Apr 02 2011

Nach Fukushima

Das Erdbeben in Japan und der daraus resultierende schwere Unfall im AKW Fukushima könnten weltweite Auswirkungen haben. Man wird aus dem Unfall Lehren ziehen müssen – fragt sich nur, welche.

Die eigentliche Katastrophe, die sich vor bald drei Wochen in Japan ereignet hat, hat nichts mit Atomenergie zu tun. Weit über 10’000 Menschen sind beim Erdbeben, oder in den Fluten des Tsunamis, der darauf folgte, gestorben. Hunderttausende von Menschen sind Obdachlos, verletzt oder ohne Trinkwasser. Und das, obwohl Japan eines der technologisch am weitesten entwickelten Länder ist, das über jahrhundertelange Erfahrung im Umgang mit Erdbeben und Tsunamis verfügt. Die Weltöffentlichkeit hat sich aber von Anfang an auf einen einzigen Nebenschauplatz der Katastrophe gestürzt: Auf das havarierte Atomkraftwerk Fukushima.

Die Nachwehen von Fukushima könnten, wenn sie zu einer weltweiten Abkehr von der Atomenergie führen, deutlich schwerere Konsequenzen als in Japan selbst haben. Wenn Atomkraftwerke nämlich abgeschaltet werden, muss die von ihnen erzeugte Strommenge ersetzt werden. Das muss nicht auf dem Niveau des einzelnen Landes richtig sein – gewisse Länder weisen eine deutliche Überproduktion auf, produzieren also mehr Strom, als sie verbrauchen. Aber auf globaler Ebene lässt sich das natürlich nicht sagen: wenn Strom wegfällt, wird er irgendwie ersetzt werden müssen. Es gibt nur eine Energiequelle, die den Ausfall von Atomstrom auf die Schnelle kompensieren kann: fossile Rohstoffe.

Die langfristige Zukunft der Stromversorgung mag wohl tatsächlich der Sonnenenergie gehören, zunächst über solar-thermische Kraftwerke und Photovoltaik, später, in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts, weltraumgestützt. Doch Sonnenenergie hat, wie alle erneuerbaren Energiequellen, einen kritischen Nachteil: sie ist sehr diffus. Ihr Einfang ist damit Flächen- und Materialintensiv, und damit inhärent teurer als die Nutzung von konzentrierten Energiequellen wie fossilen Rohstoffen und Atomenergie (dazu später mehr). Um die gleiche Leistung in Solaranlagen zuzubauen, braucht es Zeit und Geld. Es geht nicht von Heute auf Morgen, wie die Abschaltung eines Atomkraftwerkes, und es ist auch in der Zeit, die nötig ist, um ein Gaskombi- oder Kohlekraftwerk zu bauen, illusorisch, die gleiche Leistung mit erneuerbaren Energien bereitstellen zu wollen. Damit werden bei der Abschaltung von Atomkraftwerken fossile Rohstoffe den Vorzug bekommen, was sicherlich zu mehr CO2-Emissionen führen würde. Das mit Abstand grösste globale Problem unserer Zeit, heute und in den nächsten Jahrzehnten, ist eine drohende, starke Erwärmung des Weltklimas. Wir können uns keinen weiteren Zubau von fossiler Energie leisten (man bedenke, dass diese Kraftwerke auch wieder amortisiert werden müssen – und damit sicher 40, 50 Jahre weiterlaufen werden). Eine sofortige oder mittelfristige Abschaltung aller Atomkraftwerke ist also das letzte, was wir wollen.

Doch sollten wir nun einfach weiter machen, wie wenn nichts gewesen wäre? Nein. Es gilt, Lehren auf Fukushima zu ziehen. Doch genausowenig, wie man nach einem Flugzeugabsturz darüber diskutieren muss, ob man nun ganz aus der Fliegerei aussteigen sollte, sollte man nun das Kind mit dem Bad ausschütten und ganz auf die Atomenergie verzichten. Wenn ein Flugzeug abstürzt, gilt es, zu überprüfen, ob technische Mängel vorlagen, und/oder ob bei der Sicherheit gschlampt wurde. Danach gilt es, das Gelernte in technische Anpassungen oder neue Sicherheitsvorschriften umzusetzen.

Zunächst einmal gilt es, einige Fakten zu Fukushima festzuhalten:

1) Das Kraftwerk hat ein Erdbeben überstanden, für das es nicht ausgelegt war. Es ist allerdings berechtigt, zu fragen, warum das Kraftwerk nicht für solche Erdbeben ausgelegt war, angesichts dessen, dass Japan sich in einer Zone befindet, wo man solche Erdbeben erwarten muss. Weiter steht zur Zeit noch ein Urteil darüber aus, ob es nicht doch gewisse Schäden gab, die für den späteren Verlauf des Unfalls einen Einfluss hatten (etwa, ob die Abklingbecken durch das Erdbeben leckschlugen und dadurch schneller Wasser verloren als geplant). Hier ist auf jeden Fall eine Nachuntersuchung erforderlich (die es sicher geben wird).

2) Der entstandene Schaden and drei der vier Reaktoren ist offensichtlich auf den multiplen Ausfall der Kühlsysteme zurückzuführen (beim vierten war es die Entleerung des Abklingbeckens). Fukushima verfügte eben gerade nicht über einen genügend hohen, vorgelagerten Tsunami-Damm, wie er bei anderen Kraftwerken in ähnlichen Situationen üblich ist. Nach angaben der Betreiberfirma war das Kraftwerk für einen Tsunami von maximal 6.5 m ausgelegt, während die tatsächliche Höhe eher bei ca 12 m lag. Auch diese Entscheidung ist – angesichts dessen, dass es schon früher ähnliche Tsunamis gab – höchst fragwürdig und wirft ein schlechtes Licht sowohl auf die Betreibergesellschaft als auch über die japanische Behörde, die für Nuklearsicherheit zuständig ist.

