Jan 18 2008

Mit Thorium in die nukleare Zukunft

Die Energie aus Kernkraftwerken erfreut sich gerade wieder grösserer Beliebtheit, weil sie praktisch klimaneutral ist – doch die Probleme sind die gleichen geblieben: Abfälle und Unfälle. Ein fast schon vergessenes Reaktordesign, das auf der Verwendung von Thorium statt Uran basiert, könnte dies grundlegend ändern.

Der heute stillgelegte Fluessigsalzreaktor der USA

Der heute stillgelegte Fluessigsalzreaktor der USA

Kernenergie hat viele Vorteile: Sie generiert sehr viel Energie aus sehr geringen Brennstoffmengen. Bei der Stromerzeugung in Kernspaltungsreaktoren entstehen zudem praktisch keine Treibhausgase oder Russpartikel, die Kernenergie ist also klimaneutral und (diesbezüglich) umweltfreundlich. Die Stromerzeugung ist unabhängig von Wetter, Jahreszeiten oder Sonnenscheindauer. Doch natürlich gibt es auch Nachteile: Die Gefahr eines nuklearen Unfalls, bei dem grosse Mengen an Radioaktivität freigesetzt werden, ist zwar klein, aber nicht Null: im unwahrscheinlichen Fall eines solchen Unfalls würden ganze Landstriche unbewohnbar. Gerade für kleine Staaten wie die Schweiz, die nicht einfach die betroffene Bevölkerung in eine andere Ecke des Landes umsiedeln könnten (weil das ganze Land von der Katastrophe betroffen wäre), scheint das Risiko, und sei es noch so klein, untragbar hoch. Ein weiteres Problem sind die radioaktiven Abfälle, für deren sicheren Entsorgung noch kein Land weltweit eine definitive Lösung gefunden hat. Die Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennstäben, die es erlaubt, einen Teil des unverbrannten Brennstoffs wieder zu verwenden, ist teuer, gefährlich und stösst immer mehr auf politischen Wiederstand. Problematisch ist auch der militärische Missbrauch der Nukleartechnologie: unter geringer Abwandlung der Technik, die nötig ist, um Uran für die Verbrennung in Kernkraftwerken aufzubereiten, lässt sich hochangereichertes Uran für den Bau eines Typs von Atombomben (Uranbomben) herstellen. Aus dem Abfallprodukt Plutonium lässt sich ein weiterer Typ Atombomben bauen (Plutoniumbomben), die noch einfacher zu bauen und zu handhaben sind als Uranbomben.

Das Bedürfnis nach neuen Grosskraftwerken

Brauchen wir in der Schweiz denn neue Kernkraftwerke? Der bedarf an Strom steigt jährlich, während das Angebot begrenzt ist. Gerade in der Schweiz, wo rund 40% des Stroms aus Kernkraftwerken und rund 60% aus Wasserkraftwerken stammt, lässt sich die Stromproduktion kaum mehr gross steigern. Alternative Energiequellen haben sicher eine grosse Zukunft (insbesondere die Solarenergie, die das Potential hat, dereinst alle anderen Energieträger abzuhängen – dazu ein anderes Mal mehr), doch können Sie, vermutlich selbst bei starker Förderung, kaum den zusätzlichen Verbrauch abdecken, von der zurückgehenden Produktion von Kernenergie (Abschaltung alter Reaktoren) und Wasserenergie (Klimawandel) gar nicht zu reden. Falls sich in den nächsten Jahren kein spektakulärer Durchbruch in Sachen Kernfusion ankündigt, ist der Bau neuer Kernkraftwerke fast unumgänglich (die Alternativen, Gaskombikraftwerke oder Strom aus dem Ausland sind beide nicht attraktiv). Dazu kommt, dass sich mit der Elektrifizierung des Privatverkehrs in den nächsten Jahrzehnten (Umstieg auf Hybridautos, die in der nächsten Generation auch direkt an der Steckdose “aufgetankt” werden können) wird den Stromverbrauch förmlich explodieren lassen.

Was, wenn wir nun einen neuen Typ von Kernspaltungsreaktor zur Hand hätten, die alle Vorteile der bisherigen Reaktoren besitzt (plus ein paar weitere), aber alle Nachteile nur in stark abgeschwächter Form aufweist? Wären wir bereit, die Entwicklung und Installation solcher Anlagen zu fördern, oder sind wir bereits zu sehr in der “Atom ist gefährlich”-Denkweise verfangen?

Thorium – die vergessene Alternative

Die Alternative heisst: Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren. Was zuerst arg chemisch und gefährlich klingt, ist in Wirklichkeit ein revolutionäres Reaktorkonzept, das ich im Folgenden etwas genauer vorstellen möchte. Thorium-Reaktoren verwenden als Brennstoff nicht Uran, sondern Thorium. Dieses Element ist in der Erdkruste rund drei Mal häufiger als Uran, so dass auch bei einem flächendeckenden, weltweiten Einsatz die Vorräte für Jahrhunderte gesichert wären. Zudem ist es in der natürlich vorkommenden Form praktisch nicht radioaktiv (im Gegensatz zum Uran, das in den natürlich vorkommenden Erzen wie Pechblende radioaktiv ist), die Halbwertszeit des einzigen, natürlich vorkommenden Isotops Thorium-232 beträgt über 14 Milliarden Jahre. Um dieses Isotop des Thoriums überhaupt erst spaltbar zu machen, muss es mit Neutronen beschossen werden – dann wandelt es sich in Thorium-233 um, das wiederum in wenigen Minuten zu Proactinium-233 zerfällt. Dieses muss nun von einem weiteren Neutroneneinfang geschützt werden, so dass es – in rund 27 Tagen – zu Uran-233 zerfallen kann.

Thorium-Nitrat

Thorium-Nitrat

Uran-233 wiederum ist ein hervorragender Kernreaktor-Brennstoff, mit dem sich eine Kettenreaktion aufrecht erhalten lässt: unter Neutronenaufnahme setzt Uran-233 weitere Neutronen frei, die weiteres Uran-233 zur Spaltung anregen – und nebenbei weiteres Thorium-232 zu Thorium-233 umwandeln, womit sich der Kreislauf schliesst. Die Spaltprodukte von Uran-233 sind wesentlich kurzlebiger: Der radioaktive Abfall würde bereits nach rund 300 Jahren nicht mehr gefährlich strahlen. Längerlebige radioaktive Nuklide werden nur in sehr geringen Mengen produziert. Zudem ist die totale Menge an radioaktiven Abfällen pro nutzbare Energie um etwa den Faktor 1000 kleiner. Dies liegt vor allem daran, weil rund 98% des Brennstoffs auch tatsächlich verbrannt wird, im Gegensatz zu Uran-Brennstoffen, wo die Brennstäbe nach rund 2-5% Verbrennung (je nach dem, ob Aufbereitet wird oder nicht) als Abfälle entsorgt werden müssen.

Eingebaute Sicherheit

Der spezielle Brennstoffkreislauf, insbesondere die Abtrennung des Proactiniums zum Schutz vor Neutronenstrahlung (diese Abtrennung ist notwendig, weil dem Reaktor sonst zu wenig Neutronen zur Verfügung stehen, um den Kreislauf aufrecht zu erhalten), erfordern ein spezielles Reaktor-Desgin. Dieses Design wird als “Flüssigfluorid” (oder allgemeiner, “Flüssig-Salz”) Reaktor bezeichnet. Der Brennstoff wird der Reaktorkammer nicht in Form von festen Brennstäben zugeführt, sondern als Fluorid-Salz-Verbindung gelöst in einer anderen Fluorid-Lösung. Konkret würde im Fall des Thorium-Kreislaufs das Uran / Thorium mit jeweils vier Fluorid-Ionen verbunden und in einer Lithium-7-Fluorid / Berylliumfluorid Lösung transportiert. Fluoride sind äusserst stabile Verbindungen. Die Fluorid-Lösung fliesst durch den Reaktor, setzt das Thorium der Neutronenstrahlung aus und transportiert es danach, zum weiteren Zerfall zu Uran-233, wieder aus dem Reaktor heraus. Später wird das Uran-233 dem Reaktor wieder zugeführt, um nun gespalten zu werden und somit nutzbare Energie freizusetzen. Die Fluorid-Lösung befindet sich auf einer Temperatur von etwa 650°, bei Normaldruck. Im Unterschied zu herkömlichen Druckwasserreaktoren ist kein Überdruck erforderlich, was den Bau vereinfacht und verbilligt sowie mögliche Fehlerquellen eliminiert. Da der Brennstoff sich in einer Flüssigkeit befindet, müssen auch keine Brennstäbe gewechselt werden. Der Reaktor lässt sich jederzeit stoppen, in dem man den Zufluss der Flüssigkeit in den Reaktor verhindert. Ohne Uran-233-Brennstoff stirbt die Reaktion darauf sofort ab, was den Reaktor äusserst sicher macht. Zudem sinkt die Reaktivität des Brennstoffs mit zunehmender Temperatur: der Reaktor regelt sich also selbst, ein Explosion ist völlig ausgeschlossen.

Schoene Blaue Steinchen

Schoene Blaue Steinchen

Ein grosser Vorteil dieses Designs liegt darin, dass kein Uran-233 aus dem Kreislauf entfernt werden darf, da sonst der Reaktor zum Stillstand kommt. Uran-233 lässt sich zwar zumindest theoretisch für Atombomben verwenden – aber man kann nur eines der beiden haben, entweder Bombe oder funktionierender Reaktor. Zudem entsteht stets eine kleine Menge Uran-232, das starke Gammastrahlung aussendet, die sehr leicht zu identifizieren ist. Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren können also mit geringem Aufwand gegen den militärischen Missbrauch abgesichert werden. Da der Reaktor seinen eigenen Brennstoff erbrütet, braucht er auch keinerlei Anreicherungsanlagen (Zentrifugen), die sich für die Anreicherung von Uran missbrauchen lassen.

