Aug 10 2008

Künstliche Wurmlöcher

Die Relativitätstheorie lässt sogenannte “Wurmlöcher” zu, scheinbar überlichtschnelle Verbindungen zwischen weit entfernten Punkten in Zeit und Raum, die sogar stabil und traversierbar sein können, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Ihre künstliche Herstellung hätte weitreichende Konsequenzen – für das gesamte Universum.

Ein Wurmloch - NASA-Illustration

Ein Wurmloch - NASA-Illustration

Zugegeben: Dieser Artikel strapaziert die Grenzen der Rubrik “Zukunftstechnologien” etwas – denn bisher ist überhaupt nicht absehbar, dass in nächster Zukunft irgendjemand ein künstliches Wurmloch erzeugen könnte. Wurmlöcher sind aber, wie z.B. Schwarze Löcher, mögliche Lösungen von Einsteins Relativitätstheorie: im Gegensatz zu letzteren wurden aber Wurmlöcher nie beobachtet, und zumindest bisher erwartet man nicht, dass es besonders viele “natürliche” Wurmlöcher geben sollte. Doch was muss man sich darunter genau vorstellen?

In Einsteins Relativitätstheorie ist der Raum nicht einfach die Leere, die alles umgibt und in der sich alles abspielt, was existiert. Der Raum ist eine Art Medium, das Eigenschaften annehmen kann, Eigenschaften, die ihm z.B. von seinem Energie- bzw. Materieinhalt diktiert werden. “Die Materie sagt dem Raum, wie er sich krümmen soll, und der Raum sagt der Materie, wie sie sich bewegen soll” hat diesen Zusammenhang mal jemand treffend auf den Punkt gebracht.

Von Trichtern und Gummitüchern

Visualisiert wird diese Verzerrung des Mediums Raum gerne durch ein Gummituch, auf dem eine schwere Kugel liegt. Diese symoblisiert eine Masse, z.B. einen Stern oder einen Planeten. Eine zweite, kleinere Kugel, die sich der ersten nähert, wird beginnen, die erste, grössere zu umkreisen (aufgrund der Reibung zwischen den Kugeln und dem Gummituch ist das Verhalten aber nicht ohne weiteres mit dem Verhalten von Körpern im freien Raum vergleichbar). Je grösser die Dichte der Kugel, desto tiefer der “Trichter” bzw. die “Delle”, die sie im Gummituch erzeugt. Ein Schwarzes Loch etwa wäre am Grund eines sehr steilen, engen Trichters im Gummituch zu finden.

Bei einem Wurmloch tut man nun nichts anderes, als dass man sinngemäss zwei weit voneinander entfernte Trichter miteinander verbindet: dehnt man dazu die Raumzeit nur stark genug, kann diese neue Verbindung eine Art Abkürzung durch den Raum begreifen: statt den langen Weg “aussen rum” fliegt ein Raumschiff flink durch das Wurmloch und tritt nach kürzester Zeit am Zielort wieder aus. Wurmlöcher ermöglichen also im Prinzip überlichtschnelles Reisen.

Doch halt – ist das nicht von der Relativitätstheorie verboten? Überlichtschnelles Reisen ist nur bei Reisen “durch” den Raum verboten bzw. aus physikalischen Gründen schlicht nicht möglich, da der Energieaufwand für zusätzliches Beschleunigen nahe der Lichtgeschwindigkeit gegen unendlich geht. Da im Fall der Wurmlöcher aber das Medium Raum selbst dazu verwendet wurde, um den Weg zu verkürzen, ist von dieser Seite nichts einzuwenden.

Zeitreisen verboten

Doch es gibt ein weiteres Problem mit künstlichen Wurmlöchern (mal ganz abgesehen von ihrer Erzeugung, auf die ich weiter unten eingehen werde): Mit ihnen lassen sich scheinbar Zeitmaschinen bauen. Wie? Nehmen wir an, wir könnten von der Erde aus ein künstliches Wurmloch zum nächsten Schwarzen Loch oder einem anderen, sehr dichten Objekt bauen. Bei extremen Verzerrungen des Raumes, wie sie in der Nähe derart dichter Objekte auftreten, verläuft die Zeit langsamer: wenn man das eine Ende des Wurmlochs nur dicht genug an das Schwarze Loch heran fliegt, eilen am auf der Erde verbliebenen Wurmlochende Jahrhunderte vorbei, währenddessen beim Schwarzen Loch nur wenige Augenblicke vergehen. Nach einigen Jahrhunderten hätte sich so zwischen den zwei Enden des Wurmlochs ein Zeitunterschied von einigen hundert Jahren aufsummiert. Nun holen wir das ferne Ende des Wurmlochs zurück auf die Erde und schon ist die Zeitmaschine fertig… Denn nun können wir in das eine Ende eintreten und kommen am anderen Ende, viele Jahrhunderte zuvor, wieder heraus…

Zeitreisen führen zwangsläufig zu Verletzungen der Kausalität, das heisst, eine Wirkung könnte vor ihrer Ursache auftreten und diese Verhindern (bekannt ist hier etwa das sogenannte “Grossvaterparadoxon”, bei dem man in der Zeit zurückreist und den eigenen Grossvater umbringt, bevor er den Vater zeugen kann – man könnte also selbst nie existiert und damit auch den eigenen Grossvater nicht umgebracht haben, womit man eben doch wieder existiert und… und so weiter).

Der neuseeländische Mathematiker Matt Visser hat sich diesem Problem angenommen und konnte zeigen, dass sich künstliche Wurmlöcher, mit denen sich Zeitmaschinen konstruieren lassen, durch Quanteneffekte selbst zerstören (in einem Effekt, der der ohrenbetäubenden Rückkoppelung zwischen Mikrofon und Lautsprecher gar nicht so unähnlich ist), sobald sich ihre Enden auf eine Distanz nähern, die ihrem zeitlichen Unterschied in Lichtjahren entspricht. Das heisst, die beiden Enden eines Wurmlochs, dessen Enden zeitlich hundert Jahre auseinander liegen, können sich nie mehr als auf 100 Lichtjahre annähern, sonst kollabiert das Wurmloch. Ist dies aber erfüllt und die Enden weit genug auseinander, sind künstliche Wurmlöcher unbedenklich und können nicht zu Zeitmaschinen umfunktioniert werden.

Wie man ein Wurmloch baut

Wie könnte ein künstliches Wurmloch gebaut werden? Normale Materie kann den Raum nur zusammenziehen – um ein traversierbares (“durchquerbares”) Wurmloch zu erzeugen, müsste eine Art negative Materie her, die in der Lage ist, den Raum wieder zu expandieren. “Negative Materie” (manchmal auch “exotische Materie” genannt) ist nichts geringeres als Materie mit einer negativen Energiedichte, also einer Energiedichte, die unter jener des “absolut leeren” Raumes liegt (der “absolut leere” Raum ist wegen Quantenphänomenen nie wirklich ganz leer: ständig entstehen und vergehen darin sogenannt “virtuelle” Teilchen). Erstaunlicherweise sind wir bereits heute in der Lage, Zonen negativer Energiedichte zu erzeugen: beim sogenannten “Casimir-Effekt”. Dabei werden zwei Metallplatten extrem nahe aneinander gehalten. Dies unterdrückt – sehr vereinfacht gesagt – einen Teil der “virtuellen Teilchen”, die sich sonst überall bilden: nur virtuelle Teilchen mit einer Wellenlänge, die typischerweise kleiner ist als die Entfernung zwischen den Metallplatten können sich bilden. Damit entstehen zwischen den Metallplatten weniger virtuelle Teilchen als ausserhalb, womit eine Kraft von aussen auf die Metallplatten zu wirken beginnt, die ab einem bestimmten, sehr geringen Abstand sogar makroskopisch messbar wird.

Mit Hilfe des Casimir-Effektes könnte es also zumindest in der Theorie gelingen, ein Wurmloch zu erzeugen. Der Eingang zum Wurmloch wäre dann jeweils ein dreidimensionales, durchquerbares Objekt, an dessen Rändern der Casimir-Effekt die Aufrechterhaltung der gewünschten Raumzeitverzerrung sichern würde (das klingt jetzt vermutlich sehr viel einfacher als es in Wirklichkeit sein wird…). Hat man die beiden Enden einmal erzeugt, kann ein Raumschiff das eine Ende zum nächsten Stern schleppen und so können künftig Güter und Informationen zwischen dem Stern und der Erde ausgetauscht werden.

Eine Entwicklung mit universumsweiten Folgen

Zukunftstechnologien, wie sie in dieser Rubrik vorgestellt werden, haben alle das Potential, die menschliche Gesellschaft von Grund auf zu verändern. Die Technologie der künstlichen Wurmlöcher schlägt diesbezüglich jedoch alles: sind sie tatsächlich möglich, hat das möglicherweise Folgen für das ganze Universum.

Was, könnte man sich nun nämlich fragen, passiert, wenn eine Zivilisation ein Wurmlochende auf ein relativistisches Raumschiff packt? Also ein Raumschiff, das sehr nahe an der Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist. Man beachte, dass ein solches Raumschiff durch das Wurmloch hindurch konstant mit Energie und Treibstoff versorgt werden könnte: es kann also beliebig lange beschleunigen (wobei es sich der Lichtgeschwindigkeit immer mehr annähert). Die Zeit an Bord des Raumschiffs verläuft im Vergleich zur Zeit auf der zurückbleibenden Erde sehr langsam. Bei einem Raumschiff, das konstant mit 1 Ge (der Schwerkraft auf der Erdoberfläche, rund 9.81 m/s^2) beschleunigt, dauert die Reise zum nächsten Stern gut 2.5 Jahre. Doch da das Raumschiff stetig weiter beschleunigt und sich so der Lichtgeschwindigkeit immer mehr nähert, verläuft die Zeit an Bord immer noch langsamer: in nur 11 Jahren Bordzeit etwa wäre das Zentrum der Milchstrasse erreicht, in 15 Jahren hätte man die 2.5 Millionen Lichtjahre weit entfernte Andromeda-Galaxie erreicht. Man beachte: Das Wurmloch verbindet jederzeit die Erde mit dem Raumschiff – die Zeit auf der Erde und auf dem Raumschiff laufen, durch das Wurmloch erzwungen, synchron. Wenn das Raumschiff nach fünfzehn Jahren Bordzeit die Andromeda-Galaxie erreicht hat, sind auf der Erde zwar 2.5 Millionen Jahre vergangen. [i]Doch bereits 15 Jahre nach dem Start des Raumschiffes lässt sich die Andromeda-Galaxie von der Erde aus erreichen, in dem man durch das vom Raumschiff mitgenommene Wurmloch tritt.[/i] Das mag seltsam anmuten, ist aber eine Konsequenz aus der Relativitätstheorie. Die Relativitätstheorie besagt nämlich, dass kein Bezugsrahmen bevorzugt ist, es keine Möglichkeit gibt, zu entscheiden, welcher von zwei gegeneinander bewegten Bezugsrahmen “stillsteht” und welcher “reist”. Aus Sicht der Raumschiffbesatzung verläuft die Zeit an Bord des Raumschiffs ganz normal – bloss auf der ERDE verläuft sie sehr viel langsamer: aus Sicht der Raumschiffbesatzung sind auf der Erde, wenn das Raumschiff die Andromeda-Galaxie erreicht, lediglich 15 Jahre vergangen! Da das mitgebrachte Wurmloch sie stets mit der Erde verbindet, muss es sie bei Ankunft in der Andromeda-Galaxie mit einem Zeitpunkt 15 Jahre nach dem Start auf der Erde verbinden. Die Relativitätstheorie erzwingt also, dass die Zeit auf dem Raumschiff und der Erde synchron laufen. Startet das relativistische Raumschiff im Jahr 2200, können Erdlinge bereits im Jahr 2215 eine Reise nach Andromeda (und zurück!) unternehmen.