3) Die direkten Auswirkungen der freigesetzten Radioaktivität auf die Umgebung sind, wenn auch nicht „vernachlässigbar“, vergleichsweise gering. Gerade im Vergleich mit dem Erdbeben selbst. Bisher sind keine direkten Todesfälle zu beklagen. Welche Dosis die „Fukushima 50“, die im Werk verbliebenen Arbeiter (die mittlerweile deutlich über die zwischenzeitliche Zahl von 50 Personen aufgestockt wurden) tatsächlich absorbiert haben, wissen wir zwar noch nicht, und somit kann man zur Zeit Folgeerkrankungen für diese Personen nicht ausschliessen (die Dosis, bei der ein minimaler Anstieg von Krebsfällen – im Bereich von ca. 1 Fall pro Million Exponierte – registriert wird, beträgt etwa 50 mSv (Milli-Sievert) pro Jahr. Die Dosis, die für die „Fukushima 50“ nun gemäss der japanischen Nuklearaufsichtsbehörde als zulässig gilt, liegt neu bei 250 mSv). Die Strahlenbelastung in der Evakuierungszone ist jedoch sehr gering (typischerweise unter 100 uSv (Mikro-Sievert) pro Stunde: 6 uSv/h entsprechen einer jährliche Dosis von 50 mSv). Die Strahlenbelastung wird jedoch mit dem Zerfall und der verflüchtigung der radioaktiven Edelgase sowie des radioaktiven Jods (Halbwertszeit von 9 Tagen) schnell zurück gehen. Verbleiben wird eine geringe Cäsium-Belastung, aber auch hier lässt sich – in einem reichen Land wie Japan (im Gegensatz zur Ukraine) mit Dekontamination viel erreichen. Es ist nicht damit zu rechnen, dass durch die Radioaktivität nun die Anzahl der Krebsfälle (oder der Geburtsdeformationen) in die Höhe schnellen lassen wird (zur Gefährlichkeit von Radioaktivität wird es hier bald einen weiteren Artikel geben).

Man könnte also sagen, wir seien nochmals mit zwei blauen Augen davongekommen. Wir hatten das Glück, dass uns die Natur eine wichtige Lektion erteilt hat, ohne dass viele Menschen dafür sterben mussten. Umso wichtiger ist es, die Konsequenzen – und zwar die richtigen – zu ziehen.

1) Bei Fukushima handelte es sich um relativ alte Reaktoren aus den frühen 70er Jahren. Diese verfügen nicht über die „passive Sicherheit“ einiger neuerer Designs. Dies hat nicht zuletzt damit zu tun, dass nur sehr wenige Reaktoren gebaut werden, die „Verweilzeit“ eines typischen Reaktors somit lang und das Durchschnittsalter der Reaktoren weltweit hoch ist. Würden Reaktoren standardmässig nach, sagen wir, 25 Jahren abgeschaltet und ersetzt, wäre in Fukushima ein brandneuer Reaktor gestanden, der mit den Belastungen mit einiger Wahrscheinlichkeit besser zurecht gekommen wäre (eben weil er z.B. auch passiv, dh, ohne aktive Pumpen, kühlbar wäre). Der Unfall ist also zumindest teilweise auf die Überalterung des Kraftwerkparks zurückzuführen. Viele heutige Reaktoren sind, nicht zuletzt wegen des massiven politischen und gesellschaftlichen Widerstands total veraltet. Wieder der Vergleich mit den Flugzeugen: Wenn die Fliegerei sich einem solchen Widerstand ausgesetzt sähe, so dass jeder Bau eines Flugzeuges einzeln massiv bekämpft würde: wäre es dann erstaunlich, wenn die Flugzeuge aus den 70ern stammen und ihre Sicherheitsstandards entsprechend tief wären? Es klingt paradox, ist jedoch deswegen nicht falsch: Wenn wir sichere Atomkraftwerke wollen, müssen wir mehr davon bauen. Sie müssen klar begrenzte Lebensdauern haben, und ihre Überwachung muss weltweit einheitlich und transparent gehandhabt werden. Das ist der eine mögliche Weg von hier aus. Der andere geht dahin, dass die Kraftwerke durch ihre generelle Überalterung so unsicher werden, dass ihr Betrieb nicht mehr verantwortet werden kann – in diesem Fall haben wir nur eine kurzfristige Rückfalloption, und das ist, wie oben erwähnt, die fossile Energie.

2) Auch mittel- und vielleicht sogar langfristig kommen wir nicht um die Atomenergie herum. Zivilisatorischer Fortschritt zeichnet sich immer auch durch einen Anstieg des Energieverbrauchs aus. Der Energieeffizienz kommt dabei eine unterstützende Rolle zu: Wann immer effizientere Maschinen eingeführt wurden, ist der Energieverbrauch weiter gewachsen. So hat die Einführung der Dampfmaschine in der Frühzeit der Industrialisierung erst dazu geführt, dass gewisse industrielle Aktivitäten wirtschaftlich wurden – und genau dadurch ist der Energieverbrauch (damals: von Kohle) angekurbelt worden. Die „höhere Energieeffizienz“ als Lösung für den Ausfall von Atomstrom ist ein Trugschluss: wir werden niemals durch „Energiesparen“ den Verbrauch insgesamt reduzieren. Es gibt (neben einer starken Bevölkerungsabnahme) nur einen Weg, den Verbrauch hinunterzufahren: durch einen massiven Anstieg der Energiekosten: nur dann hätte man möglicherweise einen Anreiz, in einen geringeren Verbrauch zu investieren. In Entwicklungsländern sieht man jedoch, was hohe Energiekosten eben auch bedeuten: statt in neue, moderne Alternativen zu investieren steckt man viel Arbeit in die Reparatur von bestehendem Material. Warum sollte man – wieder in der westlichen Welt – ein zwar energieffizientes, aber teures neues Elektro-Auto kaufen, wenn man stattdessen den alten Benziner für viel weniger Geld reparieren kann? Wenn wir tiefe Energiepreise, und damit den angesichts der globalen Probleme dringend notwendigen Fortschritt erhalten will, bleibt einem nichts anderes übrig, als auch Energiequellen zuzubauen, wenn sie benötigt werden. Doch auch die nutzbare Sonnenenergie ist letztlich beschränkt (weniger noch als die Windenergie), und auch aus dem Weltraum können wir nicht beliebig viel zusätzliche Energie auf die Erde einstrahlen, ohne uns weitere Probleme einzuhandeln. Ausserdem wird es immer Umgebungen geben, in denen wir nicht ohne Energiequellen von hoher Dichte auskommen werden, wenn wir von den fossilen Rohstoffen wegkommen wollen: Containerschiffe etwa, oder die Raumschiffe, die dereinst unsere dringend benötigten Rohstoffe (etwa die seltenen Erden, die für die vielen Solarzellen nötig sein werden) von Asteroiden her einfliegen werden. Ein vollständiger Verzicht auf die Atomenergie bedeutet langfristig auch den Verzicht auf die globale Hochtechnologiezivilisation mit all ihren enormen Vorteilen und Möglichkeiten. Nur eine reiche, moderne Gesellschaft ist auch gesellschaftlich und finanziell in der Lage, die ökologischen Schäden an der Erde zu beheben, den Klimawandel rechtzeitig aufzuhalten (bevor wir alle Küstenstädte verlieren) und Milliarden Menschen aus der Armut zu holen.