Thorium ist darüber hinaus ziemlich günstig. Um den ganzen Strom aus den Schweizer Kernkraftwerken durch Thorium-Reaktoren zu ersetzen, wären pro Jahr etwa drei Tonnen Thorium nötig. Bei einem Weltmarktpreis von 60 Dollar pro Kilogramm könnte damit mit rund 200000 Franken die Schweiz für ein Jahr versorgt werden. Uran ist im Gegensatz dazu rund fünf mal teurer (zudem braucht die Erzeugung der gleichen Menge Strom mehr Uran, wegen der geringeren Umwandlungseffizienz), Tendenz steigend.

Es ist sogar möglich, der Fluoridlösung bestehende radioaktive Abfälle heutiger Kernkraftwerke beizumischen. In diesem Fall werden diese zu kurzlebigeren radionukliden Zerschlagen: die Menge hochradioaktiven Abfalls liesse sich also verringern.

Fazit

Fassen wir also nochmals zusammen. Das Konzept des Flüssigfluorid-Thorium-Reaktors hat entscheidende Vorteile:

- Es ist sehr viel sicherer als herkömliche Designs, insbesondere sind herkömliche “GAU”s unmöglich

– Es entstehen rund 1000 Mal weniger radioaktive Abfälle, die zudem nach 300 Jahren ungefährlich sind

– Es besteht die Möglichkeit, bestehende radioaktive Abfälle mitzuverbrennen

– Es ist unmöglich, Uran oder Plutonium für den Bau von Atombomben abzuzweigen

– Thorium, der Ausgangsstoff für den Brennstoffkreislauf, ist sehr viel günstiger und weltweit häufiger als Uran

Warum werden denn nicht schon lange Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren gebaut? Zum einen hat sich die Entwicklung der Kernenergietechnik einseitig auf “Festkörper”-Kernreaktoren konzentriert. Die Erfahrung mit diesem Reaktortyp ist klein: in den USA, in Kanada und in Indien wurden bereits Reaktoren gebaut, die mit Thorium arbeiten, während Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren nur in den USA getestet wurden. Für die Ansprüche der Militärs jener Zeit, die eher einen schnellen Brüter im Sinn hatten, der grosse Mengen von Plutonium erzeugen konnte, genügte der Reaktor nicht den Ansprüchen, so dass die Finanzierung des Projekts in den 70er Jahren beendet wurde.

In den letzten Jahren aber hat das Interesse in Thorium als Brennstoff für Kernkraftwerke stark zugenommen, unter anderem auch wegen dem stark gestiegenen Uran-Preis. Länder wie Norwegen steigen heute in die Erforschung von Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren ein, Indien, das über gigantische Thorium-Vorräte verfügt, will ebenfalls diese Art von Reaktor voran treiben, nicht zuletzt, um von ausländischem Uran unabhängig zu werden.

Und wie sieht es mit der Schweiz aus?

Energy from Thorium – Blog mit Hintergrundinformationen zur Energieerzeugung aus Thorium

Wikipediaeintrag zum Flüssigfluoridreaktor

90 Kommentare

  • By svenner, 18. Januar 2008 @ 19:41

    Worauf also warten ? bauen,bauen,bauen :)

  • By Herbert, 19. Januar 2008 @ 00:28

    Bis zu dem Abschnitt:
    Warum werden denn nicht schon lange…
    hab ich auf den Haken an der Sache gewartet, ich kann mir nicht vorstellen, dass die grossen Energiekonzerne ein gewinnbringendes Konzept einfach „vergessen“?!?
    Ist mangelnde Erfahrung mit der Technik wirklich der einzige Hinderungsgrund?
    Aber alle Achtung für deinen Lokalpatriotismus ;-))

  • By Bynaus, 19. Januar 2008 @ 00:31

    Lokalpatriotismus? Das musst du mir erklären…

    Ich denke, der Hauptgrund ist, dass es eine ganz andere Entwicklungsschiene ist, mit der man kaum Erfahrung hat. Ein bisschen wie mit den Nurflüglerflugzeugen: die wären auch recht effizient und geräumig, aber die Entwicklung ging nun mal in eine andere Richtung, ein Wechsel wäre ein Experiment und unter Umständen ein Risiko.

  • By Unbekannter Gast, 19. Januar 2008 @ 05:38

    Mit Lokalpatriotismus meinte ich, dass ich die Entwicklung einer völlig neuen Kraftwerkstechnik eher von einem der grossen globalen Konzerne erwarte. Aber vielleicht denke ich ja damit in die falsche Richtung.
    Wieso mein Post am 23:06 nochmal reinkam kann ich mir nicht erklären, tut mir leid.

  • By Unbekannter Gast, 17. April 2008 @ 20:31

    naja..
    man sollte vielleicht mal aus der sicht der atommächte denken.
    warum sollte man auf Flüssigfluorid-Thorium-Reaktoren umsteigen wenn die jetzigen doch so billig uran für die atombomben liefern?
    den meisten geht es wirklich nur um den profit.

  • By Bynaus, 17. April 2008 @ 22:57

    Die heutigen Reaktoren liefern kein Uran – höchstens eine militärische Abwandlung des Anreicherungsprozesses für die Uran-Reaktoren tut das. Sie liefern allerdings Plutonium, was aber eher ein Problem als ein Vorteil ist, da heute keine neuen Atombomben mehr gebaut werden (und wenn doch, kommt das Uran/Plutonium dafür aus anderen, veralteten Sprengköpfen).

    Die Grossmächte könnten jedoch tatsächlich ein Interesse für Thorium-Reaktoren entwickeln, wenn sich herausstellt, das man so Schwellenländern Atomenergie für zivile Zwecke zur Verfügung stellen kann, ohne ihnen gleich auch das Potential zum Bau einer Atombombe in die Hand zu drücken.

    Um \”Profit\” kann es bei Atomreaktoren heute auch nicht gehen. Die meisten von ihnen sind nicht besonders profitabel und halten sich nur dank direkten und indirekten staatlichen Subventionen (z.B. über gesetzlich verankerte, unrealistisch tiefe Versicherungsprämien) über Wasser halten.

    Der Hauptgrund, dass man nicht umsteigt, liegt vermutlich wirklich einfach darin, dass die Technologie noch nicht reif ist und ein Umstieg mit grossem Aufwand verbunden wäre.

  • By der sachse, 23. Juni 2008 @ 19:39

    genau dasselbe wie mit den geothermie-doppel-kraftwerken:
    billig, sicher, überall machbarbar, pracktisch unerschöpflich, naturfreundlich,…
    und TROTZDEM machen das so wenige.
    hinzu kommt noch, das die technologie der geothermie-KWs einfach simpel ist und die vorteile selbstverständlich sein müssten.
    aber trotzdem gibt es die kaum,
    halt weil sie nicht so bekannt sind.

    \”Vergessene Alternativen\” – traurige geschichten

  • By Unbekannter Gast, 14. Juli 2009 @ 19:53

    \”klimaneutral und umweltfreundlich\” ???
    prima von der kernkraftlobby abgeschrieben.
    1. die umweltschäden und kosten der förderung wurden ausgeklammert.
    2. die folgekosten – selbst von nur 300 jahren \”endlagerung\” sind unvorhersehbar, denn sie können durch geologische veränderungen (grungwasseranstieg, geolog. verschiebungen, einstürze der lagerstätten) explodieren.
    3. diese folgekosten tauchen in keiner aktuellen kosten-nutzen-rechnung der atomlobby auf, um diese folgekosten des gewinnstrebens der atomlobby soll sich \”der staat\” kümmern, also sollen wir alle die tragen.
    4. die ineffizienz der enegiegewinnung aus kernkraft wird nur verschleiert durch staatl. förderprogramme & beteiligungen und die fehlenden förder- und folgekosten in der gesamtrechnung.
    5. wie auch beim 1-liter-auto besteht kein interesse der wirtschaft an der entwicklung energiesparender technik. die möglichkeiten der energieeinsparung, verantwortungsvoll mit den resourcen auf mit blick auf zukünftige generationen umzugehen, würden viel mehr zur sicherung der energieversorgung beitragen.
    6. die möglichkeit tiefgreifender schädigungen von möglicherweise hundertausenden opfern über den zeitraum von vielen GENERATIONEN hinweg durch unfälle, sabotage oder angriffe ist an zynismus und kaltschnäuzigkeit kaum zu überbieten.
    7. es GAB bisher schon solche fast-katastrophen, die von den betreibern nur verschleiert wurden. wir haben bisher nur \”glück\” gehabt.

    schaut mal bei wikipedia vorbei, unter \”Kernenergie#Kritik\”

  • By Bynaus, 15. Juli 2009 @ 16:42

    1. In der Tat bin ich darauf nicht eingegangen. Da Thorium aber ein nuklearer Brennstoff ist, und nukleare Brennstoffe so viel höhere Energiedichten haben als chemische, dürften – ganz generell gesehen – die Umweltschäden durch Abbau von Thorium sehr viel kleiner ausfallen als durch den Abbau von chemischen Brennstoffen wie etwa Erdöl oder Kohle.

    2. 300 Jahre sind ein absehbarer Zeitraum. Man bedenke, dass man im Moment Endlager für 10000ende von Jahren plant. Da sind Experten am Werk, und man braucht das Endlager nicht viele Kilometer unter einem Berg wegzuschliessen. In Kombination mit den quantitativ sehr viel geringeren Mengen von Thorium-Abfällen vs. Uran-Abfällen ist das gut machbar.

    3./4. Die Energiegewinnung aus Kernenergie ist sicher effizient – es wird mehr Energie produziert als hineingesteckt wird. Die Frage ist wenn schon, ob das ganze wirtschaftlich ist. Die Kernkraft wird ja tatsächlich stark staatlich subventioniert – aber das kommt eben davon, dass da auch noch andere Interessen hineinspielen. Garantierte Grundlastversorgung etwa, ein absoluter wirtschaftlicher Standortvorteil. Oder die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Heute, Klimapolitische Aspekte.

    5. Es geht bei der Thorium-Energie nicht um Energieeinsparung, sondern darum, dass man nukleare Energieerzeugung auch ohne die vielen Nachteile der Uran-Spaltung haben kann.

