration/systems/sls/sls1.html

    Das SLS soll demnach auf dem Space Shuttle und den von Obama getöteten Constellation Programm basieren. In wesentlichen ist das SLS dabei ein Constellation light da sowohl die Orion Kapsel wie auch in wesentlichen das Träger Design übernommen wird. Das es noch kein echtes Ziel gibt hat in übrigens ebenfalls rein politische Gründe, den Obama wollte ursprünglich Constellation ersatzlos abbrechen und somit auch dem Plan auf dem Mond zu landen mit begraben er wollte dies wohl um Konkurrenz Projekte für seine Soziale Agenda zu eliminieren. Doch zum Glück hat Obama auf den massiven Überparteilichen Druck, des US Kongresses und des Senats seine Ursprünglichen Plänen weitgehend Abstand genommen. Trotzdem wäre aber eine Zielsetzung die mit der von Constellation identisch wäre ein Gesichtsverlust für den Herren Obama, daher ist ein Asteroid und der Mars weiter offiziell das “Ziel“ wenn diese Ziele auch bedeutend weiter weg liegen und letzteres (Mars) mit Constellation Technik nicht zu erreichen währe . Da Obama aber zum Glück egal ob er wiedergewählt wird oder nicht in Jahr 2018 aus dem Amt ausscheidet dürfte dies die bemannte Raumfahrt nicht noch mehr behindern. Denn ist Obama weg so wird der Mond wieder als nächst logischem Ziel in den Vordergrund rücken. Die Hardware (SLS, Orion) währe zu diesem Zeitpunkt auch gerade fertig und die nötige für eine Mondlandung noch fehlende Landehardware in wenigen Jahren zu entwickeln. Kombiniert mit dem massiven Druck einer bevorstehenden Mondlandung der Chinesen wäre auch der Willen das Geld locker zu machen da. Ich gehe daher davon aus das es eine neue Amerikanische Mondlandung um 2020-25 geben wird genau wie eine Landung auf einen Asteroiden zu einem aber viel späteren Zeitpunkt. Eine permanente Amerikanische Präsenz auf dem Mond (Mondbasis) bzw. generell außerhalb der Erde wird es dagegen nur geben wenn China eine solche Präsenz auf dem Mond zu etablieren versucht. Nun das ist eine Projektion der Zukunft mit vielen Wenn und Aber, doch aus der jetzigen Perspektive (NASA feindlicher Präsident, Wirtschafskrise und ein Tea Party Versuchter Kongress) kann es nur besser werden.

    Was Russland und Europa angeht so sehe ich hier leider dagegen schwarz, denn Europa fehlt der Politische und Öffentliche Willen und Russland die technischen wie finanziellen Mittel um ein bemanntes Raumfahrtprogramm nach dem Ende der ISS alleine fortzuführen.

    • Wenn man schreibt, Obama habe das Constellation-Programm „getötet“, dann muss man mindestens den Kontext dazu geben: Das Constellation-Programm wurde nach seiner Lancierung durch Bush vom Kongress nie mit den nötigen Mitteln versorgt: es war überteuert und bereits krass im Verzug. Der Erstflug der Ares V war bereits auf 2029 (!) herausgeschoben, und jeder Flug mit dem „Stick“ (Ares I) hätte etwa gleich viel wie ein Shuttle-Flug gekostet – es war also eher ein „Gnadenschuss“. Obamas neue Space Policy lief jedoch darauf hinaus, zunächst einmal das kommerzielle Potential zu fördern, und eine Backup-Kapsel zu entwickeln, falls das schief geht. Dann hätte man sehen können, wie sich die Dinge entwickeln, und die Grossrakete dann, wenn man sie wirklcih braucht (dann nämlich, wenn man die Technologie beisammen hat, mit der man zu einem Asteroiden fliegen will), mit klaren Spezifikationen kommerziell ausschreiben können. Eine Firma wie ULA oder SpaceX könnte eine solche klar umrissene Rakete wohl deutlich schneller zu einem deutlich günstigeren Preis entwickeln. Dass Constellation übrigens sozialen Projekten zuliebe geopfert wurde, ist auch Unsinn: Das Budget der NASA wurde auch unter Obama erhöht, es hätten sich also gar keine Einsparungen ergeben – und selbst wenn es so gewesen wäre, die paar Milliärdchen, die die NASA für die bemannte Raumfahrt ausgibt, sind schlicht und einfach nichts im Vergleich zum 10 Billionen grossen Bundeshaushalt.