3) Das Problem der radioaktiven Abfälle geht nicht weg, wenn wir alle Atomkraftwerke abschalten. Auch eine Ultra-Grüne Regierung wird dafür eine Lösung finden müssen. Doch was ist die beste Lösung? Die beste Lösung wäre nicht das Vergraben, sondern die Nutzung der Abfälle. Die wenigsten Leute wissen, dass radioaktive Abfälle, wie wir sie heute haben, ein Produkt der heute verwendeten Reaktortypen ist – und keineswegs die zwingende Konsequenz jeglicher Nutzung der Atomenergie. Es gibt andere Reaktortypen, die heute erst im theoretischen oder experimentellen Stadium sind (oder bereits wieder aufgegeben wurden, weil der politisch-gesellschaftliche Widerstand zu gross war), die nukleare Abfälle unter Energiegewinn verbrennen könnten. Die Menge radioaktiver Abfälle ist sogar mittlerweile so gross, dass der heutige Energieverbrauch der Menschheit für rund 500 Jahren gedeckt werden könnte – am Ende wären die Abfälle soweit „transmutiert“, dass nur noch kurzlebige Radioaktivitäten übrig blieben, so dass die Abfälle nach weiteren 500 Jahren alle Gefährlichkeit verloren hätten. Es gibt eine ganze Reihe von Reaktordesigns, zum Beispiel den Flüssigsalz-Thorium-Reaktor, die auf der Basis von Thorium statt Uran funktionieren (damit fällt auch das Problem der Proliferation – Atomwaffen – grundsätzlich weg), und gleichzeitig in der Lage sind, bestehende Abfälle zu nutzen. Allein schon aus der Perspektive, das Abfallproblem innerhalb von 1000 Jahren komplett lösen zu können und gleichzeitig die Menschheit für die Hälfte dieser Zeit mit CO2-freier Energie belierfern zu können, ist die Investition in diese Technologien wert. Anstatt ängstlich die Finger von der Atomenergie zu lassen, wenn sie Probleme macht, sollten wir vorwärts schauen und die Probleme aktiv anpacken. Wo wären wir denn heute, wenn der erste Mensch, der das Feuer zähmen wollte, nach der ersten oder zweiten Brandblase aufgegeben hätte?

Mein Fazit: Wir sollten die Atomenergie nicht leichtfertig aufgeben. Sie wird uns dabei helfen, die grössten Probleme unserer Zeit zu bekämpfen, nämlich die Klimaerwärmung und die globale Armut. Dafür ist es aber wichtig, dass man jetzt nicht weiterwurstelt wie bisher, sondern aus der Katastrophe lernt. Die alten Atommeilder müssen durch neuere ersetzt werden, und wir brauchen eine echte Investition in neue Reaktortypen, die die radioaktiven Abfälle verbrennen können, damit wir sie nicht für Jahrhunderttausende verbuddeln müssen. Weder die erneuerbaren Energiequellen, noch die „Steigerung der Energieeffizienz“ können dies kurz- oder mittelfristig leisten, womit man stattdessen auf fossile Energien zurückgreifen müsste.

Links und Infos:

Deutsche Gesellschaft für Reaktor- und Anlagensicherheit – Aktuelle und akkurate Informationen zu Fukushima auf deutsch

PowerPoint-Präsentation über die Ereignisse in Fukushima – von einem Experten für Nuklear-Sicherheit der Areva.

Sustainable Energy – Without the Hot Air Ausgezeichnetes Gratis-Online-Buch, das objektiv alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unserer Energiezukunft durchspielt.

Kernenergie bleibt eine Option – NZZ Artikel mit ähnlicher Stossrichtung.

NewScientist – Artikel zu Thorium-Reaktoren.

29 Comments

  • By heraklit, 2. April 2011 @ 22:39

    Die Transmutation hat mich immer noch nicht so richtig überzeugt, denn radioaktive Abfälle sind anders als chemische Gefahrstoffe:
    Sie produzieren Wärme, und zwar viel Wärme, und sind
    (auch die des LFTR)eine Zeit auf aktive Kühlung angewiesen.

    Sie durchlaufen in ihren Zerfallsreihen viele Elemente,
    die alle möglichen aggressiven Verbindungen eingehen.

    Weder Glas noch Niob noch Gold noch Kohlenstoff-Quasikristall
    sind vor durch diese Faktoren entstehenden Materialermüdung gefeit.

    Bezüglich Fukushima: Ja, da wird unangemessen gewichtet.
    Kurzlebige Isotope lassen sich in wirklich gefährlichen Dosen vermeiden, und das Plutonium bleibt zu 99/100 an Ort und Stelle und SO gefährlich ist es auch wieder nicht vgl. mit anderen Nukliden.

    Ich bin wirklich hin- und hergerissen, zumal ein Kohlekraftwerk mehr Radioaktivität im Betrieb ausstößt als ein Atomkraftwerk.

    Mineralwasser, Radon,medizinische Untersuchungen, Flüge…
    ionisierende Strahlung ist unser ständiger Begleiter.

    Es ist nur schwierig, das mit künstlichen Gefahren in ein Verhältnis zu setzen,weil es so unanschaulich ist, die Entfernung zu bewohnten Gebieten,
    Nahrungskette, Strömungsverhältnisse…
    Angaben in Mikrogramm und Millisievert…
    Das man nicht betrunken wird, wenn man die Dämpfe aus einer Kneipe einatmet, würde man vielleicht auch nicht glauben,
    hätte die eigene Erfahrung einen nichts Besseres gelehrt.

    Etwas unglaubwürdig erscheinen mir auch Menschen, die bei Sitzblockaden von Castor-Transporten ihre Kippen in die Gegend schnipsen:
    Zigarettenasche enthält etwa 2000 Bq je kg, hauptsächlich aus
    Polonium 210.