    6. Fakt ist, dass von allen grossindustriellen Energiequellen die Kernenergie die niedrigste Anzahl Tote und Geschädigte vorzuweisen hat. So sterben zum Beispiel jährlich etwa 50000 Menschen an den direkten Folgen der Kohleverbrennung.

    Es geht mir hier keineswegs darum, die Energiegewinnung aus Uran zu verteidigen oder über den grünen Klee zu loben. Das dürfte wohl aus dem Artikel deutlich genug hervor gehen. Es geht darum, dass es eine kaum bekannte, kaum beachtete Alternative zur bisherigen Energieproduktion aus Uran-Kernspaltung gibt, die alle ihre Vorteile, aber kaum Nachteile (oder wenn, dann in deutlich abgeschwächter Form) hat. Dass das eine Horrorvorstellung für eingefleischte Kernkraftgegner, die ihre Ablehnung gegen das böse Atom mit der Muttermilch aufgenommen haben, ist, ist mir natürlich auch klar. Der Artikel richtet sich daher auch nicht an diese Personen, sondern an jene, die daran interessiert sind, das kommende Energieproblem der Menschheit pragmatisch anzupacken.

  • By prochazka georg, 20. Juli 2009 @ 02:44

    Eine Richtigstellung zu den obigen Erklärungen:
    \”Es ist unmöglich, Uran für den Bau von Atombomben abzuzweigen\”
    Es sollte stehen \”.. unmöglich, Plutonium für den Bau ..\” etc.

    Uran abzweigen kann man überall im Verarbeitungs und Anreicherungsprozess. Nur wird das Uran für KKWs nur auf 4 bis 5% Uran 235 angereichert.

    In den Uran 235 spaltenden Standard PWR und BWR Reaktoren wird Plutonium 239 durch Neutronenbeschuss aus Uran 238 generiert. Dieses Plutonium könnte bei der Wiederaufarbeitung abgezweigt werden und waffenfähig gemacht werden. In den Thoriumspaltreihen kommt Plutonium nicht vor.

    Zu den Beiträgen der überinformierten und untergebildeten Grünen Glaubensgemeinschaft erübrigen sich jede weiteren Kommentare, der Inhalt bewertet das Kernphysik- und Kerntechnik-Wissen der Glaubensgenossen zu Genüge.

  • By Bynaus, 20. Juli 2009 @ 11:58

    Richtig, da sollte \”Uran und Plutonium\” stehen (Korrektur folgt sogleich). Warum auch Uran? Uran-233 lässt sich allenfalls für den Bau von Atombomben verwenden. Entfernt man es aber aus dem Thorium-Kreislauf, so funktioniert dieser nicht mehr.

  • By Unbekannter Gast, 4. November 2009 @ 21:42

    Ehrlichgesagt wundert mich der Kreislauf ein wenig, da er fast klingt wie ein Perpetuum Mobile, zumindest hört es sich in dem Artikel so an als würde der kreislauf, einmal in Gang gesetzt, endlos weiterlaufen können.

    Dennoch sehr interessant.

  • By Bynaus, 5. November 2009 @ 00:31

    Es ist kein Perpetuum Mobile, weil ja Thorium konsumiert und radioaktiver Abfall produziert wird.

  • By Mawe, 27. November 2009 @ 21:05

    Ist es denn machbar, ein normales AKW in ein Flüssigfluorid-Thorium-AKW umzuwandeln? Also die vorhandene Infrastruktur eines herkömmlichen AKWs zu nutzen und dann einfach einen solchen Reaktor reinstecken?
    Ich denke an die vielen nicht in Betrieb genommen AKWs in Deutschland (über die Lage bei euch in der Schweiz weiß ich nicht bescheid).
    Das wäre bestimmt lukrativ.

  • By Bynaus, 28. November 2009 @ 11:15

    Ja, wenn man den Reaktor selbst ersetzt, wäre das wohl schon denkbar. Auch ein Thorium-Reaktor braucht einen Kühlturm, z.B. Allerdings gibt es auch Unterschiede im Betrieb, so dass über den Reaktor hinaus noch weitere Anpassungen nötig wären.

  • By Herbert, 2. Februar 2010 @ 23:29

    Das Thoriumkonzept ist sicher interessant und wäre auch mit heutiger Technologie gut umsetzbar. Aber auch herkömmliche Nuklear technologie könnte wesentlich bessere Energieausbeuten liefern, wenn der Brennstoff in einem geeigneten schnellen Brüter (ich weiss, ein ungern gehörter Begriff) schliesslich fast ganz in Energie umgesetzt würde. Somit würden nicht >80% der verfügbaren Energie weggeworfen (oder endlos zwischengelagert) sondern insgesamt etwa 92 % und nicht nur ca. 5% der im Brennmaterial vorhandenen Energie genutzt. Vorteil: Es blieben sehr wenig Abfall und bombenfähiges Plutonium übrig. Nachteil: Anstatt das hoch plutoniumhaltige Brennmaterial vollständig zu verbrennen, kann Plutonium für die Kernwaffenproduktion abgezweigt werden. Vom Standpunkt der Energieausbeute macht die heutige Nutzung des Brennmaterials jedenfalls nicht viel Sinn.

  • By Der Beobachter, 24. Februar 2010 @ 15:14

    Ich habe kürzlich von sogenannten Traveling Wave Reaktoren gelesen die ebenfalls ihren eigenen Brennstoff aus nuklearem Abfall erbrüten können und vom Konzept her einfacher sein dürften.
    Eine Abhandlung darüber deinerseits wäre bestimmt interessant zu lesen.

  • By Horst Trummler, 12. März 2010 @ 15:19

    der MSR Reaktor hat in der Tat einige Vorteile.

    Nicht genannt wurde die gute Teillastfähigkeit
    Nicht genannt wurde auch die Möglichkeit Prozesswärme zu gewinnen.
    Auf der anderen Seite ist es unredlich lediglich die geringen Brennstoffkosten zu benennen. Es ist genauso unredlich wie die Aussage, da die Sonne umsonst sei. Der Hauptkostenanteil einer jeden Kernstromerzeugung sind die Baukosten eines Kraftwerks.
    Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß der MSR Reaktor eine eigene Wiederaufbereitung benötigt. Dies dürfte die Baukosten erhöhen.
    Ich habe auf meiner Homepage (oekoreligion npage googlen) im Artikel \”Zukunft der Kernenergie\” den MSR Reaktor etwas detaillierter erlaäutert.

    Vandale

  • By Thanathos, 29. März 2010 @ 01:12

    Super Atikel …
    Jetzt fehlt noch ein Artikel zu den bekannteren „Schnellen Brütern“ und eine wo beide KW-Technologien mit einander verglichen werden …
    Mit den Titel „Thorium-Reaktor vs. Schneller Brüter“ …
    Wäre sicher interessant … … …

    FG Thanathos

  • By Unbekannter Gast, 23. Juni 2010 @ 18:36

    Wenn die Abfälle kürzer radioaktiv sind , heißt das aber, dass sie in diesem Zeitraum die Strahlungsmenge abgeben,wie andere Spaltprodukte in hunderttausenden Jahren,also stärker radioaktiv sind, oder?

  • By Bynaus, 23. Juni 2010 @ 20:08

    Nein, nicht zwingend. Es fällt zum einen sehr viel weniger Abfall an. Zudem kommt es darauf an, nach welchem Modus (Alpha, Beta, Gamma) die Teilchen zerfallen und welche Energie sie haben. Alles in allem ist die Strahlenbelastung geringer.

  • By Unbekannter Gast, 23. Juni 2010 @ 22:30

    Aber, Alpha-Strahler sin am gefährlichsten wenn sie in den Körper gelangen,über Essen ode Atmung, weil sie vollständig vom Körper absorbiert werden. Ich sprach auch von der schieren Energie,
    nicht der Äquivalentdosis oder ähnlichem. Und die Strahlung des heute nicht umgesetzten U238 ist doch wohl vernachlässigbar. und ich glaube, pro gespaltenem Kern treten immer ungefähr 2Tochternuklide auf.Natürlich ist kompakterer Abfall leichter zu lagern, da hast du Recht.

  • By Bynaus, 24. Juni 2010 @ 10:41

    In heutigen radioaktiven Abfällen gibt es zwei Komponenten: Erstens die Aktiniden, die durch Neutroneneinfang am Uran des Brennstabs entstehen, anderseits die Spaltprodukte. Erstere haben typische Halbwertszeiten von einigen 100000 Jahren, letztere von etwa 30-100 Jahren. Die Aktiniden sind der Grund, warum radioaktive Abfälle so lange gelagert werden müssen, aber die Strahlung wird dominiert von den Spaltprodukten. In Thorium-Abfällen gibt es keine Aktiniden, denn der Thorium-Reaktor ist vom Typ her ein \”schneller\” Reaktor, der letztlich alle Aktiniden verbrennt (deshalb könnte man ihn ja auch mit radioaktiven Abfällen betreiben). Da die Aktiniden (v.a. unverbranntes Uran-235, Uran-238 und Plutonium) den grössten Anteil am Volumen haben, ist der Umfang der beim Thorium-Reaktor anfallenden Abfälle viel geringer, und deren Aktivität klingt – dank der fehlenden Aktiniden – innert weniger Jahrhunderte ab.