So erstaunlich es klingen mag, wenn die Möglichkeit einmal da ist, künstliche Wurmlöcher zu bauen, lassen sich praktisch alle Galaxien im sichtbaren Universum innert eines Menschenlebens erreichen. Man schickt ein relativistisches Raumschiff vor, und bereits nach wenigen Jahren Schiffszeit kommt dieses am Ziel an. Das mitgebrachte Wurmloch verbindet nach dieser Zeit die Erde mit dem fernen Ziel. Die ersten Raumschiffe, die ausgesandt werden, fliegen wohl noch vergleichsweise langsam: aber selbst für nahe Ziele lohnt sich das. Ein Flug zu einem erdähnlichen Planeten, der vielleicht 100 Lichtjahre entfernt ist, dauert mit 90% der Lichtgeschwindigkeit nur 43 Jahre Schiffszeit. Ein Raumschiff, das sich im Jahr 2200 von der Erde aus zu diesem Planeten aufmacht, kommt bereits im Jahr 2243 Schiffszeit (und damit auch Erdzeit) dort an und ermöglicht damit den regelmässigen Transfer von Menschen, Material, weiteren Raumschiffen und Informationen zu der neuen Kolonie. Zu einem späteren Zeitpunkt können weitere Wurmlochverbindungen von der neuen Kolonie aus gelegt werden (wobei Wurmlochrouten immer von der Erde wegzeigen müssen, da sonst der Kollaps des Wurmlochs riskiert wird). Innert weniger Jahrhunderte Erdzeit entsteht nun ein komplexes, dreidimensionales Wurmlochnetzwerk mit der Erde im Zentrum, mit dem sich im Prinzip das gesamte sichtbare Universum erreichen lässt.

Begegnungen mit Ausserirdischen – in der extremen Zukunft

Es ist nun zu vermuten, dass wenn künstliche Wurmlöcher tatsächlich möglich sind, sie von jeder Hochtechnologiezivilisation im Universum früher oder später entdeckt werden – vermutlich an einem vergleichbaren Punkt ihrer Entwicklung. Aus allen Zeiten spriessen so Wurmlochnetzwerke verschiedenster Zivilisationen ins Universum hinaus. Interessant ist dabei, dass jedes Netzwerk seine eigene “Zeit” hat, die an die Zeit auf dem Heimatplaneten der Zivilisation gebunden ist. Von “aussen” gesehen dauert die Errichtung des Netzwerks natürlich Millionen von Jahren: ein äusserer Beobachter, der zusieht, wie das relativistische Raumschiff von der Erde zur Andromeda-Galaxie startet, sieht es erst nach 2.5 Millionen Jahren dort ankommen. Dies führt dazu, dass zu dem Zeitpunkt, wenn sich zwei Netzwerke treffen, auf den Heimatplaneten BEIDER Zivilisationen “subjektiv” nur wenige Jahrhunderte verstrichen sind, obwohl sie räumlich und zeitlich durch viele Millionen Lichtjahre und Jahre getrennt sind. Stellen wir uns als Beispiel vor, eine andere Zivilisation in einer Galaxie, die rund 50 Mio Lichtjahre von Andromeda entfernt ist, hätte vor 47.5 Millionen Jahren begonnen, ein Wurmloch nach Andromeda zu verlegen. Wie wir auch würden sie die Andromeda-Galaxie in 2.5 Millionen Jahren (gemessen im Zeitrahmen des Universums, bzw. von einem “äusseren Beobachter”) erreichen. Von der Erde aus gesehen dauert der Bau der Wurmlochverbindung jedoch nur 15 Jahre. Für ein mit relativistischer Geschwindigkeit fliegendes Raumschiff (erst recht, wenn es ständig beschleunigt) sind 50 Mio Lichtjahre praktisch “das gleiche” wie 2.5 Mio Lichtjahre: der Bau der Wurmlochverbindung von der fernen Zivilisation nach Andromeda würde aus ihrer Sicht nur geringfügig länger als unsere 15 Jahre dauern, sagen wir mal, 18 Jahre. So trifft sich die Menschheit mit der ausserirdischen Zivilisation, nur gerade 15 bzw. 18 Jahre nachdem auf der Erde bzw. dem Heimatplaneten der ausserirdichen Zivilisation ein relativistisches Raumschiff in Richtung Andromeda gestartet wurde.

Aus unserer Sicht (bzw. der Sicht jeder einzelnen Zivilisation im Universum, ganz egal wo sie sich befindet und wann sie entstanden ist) könnte der “Erstkontakt” mit einer ausserirdischen Zivilisation nur Jahrzehnte bis Jahrhunderte nach dem Bau der ersten Wurmlochverbindungen entfernt sein, auch wenn dieser Kontakt, in einem äusseren Zeitrahmen betrachtet, erst Millionen oder sogar Milliarden Jahre in der Zukunft stattfindet.

Mit der Zeit gleichen sich die Wurmlochnetzwerke verschiedenster Zivilisationen aneinander an: so entsteht mit der Zeit ein Wurmlochnetzwerk, das praktisch jeden von einer hochentwickelten (sprich wurmlochbauenden) Zivilisation bewohnten Planeten im Universum miteinander verbindet. Eine Welt, wie wir sie aus Fernsehserien (wie z.B. Star Trek) kennen, würde entstehen: Millionen von Zivilisationen stehen miteinander im Kontakt, nur wenige Jahrhunderte in unserer eigenen (subjektiven) Zukunft. Es gäbe allerdings keinen Anlass für eine “oberste Direktive”, welche den Kontakt zu weniger weit entwickelten Zivilisationen verbietet: die riesigen Distanzen zwischen den Zivilisationen in Raum und Zeit (ausserhalb des Netzwerks) stellen sicher, dass nur Zivilisationen kontaktiert werden, die in der Lage sind, Wurmlochnetzwerke zu bauen: alle anderen bleiben abgenabelt in den Weiten abseits des Netzwerks sicher versteckt.

Traversable Wormoles – Orionsarm.com

73 Kommentare

  • By Unbekannter Gast, 10. August 2008 @ 16:21

    alles schön und gut aber wie baut man ein relativistisches schiff das nich schon beim zusammenstoß kleiner teilchen erheblichen schaden davonträgt und so \”manövrierfähig\” bleibt dass man größeren objekten ausweichen könnte? XD

  • By Bynaus, 10. August 2008 @ 19:09

    Letztlich wird das ganze nicht daran scheitern… Man fährt eine dreigleisige Strategie: bei sehr kleinen Teilchen nimmt man die Kollision in Kauf, bei mittelgrossen passt man die Form des Raumschiffs an, bei grossen Teilchen weicht man aus. Je grösser das Teilchen ist, desto weiter im Voraus lässt es sich identifizieren. Zudem ist dieses Problem vor allem in der Nähe eines Sterns akut, im interstellaren und erst recht im intergalaktischen Raum ist die Teilchendichte extrem gering.

  • By Christian, 11. August 2008 @ 02:16

    Hallo,

    ich bin der Meinung mal gelesen zu haben(in Bezug auf die \”Alcubaire Warpblase auf http://www.astronews.com), dass der Casimir-Effekt nichts mit einer exotischen Energie zu tun hat, sondern durch einen unterschiedlichen Ladungsdruck virtueller Teilchen im Vakuum entsteht, da ich aber nur Laie bin, kann ich dies nicht bewerten.

    mfg

  • By CommanderTomalak, 11. August 2008 @ 03:02

    Ich glaube Christian hat Recht – der Casimir-Effekt beruht auf der Differenz zweier positiver Strahlungsdrücke virtueller Teilchen und hat als solcher nichts mit einer negativen Energiedichte zu tun. Die Energiedichte ist überall positiv, nur zwischen den Platten eben kleiner als außerhalb ;)

    abgesehen davon mal wieder ein äußerst interessanter Artikel! Die Relativitätstheorie hat manchmal tatsächlich verwirrendere Folgen als die Quantentheorie, und das will bekanntlich was heißen^^

  • By Bynaus, 11. August 2008 @ 12:01

    Es stimmt schon, dass die Energiedichte auch beim Casimir-Effekt grösser als Null ist – aber sie ist geringer als im umgebenden Universum. Dies reicht auch schon, glaubt man wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema, wie z.B. jener hier:
    prola.aps.org/abstract/PRL/v61/i13/p1446_1

  • By blueflash, 11. August 2008 @ 14:20

    Tja, und wie bewegt man jetzt ein Wurmlochende?
    Dabei würde ja nicht gekrümmter Raum durchquert und das Wurmloch quasi überdehnt (schon toll, diese Gummimetaphern). Braucht das denn keine Energie?

  • By blueflash, 11. August 2008 @ 14:23

    nachtrag: Deine \”Zeitmaschine\” funktioniert ja wie das Zwillingsparadoxon! Wenn Du das Ende zurückholst, sollte das eigentlich die verlorene Zeit wieder aufholen!

  • By Bynaus, 11. August 2008 @ 14:38

    Nachtrag: Link eingefügt.

    @blueflash: Das Wurmlochende kann wie jedes andere massereiche Objekt auch den Raum durchqueren. Zu den Details, etwa ob es zu einer \”Überdehnung\” kommen muss, wie du schreibst, kann ich nichts sagen, da weiss ich zu wenig darüber. Und nein, das Zwillingsparadoxon hat mit der \”Zeitmaschine\” (die ja, wie erwähnt, aufgrund von Quanteneffekten nicht funktioniert) nichts zu tun – und beim Zwillingsparadoxon wird die \”verlorne Zeit\” übrigens gerade NICHT wieder aufgeholt (das ist ja erst das paradoxe daran, zumindest so lange, bis man realisiert, dass man nur gleichmässig bewegte Inertialsysteme ineinander trnasformieren darf). Wie stellst du dir denn dieses \”wieder aufholen\” genau vor?

  • By Unbekannter Gast, 12. August 2008 @ 16:16

    \”bei sehr kleinen Teilchen nimmt man die Kollision in Kauf\”

    bei nem relativistischen schiff? durchschlägt da nich schön n staubkörnchengroßes teilchen das komplette schiff?

    \”bei mittelgrossen passt man die Form des Raumschiffs an\”

    das hätte ich gerne genauer erklärt :)

    und dass der interstellare raum größtenteils frei is is ja schon klar nur würd ich nich gerne ne mission aufs spiel setzen mit der entschuldigung \”statistisch hätte da nichts sein dürfen\” ;P

  • By Bynaus, 12. August 2008 @ 19:16

    Kommt halt drauf an was man mit \”sehr klein\” meint… Es gibt aber soviel ich weiss wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema (etwa im Rahmen des \”Project Daedalus\” aus den 60er Jahren), die allesamt zum Schluss gekommen sind, dass das zumindest im tiefen Raum kein grosses Problem ist. Die häufigsten Teilchen lassen sich bereits mit einem vergleichsweise kleinen Schild abfangen.