  • By Bynaus, 3. April 2011 @ 00:03

    Aktive Kühlung ist nicht zwingend notwendig. Alles eine Frage des Designs: Es gibt sogar Siedewasserreaktoren (dh, \“Fukushima-Typ\“), die passiv sicher sind.
    Transmutation kann auf viele verschiedene Arten geschehen. Eine Möglichkeit ist LFTR, aber es gibt auch den \“Accelerator Driven Thorium Reactor\“, der genausogut mit radioaktiven Abfällen betrieben werden könnte und ebenfalls passiv sicher ist, oder die Idee der Traveling-Wave Reaktoren. Diese Reaktoren existieren als Konzepte, aber wenn es uns ernst ist damit, sollten sie erforscht werden.

    Transmutation hat übrigens auch nichts mit Zerfallsreihen zu tun. Die Atomkerne werden dabei zertrümmert, man wartet nicht, bis die Aktiniden zu Blei zerfallen sind. Sicher bekommt man eine Reihe von Stoffen als Produkte, aber dass diese in ihrer Gesamtheit chemisch aggressiv sein sollen, dass man sie nicht durch entsprechende Vorsichtsmassnahmen kontrollieren kann, scheint mir nicht so zwingend der Fall zu sein. Die Mehrheit aller Elemente sind ja chemisch eigentlich nicht besonders aggressiv.

  • By heraklit, 3. April 2011 @ 13:21

    Natürlich hat Transmutation etwas mit Zerfallsreihen zu tun.
    Nicht mit den klassischen von Uran-Radium und Thorium usw.,
    aber die \“zertrümmerten\“ Actinoide, haben neben stabilen auch instabile \“Trümmer\“.
    Was mir Sorgen macht, ist, dass Elemente mit höhereren oder niedrigeren Valenzen entstehen, so dass die chemisch stabilen
    Verbindungen in ein nicht stöchiometrisches Verhältnis geraten.
    Dabei enstehende freie unedle Metalle gehen vielleicht eine Ionenaustauschreaktion mit dem Glas ein, bei der es porös und brüchig wird

    Neben elektropositiven Metallen kommen auch elektronegativere Elemente
    Selen,Tellur, Schwefel, Halogene, wenn auch nur in Spuren,
    die vielleicht etwas gefährliches bilden wie Tetrachloride von Schwefel und Selen oder Siliciumtetrafluorid,
    wenn Fluor beim weiteren Zerfall eines Spaltprodukt frei wird.
    beim Zerfall heraus, weder mit einem starken Oxidations noch mit einem Reduktionsmittel lassen sich korrosive Verbindungen oder flüchtige Verbindungen vermeiden.

    Wikipedia:
    Forscher entdeckten jedoch, dass die Actinoide (Uran, Neptunium, Plutonium) im Atommüll mit dem Borglas, aus dem die Kokillen bestehen, unter Wassereinfluss reagieren können, wenn die Edelstahlumhüllung durch Korrosion undicht wird. Die dabei entstehenden Kristalle könnten theoretisch das Glas zerstören. Andere Forscher halten jedoch die Zerstörung des Glases trotz der Reaktionen für unmöglich, weil im realen Atommüll die Konzentration der Actinoide dafür zu gering wäre.[4]

  • By D., 3. April 2011 @ 13:42

    Zu Japan: Was oft nicht erwähnt wird, aber eigentlich nicht oft genug betont werden kann: Wäre Japan nicht eines der fortschrittlichsten Länder auf diesen Planeten, dann wären die Konsequenzen der Zerstörung durch den Tsunami noch sehr viel schrecklicher!

    Genauso gehen viele Modelle gegen die Globale Erwärmung leider davon aus, dass eine Rücknahme moderner Technik zu etwas guten führen kann, dabei macht sie den Menschen nur noch sehr viel leichter angreifbar.

  • By Bynaus, 3. April 2011 @ 14:36

    @Heraklit: Natürlich machen auch Spaltprodukte Zerfallsreihen durch. Ich wollte damit nur sagen, dass der bei der Transmutation dominierende Prozess eben die Kernspaltung, und nicht der Kernzerfall ist.

    Was du mit dem \“stöchiometrischen Gleichgewicht\“ sagen willst, verstehe ich nicht ganz. Natürlich sind die transmutierten Aschen nicht derart unbedenklich, dass man Kinder darin Sandkastenburgen bauen lassen würde. 🙂 Nein, das Zeug muss halt wie Sondermüll behandelt werden, und zwar, wie erwähnt, für etwa 500 Jahre. Aber das ist immer noch viel überschaubarer und besser kontrollierbar als 250\’000 Jahre.

    @D: Sehe ich genauso.

  • By heraklit, 3. April 2011 @ 15:11

    Ich meine,

    aus einer Verbindung wie CS2SiO3
    mit Cs137 (Oxidationszahl 1+)
    Cäsiumsilikat würde im beta-Zerfall
    BaSiO3 Bariumsilikat mit Ba 137(zweiwertig)-und ein freies Barium.
    Das könnte wieder Eisenhydroxid als Trägermaterial oder
    andere Oxiden reduzieren und andere Spaltprodukte aus ihnen freisetzen, aus Hydroxiden kann bei unedlen Metallen wie Zirkonium und Yttrium bei hohen Temperaturen Wasserstoff entstehen.

    Die Kokille müsste absolut Wasser-, auch Verbindungs- und kristallwasserfrei sein.

  • By Bynaus, 4. April 2011 @ 08:58

    Dieses Phänomen hast du in herkömlichen Brennstäben letztlich auch. Es war nie ein Problem, oder korrodieren Brennstäbe unter normalem Betrieb?

    BTW, sicher wird jeder Beta-Zerfall die Oxidationszahl verändern – aber im Schnitt hebt sich das ja auf, weil es ja z.B. auch Elemente gibt, die zu tieferen Oxidationszahlen zerfallen. Ich will nicht sagen, dass das keine Rolle spielt, aber kann mir nicht vorstellen, dass dies ein Showstoper für die Transmutation sein könnte.