  • By heraklit, 12. Juli 2010 @ 18:47

    Ich habe ernste Zweifel an der Atomenergie, weil ich die Kosten für die Endlagerung für unkalkulierbar halte. Man kann sich nie sicher sein ob Wasser in ein Endlager eindringt, muss wie bei der Asse in Deutschland teure Reperaturmaßnahmen vornehmen oder den Atommüll aus dem Lager wieder herausholen,ohne Erfolgsgarantie, im Unglücksfall könnten Trinkwasserreserven verstrahlt und Agrarland unbrauchbar werden.Es drohen höhere Gesundheitskosten, wenn radioaktives Jod in der Nahrungskette zu Schilddrüsenkrebs führt, Strontium sich in Milch und Knochen anreichert und Polonium von Tabakpflanzen akkumuliert wird, was das Rauchen noch gefährlicher macht, als es ohnehin schon ist Zudem sind (vermutlich)geeignete Gesteinsformationen selten und schlecht zugänglich, sodaß gewinnorientierte Entsorger bald auch zweit- und drittklassige Standorte nutzen würden.Die Kosten für die Endlagerung könntensehr schnell steigen, wenn die geeignetsten Stätten voll sind oder man aus Fehlern lernend andere sicherheitsstandards setzen muss. Ist Radioaktivität einmal in durchlässiges Gestein entwichen, steigen die Sanierungskosten ins Unermessliche, etwas ähnliches geschiecht gerade im Golf von Mexiko, wo die Schadensbegrenzungsmaßnahmen bereits jetzt den Wert des geförderten Öls von \” Deep Water Horizon\” übersteigen, und man müsste aus Vorsichtsgründen die Regionen für andere Zwecke meiden, z.B. für wichtige Verkehrswege und den Bergbau. Im Falle des Entweichens von Radioaktivität wäre auch sehr schwer zu entscheiden,ob man eingreift und alles möglicherweise verschlimmert oder eine gewisse Zusatzbelastung zur natürlichen Radioaktivität toleriert; man muss realistisch annehmen, dass ein teurer Zick-Zack-Kurs von den verschiedenen Interessengruppen eingeschlagen wird, an dessen Ende eine Fehlentscheidung oder jahrelange Stagnation steht, dass Sanierungsmaßnahmen begonnen und wieder abgebrochen werden. Weil die Kosten für die Kernenergie noch nicht feststehen,halte ich Kohlekraftwerke für das kleinere Übel, an die Auswirkungen des Klimawandels können wir uns anpassen, weil wir ohnehin aufgrund des Bevölkerungswachstums neue Technologien für Energie- und Stoffkreisläufe finden werden müssen.
    Thorium-Flüssigsalzreaktoren sind allenfalls denkbar als Mittel zur Schadensbegrenzung der Kernspaltung, aber man darf nicht annehmen, dass sie statt der üblichen Leichtwasserreaktoren etc.gebaut werden würden, sondern zusätzlich, sie würden den Ausbau erneuerbarer Energien gefährden. Ich nehme an, dass sich in Folge der Energie knappheit die Wirtschaftsstruktur verändern wird: In Zukunft werden schwere , billige Dinge dort produziert, wo sie gebraucht werden, oder die Menschen ziehen dorthin, wo sie gebraucht werden. Lokaler Mangel an bestimmten Stoffen wird durch Technologie kompensiert weden: Kohlenstofffasern statt Stahl, Gewächshausanbau von Baumwolle und anderen Pflanzen in statt energieaufwändiger Transport, in Wüstengegenden auch von Getreide mit weitgehender Kondensation des Transpirationswassers. Es gibt keinen Grund,dass wir um Größenordnungenmehr Energie brauchen als die Menschen der Antike

  • By Bynaus, 23. Juli 2010 @ 14:38

    Mit schnellen Brütern (wie dem Thorium-Reaktor) gibt es keine Langzeit-\”Endlager\” für Atommüll, weil deren radioaktive Abfälle keine langlebigen (~10000+ Jahre Halbwertszeiten) Transurane mehr enthalten, sondern fast nur noch Spaltprodukte, deren Radioaktivität in Jahrzehnten bis wenigen Jahrhunderten abklingt. Sicher würden zunächst Thorium-Reaktoren zusätzlich zu den bestehenden Reaktoren gebaut – langfristig könnten sich letztere aber nicht durchsetzen, nur schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit.

    Thorium-Reaktoren haben das Potential, Strom in grossen Mengen zu produzieren, zu einem Preis, der günstiger ist als bei der Kohle – und praktisch ohne Gefährdung der Umwelt. Das ist so ziemlich genau das, was wir brauchen: eine CO2-freie Technologie, die den von unserer Hochzivilisation nun mal benötigten Strom (es gibt jede Menge Gründe, warum wir eben sehr viel mehr Energie brauchen als in der Antike…) zu einem sehr geringen Preis herstellt.

  • By heraklit, 23. Juli 2010 @ 15:06

    Dann würde ich gern wissen, was im Falle der Freisetzung von Spaltprodukten wie Cäsium137 und Strontium 90 zu tun wäre
    die sich in vielen Lebewesen anreichern, weil sie chemisch den Mengenelementen Kalium und Calcium ähneln)
    Weil in einer kommerziellen Thorium-Wirtschaft IMMER Unfälle zu erwarten sind.
    Zwar haben sich radioaktive Isotope im Naturreaktor Oklo über zwei Milliarden Jahre kaum ausgebreitet, aber eine Gesteinsschicht ist nur so lange von der Biosphäre abgeschlossen, so lange der Mensch keinen Zugang legt, um Abfall hinein und eventuell wieder herauszubefördern

  • By Bynaus, 23. Juli 2010 @ 15:57

    Tschernobyl könnte als (ungewolltes, tragisches) Experiment zu dieser Frage betrachtet werden – dort wurden neben Iod auch diese beiden Isotope freigesetzt. Es hat sich gezeigt, dass die einzigen nachweisbar zusätzlichen Krebsfälle (also jene, die über dem \”natürlichen\” Hintergrund lagen) von radioaktivem Iod kamen: Und das auch nur, weil Iod in der Schilddrüse stark konzentriert wird. Da radioaktives Iod (I-131) eine sehr kurze Halbwertszeit (von 8 Tagen) hat, kann man praktisch alle diese Krebsfälle verhindern, indem man dafür sorgt, dass die Menschen im betroffenen Gebiet mit Iod(tabletten) versorgt werden, so dass die Schilddrüse das radioaktive Iod nicht mehr aufnehmen kann.

    Mal ganz abgesehen davon: Ein Reaktorunfall wie Tschernobyl ist bei einem Flüssigsalz-Thorium-Reaktor sehr unwahrscheinlich. Es gibt nichts, was brennen könnte, der Reaktor ist selbstregulierend (je heisser, desto weniger Reaktionen können stattfinden) und selbstsichernd (eine zu heisse Reaktorflüssigkeit schmilzt die Freeze Plug womit die Reaktion zum Erliegen kommt). Such mal nach Liquid Fluoride Thorium Reactor, LFTR.

    Thorium-Reaktoren sind total andere Maschinen, ein ganz anderer Ansatz zur Kernspaltung, als die Atomreaktoren, die wir heute kennen. Es wäre schade, wenn man die beiden nur aus Ignoranz in denselben Topf werfen würde.

  • By heraklit, 23. Juli 2010 @ 16:07

    Nein ich habe nicht von einem Störfall im Betriebsablauf, sondern bei der Lagerung, Entsorgung, wie auch immer, der Spaltprodukte geschrieben.
    Außerdem zeigen sich viele Folgen von Radioaktivität erst nach Jahrzehnten, und sind von anderen Faktoren(Z.B Folgen niedrigeren Einkommens nicht immer zu unterscheiden.

  • By Unbekannter Gast, 23. Juli 2010 @ 16:47

    Und auch wenn die Schäden an Menschen gering sind, ist der wirtschafliche Verlust durch die Vorsichtsmaßnahmen,die eine verantwortungsvolle Regierung ergreifen muss, enorm. Wenn die Radioaktivität in kontaminiertem Ackerland und Gewässern langsamer abklingt, als neue hinzukommt, können sich auch kleine Mengen entwichenen Material sich in Jahrzehnten aufsummieren, wenn wir die Energieversorgung der Welt auf Thorium stellen wollen, und zu diesem Zweck hunderte Reaktoren errichten.
    Es gibt Alternativen, die bezahlbar werden könnten, zB Wellenkraftwerke und solarthermisch betriebene Sterlingmotoren.

  • By Unbekannter Gast, 24. Juli 2010 @ 19:27

    Alles was wir tun bürgt ein gewisses Risiko. Meine Stromrechnung ist jährlich 6000 Franken. Mit Thoriumkraftwerken würde dieser Betrag wohl massiv Schrumpfen und ich könnte mehr Geld für meine Gesundheit (im Alter) sparen bzw ausgeben. Verseuchtes Wasser und Agrarland dank eines Thoriumrekators ist nahezu ausgeschlossen. Selbst wenn der Reaktor explodiert, es kann keine Kernschmelze geben. Neues Thorium (Brennmaterial) fliesst nicht mehr zu. Der worst case ist absolut kalkulierbar. Schlussendlich muss dieser neue Reaktor gegenüber existierenden Stromquellen deutliche Vorteile haben, auch finanzielle. Wenn X Leute wegen der Strahlung Krebs kriegen, mit der Einsparung jedoch bei 10X Personen krebs entfernt werden kann, dann rechnet sich die Sache. Und ja, Staudämme können auch brechen und die Leute ertrinken. Atomgegner, cool down!

  • By heraklit, 25. Juli 2010 @ 12:06

    Eine Überschlagsrechnung, die von durschnittlich weltweit benötigter Energie von 5*10^20 J ausging in den nächsten 50 Jahren, kam auf knapp 260000 Tonnen Spaltprodukte, wenn alles aus Thorium erzeugt würde,und wenn davon mehr auf die späten Jahre entfiele wäre nur ein kleiner Teil dan schon verfallen?
    Wie will man das alles unter Kontrolle halten?

  • By heraklit, 26. Juli 2010 @ 14:55

    Energiebedarf von 2010:~500 Exajoule nach http://www.wgbu/wgbu jg.2003.pdf S.139,(also eher zuvorsichtig angenommen, dass der Energiebedarf nicht weiter wächst) *50 Jahre vereinfachend gerechnet mit der Energiedichte von U235-Kernspaltung nach Wikipedia, etwas nach untengesenkt wegen des niedrigeren Atomgewichts von Thorium und des Massendefekts; wie gesagt eine Überschlagsrechnung,
    natürlich würde auch nicht sämtliche Energie sofort aus Thorium gewonnen.