    \”Die Form des Raumschiffs anpassen\” – gemeint ist, dass das Raumschiff ja nicht zwingend ein Gefährt wie aus einem SciFi-Film sein muss, also quasi ein raumtauglicher Flugzeugträger, sondern möglicherweise auch aus einem grossen Netz bestehen könnte, das flexibel auf derartige Bedrohungen reagieren würde.

    Absolute Sicherheit gibt es nirgends, gerade nicht auf einem relativistischen Schiff. Nicht zuletzt ist natürlich nicht gesagt, dass ein solches Schiff bemannt sein müsste – man kann ein Wurmloch auch unbemannt nach Andromeda transportieren…

  • By Christian, 12. August 2008 @ 23:03

    Ich bin trotzdem der Meinung, dass das ganze mit der \”exotischen Energie\” steht und faellt und ich glaube, dass es dort im Moment nicht allzu rosig aussieht.

    mfg

  • By mongfevned, 13. August 2008 @ 16:12

    wie immer ein sehr guter Artikel. Schwindlig wurde mir nur bei den ganzen Rechnereien bzgl. 2,5 mio jahre und 15 jahre.

    lg

  • By Bynaus, 13. August 2008 @ 18:06

    Das ist wirklich nur \”bewegte Uhren gehen langsamer\”. Bei einem ständig beschleunigenden Raumschiff gehen sie je länger, je langsamer, deshalb dauert es z.B. 11 Jahre ins Zentrum der Galaxis (rund 30000 LJ) und nur 15 Jahre zur Andromeda-Galaxie (rund 2.5 Mio LJ). Entscheidend ist aber die manchmal auch \”Imperiums-Zeit\” genannte Zeit am Ursprung des Wurmlochnetzwerks…

  • By D., 13. August 2008 @ 20:10

    Mal ein Gedankenspiel:
    Nehmen wir an, man sendet ein relativistisches Raumschiff zum Alpha Centaurie.
    Das Schiff hat noch _kein_ Wurmloch an Bord, kann dort aber eine kleine Station aufbauen (hat alles Material dabei).

    Nun sendet diese Station nach 5 Jahren ein Schiff( zurück zu Erde. Diese hat mitlerweile aber bereits damit begonnen ein Wurmloch-Netzwerk aufzubauen! Welche Zeit hat das Rückkehrschiff dann und welche die Station?
    (Und was wäre mit Video-Signalen?)
    Werden die alle zu Teilen des Systems, oder kommen sie erst n +relativer \”Zeitgewinn\” an?

  • By Bynaus, 14. August 2008 @ 12:10

    Schiff und Station haben ihre jeweils eigene Zeit gegenüber der Erde (entsprechend der Zeitdilatation, der sie ausgesetzt waren). Beispiel: Im Jahr 2200 startet das Raumschiff zu Alpha Centauri. In einem äusseren Bezugsrahmen kommt es 2205 dort an, im Zeitrahmen des Schiffes sind aber seit dem Start erst ca. 3 Jahre vergangen. Wenn nun 2210 (äusserer Bezugsrahmen) ein Raumschiff zur Erde zurück startet und dort 2215 ankommt, waren die Raumfahrer insgesamt 3+5+3=11 Jahre weg, während in der Zwischenzeit auf der Erde 15 Jahre vergangen sind (Zwillingsparadoxon). Die Raumfahrer kehren in eine ganz andere Welt zurück, denn mittlerweile ist das relativistische Raumschiff in Richtung Andromeda am Ziel angekommen… Die interessantere Frage ist, was passiert, wenn 5 Jahre nach dem Bau der Alpha Centauri Station ein Wurmloch nach Alpha Centauri verlegt wird: das heisst, das Wurmloch wird 2210 bei der Erde gestartet und erreicht Alpha Centauri 2215 (im äusseren Bezugsrahmen), doch weil die Flugzeit aus Sicht des relativistischen Raumschiffs nur 3 Jahre beträgt, verbindet das Wurmloch nun (in äusseren Bezugsrahmen) die Erde im Jahr 2213 mit Alpha Centauri im Jahr 2215.

  • By D., 14. August 2008 @ 16:54

    Dass dieser Prozess interessanter ist, stelle ich auch nicht in Frage. .-)
    Es ging darum, wie sich der Flug für die Station usw. auswirkt. D.h. Die \”Zeit des Netzwerks\” wäre übertragbar, falls man es erreicht.

  • By JPG, 16. August 2008 @ 16:16

    Angenommen man schickt ein Teleskop durch das Wurmloch nach Andromeda und beobachtet damit die Erde. In welcher Zeit würde man sie dann sehen?

  • By D., 16. August 2008 @ 16:47

    @JPG: Wohl etwa in der Gegenwart. Da das Schiff ja annähernd mit c geflogen ist. Die Zukunft kann man so aber nicht sehen, da das Schiff nicht mit ÜL fliegt.

  • By Der Sachse, 22. August 2008 @ 15:47

    Einfach nur geil!
    Ich mache mir schon seit ca einem jahr gedanken über die praktischen anwendungsmöglichkeiten von wurmlöchern.
    was man damit alles anstellen könnte… vorrausgesetzt man kann ein Wurmloch erzeugen.
    auch für die menschheit auf der erde:
    der transport von waren und personen von einem kontinent zum anderd dauert nur einen augenblick!
    produkte könnte man per fließband direkt von der herstellung zum käufer geben!
    usw.

    Die wirtschaft und somit auch die Politik auf der erde würde sich radikal ändern.

    man könnte auch winzig kleine, oder auch menschenartige Roboter über ein wurmloch mit der energieversorgung und ein computernetzwerk verbinden. -> Androiden und nanobots

    wäre die massenweise herstellung von wurmlöchern möglich, würde sich unsere welt unwahrscheinlich schnell ändern.
    vorsicht nur, dass diese technologie nicht ausgenutzt wird!

  • By Bynaus, 22. August 2008 @ 15:59

    Du kannst dir sicher sein, dass diese Technologie auch ausgenützt werden würde. \”Mr. Hussein, wir haben da ein paar schwerbewaffnete GIs im Vorzimmer, die gerne ein Wörtchen mit Ihnen reden würden…\” ;)
    Künstliche Wurmlöcher für den \”Alltagsgebrauch\” würden unsere Welt wohl komplett auf den Kopf stellen. \”Distanz\” ist ein derart zentrales Element unserer Existenz, dass ich mir nur schwer denken kann, welche Welt dabei wirklich entstehen würde…

  • By Mephal, 28. August 2008 @ 18:07

    Wahnsinn, ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich hatte im vergangenen Jahr allmählich alle Hoffnungen begraben, der Mensch könnte vielleicht noch einmal in die wahren Weiten des Universums aufbrechen. Natürlich steht und fällt alles mit der negativen Energie, aber wenn das theoretische Konstrukt dafür tatsächlich steht, dann könnte es wirklich nur noch eine Frage der Zeit sein!

  • By D., 30. August 2008 @ 23:52

    Wirklich auf der Erde einsetzbare Wurmlöcher (ich würde wohl speckulieren, dass sich die Aufrechterhaltung *zu Verkehrszwecken* nicht lohnen würde), wären wohl eher Prestigeobjekte für einzelne Staaten. Trotzdem würde es das Reisen natürlich enorm beschleunigen. Man stelle sich vor: Ein grosses \”Industriewurmloch\” von einen grossen Rohstoffgebiet zu einer eher unbedeutenden, aber in der Nähe eines grossen Abnehmergebietes gelegenen Stelle!
    Man könnte wirklich schnell sein, weil es mehrer Wurmlöcher geben wird.
    Es gäbe Orte in der unmittelbaren Nähe, die schwerer zu erreichen sind als ein Gebiet auf der anderen Seite der Welt! :-D

  • By Maldweister, 31. August 2008 @ 14:14

    Hallo,

    hätte da mal eine Frage/Anregung zu. Ich beschäftife mich auch schon länger mit dem Thema Zeitreisen, aber irgendiwe passt das bei mir nicht zusammen. Wenn ich, wie im Beispiel durch ein Wurmloch in den näheren Einflussbreich eines schwarzen Loches \”fliege\”, dann vergeht doch eigentlich nur für mich die Zeit langsamer, sprich ich sehe wie sich das Universum im Zeitraffer verändert, aber die Zeit ist verstrichen. Wenn ich also zurückkehre ist die Zeit vergangen und ich wäre wieder in der \”Gegenwart\”, da ich ja nicht das Maß der Dinge bin. Verstehe ich das falsch?

  • By Bynaus, 31. August 2008 @ 15:55

    Ich denke, solche Wurmlöcher werden Einrichtungen sein, die viel zu gross und aufwendig sind, als dass sie auf der Erdoberfläche jemals wirtschaftlich werden könnten (ich kann mich da natürlich auch spektakulär irren…).

    @Maldweister: genau: der Flug aus der Nähe des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs durch ein Wurmloch ist sowas wie eine Zeitreise – allerdings eine, die nicht zu zeitlichen Paradoxien führen kann. Deshalb ist es egal, dass \”Zeit verstrichen ist\”, denn das, was dabei geschehen ist, kannst du durch diese Zeitreise ohnehin nicht mehr ändern.

  • By Der Sachse, 3. September 2008 @ 17:17

    @D.: Ein Wurmloch ist doch lediglich eine \”Anomalie\” der Raumzeitkrümmung. Man bräuchte also \”nur\” Energie für die Erzeugung des Lochs, nicht jedoch für die Aufrechterhaltung.

    @Bynaus: warum sollten sie so groß und aufwendig sein, wenn sie erst einmal verwirklicht wurden? man könnte sie vielleicht massenweise herstellen.
    Das Problem ist nur: zur erstellung eines wurmlochs mit einem durchgangsdurchmesser von einem Meter bräuchte man sehr viel Energie. So im bereich von zwei jupitermassen mal c².

  • By Bynaus, 4. September 2008 @ 11:56

    @Der Sachse: Eben: die Energie, die es zu ihrer Erzeugung braucht, macht sie für einen Gebrauch auf der Erde völlig unpraktikabel. Mit einer solchen Energie, die in diesem Wurmloch gespeichert ist, müsste die Erde das Wurmloch umkreisen… Auf der Erde kann ich mir höchstens mikroskopische Wurmlöcher denken, etwa für Datentransfer.

  • By Der Sachse, 10. September 2008 @ 16:36

    Die Erde Umkreist das Wurmloch nicht. Das wäre der Fall, wenn es die Raumzeit staucht, es dehnt sie aber: Es findet keine künstliche Gravitation, sondern vielmehr eine Art \”Antigravitation\” statt.
    Nachteil: Das Wurmloch müsste verankert werden.
    Vorteil: Das oben erwähnte relativistische Raumschiff wäre einer Beschleunigung von der Erde weg unterworfen, welche die Beschleunigung aus eigener Kraft unterstützt.

  • By Bynaus, 10. September 2008 @ 18:50

    Nun, die negative Energie fliesst wohl voll und ganz in die Aufrechterhaltung des Wurmlochs. Ich weiss nicht, ob da überhaupt etwas nach draussen \”lecken\” würde, so dass sie sich auch ausserhalb des Wurmlochs bemerkbar macht.