  • By Wittgenstein, 4. April 2011 @ 12:47

    Guter, ausgeglichener, fundierter Artikel. Alle Folgen von Fukushima für Technologie, Umwelt, Gesellschaft und Politik lassen sich allerdings derzeit vermutlich noch nicht absehen. Der Unfall zeigt indes, daß es immer wieder Szenarien gibt, die vorher so keinem eingefallen sind und mit denen keiner gerechnet hat.

    Technogene Unfälle hat es immer gegeben und wird es immer geben, problematisch an der Kernkraft ist jedoch, daß Störfälle besonders langfristige und teilweise unumkehrbare Folgen haben. Auffällig ist darüber hinaus, wie wenig selbst das vermeintliche Hochtechnologieland Japan für derartige Zwischenfälle gerüstet ist. Da wird viel zu sehr herumimprovisiert und herumprobiert.

    Die meisten „alternativen“ Energiequellen sind in Wirklichkeit keine Alternativen. Es ist z.B. naiv zu glauben, daß Solarenergie oder Windkraft tatsächlich den Energiebedarf der Menschheit langfristig decken können, besonders, wenn man von der Kardaschow-Skala zur Kategorisierung der Entwicklungsstufe extraterrestrischer Zivilisationen nach deren Energieverbrauch ausgeht.

    Was mich in Zusammenhang damit sehr interessieren würde, wären die Perspektiven für die Kernfusion, und zwar nicht nur und nicht so sehr die Tokamaks, sondern die sogenannte „Focus Fusion“. Es gibt eine Präsentation dazu des Plasmaforschers Eric Lerner, der meint, daß sie in 20 Jahren ausgereift sein könnte:

    video.google.com/videoplay?docid=-1518007279479871760#

  • By dieter, 4. April 2011 @ 22:48

    Aus meiner Sicht ein sehr guter Artikel mit interessanten Kommentaren. Was mich bezüglich einer sachlichen Bewertung in Deutschland sehr pessimistisch stimmt, sind nicht nur korrupte, machtbesessene Politiker oder die massive Meinungsmanipulation durch die Medien, sondern in steigendem Maße eine im geistigen Verfall befindliche Masse. Gedankenlos wird alles akzeptiert, was da so über die Röhre oder den LCD flimmert. Aus meiner Sicht ist auch die Medienzensur soweit fortgeschritten, daß es unmöglich wäre, obigen Artikel irgendwo, außer im Internet, unterzubringen.
    Nun ist die Energiepolitik etwas sehr Wichtiges für unser Land und da kann die Kapitulation vor wissenschaftlichen und ingenieurmäßigen Herausforderungen für ein Land nachhaltigen Schaden bewirken.

  • By heraklit, 6. April 2011 @ 12:39

    Vielen Dank für den Link zu \“Sustainable Energy-Without the hot air\“

    Numbers,not adjektives- Genau das was man braucht.
    Doch ein paar vielversprechende Konzepte wurden dort nicht berücksichtigt:
    Meereswärmekraftwerke (OTECs), chemoosmotische Kraftwerke,
    Meeresströmungskraftwerke.

    Vom physikalischen Standpunkt her haben CO2-freie, nicht nukleare Energien mehr als genug Potenzial.

    Man sollte nicht die Aussichten der Kernkraft mit der
    Gegenwart anderer Energieformen vergleichen.
    Letzlich ist alles gegenwärtig noch zu teuer,
    das gilt für schnelle Reaktordesigns (materialtechnisch anspruchsvoll), Energy Amplifier und andere Formen der Transmutation ebenso wie für alternative Energie,

    und beides hat die Chance sehr viel preiswerter zu werden.

  • By D., 7. April 2011 @ 00:28

    heraklit hat am 06.04.2011 10:39:55 geschrieben:
    \“chemoosmotische Kraftwerke\“

    Bitte was?

  • By heraklit, 7. April 2011 @ 14:20

    chemoosmotische Kraftwerke gewinnen Strom
    aus unterschiedlichen Ionenkonzentrationen,
    zB. an Flussmündungen.

  • By heraklit, 7. April 2011 @ 14:22

    Bei Online-Suchen
    kommt man mit \“Osmosekraftwerk\“ weiter

  • By Valary, 7. April 2011 @ 23:26

    Schöner Artikel!
    Ich habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht. Es gibt viele vielversprechende Ideen und Konzepte. Aber wie will man das politisch durchsetzen. Die meisten Menschen sind es gewöhnt das Licht, den Herd, oder den Fernseher anzuschalten ohne darüber nachzudenken, wie das alles erst möglich gemacht wird. Wie will man da ein Handeln, ein Umdenken erzwingen und das auch noch in die richtige Richtung?

  • By knupauger, 9. April 2011 @ 01:04

    Wäre doch schon, wenn Wohnungen und Eigenheime einen verständlichen Stromzähler hätten, der die Bewohner informiert, wie viel Watt und Euro sie gerade verbraten – und zwar im Wohnbereich, nicht in der hintersten Ecke des Kellers, und mit einer klaren Anzeige des Verbrauchs und der Kosten. Ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen motiviert wären, Strom zu sparen, wenn sie stets umgehend und ausdrücklich mitgeteilt bekämen, wie viel ihnen ein Lichtschalter oder ein LCD-TV im Stand-By kostet.

  • By Bynaus, 9. April 2011 @ 01:21

    Die Idee mit den Anzeigen ist gut, aber das tieferliegende Problem ist: Mit Sparen werden wir nirgends hinkommen. Wenn alle ein bisschen sparen, dann macht das im grossen Ganzen eben auch nur ein bisschen aus (und nicht viel, wie oft behauptet wird). Wir kommen nicht darum herum, den benötigten Stromverbrauch irgendwie bereitzustellen. Was wir also brauchen, sind CO2-freie Energiequellen. Atomenergie hat das Potential, diese heute und in grossen Mengen zu liefern. Solarenergie wird dazu kommen, aber nicht von heute auf morgen.

  • By Araya, 9. April 2011 @ 07:01

    Zuerst einmal ein sehr schöner Text von Bynaus aber ich finde das es der völlig falsche Ansatz wäre der Atomenergie den Rücken zu kehren, ja es zeugt von blinden Aktionismus in einer Anzahl sehr kleiner der Welt regelrecht entrückter Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz). Ich verfolge diese groteske Atomdebatte parallel zu den tragischen Ereignissen in Japan und bin immer wieder erstaunt welch groteske Auswüchse ich in Deutschland nun zeuge werde.