      Die Entwicklung des SLS hingegen ist rein politisch: Senatoren aus Raumfahrtstaaten haben Angst um ihre Sessel, wenn wegen dem Ende des Shuttle-Programms plötzlich tausende Menschen auf der Strasse stehen. Deshalb baut man jetzt eine Rakete ohne konkretes Ziel: für die ISS ist sie viel zu gross und zu teuer, für den Mond oder einen Asteroiden zu klein (ausser evtl. eine freie Rückkehrbahn um den Mond, wie bei Apollo 8 ). Dass die Obama-Administration die Entscheidung in der SLS-Frage so lange herausgeschoben hat, ist deshalb demokratisch unschön, aber verständlich. Jetzt bekommen die USA halt die Rakete, die noch kein Ziel hat und die niemand wirklich braucht.

      Der Mond ist auch überhaupt kein logisches nächstes Ziel, bloss weil er vor der Haustür liegt. Was will man dort? Trainieren für den Mars geht nicht, weil die Bedingungen völlig anders sind (Atmosphäre, Wasservorkommen, Staubproblem, Tag-Nacht-Zyklus, etc.). Wichtig für den Flug zum Mars ist die lange Zeit, die man im Raum verbringt – und die kann man bei einem Asteroidenflug perfekt trainieren – ein Flug zu einem erdnahen Asteroiden dauert sogar weniger lang als zum Mars, man kann sich also schrittweise an längere Raumflüge annähern. Das, was man auf der Oberfläche des Asteroiden lernt, kann man beim Marsmond Phobos 1:1 umsetzen, um dort einen Brückenkopf für die weitere Erforschung des Mars zu errichten, wenn dies wirklich das Ziel ist. Der Mond ist letztlich eine Sackgasse – die Hardware, die dafür entwickelt wird, kann man nur dort brauchen. Sicher wäre es schön, dort eine bemannte Forschungsbasis zu haben, aber wenn das grosse Ziel der Mars ist und das Geld für beides nicht da ist, macht es schlicht keinen Sinn, so viele Mittel mit einer Mondbasis zu binden. Die Chinesen haben zur Zeit keinerlei konkrete Mondpläne. Die versuchen jetzt erstmal, in den nächsten 10-15 Jahren ihre eigene „MIR“ hinzukriegen.

      Aber um mal zum eigentlichen Thema zurückzukehren, ich halte es durchaus für denkbar, dass man mit solchen Vorstellungen, wie du und ich sie jetzt beschrieben haben, nicht einfach allzu simpel nur die Gegenwart weiterdenkt, statt von Brüchen auszugehen, wie es sie in der Geschichte immer wieder gegeben hat. Es könnte sein, dass man eines Tages die bemannte Raumfahrt einfach darum aufgibt, weil es niemanden mehr interessiert und die unbemannte Raumfahrt viel spannender geworden ist. Vielleicht würde dann das SLS plötzlich für den Start von grossen Planetensonden eingesetzt (etwa einen Titan-Rover), statt für bemannte Raumflüge. Aber vielleicht gibt es dann plötzlich kommerzielle Alternativen: Wenn SpaceX die Falcon Heavy verwirklicht, entsteht dadurch vielleicht plötzlich ein Markt für superschwere Satelliten – und Planetensonden. Ich auf jeden Fall hätte Verständnis, wenn die NASA statt 500 Mio für einenen SLS-Start nur noch 200 Mio für eine Falcon Heavy bezahlen will…

  11. Ich würde nicht sagen, dass Beobachtungen im Universum ohne jeden Nutzwert sind: Die Relativitätstheorie etwa wurde aufgrund von genau solchen „nutzlosen“ Beobachtungen im Universum entwickelt – heute wäre GPS ohne Relativitätstheorie nicht möglich. Es gibt sicher noch weitere Beispiele: Grundlagenforschung zeigt uns, was möglich ist, und die Grösse des Universums stellt sicher, dass auch die extremsten Bedingungen irgendwo vorkommen und studiert werden können. Selbst wenn der Nutzen auf der Erde nicht unmittelbar ist, so hilft uns das vertiefte Verständnis der Natur dabei, die Technologieentwicklung voranzutreiben.