    Du hast recht, ich hatte das mit der positiven Energie falsch gelesen. Also umkreist die Erde das Wurmloch nicht… Aber einmal mehr, damit das nicht vergessen geht: das ganze Konzept steht und fällt mit der \”negativen Energiedichte\”.

  • By captain kirk, 11. September 2008 @ 05:32

    warum braucht man in deinem beispiel überhaupt ein so schnelles raumschiff?
    sagt die theorie nicht, dass das wurmloch durch andere dimensionen läuft die man ohne zeitverzug durchqueren kann um zu einem anderen stern zu gelangen?

  • By Der Sachse, 17. September 2008 @ 16:24

    @captain kirk: Ja, aber dazu müsste man das Gegenstück (den \”Ausgang\”) erst zum Ziel schießen, außer es gelänge, es direkt dort entstehen zu lassen, was aber nicht möglich ist, weil sich Raumzeitkrümmungen nur mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.

  • By Der Sachse, 17. September 2008 @ 16:38

    Die negative Energiedichte kann man nicht durch den Casimir-Effekt unendlich weit ausreitzen. NULL Joule können wir damit ja schon genausowenig erreichen NULL Kelvin.

    Wäre eine negative Energiedichte nicht mit Antiteilchen möglich, oder irre ich mich da?
    dann würde auch das mit den 2 jupitermassen * c² (für einen Meter Durchmesser) Sinn machen. (Das Äquivalent habe ich aus der Wikipedia)

  • By Rarehero, 7. Januar 2009 @ 23:51

    Eine Frage dazu: Warum sollte sich eine außerirdische Zivilisation nicht dazu entschließen, jetzt die Erde anzusteuern, so dass wir als weniger weit entwickelte Zivilisation doch nicht abgenabelt von dem Netzwerk sein würden? Oder anders gefragt: Wenn wir die Technologie hätten und ein System in der Andromeda-Galaxie ansteuern

  • By Rarehero, 7. Januar 2009 @ 23:55

    Ups, da ist was schief gelaufen (vielleicht möchtest du die Beiträge zusammen führen). Hier der Rest meines Beitrages:

    Oder anders ausgedrückt: Wenn wir die Technologie hätten und ein System in der Andromeda-Galaxie ansteuern würden, dann verhindert doch nichts, dass wir dort auf eine weniger weit entwickelte Zivilisation treffen, die dann nicht mehr abgenabelt wäre.

    Was habe ich übersehen?

  • By Bynaus, 8. Januar 2009 @ 09:38

    Um angesteuert zu werden, muss eine Zivilisation erst mal als mögliches Ziel eines Wurmloches bekannt sein. Bedenke, dass ausserhalb von vielleicht 100 Lichtjahren niemand von der Menschheit wissen kann… (Radiosignale, Städteleuchten auf der Nachtseite…) Der Bau eines Wurmloches (die \”Verlegung\”) kann nur mit Unterlichtgeschwindigkeit geschehen, das heisst, die \”Kunde\”, dass eine neue Zivilisation aufgetaucht ist, muss im Zweifelsfall erst mal ein paar tausend (oder deutlich mehr?) Lichtjahre weit reisen (bis zum nächsten Netzwerkknoten oder so), dann muss von dort aus eine neue Verbindung verlegt werden. Es könnte also viele Jahrtausende (oder Jahrmilllionen?) dauern, bis ein externes Netzwerk eine neue Zivilisation von sich aus anschliesst – bis dahin hat die Zivilisation aber vermutlich selber ihre ersten Wurmlöcher gebaut – oder ist wieder verschwunden.

  • By Rarehero, 8. Januar 2009 @ 14:27

    Ja, das ist mir klar, aber warum sollte sich das Netzwerk auf nicht zivilisierte Systeme beschränken? Das ist mir noch nicht ganz klar. Man könnte doch beliebige Systeme ansteuern, unabhängig davon, ob man von einer Zivilisation im System weiß oder eben nicht. Wir schicken bspw. ein Wurmloch in beliebiges System, nicht weil wir dort Leben vermuten sondern irgendwas anderes suchen, seltene Rohstoffe vielleicht. Dort angekommen stolpern wir dann über eine Zivilisation, die vielleicht gerade die Raumfahrt entwickelt hat und sich streitet, ob sie wirklich ihren Mond besucht haben oder nicht. Diese Zivilisation wäre dann nicht mehr von der Rest der interstellaren Zivilisation abgeschnitten, wo ich dann natürlich gleich an das Fermi-Paradoxon denke und die Frage im Kopf habe, warum wir noch nichts von einem solchen Netzwerk wissen.

    Was definiert das mögliche Ziel? Gehst du in deiner Überlegung davon aus, dass ein nicht zivilisiertes System wahrscheinlich kein attraktives Ziel für ein Wurmloch wäre? Aber dann müsste doch das erste Wurmloch einer Zivilisation, die diese Technologie gerade entwickelt hat, zumindest willkürlich verlegt sein. Irgendwie fällt es mir schwer zu verstehen und zu glauben, dass ein Wurmlochnetzwerk nicht zufällig auch weniger weit entwickelte Zivilisationen erfassen sollte. Ich hoffe, ich bin nicht einfach zu dumm, um das zu begreifen. Habe ich vielleicht etwas in dem Hin und Her der Bezugsysteme während des Baus des Wurmlochs übersehen?

    Und um nochmal das Fermi-Paradoxon aufzugreifen: Müssten man nicht annehmen, dass unter den unzähligen zu erwartenden Zivilisationen, die Teil des Netzwerk sind oder gewesen sind nicht zumindest eine kriegerische und aggressiv expandierende Zivilisation dabei sein sollte, die zu allem Überfluß auch noch sehr hoch entwickelt ist und andere Zivilisationen reihenweise unterwerfen könnte? Wo sind die Goa\’uld, die uns alle versklaven? Interpretiere ich das Fermi-Paradoxon zu stark oder wäre diese Wahrscheinlichkeit vernachlässigbar?

  • By Bynaus, 8. Januar 2009 @ 16:36

    Für alle Aliens im Universum stellt sich die Situation so dar wie uns auch: das All um sie herum ist leer, ohne Anzeichen von anderen Zivilisationen. Deshalb, wie du sagst, die ersten Wurmlöcher führen \”ins Leere\”, vielleicht zu wissenschaftlich oder wirtschaftlich interessanten Sternsystemen, vielleicht solchen mit bewohnbaren Planeten, die zuvor mit \”Superteleskopen\” identifiziert wurden.

    Nicht vergessen darf man, dass alle diese Wurmlöcher in die tiefe Zukunft führen: der \”älteste\” Teil des Netzwerks (wie es sich einem externen Beobachter zeigen würde) ist der Ursprung, der Heimatplanet. Mit der Zeit bildet sich sowas wie ein \”Baum\” (den Raum zur Seite, die Zeit nach oben), mit unzähligen Wurmlöchern, die in die Zukunft \”verzweigen\” (und damit diese zukünftigen Raumzeitpunkte mit dem Zeitrahmen der Heimatwelt verknüpfen).

    Nun gilt das für jede Zivilisation im Universum: die \”Bäume\” berühren sich alle etwa zur gleichen Zeit, weil ihr Wachstum durch Naturgesetze limitiert wird und weil ihre mittleren Abstände zufällig verteilt sind. Das \”Blätterdach\”, das sich schliesslich bildet, ist die Zukunft, die ich im Artikel angesprochen habe, in der viele Zivilisationen miteinander über Millionen von Lichtjahren in direktem Kontakt stehen.

    Dass angesichts der Zigilliarden von Sternen und der relativen Seltenheit von Zivilisationen ein solcher \”Wurmlochast\” zufällig genau den Stern einer anderen, noch unterentwickelten Zivilisation erreicht, ist äusserst unwahrscheinlich. Erst, wenn der \”Baum\” einer Zivilisation eine bestimmte Grösse erreicht hat, hat er eine reelle Chance, in Kontakt mit anderen \”Bäumen\” zu kommen – so lange die Zivilisation noch ein \”Samenkorn\” ist, bleibt sie auf sich allein gestellt. Der springende Punkt ist, dass sich die \”Bäume\” erst in der fernen Zukunft berühren.

    Und ja, ich würde sagen, es ist gut möglich, dass sich unter diesen ETIs auch aggressive, expansionistische Spezies befinden (schliesslich lässt sich das sichtbare Universum in einem mit 1 g beschleunigenden, relativistischen Raumschiff in wenigen Jahrzehnten Bordzeit durchqueren – wir reden hier also nicht von Spezies, die Millionen von Jahren mit sich selber auskommen mussen, sondern von solchen, die gerade erst die Technik des Wurmlochbaus entdeckt haben). Aber wie in dem verlinkten Artikel erklärt wird, ist es aus physikalisch-wirtschaftlichen Gründen schwierig, mit Wurmlöchern in den Bereich einer anderen Spezies einzudringen, ohne den Kollaps (eines Teils) des eigenen Netzwerks zu riskieren.

  • By Rarehero, 8. Januar 2009 @ 18:36

    Ich hoffe, ich habe es mittlerweile richtig verstanden.

    Während bei dem Transport eines Wurmloches nach Andromeda für uns vielleicht nur 15 Jahre vergehen, vergehen für das Universum mindestens 2,5 Milliarden. Aus der Perspektive des Universums geben wir also in 2,5 Milliarden gerade mal einen Schuss ins Blaue bzw. in die Schwärze des Kosmos ab. Und mit diesem einem Schuss am Zielort auf eine weniger weit entwickelte Zivilisation zu treffen, ist bei den Dimensionen des Univerums nahezu ausgeschlossen.

    Richtig? Hab ich es jetzt endlich begriffen?
    Demnach können Wurmlochnetzwerk also eine ziemlich wirkungsvollen Lösung für das Fermi-Paradoxon sein, oder nicht?

    Nun habe ich aber noch einige andere Fragen.
    So gilt für jedes Netzwerk der Zeitrahmen des Ausgangsplaneten, klare Sache. Du schreibst nun, dass sich die Netzwerke mit der Zeit angleichen würden. Meinst du damit, dass sich die zeitlichen Bezugsysteme der Netzwerike aneinander werden. Wie soll das funktionieren? Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich ein Netzwerk mit einer Zeitrechnung 12 Milliarden nach dem Urknall mit einem Netzwerk, in dem die Zeitrechnung 13 Milliarden Jahre nach dem Urknall gilt, synchronisieren könnte. Oder sprichst du von einer gesellschaftlichen Angleichung der Zivilisationen in diesem Netzwerk?

    Und wenn wir auf das Netzwerk einer anderen Zivilisation träfen, dann könnten wir deren Wurmlöcher doch nutzen oder nicht? Wenn dem so ist, dann wird doch eine aggressive Zivilisation nicht daran gehindert, durch die Wurmlöcher anderer Zivilisationen zu springen, um deren Kolonien und Heimatplaneten einzunehmen.

    P.S.: Ich sollte mir mal den Begriff ETI angewöhnen.

  • By Bynaus, 9. Januar 2009 @ 18:47

    Millionen, nicht Milliarden, aber ja. Und ja, aus diesem Grund ist es recht unwahrscheinlich, am Zielort eine unterentwickelte Zivlisation zu finden, und auch, weil die Chance natürlich ohnehin klein ist, genau auf einen bewohnten Stern zu treffen, wenn man ihn aus 200 Milliarden mehr oder weniger zufällig auswählt… Ja, solche Wurmlochnetzwerke wären damit eine mögliche Erklärung für das Fermi-Paradoxon… Bloss wissen wir nicht, ob man solche Wurmlöcher tatsächlich mit den Mitteln, die einer typischen, aber hochentwickelten Zivilisation zur Verfügung stehen, überhaupt erst bauen kann.