    Während sich z.b in Japan kaum 1000 Menschen zur Antti Atom Demonstration selbst in diesen Tagen finden, schießt sich Deutschland mit kollektiver Massen Hysterie und Aktionismus ins Wirtschaftliche und Politische Abseits zum Leid der Wirtschaft und des Verbrauchers ohne etwas dabei zu gewinnen. Z.b verdreifachte sich der Import von “Bösen“ Atomstrom parallel zur Abschaltung der alten Deutschen Meiler (dabei ist Deutschland ja angeblich Energie Export Land). Anstatt also unseren Strom zum billigen Preis und mit bedeutend höherer Sicherheitsstandart zu erzeugen soll man nun, ja muss man nun Atomstrom aus Frankreich und Tschechiens Altmeiler Temelin importieren. Zu den Wirtschaftlichen Auswirkungen äußerte sich vor kurzen auch Ökonom Kai Carstensen vom Münchner ifo-Institut mit folgendem Kommentar zum Deutschen Antti Atomwahnsinn.

    http://www.n-tv.de/politik/Experten-fuer-Gesellschaftsvertrag-article3044256.html

    “Wenn Kernkraftwerke vom Netz gingen und billiger Atomstrom wegfalle, erhöhe das die Energiekosten für die Industrie. Der Preisanstieg könne durch Stromimporte oder mehr erneuerbare Energien etwas gedämpft werden. Grundsätzlich müsse man sich aber fragen, ob Branchen, die besonders viel Strom verbrauchen, auch künftig in Deutschland noch wettbewerbsfähig seien.
    Ifo-Konjunkturchef Carstensen kritisierte, derzeit werde der Bevölkerung suggeriert, der Umstieg von Atom- auf Ökostrom sei praktisch kostenlos zu haben. \“Das glaube ich mittelfristig nicht.\““

    Ich selber rechnete vor kurzem sogar aus, wie viele große Offshore Windräder nötig wären um die 19 Atommeiler zu ersetzen und kam auf die Aberwitzige Zahl von ca. 7500-10.000 Kölner Dom großen Anlagen man muss sich nur ein mahl die aberwitzigen Kosten und die Netzproblematik vorstellen und für was das alles?
    Denn der Antti Atomwahnsinn ist ein lokales Phänomen, der zweitgrößte Atomenergie Produzent steht sogar an der Deutschen Grenze (Frankreich) und keiner unserer Nachbarn mit Ausnahme der Schweiz hat vernünftigerweise irgendwelche Konsequenzen aus der Katastrophe gezogen.
    Letztendlich läuft es daraus hinaus das Deutschland zu einen Land wird das sich selbst in die Ökologische Armut stürzt wehrend alle Nachbarn munter weiter billigen und extrem effizienten Atomstrom produzieren, modernisieren und ausbauen.

    Ja meine Herren genau davon reden wir, man wird bitter und ohne einen Sinn für diese Sättigung bzw. Dekadents Erscheinung “Antti Atomkraft“ zahlen müssen, der Lebensstandard wird drunter leiden, die Umwelt wird drunter leiden (ja gerade Windräder zerstören die Landschaft und löschen den Vogelbestand aus) und man wird sogar noch Unsicherer sein, den keiner braucht mir nun erzählen das die Förderung von Atomstrom in Tschechien sicherer währe als die bei uns mit 5X strengeren Richtlinien. Aber weg von Germanischen Wahnsinn hin zur Globalen Atom Lage, dann da bietet sich ein für den Deutschen Atom Hooligan sehr trostloses Bild!

    (Die Daten habe ich schnell aus den Kopf geschrieben, dürften aber richtig sein.)

    Atomstrom in Europa:

    1.Frankreich bleibt definitiv bei der Atomkraft und somit 59 Reaktoren und weitere AKWs sind in Planung bzw. Bau.

    2.Belgien hat eine Entscheidung über den Bau neuer Analgen vertagt dürfte aber da es ca. 50% seines Stroms durch Kernkraft produziert bei ihr bleiben.

    3.Schweden hat per Volksentscheid für den Ausstieg aus dem Atomausstieg votiert und bleibt dabei.

    4.Polen will 2 neue Atomkraftwerke bauen und bleibt dabei.

    5.Großbritannien baut/plant ebenfalls 8 neue Analgen und hat klargestellt es wird bei der Atomkraft bleiben.

    6.Finalland baut das größte Atomkraftwerk der Welt und hat auch klar gestellt es bleibt dabei

    7.Tschechien will ebenfalls weiter auf AKWs setzen und hat sogar die Einspeisung von ÖKO Strom verboten da es die Netzstabilität beeinträchtigt.

    8.Ungarn hält ebenfalls an der Atomkraft fest und will 2-3 neuen Kernkraftwerke bauen.

    9.Rumänien will einen neuen irgendwann bauen und sicherlich nicht abschalten.

    10.Bulgarien baut einen neuen grad.

    11.Die Türkei hat die Atomkraft vehement verteidigt und bleibt klar beim Atomstrom.

    12.Die Ukraine die als einziges Land Opfer einer Atom Katastrophe wurde stellt die Atomkraft in keiner Weise in Frage und will 3 neue Kernkraftwerke bauen.

    13.Weißrussland plant wehrend dessen seinen ersten AKW.

    14.Russland eines der größten Atomfreunde ist der deutsche Amoklauf nicht nur suspekt sondern auch ein Grund zur Freude, den man hofft das Deutschland bald noch abhängiger von Russischen Gas wird. Selbst will Russland seine Atomkraft um das 3 Fache des jetzigen Wertes erhöhen und dabei bleibt es wie Kremel Despot es klarstellte.

    Atomstrom in dem Amerika:

    1.Obama stellte klar das die USA (größer Atomstrom Produzent der Welt) neue Kernkraftwerke bauen werden und versicherte der Industrie ca. 28 Milliarden Dollar als Garantien für die AKWs.

    2.Kanada bleibt ebenfalls beim Ausbau der Atomenergie.

    3.Brasilien tut es den meisten Ländern gleich und baut Atomenergie weiter aus.

    4.Argentinien baut gerade ein neues AKW:

    Atomstrom in dem Asien:

    1.China hat sein Atom Ziel von 90 Gigawatt auf 80 Gigawatt bis 2020 reduziert, was aber nur bedeutet, dass man etwas vorsichtiger der Atom Nr. 1 Produzent werden will. China bleibt damit größter Atomneubauer und hat ca. 20 AKWs schon in Bau.