  12. Ich meine daß es bei der bemannten Raumfahrt nicht um die Sinnhaftigkeit und Effizienz an sich geht. Jedes denkbare Projekt kann eine unbemannte Sonde mittlerweile besser erledigen.

    Sinnvoll ist bemannte Raumfahrt einzig da, wo es darum geht sagen zu können „WIR waren da“. Das hat zwar ausschließlich reinen Symbolcharakter, aber den würde ich auch nicht unterschätzen; letztlich ist jede Erkenntnis die wir im Universum sammeln für uns ohne jeden Nutzwert (mal die Suche nach NEOs ausgeklammert).

    Ob es auf Europa Leben gibt, ob es auf Mars eben gab, wie nah der nächste erdgroße Exoplanet ist, etc – wie wichtig das alles ist, ist reine Gefühlssache und muß sich daher mit der Aussage „Wir waren auf dem Mond“ oder gar „auf dem Mars“ messen lassen, genau wie das Betreiben einer bemannten Station im Orbit.

    Gruß Alex

  13. Eigentlich ist die bemannte Raumfahrt längst am Ende…
    In 300km die Erde zu umkreisen, ohne Ziel ist keine Raum“fahrt“.
    Die ISS hat ihre Kosten nicht gerechtfertigt, und seit Apollo gibt es keine ernsten Ambitionen, weiter zu gehen.

  14. @Valary
    Man kann auch in internationaler Zusammenarbeit unbemannte Missionen starten und es gäbe dann auch nicht das Problem, wer zuerst den Fuss auf einen anderen Planeten setzt. Für die internationale Zusammenarbeit muss aber erst der Wille zur Zusammenarbeit da sein. Nur weil einige Sci-Fi-Fans gerne einen Menschen auf dem Mars sehen wollen, werden keine Projekte gestartet. Das ist aber ein umfangreiches Thema, das den Rahmen hier etwas überschreiten würde.

  15. bozano zitiert:
    > Wieso Menschenleben riskieren und unnötig viel Geld ausgeben,
    > wenn das Ziel letzten Endes das Erlangen neuer Erkenntnisse
    > und wissenschaftlicher Fortschritt ist?

    Das Ziel ist es nicht nur Erkenntnisse zu erlangen. Menschen auf den Mars zu bringen ist auch ein Symbol der Möglichkeit, welches die Menschen imstande zu leisten sind. Gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten und ein Menschen heile zum Mars und zurück zubringen, erfordert eine internationale Zusammenarbeit.

  16. Die Vorliebe für bemannte Flüge ist zwar verständlich aber nicht unbedingt sinnvoll. Wieso Menschenleben riskieren und unnötig viel Geld ausgeben, wenn das Ziel letzten Endes das Erlangen neuer Erkenntnisse und wissenschaftlicher Fortschritt ist? Daher finde ich es auch besser, die bemannte Raumfahrt bis auf weiteres durch unbemannte Missionen zu ersetzen.

  17. schüsse auf den ibbereb aufbau des planeten , lol !

    Ich sehe es ähnlich wie meine vorposter ,e s ist nicht wirklich wünschenswert .

    mag sein das die besiedlung des alls auser zu großteils roboteriserten abbauzweckenen nie rentabel seinw wird, doch man sollte aufhören immer an das geld zu denken .
    mir fallen da die worte lenins ein : der kapitalist wird uns eines tages nch dass eil verkaufen auf dem wir ihn aufhängen werden .
    solange man mehr auf quartalsgewinne als an langzeitige sicherheit und stabilität sowie fortschrit abzielt werden wir wohl unser tolles sondennetzwerk nicht kriegen!

  18. Ich würde die unbemannte Raumfahrt nicht unterschätzen. Die Robotertechnik wird, so denk ich, in den nächsten Jahren große Fortschritte machen und vor Ort fast genauso gut forschen können, wie der Mensch.