    Die Sache mit der Angleichung ist so gemeint: um Paradoxien zu vermeiden, dürfen Wurmlöcher nicht Punkte miteinander verbinden, die im gleichen Lichtkegel liegen (sonst könnte man sie als Zeitmaschinen benutzen). Das widerum heisst, dass sich die Enden zweier Wurmlöcher mit verschiedenen Eigenzeiten niemals näher kommen können als ihr Eigenzeitunterschied in Lichtjahren. Denn sonst könnte jemand die beiden Wurmlöcher nutzen, um in seine eigene Vergangenheit zurück zu kehren. Das heisst also, ab einer bestimmten \”Sicherheitsdistanz\” (die umso grösser ist, je weiter die beiden Zivilisationen zeitlich auseinander liegen) müssen sich die Zivilisationen über den Normalraum besuchen (wobei sie sich von den Eigenzeiten ihrer Heimatplaneten entfernen – solche Kontakte würden also nur in der fernen Zukunft stattfinden, und die \”Kontaktler\” könnten nie in ihre ursprüngliche Zeit zurückkehren).

    Was das Nutzen fremder Wurmlöcher angeht, hier wird einfach davon ausgegangen, dass man Wurmlöcher, wenn man sie schon künstlich erzeugen muss, auch kollabieren lassen kann. Lässt man es etwa kollabieren, nachdem der Angreifer es passiert hat, wird dieser dadurch vollständig von seiner Zivilisation abgenabelt und könnte damit niemals auf Verstärkung hoffen (bzw., erst nach einigen Millionen Jahren, wenn seine Ursprungszivilisation ein neues Wurmloch in das Gebiet vorgetrieben hat).

  • By maximilian hübl, 23. März 2009 @ 12:54

    baut einen kompressor, der luft verflüssigt, dann diesen kompressor selber umgibt und dabei erhitzt wird, der druck endsteht nun aus, der wärme der luft und dem druck den man dazu aufgewendet hat sie rasuzupressen, die wäreme..

    dann treibt das eine turbine an,

    damit fast keine wärme entfleiht ist auserhalt der maschiene eine vakumm, das dann mit einem solarpalttenanlächiem verschlossen und wieder mit einem vakuum umgeben wird..

  • By Perplex, 24. Mai 2009 @ 18:49

    Was ist das für eine gequirlte Scheiße? Sollte das etwa so eine Art Test sein, ob wir Leser merken, dass die Erklärung hier eine einzige \”Crackpot Idea\” ist? Alle anderen Beiträge sind so voller Substanz und dann dieser Griff ins Klo mit den Wurmlöchern.

    Erst einmal ist hier ein dicker Denkfehler: Das Problem ist, dass hier die Zeitverzerrung, also die 4. Dimension, bildlich dargestellt werden soll, indem man zu einem Hilfskonstrukt greift. Dabei werden die 3 Raumdimensionen um eine Dimension gekürzt. Das heißt, der Raum wird bildlich in 2 Dimensionen dargestellt, indem eine Art Gummituch den Raum darstellt. Damit ist es dann leicht die Zeitverzerrung mit der freien 3. Dimension darzustellen, indem man unterschiedlich schwere Kugeln nimmt, die das Gummituch unterschiedlich tief runter ziehen. Bei einem Schwarzen Loch wäre der Trichter im Gummituch extrem tief. Das Problem ist aber, dass wenn man sich dieses Gummituch wieder unendlich oft um die schwere Kugel in alle Richtungen denken würde, um die 3. Dimension zurück zu holen, dann zeigen auch die unendlich vielen Trichter unendlich in alle Richtungen. Damit kann es also keine Trichterkonzentration in eine Richtung geben, und somit kann die Raumdimension räumlich auch niemals abgekürzt werden.

    Außerdem sind die so genannten \”Künstlichen Wurmlöcher\” eine reine Erfindung der Science-Fiction-Filmindustrie, um die astronomisch großen Distanzen zwischen den Sonnensystemen oder sogar zwischen den verschiedenen Galaxien in handhabbare kurze Zeitdistanzen zu packen, weil z.B. eine Hin- und Rückreise quer durch die Milchstraße selbst mit annähernd Lichtgeschwindigkeit mehr als 200.000 Jahre dauern würde. Denn selbst wenn für das reisende Raumschiff die Zeit viel langsamer vergeht, also nahezu stillstehen würde, falls man die Beschleunigung, Abbremsung und den fast unendlich großen Energiebedarf außer acht lassen würde, würde nach so langer Zeit auf der Erde nichts mehr so sein, wie es vorher war. Wir können uns halt nur Reisen in Distanzen wie auf der Erde vorstellen. Damit wären allerhöchstens noch Reisen innerhalb unseres Sonnensystems denkbar. Die Dramaturgie in solchen Science-Fiction-Filmen wäre selbst da kaum mehr gegeben, wenn man von wenigen Ausnahmen absieht.

  • By Bynaus, 25. Mai 2009 @ 11:24

    Wurmlöcher sind keinesfalls reine SciFi-Erfindungen – die Relativitätstheorie lässt sie ausdrücklich zu, und selbst Einstein hat sich damit befasst (google mal \”Einstein-Podolsky-Rosen-Brigde\”, oder schau mal hier nach: en.wikipedia.org/wiki/Einstein-Rosen-Podolsky_bridge ). Sie sind heute noch ein Untersuchungsobjekt der Physik, und es werden weiterhin Fortschritte gemacht, siehe etwa Arbeiten von Kip Thorne und Matt Visser.

    In einem Universum, das sich nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit durchqueren lässt, haben wir tatsächlich die Effekte, die du im zweiten Abschnitt beschrieben hast. Genau deshalb geht die Überlegung dahin, diesen relativistischen Raumschiffen ein Wurmlochende mitzugeben, durch das sie in ihre Startzeit zurück kehren können (das andere Ende bleibt auf der Erde). Umgekehrt könnten diese Raumschiffe über das Wurmloch von der Erde aus mit Treibstoff versorgt werden, so dass sie diesen nicht mittragen müssen. Für ein ähnliches, aber nicht identisches Konzept, siehe auch die sogenannten Krasnikov-Tubes.

  • By Unbekannter Gast, 14. Juli 2009 @ 21:39

    \”Und ja, ich würde sagen, es ist gut möglich, dass sich unter diesen ETIs auch aggressive, expansionistische Spezies befinden\”

    Die Natur der Natur schliesst das aus. Anders gesagt, die grundlegenden Eigenschaften natürlicher Entwicklung lassen so etwas nicht zu.
    Die Grundlage natürlicher Entwicklung sind symbiotischer Natur, die Natur ist ein sich selbst regelndes System.
    Es gibt zwar aggressive (Fleischfresser), aber keine expansionistischen Spezies\’ , da diese in kurzer Zeit ihre eigene Grundlage auffressen und damit den Ast absägen würden, auf dem sie sitzen.
    Krebs zerstört seinen Wirt und stirbt damit aus. Seuchen flammen auf und machen ihr dauerhaftes Fortbestehen in kurzer Zeit selber unmöglich.
    Symbiotische Lebensformen können ihre Energie für die Weiterentwicklung nutzen, wärend konkurierende Lebensformen sie im Krieg gegeneinander verbrauchen.

    Deshalb lebt der Mensch heute auch WEIT unterhalb seiner Möglichkeiten, weil er seine Energie nicht in die Erforschung von Synergien steckt, die allen Menschen nützen würden, sondern in Vernichtungstechnik und Zerstörung.

    Deshalb gibt es auch nur zwei Möglichkeiten:
    entweder rottet sich das Krebsgeschwür \”Mensch\” im dritten Weltkrieg selber aus, oder wir fangen danach wieder mit Keulen und Steinschleudern an, um unsere nackte Existenz zu kämpfen und mit viel Glück vielleicht etwas aus unserer Geschichte zu lernen.

  • By Bynaus, 15. Juli 2009 @ 16:27

    Aggressiv und Expanisonistisch sagt erst mal nichts darüber aus, wie diese Spezies mit ihren natürlichen Grundlagen umgeht: Auch der aggressivste Klingone kann Bäume umarmen, um es mal ein bisschen zugespitzt zu sagen.

    Organisierte Kriegsführung hat sich parallel zur Entwicklung unseres Gehirns entwickelt – sie ist eine Konstante menschlicher Existenz. Es gibt nichts, was dagegen spricht bzw uns vermuten liesse, dass das nicht auch bei anderen intelligenten Spezies so ist (nur schon, weil wir nur eine intelligente Spezies – nämlich uns – kennen).

    Je effizienter eine Spezies ihre natürlichen Grundlagen bewirtschaftet, desto mehr \”Überhang\” produziert sie in Form von (Kriegs-)Technologie und Expertenwissen. Als der Mensch sesshaft wurde, wurden zum ersten Mal überhaupt \”Krieger\” möglich, die sich auf die Kriegsführung spezialisieren konnten und nicht noch nebenbei für ihre Nahrungsbeschaffung sorgen mussten. Mit der Nutzung des Erdöls wurde es dann plötzlich möglich, das ein einzelner Bauer (im Schnitt) hunderte von Menschen gleichzeitig ernähren kann – und entsprechend schnell kam die Entwicklung von Technologie vorwärts. Heute sind (zumindest in der westlichen Welt) nahezu 100% aller Menschen \”Experten\” (sie müssen nicht selbst für die Produktion von Nahrung sorgen), und entsprechend viele \”Krieger\” (im weitesten Sinne, zB auch Wissenschaftler auf dem Gebiet der Militärforschung) gibt es.

    Symbiose ist nur genau so lange nötig, wie der eine Symbiont vom anderen abhängt. Wir sind heute noch nicht komplett unabhängig von der Ökosphäre, die uns hervorgebracht und während vielen Jahrzehntausenden ernährt hat – aber es könnte gut sein, dass das nicht mehr lange so bleibt. Es wird – denke ich – keinen allvernichtenden \”Dritten Weltkrieg\” geben, aber es ist gut möglich, dass die Biosphäre der Erde in den nächsten Jahrhunderten von einer \”Technosphäre\” abgelöst wird (siehe den Artikel \”Gaia trägt Grau\”).

  • By ..., 21. September 2009 @ 17:45

    naja wir werden ja sehen wann wir würmlöcher hinkriegen,oder ob bis dahin die welt nicht sowieso schon wieder ganz anders aussieht…

  • By Alex, 30. Dezember 2009 @ 19:39

    Die Relativitätstheorie kommt leider sehr oft ins Schimmen wenn es um negative Zahlen geht. Dann tauchen häufig Phänomene in den Formeln auf, die man in der Realität nicht beobachtet und die sehr vermutlich auch nicht möglich sind. Ein Beispiel sind die Tachyonen, ein anderes Wurmlöcher, auch Zeitreisen indem man sich einfach mit weniger als 0 m/s bewegt sind laut AR möglich. Das alles ist eher ein Hinweis darauf, daß die AR nicht das letzte Wort ist.