    Aber dennoch frage ich mich, wie man zehn- oder hunderttausende Tonnen Atommüll 300 Jahre lagern will.
    Bynaus, wie stellts du dir das konkret vor? Unter- oder überirdisch, staatlich, international,oder privat?
    Kann man heute sagen, wie viel es kosten würde?

    Denn es stimmt wohl, dass Kohleverstromung mehr Menschen getötet hat als Kernspaltung, aber ich befürchte das durch die Kosten und Genomschäden durch Atommüll letzlich auch Thoriumreaktoren mehr (zukünftig)kosten werden, als sie (heute) nutzen. Überzeuge mich vom Gegenteil!

  • By Bynaus, 26. Juli 2010 @ 21:46

    Diese Abfälle könnten in Glas eingegossen und dann in moderat gesicherten Lagerhallen gelagert werden. Selbst \”zehn- hunderttausende Tonnen\” sind da kein grosses Problem, mit Chemieabfällen macht man das schon lange so.

  • By heraklit, 11. August 2010 @ 11:22

    Die Reaktorflüssigkeit, die gleichzeitig Reaktionsraum und Wärmetauscher ist, muss im Kreislauf (isotopenrein) wiederaufgearbeitet werden, richtig? Kann man die Abfälle gleich im Reaktor in Glag eingießen oder müssen sie hierzu zu einer anderen Stelle gebracht werden?

  • By heraklit, 9. September 2010 @ 01:38

    Beim Entfernen unerwünschter Stoffe im Primärkreislauf, befüchrte ich das Entweichen gasförmiger Spaltprodukte,
    die in z.T langlebige Isotope weiterzerfallen( z.B Caesium 135, Halbwertszeit 2,3 Millionen Jahre, und auch Beryllium ist zwar nicht radioaktiv, aber alles andere als ungefährlich.

    Am meisten Kopfzerbrechen bereitet mir jedoch, ob das Material der Reaktorwand durch Jahrzehnte langen Kontakt mit heißer Fluoridschmelze und ungünstigenfalls HF brüchig werden kann.

    Schließlich und endlich, wie entsorgt man die erstarrte Schmelze, wenn die \”Notabschaltung funktioniert?

  • By heraklit, 9. September 2010 @ 14:04

    Bynaus hat am 23.07.2010 13:57:49 geschrieben…
    (…)es gibt nichts, das brennen könnte…

    Ich denke, der Moderator besteht aus Graphit?

  • By Bynaus, 9. September 2010 @ 15:33

    Langlebige Isotope treten nur in sehr geringen Konzentrationen auf. Beryllium ungefährlich – nun, alle Elemente sind in der einen oder anderen Form gefährlich, und Gefahren gibt es überall. Das spricht auf jeden Fall weder spezifisch gegen die Atomenergie, noch gegen den Thorium-Reaktor (sonst würde es auch gegen die Kernfusion mit ITER sprechen).
    Man wird alles unternehmen, um die Bildung von HF zu unterbinden (die Fluoridsalze selbst sind nicht korrosiv), z.B. in dem man reines Lithium-7 im Salz verwendet,um die Entstehung von Tritium zu unterdrücken. Es gibt keinen Grund, die \”Schmelze\” zu entsorgen, man braucht sie ja wieder, wenn man den Reaktor wieder anwerfen will. Wenn man unbedingt muss, kann man die Schmelze durch \”Distillieren\” wieder in ihre Bestandteile zerlegen und einzeln entsorgen oder wiederverwenden.

    Und ja, stimmt. Der Moderator besteht aus Graphit. Das kann natürlich brennen, wenn es an die Luft kommt.

  • By heraklit, 9. September 2010 @ 16:15

    Vielen Dank für die zahlreichen Auskünfte und Richtigstellungen.
    Ich glaube, jetzt bin ich wirklich fertig.
    Es bleibt abzuwarten,welche unerwarteten Schwiergkeiten bei einer großtechnischen Umsetzung bleiben.

  • By Fatih, 1. Januar 2011 @ 02:03

    Ich vermute einen politschen und wirtschaftlichen Hintergrund, wieso Uran Thorium vorgezogen wird.

    1. Uran gibt den Grossmächten das fragwürdige \”Recht\”, den Schwellenländer den Bau von Atomkraftwerken, und den damit verbunden Wirtschaftsaufschwung, zu verbieten, da man diese Technologien/Anlagen für einen Krieg missbrauchen kann, was nebenbei sie selber tun. Somit haben nur sie das Privileg und die Vorteile der Atomtechnologie.

    2. 80% der Thorium-Vorkommen liegen im Nahost, nämlich in der Türkei. Wenn die westlichen Länder, sich entscheiden würden, die Mehrheit der Atomenergie aus den Thorium zu gewinnen, dann hätte man einen Aufschwung in dieser Region und eine gleichzeitige Abhängigkeit besiegelt.

    Nebenbei: Wenn ich mir die Weltgeschichte von der Antike bis heute so ansehe, sehe ich nur, kurz ausgedrückt, Machtkämpfe. Es ist wie ein Strategie-Spiel, bei dem es darum geht, dem Gegner auf jede Art und Weise zu schwächen, sei es politisch, wirtschaftlich, strategisch, kulturell etc. Ich weiß das meine Meinung anti-westlich klingt, aber aus meiner Sicht, sind die Dinge leider so.

    Ich freue mich auf Kritik, da man nur dadurch etwas wirklich lernt.

  • By heraklit, 1. Januar 2011 @ 16:02

    Die meisten Länder haben das Recht Atomenergie friedlich zu nutzen, und wie sollten die IL sie den hindern auf Thorium umzusteigen?

    Und auch in den USA ist Thorium häufiger als Uran- nehme ich an.

  • By Unbekannter Gast, 1. Januar 2011 @ 21:24

    Naya diejenigen Länder, die gleiche Ansichten haben wie z.B. die USA, haben natürlich weniger Probleme bei der Nutzung der Atomenergie, als wie Venezuela, Iran usw.
    Organisationen wie die IAEO beraten wer das Recht hat Atomenergie zu nutzen und wenn ein Land dies nicht akzeptiert wird es wirtschaftlich, durch Sanktionierung, bestraft.

    Das mit Thorium meint ich so, das Sie erst gar nicht in diese Richtung forschen, weil es letztendlich diejenigen Länder mehr nützen würde bei denen diese Ressourcen auch vorkommen.

  • By heraklit, 2. Januar 2011 @ 17:51

    Das ist es ja, der MSR istfast bis zur Praxistauglichkeit erforscht.

  • By Fatih, 2. Januar 2011 @ 20:05

    Und mit MSR meinst du ?

  • By Bynaus, 2. Januar 2011 @ 20:28

    Zu 1) Das Recht, Uran anzureichern und zu friedlichen Zwecken zu nutzen, hat nicht nur jedes Land, die Industrieländer müssen den Entwicklungsländern sogar helfen, Atomtechnologie zu entwickeln, wenn diese das wünschen. So steht es im Nicht-Proliferationsvertrag, und so geschieht es auch (bloss dass die wenigsten Entwicklungsländer wirklich die Geldmittel haben, um Atomtechnologie anzupacken). Einzige Bedingung ist, dass militärische und geheime Programme verboten sind. Die IAEA hat das Recht, Inspektionen durchzuführen, um sicherzustellen, dass der Vertrag eingehalten wird.

    Iran hat gegen das Verbot eines geheimen Programmes verstossen und steht deshalb unter politischem Druck.

    Zu 2) Das stimmt nicht. Je 25% der weltweiten Thorium-Vorkommen liegen in Australien und Indien, der Rest verteilt sich ziemlich gut über die Welt.

    MSR = Molten Salt Reactor.

  • By Unbekannter Gast, 2. Januar 2011 @ 21:23

    zu 1) ja offiziel gesehen wird es so propagiert, aber betrachten wir die Sache mal praktisch. Mit Helfen meinst du verzinstes Geld von IWF und den anderen Weltbanken. Ich glaube kaum, das auf die lange Sicht für die armen ausgebeuteten Länder, sowas in Frage kommt. Und die Bedingungen, bei denen es verboten ist Atomtechnologie zu betreiben, sind ironischerweise die selben, an der sich viele der Mitglieder selber nicht halten, die USA als vorderster.

    zu 2) das kann sein. Aber was ich meinte, sind die stillen Vorkommen. Bin mir aber trotzdem nicht sicher, muss nochmal nachsehen.

    Im großen und ganzen ist meine Meinung, das man die Gefüge der Macht, in Hinsicht auf die Energie, zurzeit nicht ändern möchte. Deswegen wird auch nicht voll auf Wasserstoff als auf Öl umgestellt. Weil ne Menge Leute Geld verdienen, so wie die Sachen zurzeit stehen.

  • By Bynaus, 2. Januar 2011 @ 23:51

    1) Nein, mit Helfen ist nicht unbedingt Geld vom IWF gemeint. Fast alle Staaten der Dritten Welt, die heute über Atomreaktoren verfügen, haben dafür Hilfestellung von westlichen (oder häufig: sowjetischen) Mächten bekommen. Die haben die Reaktoren gebaut, Techniker ausgebildet, und so weiter.

    Im NPT (Nicht-weiterverbreitungsvertrag) ist festgehalten, dass alle Länder, die noch keine Atomwaffen haben, auf deren Bau verzichten, dafür Hilfe bei der Entwicklung ziviler Atomtechnik erhalten. Die fünf ursprünglichen Atommächte hingegen müssen ihre Arsenale abbauen, was sie auch tun – wenn auch viel langsamer, als der Geist des Vertrag es IMHO zulassen würde. Gewisse Länder, die nicht zu den 5 Atommächten gehören und trotzdem die Bombe haben (wie Israel oder Indien) sind dem Vertrag nie beigetreten, können faktisch also machen, was sie wollen.

    Zweifellos wird der NPT politisch missbraucht, zweifellos misst man mit unterschiedlichen Ellen.

    Indien entwickelt übrigens Thorium-Reaktoren, weil es fast kein Uran, dafür sehr viel Thorium besitzt. Und zwar in Eigenregie. Zudem gibt es mittlerweile einige westliche Initiativen dazu, z.B. ThorEnergy in Grossbritannien.