    2.Indien will seine Kernkraftwerke auf ihre Sicherheit gegen Erdbeben und Tsunamis überprüfen (hat nichts zu bedeuten) will aber trotzdem mindestens 60 neuen Kernkraftwerke bauen.

    3.Indonesien steigt währenddessen in die Atomkraft ein.

    4.Vietnam baut 2 Reaktoren und hält klar an der Atomkraft fest.

    5.Japan baut 15 neue Reaktoren, hat trotz Katastrophe weiter eine pro Atomkraft Politik und auch die Bevölkerung ist rational und vernünftig genug auch mahl nachzudenken bevor es Dinge fordert die den eigenen Ruin bedeuten würden. Als Folge davon ist eine Antti Armbewegung auch jetzt in Japan faktisch nicht vorhanden.

    6. Süd Korea hält wie Japan an der Atomenergie fest und baut weiter aus, während Samsung sich einen 50 Milliarden Auftrag VAE sicherte und nun in Öl und Gas schwimmenden Arabern für aberwitzige 50 Milliarden die gesamte Energieversorgung auf Atomkraft umstellt.

    Usw…………..

    Um diese Liste nicht weiter fortzuführen lasen wir uns doch einfach die Länder ansehen die grad auf den Antti Atom Trip sind.

    1.Deutschland.
    2.Österreich
    3.Schweitz
    4.Italien
    5.Venezuela
    6.Mexiko

    Mit anderem Wort die Welt bleibt klar beim Atom und ich selbst sehe in Solar auch nicht die Zukunft wohl aber in Atomkraft und Fusionsenergie. Leider wird der Deutsche Verbraucher von Energie Reichtum nichts sehen, denn während der Belgier Nachts jede Straße mit billigen Atomstrom Überschuss beleuchtet und über Nacht gar Kostenlos Strom an den privat Kunden verteilt, weiß man in Deutschland nicht wie man die Stromrechnung bezahlen soll, einfach nur peinlich! Aber ich denke der Otto Normal Deutsche hat leider so viel ÖKO Brain Fuck abbekommen als das es diese ÖKO Flausen erst wieder verlieren wird wenn der Sättigungszustand sich in einen Mangelzustand umkehrt.

    Ich selbst war übrigens auch erstaunt als ich in Rahmen einer Recherche über die Auswirkung der massiven ÖKO Subventionen für Erneuerbare Energien zum Schluss kam das erstens die gesamte ÖKO Branche nur 360.000 Menschen beschäftigt und zweitens das untern Strich sogar ein Arbeitsplatz Verlust durch die neuen Energien generiert wurde. Nun fehlen Milliarden in wichtigeren Bereichen da man überteuerte Deutsche Photovoltaik gegen Retabel produzierende Chinesische Konkurrenz schützen muss.

  • By heraklit, 9. April 2011 @ 17:42

    in Finnland wird noch anderes gebaut:
    http://www.n-tv.de/politik/Finnen-bauen-ihr-Atom-Endlager-article1492796.html

    3 Milliarden € für 5000t Atommüll?
    Bei einem Abbrand von 44GWd/t
    gibt das 19 Milliarden MJ, nur
    die abgebrannten Brennelemente berücksichtigt.
    Das sind weniger als 5,3 Mrd Kilowattstunden.

    Wenn die besten Standorte erst einmal voll sind,
    so dass auch schlechtere genutzt werden müssen,
    oder wenn es Unfälle geben sollte (zB. eine Wasserstoffexplosion wie
    geschehen in Dounreay, allerdings unter anderen Umständen)
    infolge von Korruption und Schlamperei,
    ist die Wirtschaftlichkeit keineswegs garantiert.

    Transmutation ist eine Option, liegt gegenwärtig aber noch in der Ferne.
    Welches land hat sie in ihre Energiestrategie integriert?

  • By heraklit, 9. April 2011 @ 18:01

    Verdammt, mit Kilogramm statt Tonnen gerechnet.
    Kann man also vergessen,was ich geschrieben habe.

  • By D., 10. April 2011 @ 12:46

    @Bynaus hat am 08.04.2011 23:21:42 geschrieben:
    \“Mit Sparen werden wir nirgends hinkommen. Wenn alle ein bisschen sparen, dann macht das im grossen Ganzen eben auch nur ein bisschen aus (und nicht viel, wie oft behauptet wird).\“

    Das muss nicht zwangsläufig stimmen. Wenn man sich die Zahlen ansieht, wäre eine große Entlastung allein durch Sparen sehr wohl möglich (wenn auch vielleicht nicht notwendig, wenn der Nutzen der Entlastung nämlich sowieso nicht groß genug ist). Wir wissen allerdings nicht, in welchen Ausmasse CO2-schonende Energiequellen in der Lage sind, den heutigen Energiebedarf zu decken. Daher ist eine Verringerung des Bedarfs schon eine lohnende Investition.

    \“Wir kommen nicht darum herum, den benötigten Stromverbrauch irgendwie bereitzustellen.\“

    Kurz gesagt: Warum? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Szenario einer ersatzlosen Streichung durchaus in Erwägung gezogen wird (nur nicht grade veröffentlicht, wegen der absehbaren Konsequenzen).

  • By Bynaus, 10. April 2011 @ 16:56

    Einige Sparvorschläge sind ja durchaus positiv, wenn etwa gleichzeitig der CO2-Ausstoss verringert wird. So würde sich der Gesamtenergie-Verbrauch bei einem kompletten Umstieg von Benzinbetriebenen auf elektrobetriebene Fahrzeuge etwa halbieren (da Elektrofahrzeuge viel energieeffizienter sind als Benziner), und natürlich würde auch der CO2-Ausstoss drastisch verringert. Viel lässt sich auch erreichen, wenn ineffiziente Elekroheizungen gegen richtige Wärmepumpen getauscht werden, oder Ölheizungen durch Wärmepumpen oder Sonnenkollektoren (oder einen Anschluss an ein Fernwärmenetz) ersetzt werden. Auch die Energiesanierung von Gebäuden (Wärmedämmung, Fenster, Belüftungstechnik) kann viel bringen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden.