    Gruß Alex

  • By Merlin74, 3. Februar 2010 @ 15:42

    Hallo !

    Zitat:
    \”Das Wurmloch verbindet jederzeit die Erde mit dem Raumschiff – die Zeit auf der Erde und auf dem Raumschiff laufen, durch das Wurmloch erzwungen, synchron. Wenn das Raumschiff nach fünfzehn Jahren Bordzeit die Andromeda-Galaxie erreicht hat, sind auf der Erde zwar 2.5 Millionen Jahre vergangen.\”

    Nun, ich denke dass hier an der ganzen Sache der Hund begraben liegt (mal ganz abgesehen von der benötigten Energie mit welcher man gleich die ganze Erde an den Zielort bringen könnte…).

    Die Erzeugung eines Wurmloches und der Transport dessen mit nahezu c kann nicht die Erde/das Sonnensystem aus dem Universums-Zeitgefüge entreissen. Es müsste schon das ganze Universum zeitlich \”anpassen\”, was wieder darauf hinausläuft, dass nicht zu erkennen ist, was beschleunigt abläuft und was nicht.
    Vielmehr, kann ich mir vorstellen, dass sich wohl ein \”Zeithorizont\” im Wurmloch selbst bilden würde.
    Die Versorgung des Raumschiffes wäre dadurch wohl auch etwas schwierig.
    Somit wäre das Wurmloch in der Andromeda-Galaxie, aus Sicht der Menschen auf der Erde, doch erst in 2.5 Millionen Jahren \”benutzbar\”.
    Doch ob es dann noch \”Menschen\” gibt?

    Oder habe ich da etwas total falsch verstanden?

    Gruß
    Merlin

  • By Bynaus, 7. Februar 2010 @ 12:05

    Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.

    Wurmlöcher verbinden zwei Punkte der Raumzeit. Was mit diesen Punkten passiert, wie sie beschleunigen oder sich relativ zum Universum bewegen, ist letztlich egal, SO LANGE sie sich nicht auf eine Strecke nähern, die vom Licht schneller überbrückt werden kann als der Zeitliche Unterschied der beiden Punkte – dann nämlich würde sich das Wurmloch in eine Zeitmaschine verwandeln. Abgesehen von diesem \”verbotenen\” Bereich kann ein Wurmloch zwei beliebige Punkte verbinden.

    Es wird ein Raumschiff gebaut, in dem ein Wurmlochende sitzt, das andere befindet sich auf der Erde. Der zeitliche Unterschied der beiden Wurmlochenden ist vernachlässigbar, die Distanz zueinander endlich aber klein. Das ist quasi ein sehr \”flaches\” Wurmloch. Wenn nun das Raumschiff konstant mit 1 Ge beschleunigt, ist es in 15 Jahren Bordzeit in der Andromeda-Galaxie. Das Wurmloch verbindet aber weiterhin das Raumschiff-Innere mit der Erde, wo nun 15 Jahre nach dem Start des Raumschiffs vergangen sind. Von der Erde aus \”sieht\” man das Raumschiff, wenn man es mit Teleskopen verfolgt, nach 15 Jahren immer noch in der Nähe der Erde, und erst nach grob 2.5 Mio Jahren würde man es in der Andromeda-Galaxie ankommen \”sehen\”. Tatsächlich befindet sich das Raumschiffseitige Wurmlochende, auf das Universum bezogen, 2.5 Mio Jahre in der Zukunft – 15 Bord- bzw. Erdjahre, nach dem es auf der Erde gestartet ist. Durch das stetige Beschleunigen mit 1 Ge ist aus dem \”flachen\” Wurmloch ein sehr steiles geworden, das zwei Raumzeitpunkte mit einem zeitlichen Unterschied von 2.5 Mio Jahren verbindet.

    Interessant ist, dass mit dem \”Mach-Lorentz-Antrieb\” (siehe neueren Artikel dazu) ein potentieller Mechanismus zur Verfügung steht, mit dem nicht nur konstant mit 1 Ge beschleunigt werden könnte, sondern auch (möglicherweise) Wurmlöcher erzeugt werden könnten.

  • By Antidogmatiker, 17. Februar 2010 @ 05:01

    Wenn man durch ein Wurmloch geht, dessen beide Enden sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bewegen und/oder sich in unterschiedlichen Gravitationspotentialen befinden: Mit welcher Geschwindigkeit bewegt man sich dann, wenn man das Wurmloch verlässt, relativ zu dem anderen Ende? Mit der gleichen Geschwindigkeit, mit der man sich vor dem Durchqueren des Wurmloch relativ zum Anfangsende bewegt hat? Und wenn ja, wie wird dann die Gültigkeit des Energieerhaltungssatzes sichergestellt?

  • By Bynaus, 17. Februar 2010 @ 09:30

    Im Wurmloch drin gilt die ganz normale Raumzeit – das heisst, man muss tatsächlich beschleunigen, um zum anderen Ende aufzuholen (zumindest meinem Verständnis nach). Deshalb ist es empfehlenswert, dass das Wurmloch erst wieder durchquert wird, wenn das ferne Ende relativ zu jenem auf der Erde (einigermassen) zum Stillstand gekommen ist.

    Das hat etwa zur Konsequenz, dass die Versorgung des mit 1 Ge davoneilenden Raumschiffs am fernen Ende des Wurmlochs mit neuem Treibstoff von der Erde aus immer schwieriger (aufwändiger) wird. Bei einem reaktionslosen Antrieb a la Mach-Lorentz-Thruster (sofern es die jemals geben wird) wäre dieses Problem zumindest gelöst.

  • By Antidogmatiker, 17. Februar 2010 @ 11:34

    Wenn man sich also durch ein Wurmloch in ein anderes Gravitationspotential begibt, dann müsste man danach eine andere Geschindigkeit haben als vorher. Wie sieht es dann mit Impuls- und Drehimpulserhaltung aus?

  • By Bynaus, 17. Februar 2010 @ 14:57

    Geschwindigkeit relativ zu was?

    Die Physik von Wurmlöchern ist recht gut untersucht – ich glaube, wenn sie irgendeinen der Erhaltungssätze verletzen würden, wüsste man das. Damit will ich einerseits sagen, dass ich nicht das nötige mathematische und physikalische Rüstzeug habe, um dir zu zeigen, dass keiner der Erhaltungssätze verletzt wird (deshalb schreibe ich ja gelegentlich: \”soweit ich das verstehe…\”). Anderseits, dass Wurmlöcher beliebte und legitime Forschungsobjekte der theoretischen Physik sind und ich deshalb grundsätzlich bezweifle, dass sie nicht \”wasserdicht\” sind. Wir wissen bloss nicht, ob diese Wurmlöcher auch in der Realität existieren.

  • By wrentzsch, 4. März 2010 @ 13:17

    Wieviel Energie wäre notwendig das Wurmloch zu installieren bis zum Reiseziel?
    Reicht da die gesammte Energieproduktion der Erde bei Reisen von Lichtjahren?
    Wenn ein Wurloch ein Raumwirbel ist, wie soll das Schiff den Raum in Rotation versetzen, wenn im Raum nichts ist, auf das das Schiff einwirken könnte?

  • By Valary, 13. April 2010 @ 06:30

    Die ganze Sache mit den Wurmlöchern, ist aus meiner sicht eine Traumwelt. Damit möchte ich nicht sagen das es theoretisch unmöglich ist, aber auf jeden fall praktisch.

    Um einen weit entfernten Ort im Universum zu erreichen und das schneller als mit Lichtgeschwindigkeit, gibt es, nach meinem Verständnis, zwei theoretische Möglichkeiten.

    1.Man erstellt ein Raum, als eine Art Tunnel (Wurmloch). Wobei mir nicht geläufig ist wie man den mit dem Raum des Universum verbinden soll, geschweige ihn erstellt.

    2.Aus meiner sicht sehr interessant. Man durchstößt das Raum-Zeit-Kontinuum, wie es uns schon in der Quantenwelt vorgemacht wird. Aber wie jeder weiß, sind Quantentheorie und Relativitätstheorie, zwei unterschiedliches par Schuhe.

    Das mit dem relativistisches Raumschiff und dem damit verbundenem Wurmloch, klingt mir unlogisch. Wenn das Schiff mit 0,9 mal der Lichtgeschwindigkeit, relativ zur Erde, unterwegs sein soll, dann vergeht die Zeit auf dem Schiff auch entsprechend. Da aber das Schiff mit dem Wurmloch verbunden ist, soll auf der Erde die Zeit gleich sein? Dann müsste aber auch die Relativgeschwindigkeit 0 sein. Sonnst haut das nicht mehr mit der Relativitätstheorie hin.

  • By Bynaus, 16. April 2010 @ 11:33

    Zur Sache mit dem relativistischen Raumschiff: Das Wurmloch verbindet zwei Punkte in Raum und Zeit miteinander: Die Erde auf der einen Seite, das Raumschiff auf der anderen. Aus Sicht der Besatzung eines ständig mit 1 Ge beschleunigenden Raumschiffs ist dieses nach 15 Jahren Flugzeit in der Andromeda-Galaxie angekommen, während auf der Erde 2 Mio Jahre vergangen sind (würde das Raumschiff umkehren, wären sie nach nochmals 15 Bordjahren bzw 4 Mio Jahren auf der Erde wieder zurück). Das Wurmloch existiert aber zum Zeitpunkt der Ankunft erst seit 15 Jahren – es verbindet das Raumschiff mit der Erde, 15 Jahre nach dessen Start. Wäre es nicht so, könnte ein Wurmlochreisender ja feststellen, dass die Zeit auf dem Raumschiff \”langsamer\” vergeht (er kann z.B. jedes Jahr an seinem Geburtstag vorbei kommen und die Crew fragen, wieviel Zeit seit seinem letzten Besuch vergangen ist: ist es weniger als ein Jahr, ist die Zeit auf dem Schiff offensichtlich verlangsamt), das darf aber gemäss Relativitätstheorie nicht sein: jedes Bezugssystem ist gleichwertig.

  • By Valary, 17. April 2010 @ 03:47

    Ja, mir erscheint das mit dem Raumschiff und dem Wurmloch ehr als Paradoxon.

    Ein Beispiel:
    Wir haben zwei Bezugsysteme, einmal die Erde und einmal ein Raumschiff. Das Raumschiff bewegt sich mit annähernd Lichtgeschwindigkeit relativ zur Erde. Das heiß, dass die Zeit auf dem Raumschiff, in bezug auf die Erde, langsamer geht. Wenn ich diese beiden Bezugsysteme nun mit einem Wurmloch verbinden würde, währ das doch ein Verstoß gegen die Relativitätstheorie. (?)

  • By Bynaus, 19. April 2010 @ 15:05

    Nein, es ist kein Verstoss. Aus dem Umstand, dass das Raumschiff in 15 Jahren Bordzeit die Andromeda-Galaxie erreicht, liesse sich ja schon ableiten, dass die Zeitdilatation gemäss Relativitätstheorie gilt (sonst würde das 2 Mio Jahre dauern).
    Die Zeit läuft auf dem Raumschiff auch nicht langsamer als auf der Erde – das scheint nur so, von der Erde aus gesehen. Vom Raumschiff aus gesehen scheint aber die Zeit auf der Erde langsamer zu gehen. Erst nachdem das Raumschiff wieder gegenüber der Erde zum Stillstand kommt, zeigt sich der reale Effekt der Zeitdilatation.