    2) Thorium ist ein sehr häufiges Element, es ist z.B. etwa 150 mal häufiger als Silber. Es braucht keine so speziellen Bedingungen, um abgelagert zu werden (Monazit-Sande) – deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass die \”stillen Vorkommen\” weltweit verteilt sind. Was du vermutlich meinst, ist Bor – das stammt heute zu über 70% aus der Türkei.

  • By Bynaus, 19. Januar 2011 @ 01:18

    Eine schöne Grafik, die die Geschichte und das Potential von Thorium darstellt: http://www.wellhome.com/blog/wp-content/uploads/2010/12/Final-Thorium.png

  • By calm, 11. Februar 2011 @ 19:03

    Jetzt würde mich aber interessieren:
    1. wo stehen in Deutschland die nie inbetrieb genommenen AKW? (ich dachte, so eine Baumafia-Pilgerstätte hätten nur wir uns in Zwentendorf geleistet, und ev. die USA irgendwo)
    2. wieviel Tonnen radioaktive Abfälle kann man so mit 1 Tonne Thorium entsorgen?
    3. ist es nicht wenigstens bedenklich, daß durch neue Grosskraftwerke die Dezentralisierung und damit Sabotage- und Versorgungssicherheit weiter verzögert wird?
    (ganz abgesehen von der Korruptionsanfälligkeit bei zentralistischen Strukturen)

  • By heraklit, 16. März 2011 @ 12:55

    Etwas ist mir noch eingefallen:

    Ein wertvoller Vorteil ist, dass
    der Reaktor passiv gesichert ist,
    beim Ansteigen der Temperatur sinkt die Zahl der Kernspaltungen, und wenn der Strom ausfällt versagt die aktive Kühlung des Freeze Plug, er schmilzt und der Reaktorinhalt erstarrt in einem Auffangbecken, in dem durch seine Formund die Abwesenheit eines Moderators keine Kettenreaktion mehr stattfindet. Dieser Inhalt entwickelt auch nicht viel Nachwärme, weil hochaktive Spaltprodukte kaum
    im Reaktor sind, sie werden kontinuierlich entfernt.

    Hab ichs soweit richtig verstanden?
    Es ist wohl nicht nötig hier auf aktuelle Ereignisse hinzuweisen, die mit einem MSR nicht geschehen können.

    Aber wie verhält es sich mit der angeschlossenen Wiederaufbereitungsanlage? Gibt es hier etwas das soviel Wärme abgibt, dass es jeden Behälter zerstören kann, wenn es nicht gekühlt wird?

  • By Unbekannter Gast, 21. März 2011 @ 11:20

    Bynaus schrieb, dass durch Kohleverbrennung 50000 Menschen im Jahr sterben. Gibt es dafür eine belastbare Quelle?

  • By Bynaus, 21. März 2011 @ 19:36

    Es gibt eine Reihe von Untersuchungen (z.B. der WHO) zu dieser Frage, (Googlen hilft) aber wie sich herausgestellt hat, war die Zahl von 50\’000 noch deutlich zu tief gegriffen. Man schätzt, dass es etwa 1-2 Mio Tote pro Jahr durch Luftverschmutzung gibt, zwei Drittel davon in Asien, insbesondere China. Kohle macht einen signifikanten Anteil davon aus, mit geschätzten 500\’000 Toten pro Jahr allein in China. Für die USA werden Zahlen um die 30\’000 genannt.

    Ich bin noch auf der Suche nach einer guten Quelle, die auch öffentlich zugänglich ist.

  • By Unbekannter Gast, 29. März 2011 @ 13:47

    @Bynaus: Dank erst mal für die neuen Zahlen, die ohne Zweifel sehr interessant sind.

    Allerdings sind Aussagen wie \”man schätzt\”, \”werden genannt\” oder \”wie sich herausgestellt hat\” nicht sehr hilfreich. Mir scheint, dass Googeln auch dir (Ihnen?) bisher nicht sooo viel geholfen hat (no offence!).

    Zur Sache: Auch wenn Kohle einen \”signifikanten\” (heißt was?) Anteil an der Luftverschmutzung hat, darf man zum Vergleich mit Kernenergie nur denjenigen Anteil der Kohlenutzung werten, der auch zur Verstromung herangezogen wird (ein nicht unbeträchtlicher Teil der Kohle wird nach ihrer Verkokung in Hochöfen verheizt). Und an der Luftverschmutzung an sich sind auch noch andere Quellen (Hausbrand, Verkehr, Industrie, Tierhaltung) und andere Energieträger (Öl, Gas) beteiligt.

    Die Rechnung könnte sich natürlich ändern, wenn (a) zum Vergleich HTR/VHTR, LFTR und dergleichen, die auch ein bedeutendes Potential für Fern-/Prozesswärme aufweisen, statt herkömmlichen SWR/DWR herangezogen werden und (b) eine großmaßstäbliche Elektrifizierung des Individualverkehrs berücksichtigt wird. Da könnten noch ganz andere Anteile des heutigen fossilen Verbrauchs ersetzt und die entsprechende Gesundheitsgefährdung durch Luftverschmutzung vermieden werden.

    Noch was zum Thema inhärente Sicherheit: Ich setze jetzt mal voraus, dass eine Kernschmelze bei Thoriumreaktoren prinzipbedingt ausgeschlossen sei. Doch was ist mit der Sicherheit gegenüber Naturkatastrophen oder Terrorangriffen? Zumindest beim LFTR (wie bei allen MSRs) haben wir hier einen Kreislauf flüssiger, wohl hoch radioaktiver Stoffe, die auch außerhalb des eigentlichen Druckbehälters geführt werden (vgl. Prinzipschema in Wikipedia/Flüssigsalzreaktor). Es ist doch wohl nicht ausgeshlossen, dass diese Flüssigkeiten bei einem solchen Ereignis versprühen, verdampfen, ausgespült (Tsunami) oder verschleudert werden könnten. (Grundsätzlich besteht diese passive Gefahr natürlich bei allen KKWs, ich wollte nur ausdrücken, dass man das auch bei MSRs nicht außer Acht lassen darf.)

    Trotzdem: wenn die o.g. Probleme (und wohl ein paar mehr) zufriedenstellend gelöst und die politischen/wirtschaftlichen Widerstände überwunden werden können, sehe ich beim LFTR mit das größte Zukunftspotential, um die Zeit bis zur technischen Nutzung der Kernfusion zu überbrücken.

  • By Bynaus, 29. März 2011 @ 19:20

    Nun, meine Zeitressourcen sind zur Zeit recht begrenzt, aber es stimmt natürlich, wenn ich auf die Schnelle eine gute Quelle gefunden hätte, hätte ich sieh hier gepostet (zudem bin ich mir oft nicht sicher, ob die wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema, die ich ausgrabe, auch öffentlich, dh, von ausserhalb des ETH/Uni-Netzwerks zugänglich sind). Ich schlage dir vor, z.B. beim Blog nextbigfuture.com mit der Suche anzufangen, der das Thema regelmässig aufbringt. Zahlen, die man findet, variieren, bewegen sich aber in der Grössenordnung, die ich unten genannt habe.

    Stromproduktion macht sicher einen signifikanten Anteil (das bedeutet in der Regel: im Bereich von mehreren 10%) der Kohleverbrennung aus.

    Betreffend Sicherheit: Bei LFTR gibt es keinen Druckbehälter (bei ADTR natürlich auch nicht), weil die Spaltung nicht unter Druck geschieht. Sicher ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass die Flüssigkeit ausläuft. Aber da die Flüssigkeit keine exzessiven Mengen von Thorium und anderen Radioaktivitäten enthält, zudem der grösste Teil des Fluorids in Form von Salzen vorliegt, ginge von der Flüssigkeit keine sehr grosse Gefahr aus – es wäre halt wie ein grosser Chemieunfall. Und wie bei Chemieunfällen gilt es, sie nach allen Möglichkeiten zu verhindern. Das einfachste wäre allerdings, auch hier wieder einmal, den Reaktor einfach von Anfang an zu vergraben. Das hätte wohl auch in Fukushima geholfen.

  • By Roland Mösl, 21. April 2011 @ 02:40

    Wie ich hier her kam. Zuerst suchte ich mit Google nach \”Radioaktivität Kohlekraftwerk\” und entdeckte, ein GW Kohlekraftwerk emitiert 5,2 t Uran und 12,8 t Thorium pro Jahr. Wesentlich mehr Radioaktivtät als ein AKW im Normalbetrieb.

    Dann wollte ich wissen wieviel Energie man aus dem Thorium raus holen kann. Große Überraschung, das Abgas eines Kohlekraftwerks enthällt 13 mal mehr Energie in Form von Thorium als die verbrannte Kohle.

  • By UMa, 11. Mai 2011 @ 19:15

    Eine Quelle für die Folgekosten der Kohle

    en.wikipedia.org/wiki/Coal_power_in_China#cite_note-32

    siteresources.worldbank.org/INTEAPREGTOPENVIRONMENT/Resources/China_Cost_of_Pollution.pdf

  • By Timothée Mollet, 16. Juni 2011 @ 22:55

    Was ich noch so beim googeln herausgefunden habe:

    In der USA fördert eine Mine jährlich ca. 5000t Thorium als Abfall, mit dieser Menge könnte man die ganze Welt mit Energie Versorgen.

    Der MSR kann fast beliebig skalliert werden –>dezentrale Energieversorgung.

    Um mit dem MSR 1GW Kraftwerk zu betreiben benötigt man jährlich 1t natürliches Thorium, während ein herkömliches AKW für die gleiche Leistung 150-250t natürliches Uran benötigt.

    Ohne gross zu rechnen sieht man das die Thoriumreserven auf der Erde noch für 10\’000de von Jahren reichen(und dann währe ja noch die Sache mit dem Mond und dem Mars ;).