    Was aber kaum etwas bringt, sind kleine Stromsparaktionen. Wenn die ganze Bevölkerung sich dazu aufrafft, ihren Verbrauch um 2% zu senken, dann sinkt der Stromverbrauch eben auch nur um 2%. Das ist nett, aber die Gefahr besteht, dass man sich darauf beschränkt und sich sagt: Ich tu ja was für die Umwelt (oder noch schlimmer: Ich schalt ja meinen Fernseher nie in den Standby, trenn meinen Abfall und ich habe nur Energiesparlampen zu Hause – also darf ich mir doch ein klein wenig grösseres Auto leisten, nicht?).

    Wichtig ist, dass man die grossen Fische anpackt, sonst kommt man nie irgendwo hin: Und das sind eben der Verkehr, die Heizung von Gebäuden, die Landwirtschaft und die Industrie. Energiesparlampen und Standby-Lämpchen kommen erst viel, viel weiter hinten.

  • By Daniel, 13. April 2011 @ 12:47

    Die Anzahl der Kernkraftwerke steigt weltweit unaufhaltsam an. Gleichzeitig werden auch veraltete Atomanlagen betrieben. Die Erneuerung von Kernkraftanlagen ist ein Tech-Mix von \“Alt und Neu\“ mit zusätzlichen Risiken. Sicherheitsvorschriften können nicht in allen Ländern durchgesetzt werden.
    Mit Sicherheit kann man folgenden Schluss ziehen:

    Der nächste Störfall kommt bestimmt, oder nach dem GAU ist vor dem GAU.

  • By Alex, 14. April 2011 @ 13:40

    Fakt ist: es gibt kein einzelnes Land, das auf fossile Rohstoffe angewiesen ist, das überhaupt aus der Kernenergie aussteigen kann.
    Steigt z.B. Deutschland komplett aus, so kann, wie Bynaus schreibt, die Energielücke nicht kurz- und nicht mittelfristig gedeckt werden und es muß Strom – und das ist zum großen Teil der aus Kernkraftwerken – des Auslands gekauft werden.
    Diese Reaktoren stehen grenznah und Franzosen und Polen freuen sich über die Einnahmen während die Deutschen unter saftig hohen Energiepreisen ächzen werden.

    Zu Fukushima hat Bynaus noch einen Umstand nicht genannt:
    Die Internationale Atomenergiebehörde hatte direkt nach dem Tsunami von 2004 alle Regierungen und Betreiber von Kernkraftwerken aufgefordet, dringend ihre küstennahen Reaktoren auf Tsunamisicherheit zu überprüfen!
    Angesichts der Tatsache daß in Fukushima sämtliche (!) Notstromgeneratoren direkt an der Küste, noch vor den Reaktoren, standen, ist dies geradezu verbrecherisch fahrlässig gewesen.
    Auch der Umstand, daß in den 6 Stunden einwandfreien Batteriebetriebs keine Ersatzgeneratoren angeliefert werden konnten finde ich nahezu unglaublich.

    Mein Resümee aus der Katastrophe ist daher nicht die Frage, ob Kernkraftwerke sicher sind. Bei Beachtung des technischen Stands ist dies zweifelsohne der Fall.

    Die Frage ist eher, wie man die Menschen kontrolliert, die für die Sicherheit der Kraftwerke verantwortlich sind und die – von der Planung bis zum Bertrieb – durch Schlamperei auch das sicherste Kraftwerk in den GAU führen können.

    Gruß Alex

  • By Guest54, 17. April 2011 @ 15:09

    Also ich glaube schon, dass man den Transport von hochradioaktiven Kernbrennstäben per Flugzeug relativ schnell einstellen wird, wenn eines dieser Flugzeuge über einer Großstadt abstürzen würde!

    Schon krass, wie hier eine der teuersten und unsichersten/gefährlichsten Energieerzeugungsform verherrlicht wird!

  • By Bynaus, 17. April 2011 @ 19:18

    Man transportiert keine Brennstäbe per Flugzeug…

    Die unsicherste und gefährlichste Energieform überhaupt (ganz ohne Klimawandel) ist die Kohle, gefolgt vom Erdöl. Das, gemessen an den Anzahl Toten pro Kliowattstunde produziertem Strom. Dann kommt lange nichts mehr, dann die Wasserkraft, die Erneuerbaren und die Atomenergie.

  • By hardy, 17. April 2011 @ 21:54

    Bynaus schrieb:
    \“Bei Fukushima handelte es sich um relativ alte Reaktoren aus den frühen 70er Jahren. Sie wurden zwar laufend sicherheitstechnisch nachgerüstet, …\“

    Ich weiss zwar über sicherheitstechnische Nachrüstungen der älteren schweizerischen KKW (Beznau-1&2, Mühleberg) Bescheid, jedoch nicht über solche Nachrüstungen in den Blöcken von Fukushima-I.

    Wo findet man Belege für eine \“laufende sicherheitstechnische Nachrüstung\“ der Fukushima-Reaktoren?

    Wurden wie in den KKW Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg (IBS 1969, 1971 resp. 1972) gebunkerte Notstandsysteme nachgerüstet?

    Wurden passive autokatalytische Rekombinatoren im Containment nachgerüstet, um Wasserstoffexplosionen zu vermeiden?

    fragt
    hardy

  • By Bynaus, 18. April 2011 @ 00:56

    Das ist sehr generell zu verstehen, im Sinne von: Man hat den Meiler nicht in komplett unveränderter Form seit 1971 laufen lassen. Wie in jedem Reaktor werden mit der Zeit kleine Veränderungen vorgenommen, und wenn auch nur die Computer und die Steuerungssoftware erneuert wurden.

    Ich räume aber ein, dass die Aussage irreführend ist, weil es bei anderen KKWs (eben z.B. jenen in der Schweiz) zu strukturellen Um- und Ausbauten gekommen ist. Ich habe das im Text angepasst.

  • By heraklit, 18. April 2011 @ 12:17

    Ob die Atomkraft wirklich eine der teuersten Energieformen ist,
    hängt wohl davon ab, ob man 68,3Mrd € \“Steuerfreie Rückstellungen\“ (nach Greenpeace, in Deutschland) berücksichtigt.
    Demgegenüber sind Forschung und Entwicklung(16,8 im selben Zeitraum) fast zu vernachlässigen, diese sollte man auch nicht als Kosten der Kernenergie sehen, weil Forschung selbstberechtigtes staatliches Interesse ist.

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