  • By Valary, 20. April 2010 @ 04:38

    Hmm … also, ich hab das jetzt so verstanden. … Wenn man so ein Raumschiff mit einem Wurmloch ausstattet und es bewegt sich mit annähernd Lichtgeschwindigkeit, z.b. zur Andromeda- Galaxie, dann dauert das für die Besatzung 15 Jahre. Da die Zeit, an den Enden das Wurmloches, ja gleich läuft, heißt das, dass das Raumschiff schon da ist, bevor es da ist. Somit würde die Reise, auch von der Erde aus, nur 15 Jahre dauern. Die Besatzung könnte quasi schon die ersten Bilder, 15 Jahre nach dem Start, von den Sternen durch das Wurmloch schicken, obwohl, von der Erde aus gesehen, das Raumschiff immer noch unterwegs ist.

    Wenn das so gemeint ist, denn kann ich das leider nicht nachvollziehen. Mag zwar sein das es rein mathematisch von der Relativitätstheorie her möglich sei. Aber nicht alles, was mathematisch möglich ist, ist möglich. Ich erwähne nur zu gern die Tachyonen, die rein mathematisch von der Relativitätstheorie existieren können. Solche bizarren Elemente kommen heraus, wenn man es mit der Mathematik, etwas zu weit getrieben hat. Das Ergebnis währe das gleiche, wie das negative einer Polynomfunktion, oder einer Wurzel, die für praktische Anwendungen unbrauchbar währen.

  • By Bynaus, 21. April 2010 @ 10:22

    Ja, so ungefähr. Wobei es schwierig ist zu sagen, ob das Raumschiff \”da\” ist oder nicht – das hängt vom Bezugsrahmen ab. Das erdferne Ende des Wurmlochs ist nach 15 Bordjahren in der Andromeda-Galaxie angekommen. Da es mit der Erde verbunden ist, und ein \”stationäres\” Wurmlochende eben in 15 Jahren nur 15 Jahre weit in der Zeit vorwärts reist, kann man 15 Jahre nach dem Start durch das Wurmloch die Andromeda-Galaxie erreichen, selbst wenn das Raumschiff von den Teleskopen der Erde aus gesehen noch immer sichtbar \”unterwegs\” ist.

    Nun, ob es Tachyonen gibt oder nicht, sei dahingestellt: die Teilchen werden hypothetisch genannt, weil wir keine Experimente haben, um zwischen ihrer Existenz und Nichtexistenz zu unterscheiden – wir können also nicht wissen, dass es sie nicht gibt.

  • By Valary, 23. April 2010 @ 14:39

    Ok, bleibt nur noch die Frage … Wie? Mit dem Casimir-Effekt kann man die virtuellen Teilchen zwar gut beschreiben, aber er hilft uns nicht ein Wurmloch zu erzeugen. Wie will man also den Effekt sonst noch verhindern? Was mir dazu einfällt ist die \”Hawking Strahlung\”, die sich am Rand des Ereignishorizont, eins schwarzen Loches, abspielt.

  • By Bynaus, 25. April 2010 @ 11:22

    Das ist eine sehr berechtigte Frage. Wie ich im ersten Satz des Artikels schon schrieb, ist nicht absehbar, dass (oder wie) ein solches Wurmloch erzeugt werden könnte. Es gibt Konzepte, die mit \”exotischer Materie\” (mit einer negativen Energiedichte) arbeiten und mit erstaunlich wenig davon auskommen, aber auch diese müsste natürlich zuerst erzeugt werden. Sollte sich der Mach-Lorentz-Antrieb (siehe entsprechenden Artikel auf dieser Seite) als realisierbar erweisen, gibt es in den Formeln dazu einen \”Wurmloch\”-Term, das heisst, man kann demnach ein physikalisches System im Prinzip dazu bringen, sich zu verhalten, wie wenn es aus negativer Materie bestehen würde. Aber das ist alles höchst spekulativ und ohne Verankerung in Experimenten und Beobachtungen.

  • By Unbekannter Gast, 21. Mai 2010 @ 02:03

    ich denke zeitreisen mit lichtgeschwindigkeit sind nur in eine richtung möglich – auch wenn es meiner meinung nach keine wirklichen zeitreisen sind. Wurmloch mal aussen vorgelassen.
    Ein raumschiff fliegt mit lichtgeschwindigkeit zum nächsten stern der 4 lichtjahre entfehrnt ist. am 1.1.2020 startet es.Für die astronauten ist dank der hohen geschwindigkeit die reise vom zeitfaktor sehr viel erträglicher als die wartezeit der auf der erde zurückgebliebenden. Auf der Erde vergehen 4 jahre da die zeit normal schnell verläuft. im raumschiff sind villeicht nur ein paar monate verstrichen. im grunde haben die astronauten nur ein paar jahre zeit eingesparrt, sind aber niemals durch die zeit gereist da das schiff genau wie in der normalzeit 4 jahre gebraucht hat um am ziel anzukommen. quasi eine verlangsamte zeitspanne innerhalb einer normalen zeitspanne.
    für die astronauten wäre es eine gefühlte zeitreise in die zukunft, weil sie halt langsamer waren. tatsache wie schon erwähnt waren sie dennoch 4 jahre unterwegs =)
    Mit wurmlöchern denke ich wird das nicht anders sein. jenachdem wie lang der tunnel ist um vom Ein zum Ausgang zu gelangen und jenachdem wie schnell man hindurchfliegt wird am ende dasselbe bei rauskommen.
    fliegt man mit lichtgeschwindigkeit hindurch vergeht die zeit an bord natürlich wieder langsamr. fliegt man normalschnell durch und das wurmloch hätte einen milliarden km langen durchgang so würde es auch dementsprechend dauern es zu durchfliegen, auch wenn man dabei eine ganze galaxie überspringt.
    Ausser es ist z.b. ähnlichin wie stargate. du hälst deine hand in ein wurmloch und sie guggt auf der anderen seite herraus. 0 zeitverlust/gewinn bei einer durchreise.
    Fakt – zeitreisen gibt es nicht – nur unterschiedliche ablaufgeschwindigkeiten. man könnte also nicht zurückreisen und sein opi killn *gg*

  • By Valary, 5. Juni 2010 @ 04:23

    Zeitreisen scheit immer noch ein großer Traum einiger zu sein. Zurück durch die Zeit, also die Uhr zurück stellen und in ein beliebiges Zeitalter zu reisen, ist schlichtweg unmöglich. Zeitreisen in die Zukunft sind möglich, sie finden eigentlich schon immer statt. Jede vergangene Sekunde ist ein Schritt in die Zukunft. Den Effekt kann man, relativ zu einen anderen Bezugsystem, verzögern, indem man sich mit hoher Geschwindigkeit relativ von diesem Bezugsystem bewegt. Darum … alles ist relativ.

    Zurück zum Wurmloch. Einige stellen sich darunter eine Art Tor, wie in Stargate, vor. Das ist so nicht machbar und, meines wissend, auch nicht theoretisch vorgesehen. Materie über weite Entfernungen zu transportieren, ohne den Raum dazwischen zu durchqueren, wird nicht möglich sein. Anders sieht es da mit Informationen aus. Ich könnte mir da ein System zur Informationsübertragung, auf Grundlage der Nichtlokalität (Quantenphänomen), gut vorstellen.

  • By Saddam1234, 1. Dezember 2010 @ 17:41

    Noch eine Bemerkung als ich die ganz Unten stehende Überlegung gemacht habe ist mir in den Sinn gekommen, dass es doch gar nicht möglich ist in einem Raumschiff ein solches Wurmloch zu produzieren, weil sich die Enden immer weiter (in Lichtjahren gemessen) auseinander befinden müssen, als der selbe Wert in Zeit…

    Das bedeutet, dass das Wurmloch erst nach ein wenig mehr als der Differenz der Lichtgeschwindigkeit zur Erreichten Durchschnittsgeschwindigkeit pro Zeit (muss ja schliesslich eine Strecke ergeben)aktiviert werden kann, da wir ja nicht Überlichtgeschwindigkeit reisen können und sonst Herrn Visser`s Zeit/Distanz Regel brechen würden.
    (kann gut sein, dass ich ne Fehlüberlegung gemacht habe, in diesem fall bitte antworten)

    Ich habe nur eine kleine Frage…
    Wenn wir jetzt zu diesem Planeten fliegen und dort das Portal aufstellen, dann befindet sie sich 2.5mio. Jahre in der Zukunft und könnten prinzipiell ein Portal dort lassen und gleich wider zurück auf die Erde reisen, weil nach einer solch langen Zeit sowieso niemand mehr auf der Erde Lebt…
    Also könnten wir gleichzeitig die Erde jetzt und in 5Mio. Jahren bevölkern? Schliesslich ist er Lebensfreundlich usw.

  • By Bynaus, 3. Dezember 2010 @ 11:22

    Zur Frage: Nein, zurück zur Erde geht eben gerade nicht. Denn durch das zweite Wurmloch haben wir im Prinzip eines, das von der Erde einfach 5 Mio Jahre in die Zukunft führt, dh, die Wurmlochenden sind zwar 5 Mio Jahre voneinander getrennt, aber eben nicht die dafür nötigen 5 Mio Lichtjahre. Entsprechend müsste das Wurmloch nach Visser kollabieren.

  • By Unbekannter Gast, 22. Februar 2011 @ 18:38

    Bin ziemlich Anhänger von \”keine Zeitreise rückwärts möglich\” einfach weil ich es mir noch \”fast\” nie einwandfrei logisch im Kopf durchspielen konnte. Das ist also nicht mein Problem mit Vissers Theorie sondern:
    Wenn wir das Gedankenspiel von Bynaus nehmen und uns dem schwarzen Loch (weiterhin sL) nähern vergeht für uns eine bestimmte Zeit. Diese wird freilich, durch die unterschiedliche Gravitation und der daraus resultierenden Änderung der Zeit (Licht nie langsamer als c, bla…) sehr gestaucht, aber sie geschieht. So dass bei der Rückreise durch das Loch (welches ja nach den gleichen Gesetzen der Hinreise geschieht) immer zumindest diese kleine Zeitspanne passsiert sein muss.

    Bynaus geht in seiner Überlegung mit dem Netz davon aus, dass ich immer mit der selben relativen Geschwindigkeit aus dem Loch heraustreten sollte, wie ich reintrete um ein Wurmloch für Personenreisen nutzen zu können, somit umginge man das Problem mit dem ein und aussteigen bei Lichtgeschwindigkeit.
    Problem liegt aber auf der Hand, es sind jetzt natürlich je nach Gravitation (oder relativistische Geschwindigkeit for that matter) verschiedene Geschwindigkeiten für die jeweiligen Bezugssysteme. Man würde also vom sL-Wurmlochende eintreten und sooooo langsam wieder austreten, dass es einen zusammenschiebt und man als flache Scheibe heraus-\”tritt\” (wohl eher fließt).
    Jetzt zu sagen, dass man dies umgeht, indem man die beiden Bezugssysteme gleichschaltet und jetzt auf der Erde die gleiche Zeit vergehen muss wie auf dem Schiff(also in Nähe des sL), finde ich falsch, denn dann müsste sich die Zeit schneller vortbewegen im Erdbereich aber wo hört das auf? Es müsst esich teoretisch bis zum Punkt des Eingangs \”ausbreiten\” was wiederum die ZEit beim Eingang \”verschnellert\” und so weiter und so fort.