    Der radioaktive Abfall eines des 1GW MSR würde nach 300 Jahren gerademal 60t umfassen.(1t pro Jahr, wobei 17% 300 Jahre und 83% 10 Jahre gelagert werden müssten)

  • By Gondwana Belawa, 28. September 2011 @ 14:43

    Der Thorium-Reaktor Hamm-Uentrop in Deutschland lief nur 426 Tage unter Volllast, kostete aber rund fünf Milliarden Mark, wovon das meiste der Steuerzahler zahlen musste: der teuerste Strom aller Zeiten.
    Die Technologie ist Müll: Zeitungsbericht
    Insbesondere auch hier: Wikipedia

  • By Matthias Meier, 28. September 2011 @ 15:17

    Thorium-Reaktor ist nicht gleich Thorium-Reaktor, genauso wie ein unzuverlässiger / teurer Flugzeugtyp nicht die ganze Luftfahrt diskreditiert. Der Thorium-Reaktor-Typ, von dem hier im Artikel die Rede ist, ist ein Flüssigsalz (Fluorid) Thorium-Reaktor, der auf derart anderen Prinzipien basiert, dass man nicht mal von derselben Technologie sprechen kann – das einzige, was die Reaktoren haben, ist, dass sie mit Thorium betrieben werden.

  • By T.Mollet, 3. Oktober 2011 @ 12:07

    Studie für “Tote pro TWh:
    http://nextbigfuture.com/2011/03/deaths-per-twh-by-energy-source.html
    interessant: jede Biomasseanlage ist viel schlimmer als Fukushima.
    Damit Fukushima 12 Tote pro TWh erreicht müssten in Fukushima 10 000 Menschen an den Folgen sterben, was schlicht ausgeschlossen werden kann.
    Aber man vergleicht hier auch Unfall und Normalbetrieb ;)

    Zu Thorium:
    China startete vor Kurzem ein LFTR Projekt, und will bis 2030 eine ganze Flotte dieser KKWs am Netz haben.
    Zudem wird in England ernsthaft über ein LFTR-Projekt debattiert.

    Zudem ist es noch erwähnenswert, dass unter den Spaltprodukten sehr wertvolle Elemente, welche z.T. wertvoller als Gold sind entstehen, diese können nach 10 Jahren verkauft werden.

  • By Hermann Scheuber, 5. November 2011 @ 00:08

    In weniger als 10 Jahren könnte schon in jeder Stadt (kürzestes Netz)
    neben dem Spital, das die täglichen Onkologie-Abfälle ja mangels
    “Endlager” laufend speichern muss, eine Th232-Fluorid-Schmelze-
    Zudosieranlage stehen und bei über 500°C einen absolut ungefährlichen
    Reaktor speisen, bei dem das Thorium ja sofort ausreagiert und keine
    gefährlichen Neutronen akummulieren kann wie in einem vollen Bündel Uranstäbe.
    Die gefährlichste Elektrizitätserzeugung erfolgt dann in den Speicherkraftwerken, die ja immer randvoll gefüllt werden – bis sie plötzlich bei Hochwasser so rasch als möglich abgelassen werden müssen und dadurch den Fluss bis zum Meer mit Überschwemmungen gefährden (Kandertal, Lötschental, Bangkok )..

  • By Jo, 7. November 2011 @ 14:10

    Mir fehlt bei den Sicherheitsbetrachtungen die Nachzerfallswärme.
    Und auch eine von neutraler Seite zusammengestellte Übersicht, was alles in so einem Flüssigthoriumreaktor schiefgehen kann. Nur zur Erinnerung: die Nachzerfallswärme und die aus der Kombination von heißem Zirkonium und Wasser resultierende Knallgasgefahr wurde auch bei den Uranreaktoren nie erwähnt, bis es bei Harrisburg plötzlich zum Thema wurde; ich habe daraus gelernt, den Versprechungen der Nuklearindustrie zu misstrauen und will deshalb für jede einzelne Behauptung, die zugunsten nuklearer Energie spricht, eine Bestätigung aus dem nuklearkritischen Lager.
    Ja, ich weiß, das ist eine wirklich hohe Anforderung. Aber die Nuklearindustrie hat das Vertrauen selbst verspielt, und auch eine sichere Lagerung über 300 Jahre ist eigentlich zu lange – erst recht, wenn das nur die Halbwertszeit ist, nicht die Zeit, bis das Strahlungsniveau auf das der Hintergrundstahlung gefallen ist, dann werden nämlich schnell mal 600 oder 1200 Jahre daraus. Angesichts dessen, dass sich in Jugoslawien binnen 50 Jahren praktisch aus dem Nichts ein Bürgerkrieg entwickeln, in Deutschland zwei Weltkriege und eine Diktatur entstehen und beendet werden konnten, sind selbst 300 Jahre viel zu lang.

  • By Matthias Meier, 7. November 2011 @ 14:38

    Die Nachzerfallswärme wird bei einem Flüssigsalz-Thorium-Reaktor in einer Art “core-catcher” abgebaut: dies ist ein zusätzliches Gefäss, in die sich die Reaktorflüssigkeit ergiesst, sobald eine sog. “Freeze Plug” (gefrorener Stöpsel) nicht mehr gekühlt wird. Fällt also aus irgend einem Grund die Stromversorgung des Kraftwerks aus, schmilzt der Stöpsel zum “core-catcher”-Raum und die Reaktorflüssigkeit ergiesst sich dort hinein. Dieser “core-catcher” ist so beschaffen/entworfen, dass die Nachzerfallswärme selbst im extremsten Fall gefahrlos (und passiv, dh, ohne aktive Interaktion oder die Notwendigkeit von Pumpen) abgebaut werden kann.
    Es ist zweifellos so, dass man mit den Flüssigsalz-Thorium-Reaktoren noch Erfahrungen machen muss. Die passive Sicherheit, die eingebaut ist (der Reaktor fällt sich im Notfall selbstständig und ohne äussere Strom- und Wasserzufuhr sicher herunter) macht diesen Reaktortyp aber bereits deutlich sicherer als alles, was derzeit aktiv in Betrieb ist.

    Die Halbwertszeit ist nicht 300, sondern 30 Jahre. 300 Jahre ist die Zeit, die es braucht, bis die Radioaktivität auf Hintergrundwerte abgefallen ist. Wichtig ist auch, dass die Mengen an Abfall viel geringer sind, und die Gefässe, die den Abfall enthalten, entsprechend nicht Jahrzehntausende halten müssen. Dazu kommt noch, dass so kurze Halbwertszeiten die Gewinnung von wertvollen Elementen und Radioisotopen (etwa für die Verwendung in der Medizin oder Raumfahrt) möglich machen. Ein Flüssigsalz-Thorium-Reaktor ist wirklich einfach eine ganz andere Art Maschine als ein heute marktüblicher Uran-Reaktor.

  • By T.Mollet, 8. November 2011 @ 14:52

    Zudem kann sich gar kein Knappgas bilden, schliesslich wird gar kein Wasser verwendet.
    Der Reaktor ist auch inharänt sicher, durch den Freeze Plug fliesst der Brennstoff in unterirdische Tanks, welche so ausgelegt sind, dass die Wärme passiv abgeführt wird.
    Sollte aus irgendeinem Grund dennoch Brennstoff in die Umwelt gelangen, sind gefährliche Elemente wie Cäsium im Salz eingebunden und können nicht von Aerosolen weggetragen werden, was die Kontanimation hauptsächlich auf den Reaktor beschränken würde.
    Zudem besteht die Möglichkeit die Spaltprodukte laufend zu entfernen, was das Schadenpotential natürlich erheblich mindern würde.

  • By Patrick Dreier, 14. November 2011 @ 20:00

    Nein Danke es schon wieder ein Brüter und die gefährliche Kernspaltung.
    Das Endprodukt ist Uranium
    Alle Atomkraftwerke der Kernspaltung, Mox, Hybrid abschalten und demontieren.

  • By Patrick Dreier, 14. November 2011 @ 20:03

    Nein dass ist nicht wahr das Biomasse gefährlicher ist. Bei AKW’s Unfälle tritt Radioaktivität aus.

  • By Matthias Meier, 14. November 2011 @ 21:12

    @Patrick: Das Endprodukt von Kernspaltung in einem herkömmlichen AKW ist nicht Uran(ium) – es ist das Ausgangsprodukt. Beim Thorium-Reaktor ist es nicht Uran, sondern Thorium. Das bringt eine Reihe von Sicherheitsvorteilen, die im Artikel erklärt werden.
    Und doch, Biomasse fordert mehr Tote pro Stromeinheit als die Atomenergie: Siehe die Studie, die in diesem Artikel verlinkt ist: http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/11/wie-spricht-man-uber-radioaktivitat.php Demnach fordert die Nutzung von Biomasse ca. 12 Tote pro Terawattstunde.

  • By UMa, 15. November 2011 @ 09:58

    @Patrick Dreier
    “Nein dass ist nicht wahr das Biomasse gefährlicher ist.”
    Biomasse ist die gefährlichste Form der Energieerzeugung. Es sterben and den Folgen der Biomassenutzung durch Luftverschmutzung, Vegetationsvernichtung, und Konkurenz zur Nahrungsmittelproduktion mehrere Millionen Menschen pro Jahr!

    Durch Radiaktivität im Zusammenhang mit der Kernkraftnutzung, selbst wenn man Unfälle, Urangewinnung, Betrieb und mögliche Austritte bei der Endlagerung zusammenzählt sterben dagegen nur wenige Tausend Menschen pro Jahr, selbst wenn man die Zahlen der Kernkraftgegner wählt.
    So wenige Tote pro erzeugter Energiemenge wie bei Kernkraft kann man allenfalls noch bei Windkraftanlagen erreichen

    @Mattias: Auf sowenig wie 12 Tote pro Terawattstunde bei Biomasse komme ich nur, falls ich annehme, dass
    Erstens nur ohnehin anfallende Abfälle verbrannt werden.
    Zweitens die Abgasereinigung auf dem besten Stand ist.
    Und Drittens keine negativen Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit durch die Entfernung der Biomasse usw. entstehen.