    Allerdings sehe ich das Problem eher bei den Menschen, die sich lieber im internationalen Bereich um Gewinn und Wachstum ein Rennen liefern. Es gibt einfach noch zu viel gegeneinander, als miteinander.

    Zitat:
    > Jeder Lander soll – zumindest – ein Seismometer mit sich führen, so
    > dass aus der Vermessung von Erdbeben (oder Mondbeben, Marsbeben,
    > etc.) Schüsse auf den inneren Aufbau des Planeten (oder Mondes)
    > gezogen werden können, wie etwa die Grösse des Kerns, die An- oder
    > Abwesenheit von flüssigen Schichten, und so weiter.

    Den Satz musste ich zweimal lesen.^^
    Ich glaub du meinst: „Schlüsse“ statt „Schüsse“

  19. Also ich finde, dass wir erst einmal mehr in die unbemannte Raumfahrt investieren sollten, um noch mehr über unser Sonnensystem zu erfahren…dies würde wiederum wahrscheinlich auch zu neuen Erkenntnissen führen die auch für die Bemannte Raumfahrt von nützen sein könnten vllt. auch einen Antrieb oder irgendwas :D. Erst einmal in die unbemannte Raumfahrt zu investieren heißt ja nicht zwangsläufig die Bemannte Raumfahrt einzustellen 😀

  20. Ein interessanter Einblick in die mögliche Zukunft der Raumfahrt. Wollen wir hoffen, dass es nicht so kommt, ich will irgendwann noch einmal den Fuß auf einen fremden Himmelskörper setzen 🙂

    Das größte Hindernis für die Raumfahrt im Allgemeinen ist im Moment immer noch der Mangel an Geld, bemannte Missionen scheitern weniger daran, dass der Wille fehlt als vielmehr die Geldmittel, da man für Astronauten ein Vielfaches der Nutzlast in den Orbit befördern muss (Kapsel, Sauerstoff, Nahrung uvm. ). Ich bin jedoch der Meinung, dass die Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft auf eine Gabelung in ihrem Weg stoßen wird, wo es genau zwei Möglichkeiten gibt: Rückfall in die Steinzeit oder die Entwicklung zu einer hochtechnisierten Zivilisation ohne jegliche Energie- und Rohstoffsorgen. Der entscheidende Punkt wird sein, ob es der Menschheit gelingen wird, rechtzeitig Ersatz für die fossilen Energieträger zu finden. Und wenn das gelingt- was meiner Meinung nach die wahrscheinlichere Alternative ist- wird auch die bemannte Raumfahrt wieder aufblühen, da die zur Verfügung stehenden Energie- und Rohstoffmengen ständig zunehmen werden und auch das All selbst zu einer Quelle derselben werden könnte, z.B. durch orbitale Solarkollektoren und Asteroidenbergbau. Spätestens die Konstruktion des ersten Weltraumliftes, die ich für sehr wahrscheinlich halte, wird die Kosten dann soweit senken, dass gigantische Projekte bis hin zum Terraforming des Mars in greifbare Nähe rücken. Und unbemannte Missionen werden dann wohl in riesigem Maße durchgeführt werden, ich halte sogar die Einführung eines „Mars-GPS“ vor der Ankunft der ersten Siedler für sehr wahrscheinlich. Das ist auch gut so, denn unser Sonnensystem birgt wie der Artikel sagt noch so viele Rätsel, dass die unbemannten Missionen mindestens genauso interessant sind wie die bemannten.

    Ich hoffe, dass meine Zukunftsvision zutrifft 🙂

  21. Wünschenswert fände ich die genannten Aussichten schon, aber nicht auf Kosten der bemannten Raumfahrt.

    Warum nicht einfach auf Kosten bemannter Kriege? Einfach mal googeln, was alleine die Klimatisierung der Unterkünfte der amerikanischen Soldaten in Afghanistan kostet.
    Besser noch: Kriege abschaffen! Mit dem Geld bringen wir ein Teleskop in den nächsten 30 Jahren bemannt zum Gravitationslinsenfokus der Sonne.

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