    Bin somit der Meinung, das also eine \”Relativ-Zeit-Angleich\” nicht stattfinden kann. Scenario nach mir:
    Zunächst mal die Scheibengeschichte von oben und: Vom Erd-Ende sieht man also hinein und sieht dunklen fast völligen Stillstand, während man vom sL-Ende weißen Zeitraffer sieht. Hehe somit hat man auch ne Prima Methode die relative Zeit des jeweils anderen Endes zu Messen, man vergleicht die Helligkeit des \”Ereignisshorizonts\”. Ich weis is ne Stargatevokabel, ich mein damit das Allgemeine Erscheinungsbild des Wurmlochs, also überall da wo aus ihm Licht austritt.

    Das hebelt denke ich die Netz idee aus, aber gibt uns Träumern trotzdem die Möglichkeit, andere Sternensysteme zu besiedeln. Stichwort Generationenschiff, oder Seed-schiff, von mir aus auch mit relativistischer Geschwindigkeit losschicken, Kolonie aufbauen (Wurmloch nicht vergessen) und wenn man dort ist Leute schicken. Die haben dann zwar auch mit stauchungen ihrer Moleküle zu kämpfen(weil die welt näher am Milchstraßenzentrum liegt, oder ne schwerere Sonne hat, oder selbst sehr schwer ist), aber das is zu vernachässigen hoffe ich *Daumen drück*. Außerdem kann man es ja durch die oben beschriebene Lichtintensitätsmethode messen und im Zweifelsfall nen anderen Planeten nehmen.

  • By webmantz, 31. Mai 2011 @ 14:59

    Moin zusammen,

    obwohl dieses Thema schon etwas älter ist, möchte ich trotzdem mal meine Gedanken dazu äußern.

    Zunächst mal finde ich den Gedankengang natürlich spannend, würde er es uns doch ermöglichen, das Universum zu erforschen – wenn es uns denn gelänge ein Wurmloch zu erzeugen und die Energie aufzubringen, ein Ende davon in die Tiefen des Alls zu transportieren. Allerdings glaube ich, dass das trotzdem nicht geht, und zwar weil in jedem Fall eine Zeitreise ermögicht würde.

    Szenario: wir erzeugen im Jahre 2100 auf der Erde ein Wurmloch und schicken es mit einem Raumschiff in die Andromeda-Galaxie. Dort kommt es bei 0,9c nach etwa 2,5 Millionen Jahren an. Für die Crew des Raumschiffes sind aber erst 15 Jahre vergangen.
    Nun verbindet das Wurmloch die Erde des Jahres 2.115 mit dem Ziel in der Andromeda-Galaxie im Jahre 2.502.100. Die Crew schreitet nun durch das Wurmloch zurück zur Erde. Schauen Sie von hier durch ein Teleskop, so können sie das Raumschiff in einer Entfernung von ~ 13,5 Lichtjahren entdecken. Natürlich können sie auch mit einer starken Laserwaffe auf das Raumschiff schießen. Der Laser ist ja 1c schnell, holt also das Raumschiff ein und zerstört es. Und schon wäre das Zeitreisen-Paradox komplett.

    Hmmm, wo ist mein Denkfehler? Ich hoffe, es gibt einen, denn sonst wäre eine weitere nette Illusion zerstört.

  • By Bynaus, 9. Juni 2011 @ 00:08

    Daran hab ich jetzt auch etwas kauen müssen, aber ich denke, die Lösung ist doch relativ einfach.

    Zunächst einmal, wir wissen, die Wurmlöcher müssen im Raum weiter voneinander getrennt sein als in der Zeit – nur dann lassen sich Paradoxien vermeiden und das Wurmloch ist Visser-stabil (dh, es kollabiert nicht durch sich selbst verstärkende Quantenfluktuationen).

    Das heisst, bei der Erzeugung des Wurmlochs ist dieses schon super-luminal, das heisst, es verbindet zwei Regionen schneller als ein Lichtstrahl dies kann. Wenn das Wurmloch also erzeugt wird, haben beide Enden die exakt gleiche Zeit, sind aber durch eine endliche Strecke getrennt. Man kann sich das in einem Raumzeit-Diagramm vorstellen: nach rechts geht der Raum, nach oben die Zeit. Die 1:1-Linie ist die Linie eines Lichtstrahls. Das Wurmloch verbindet den Ursprung (das Wurmloch auf der Erde) mit einem Punkt \”unterhalb\” der 1:1 Linie, auf zunächst gleicher Höhe wie dem Ursprung (alle Visser-stabilen Wurmlöcher liegen unter der 1:1-Linie – Wurmlöcher darüber sind Zeitmaschinen). Die beiden Punkte bewegen sich gleichmässig nach oben (also vorwärts in der Zeit, sind aber stillstehend im Raum). Wenn nun das äussere Wurmloch wegbeschleunigt wird, bewegt es sich zusätzlich nach rechts, bleibt aber stets unterhalb der \”gefährlichen\” 1:1-Linie. Das bleibt bis zur Ankunft auf Andromeda so. Kehrt die Crew nun durch das Wurmloch zurück, kann sie zwar das wegfliegende Raumschiff sehen. Der Lichtstrahl, der sich ja auf der 1:1-Linie bewegen muss, kann das Raumschiff jedoch niemals erreichen, da dieses immer \”darunter\” fliegt. Der einmal – bei der Erzeugung des Wurmlochs – geschaffene Vorsprung lässt sich deshalb nie mehr einholen (solange das Raumschiff nicht plötzlich auf die Erde zufliegt, natürlich).

  • By Matthias Meier, 13. März 2012 @ 12:57

    In einer von vielen möglichen Versionen der Quantengravitation ist es denkbar, dass Wurmlöcher ohne jegliche negative oder exotische Materie existieren.

    http://www.newscientist.com/article/mg21328555.800-intergalactic-subway-all-aboard-the-wormhole-express.html?full=true

    http://arxiv.org/abs/1111.4049

    Das ganze hat allerdings einen kleinen Haken: Während winzige Wurmlöcher für Kommunikation und Energietransfer möglich sind, müssten derartige Wurmlöcher, deren Gezeitenkräfte klein genug sind, dass ein Mensch sie überleben kann, einen Radius von etwa 10-100 Lichtjahren haben (!). Wurmlöcher könnten aber auch beliebig viel grösser sein, was sie möglicherweise über intergalaktische Distanzen beobachtbar macht.

  • By Denis, 13. März 2012 @ 13:42

    “Materie über weite Entfernungen zu transportieren, ohne den Raum dazwischen zu durchqueren, wird nicht möglich sein. Anders sieht es da mit Informationen aus. Ich könnte mir da ein System zur Informationsübertragung, auf Grundlage der Nichtlokalität (Quantenphänomen), gut vorstellen.”

    Dazu müsste man verstehen wann und wie etwas Masse erhält. Wenn es möglich ist Masse in Energie umzuwandeln und wieder exakt rückzuverwandeln – genau das müsste ja theoretisch möglich sein auf Grund der Informationsübetragung, kann man auch Materie transportieren. Alles eine Frage der Codierung.

  • By egal, 18. März 2012 @ 09:42

    könnte man ein wurmloch nicht so bauen??, das man einn kreis an materie hat der dreht sich enorm schnell und erzeugt gravitaion in der mitte wird dann die raumzeit ausereinandergerissen und verbindet sich vn bedien sietenzueinander… ist nur theorie villeicht

  • By Erik, 27. Juni 2013 @ 11:29

    Das aufgedeckte Rätsel der Schwarzen Löcher

    Schwarze Löcher entstehen z. B. am Ende der Existenz eines Riesensterns bei einer Hypernova, wobei die (nach innen gerichtete) Schwerkraft über die expansiven Kräfte (der beendeten Kernfusion) siegt. Der Kollaps des Kerns vollzieht sich dabei so rasant, dass mit dem Ende des Kollaps die äußere Schicht des Sterns mit immenser Geschwindigkeit weggeschleudert wird. Schwarze Löcher beherbergen in ihrem Zentrum eine Sternleiche, deren Anziehungskraft so enorm ist, dass in ihrem Umfeld bis zum sogenannten Ereignishorizont, der die Sternleiche kugelförmig umgibt, kein Lichtstrahl nach außen dringt.

    Die Erläuterung dieses Phänomens durch ein Beispiel:
    Wenn die Geschwindigkeit einer durch das Weltall fliegenden Galaxie rund 200.000 km/s beträgt, stehen für die Erreichung der maximal möglichen Lichtgeschwindigkeit noch rund 100.000 km/s zur Verfügung. Sollte die Anziehungsgeschwindigkeit einer Sternleiche mehr als 50.000 km/s ausmachen, erzielt die Anziehungsgeschwindigkeit am Ereignishorizont jene rund 50.000 km/s (= die Hälfte der zur Verfügung stehenden rund 100.000 km/s), und es entsteht ein sogenanntes Schwarzes Loch, weil aus dieser Region kein Licht mehr ins Weltall dringt.

    Die Erklärung: Das Licht einer Lichtquelle, die sich genau am Ereignishorizont befindet, unterliegt der Reisegeschwindigkeit der Galaxie von rund 200.000 km/s und der Anziehungsgeschwindigkeit von rund 50.000 km/s in Richtung der Sternleiche. Damit stehen für dieses Licht am Ereignishorizont nur noch rund 50.000 km/s in die entgegengesetzte Richtung (weg von der Sternleiche) zur Verfügung, weshalb der Lichtstrahl den Ereignishorizont nicht verlassen kann. Dieser Lichtstrahl ist somit netto mit rund 200.000 km/s (mit der Galaxie) unterwegs, weil sich die beiden entgegengesetzten Geschwindigkeiten von jeweils rund 50.000 km/s aufheben.

    Befände sich ein Lichtstrahl innerhalb des Schwarzen Lochs, würde er die Reisegeschwindigkeit der Galaxie von rund 200.000 km/s ebenso mitmachen. Die Anziehungsgeschwindigkeit im Schwarzen Loch (bzw. innerhalb des Ereignishorizonts) wäre z. B. 51.000 km/s. Dadurch bliebe für einen Lichtstrahl, der von der Sternleiche wegleuchten würde, nur noch eine maximale Geschwindigkeit von rund 49.000 km/s übrig – zu wenig, um zum Ereignishorizont zu gelangen bzw. das Schwarze Loch zu verlassen.

    So trivial lässt sich das Geheimnis um die Schwarzen Löcher lüften. Eine angebliche “Krümmung des Raums” oder “der Stillstand des Zeitablaufs” innerhalb eines Schwarzen Lochs wirken dagegen wie ein Hokuspokus der Relativitätstheorie. Siehe auch: ‘Die Welt der Relativität – alles falsch? Korrekturen zur Relativitätstheorie’ mit ISBN 9788490391730

Other Links to this Post

  1. Und schneller als Licht geht doch!!! - Seite 18 - SciFi-Forum — 12. März 2012 @ 18:20

  2. Anonymous — 20. September 2012 @ 01:48

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Hinterlasse einen Kommentar

© 2006 - 2011 Matthias Meier. Alle Rechte vorbehalten. | Final Frontier wurde erstellt mit WordPress | Theme basiert auf Alibi-Theme von WordPress Themes