    Wird dagegen Biomasse extra zur Energiegwinnung auf Ackerland angebaut, sieht es ganz anders aus. Oder bei der Abholzung oder gar Abbrennen von Wäldern um Zuckerrohr oder Ölpflanzen für Biosprit anzubauen. Oder auch bei der Nutzung sog. ‘traditionieller’ Biomasse in Entwicklungsländern.

  • By T.Mollet, 3. Februar 2012 @ 20:24

    Interessanter Artikel zu diesem Reaktor:
    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/archiv/novo112_77

  • By heraklit, 4. Februar 2012 @ 11:12

    Zu Peter Heller sollte man sich mit weiteren Informationen ein eigenes Bild machen.
    Man kann sich zum Beispiel hier die Autorenbeschreibung
    und probeweise ein paar Artikel und Kommentare anlesen.
    Ich sach mal nix.
    http://www.science-skeptical.de/autoren/

  • By T.Mollet, 4. Februar 2012 @ 15:10

    @heraklit
    Ich finde seine Artikel meistens interessant und gut fundiert.
    Oder ist dies zum Beispiel beim genannten Artikel nicht der Fall?

  • By heraklit, 4. Februar 2012 @ 18:19

    Ich finde auch, dass er ein demokratisches Diskussionsverhalten und einen angenehm neutralen Stil an den Tag legt.
    Vor allem sein Leugnen des anthropogenen Klimawandels bzw. der wissenschaftlichen Belegbarkeit desselben ist aber für manchen hier interessant, denke ich.
    Ich sage, wie gesagt, nichts dazu, weil ich mir noch kein endgültiges Urteil bilden will.

  • By T.Mollet, 4. Februar 2012 @ 19:05

    “Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender (Lügner) weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der oder die Empfänger sie trotzdem glauben.”
    Glauben sie ernsthaft, Herr Heller lügt?
    Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass er von seinem Standpunkt überzeugt ist?
    Zudem legter seinen Schwerpunkt darauf, dass die Vorgehensweise mit dem Ziel der Emissionsminderung der falsche Weg ist(wie z.B. “Das IPCC und Arnell (2004): Der Klimawandel als konstruierte Katastrophe” oder “Anpassung kontra Vermeidung”).
    (Letzter Post zu diesem Thema von mir, ist ein bisschen sehr Off-topic)

    Ansonsten wäre es immer noch gut, dies zu unterstützen:
    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/20-Wovon-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=3063

  • By heraklit, 4. Februar 2012 @ 19:19

    Nein er lügt nicht. Ich habe von “Leugnen” gesprochen, das Wort wird vielleicht etwas unterschiedlich benutzt. Ich meine nur, dass er eine Meinung vertritt, die die Klimatologie überwiegend ablehnt. Das ist kein Grund ihn zu ignorieren-im Gegenteil- aber man sollte seinen Äußerungen die von anderen Wissenschaftlern gegenüberstellen und kritisch prüfen.
    Aber auch für mich gilt: Schluss jetzt.
    Ich sagte ja: Macht euch ein eigenes Bild.

  • By Matthias Meier, 5. Februar 2012 @ 09:43

    Die Klimaproblematik ist ein verwandtes, wenn auch anderes Thema (das auf diesen Seiten ja ebenfalls regelmässig diskutiert wird). Der verlinkte Artikel von Peter Heller ist auch sehr lesenwert. Das heisst aber natürlich nicht, dass man mit dem Autor in jederlei Hinsicht einer Meinung sein muss, oder dass man ihn deswegen gleich als Experte in jederlei Hinsicht (z.B. gerade in Sachen Klima) betrachten sollte. Danke für den Link!

  • By Peter Christian Vogl, 23. Februar 2012 @ 14:05

    Warum lässt man die Iraner kein Thorium KW bauen, anstatt ihnen Bomben auf den Kopf zu werfen?

  • By Matthias Meier, 23. Februar 2012 @ 14:09

    In der Tat eine gute Frage. Der Punkt ist halt, dass Thorium-Kraftwerke bisher vorwiegend experimentell sind (Indien baut gerade eines, Forschungsprogramme gibts aber auch anderswo). Ein “offizieller” Umstieg des iranischen Atomprogrammes auf Thorium würde einer Verzögerung von vielen Jahren gleichkommen. Aber du hast recht, dass Thorium künftig die Alternative für jeden Staat wäre, der im Verdacht steht, Atomwaffen zu bauen.

  • By Hartmut Vogt, 9. Juli 2012 @ 13:15

    Der Abbbau von Uran-haltigen Erzen ist ziemlich ungesund.

    Das schwach strahlende Thorium – 232 fällt dagegen als Nebenprodukt bei der Förderung von Monaziten an, welche einige der heiß begehrten seltenen Erden u.a. Neodym enthalten.

    Wäre es nicht allein deshalb schon opportun, mehr Gehirnschmalz in die Entwicklung von modernen Thorium- Reaktoren zu investieren?

  • By Alexei, 8. August 2012 @ 12:45

    Ein Colloquium des Prof. Kun Chen über die Flüssigsalz Reactor Forschung in China.

    Es werde zwei unterschiedliche Herangensweisen in China verfolgt.
    Einmal der Thorium Flüssigsalz Reactor auf der eine Seite und anderseits ein Pebbel-Bed Reactor, der von Flüssigsalz gekühlt werden soll.
    Mr. Chen geht auch auf die Herausforderungen der Technologie ein sowie die Geschichte der Reactorforschung in China. Alles in einem ein sehenswerter Vortrag.

    http://www.ustream.tv/recorded/24525946

  • By Rainier, 14. Dezember 2012 @ 20:22

    Ein ganzes Haarbüschel in der Suppe des LFTR:

    http://www.wearethelinchpins.com/hyped-up-nuclear-wonder-fuel-not-so-wonderful-scientists-warn/

    Nach Nature-Artikel ist Thorium nicht wirklich proliferationsresistent

  • By Hayri Catakli, 9. Januar 2013 @ 16:51

    meiner Meinung nach, der Grund, warum man Uranforschung voran getrieben hat und nicht die Forschung mit dem Thorium, ist der Wunsch nach militärischem Übermacht, weil der Uran Plutonium abwirft, das wiederum den Bau von Atombomben möglich macht, im Gegensatz zum Thorium.

  • By eRBe, 5. November 2013 @ 18:07

    der Kugelhaufenreaktor war ein Thoriumreaktor. Die Technologie ist also verfügbar, erprobt und bewährt. Dass nur 30% der Kernenergie von Thorium beigetragen wurden (Wikipedia) lag an der Beimischung von Uran und Plutonium, was damals sehr fortschrittlich erschien, aber vom heutigen Standpunkt – weg von den Aktiniden – als Fehler erscheint.

  • By Matthias Meier, 5. November 2013 @ 19:10

    Klar – bloss gibt es natürlich mehrere verschiedene Thorium-Reaktordesigns. Der Flüssigsalz-Reaktor, den ich im Artikel vorgestellt habe, ist eine Möglichkeit, der Kugelhaufenreaktor eine andere. Die Designs sind nicht gleichwertig bzgl. Sicherheit, Aktinidenproduktion, Proliferationssicherheit etc – jeder dieser Punkte muss gegen die anderen abgewogen werden.

  • By Paul Boesch, 18. März 2014 @ 18:10

    wir brauchen keine grosskraft werke in den händen von wenigen…und fossile abhängikeit…und altlasten ob sie nun 300jahre oder mehr sich beruhigen..
    Dezentral-pro haus-fabrik – unternehmung..z.b Methanolkreislauf-Sonne-Wind..oder die baldige zum durchbruch kommende Energie aus schwarzem licht..bzw. Energie aus Wasserstoff Dr. Randell L. Mills (BlackLight Power) und ander die an ähnlichem arbeiten…(bestätigungen von Universitäten-Greenpeace-Forschungsdirektor Kert Davies comment”vorsichtig optimistisch” technik mit Zukunft ( zu lesen in NET-Journal januar/Februar 2014…..also es gibt Ansätze die jetzt in eine andere Zukunft weisen….jedem sein Kraftwerk!!
    paulgrüsse

  • By Matthias Meier, 19. März 2014 @ 14:34

    Natürlich wäre es toll wenn Dinge wie “Blacklight Power” aufgehen würden. Aber solche Berichte vom kurz bevorstehenden Durchbruch gab es schon immer und wird es immer geben – verlassen sollten wir uns nicht darauf. Es geht darum, angesichts der existierenden Möglichkeiten den vernünftigsten Plan zu fassen (ohne deswegen alternative Möglichkeiten zu vernachlässigen), und da sind Thoriumreaktoren sicher erwähnenswert. Gerade auch, weil sie die stetige, hohe, planbare Stromleistung erbringen, die Erneuerbare Energien eben nicht bieten. “Jedem sein Kraftwerk” setzt z.B. voraus, dass auch jeder wirklich die finanziellen und logistischen Mittel hat, um für seine eigene Energieversorgung zu sorgen – das kann dazu führen, dass Armut eben auch Energiearmut bedeutet. Staatlich lizenzierte und kontrollierte Grosskraftwerke können der Aufgabe “sauberer, bezahlbarer Strom für alle” besser nachkommen – und Thorium macht das viel besser als Kohle, und auch besser als Uran.

  • By Major Tom, 22. März 2014 @ 18:32

    Aufgrund der eskalierenden Smogprobleme in China soll bereits in 10 statt in 25 Jahren Thorium basierte Energieproduktion zum Einsatz kommen. Der deutlich verkürzte Zeitplan des Projekts wurde von Premier Li Kepiang zuletzt im Rahmen des gleichzeitig ausgerufenen „Krieges gegen die Umweltverschmutzung“ angekündigt. Nach Angaben des Branchenmagazins „Power Engineering International Magazine“ („PEi“) sollen zunächst aber noch herkömmliche Uranreaktoren gebaut werden.

    http://www.powerengineeringint.com/articles/2014/03/china-rushes-to-develop-thorium-power-potential.html
    http://blogs.telegraph.co.uk/finance/ambroseevans-pritchard/100026863/china-going-for-broke-on-thorium-nuclear-power-and-good-luck-to-them/

    MT

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