Der EM-Drive – relativistischer Unsinn

Der „EM-drive“ („EM-Antrieb“, manchmal auch „relativistischer Antrieb“ genannt) ist angeblich eine neue, reaktionslose Antriebsform, die eines Tages fliegende Autos und Raumschiffe ermöglichen soll.

Roger Shawyer war Ingenieur beim europäischen Aerospace-Giganten EADS, als er eine Idee zu einem neuartigen Antrieb hatte, der – seiner Meinung nach – die Weltraumfahrt revolutionieren könnte. EADS hatte aber auf Anfrage kein Interesse an seinen Ideen, darum hat er das Projekt auf eigene Faust weitverfolgt und wurde dabei auch teilweise vom britischen Staat finanziert (er bekam ein Forschungsstipendium). Das Konzept ist schnell erklärt: In einem Kegelstumpf (ein Rohr, das an einem Ende breiter ist als am anderen) werden Mikrowellen erzeugt, die an den flachen Endplatten des Rohrs reflektiert werden und so hin und her eilen. Deren Wellenlänge wird so gewählt, dass sie in Resonanz mit dem Kegelstumpf sind (der Abstand zwischen den Endplatten ist ein ganzzahliges Vielfaches ihrer Wellenlänge). Natürlich werden sie nicht nur an den Endplatten, sondern auch an den schrägen Zwischenwänden reflektiert, so dass ihre Gruppengeschwindigkeit, wenn sie sich der kleineren Endplatte nähern, immer stärker verringert. Jedes Mal, wenn sie reflektiert werden, übertragen sie einen winzigen Teil ihrer Energie als Impuls auf die Endplatten. Da sie an der grösseren Endplatte mehr Energie haben (ihre Gruppengeschwindigkeit ist grösser), übertragen sie dort mehr Energie als an der kleineren Endplatte. Netto sollte das – gemäss Shawyer – zu einer Netto-Kraft in Richtung der grösseren Endplatte führen.

Aber halt, sagt jetzt vielleicht jemand: das kann nicht sein. Ist denn die Kraft, die die Wellen bei ihrer Reflektion an den sich verjüngenden Zwischenwänden übertragen, insgesamt gesehen nicht gleich gross wie die Kraft in Richtung der grossen Endplatte? Da würde ich sofort zustimmen – Roger Shawyer jedoch bemüht die Einsteinsche Relativitätstheorie, um (angeblich) zu erklären, dass zwischen der Energieübertragung und dem Abstand der Wände an jedem Punkt eine hoch-nichtlineare Beziehung bestehe, so dass sich die Effekte eben nicht aufheben. Angeblich.

Ein zweiter Einwand wäre, dass der Antrieb die Impulserhaltung verletze. Denn schliesslich beobachtet man, dass im reibungsfreien Raum Bewegung nur zustande kommen kann, wenn es eine gleichartige aber entgegengesetzte Gegenbewegung gibt. Nach diesem Prinzip funktionieren etwa Raketentriebwerke oder Schubdüsen. Beim EM-Drive gibt es aber keine solche Gegenbewegung. Auch hier wieder sagt Shawyer, dass das alles kein Problem sei: Der Impuls werde ja den Mikrowellen entnommen, die im Inneren reflektiert werden. Angeblich.

Wie dem auch sei, Roger Shawyer ist es im Jahr 2006 gelungen, das Interesse des Populärwissenschaftlichen (aber in der Regel verlässlichen) Magazins „NewScientist“ zu gewinnen, das einen längeren, insgesamt positiv gefärbten Artikel über seinen „EM-Drive“ schrieb. Dabei wurde das Konzept erklärt und auch gezeigt, wie Shawyer seine (auf dem Kopf stehenden) Kegelstümpfe dazu verwenden will, um Autos schweben zu lassen. Darauf folgte ein Entrüstungssturm seitens von wissenschaftern, die dem Magazin vorwarfen, einem Crackpot eine Plattform für seinen „unmöglichen“ Antrieb zu bieten.

Der Artikel bei NewScientist

Die darauf folgende Kontroverse

Mittlerweile hat Shawyers Arbeit anscheinend sogar in China Interesse geweckt. So hat eine kleine nordchinesische Universität den Antrieb (mit staatlichen Geldern) nachgebaut und will Shawyers Ergebnisse bestätigt haben. Der Bau eines solchen Antriebs würde, so Shawyer, heutige Antriebe (chemisch, nuklear, elektrisch…) völlig überflüssig machen – China hätte schon bald den Schlüssel zum Weltraum in der Hand. Nun haben – gemäss Shawyers eigenen Angaben – noch weitere „Aerospace Firmen“ (die er nicht nennen darf, natürlich…) Interesse angemeldet, so dass jetzt angeblich in „Frankreich, Russland und den USA“ Leute an seinem Konzept arbeiten würden.

Mein Interesse war auf jeden Fall geweckt (trotz der Verletzung der Impulserhaltung), und ich stellte fest, dass Shawyer mittlerweile sogar eine Webseite betreibt, wo er die Entwicklung des Antriebes dokumentiert.

http://www.emdrive.com

Unter „Developpement“ / „Dynamic tests“ findet sich eine Foto, das den experimentellen Versuchsaufbau zeigt. Der EM-Drive, der Kegelstumpf, ist als braunes / kupferfarbene Element zu erkennen. Das ganze ist auf einem rotierbaren Untersatz montiert, so dass dieser, sobald der angebliche Antrieb gestartet wird, zu rotieren beginnen sollte. Unterhalb des Fotos findet sich der Link zu zwei Filmen, die den Antrieb in Aktion zeigen. Wie man dort unschwer erkennen kann, beginnt der Untersatz beschleunigt zu rotieren, sobald der Antrieb eingeschaltet wird. Aber stimmt auch die Richtung? Wie man unschwer erkennen kann, rotiert der Untersatz in Richtung der kleineren Endplatte, nicht in Richtung der Grösseren, in die die angebliche, beschleunigende Kraft wirkt!

Das Experiment widerlegt in diesem Fall direkt die Theorie. Als ich Roger Shawyer in einem E-Mail darauf angesprochen habe, meinte er nur: Der Antrieb gehorche einfach Newtons Gesetz (er meint actio=reactio) und beschleunige entgegengesetzt zum Schub. Das ist offensichtlich falsch (auf meine Erklärung dieses Umstandes in einem weiteren E-Mail folgte Funkstille): aus der Theorie hinter dem Antrieb geht hervor, dass der Kegelstumpf in Richtung der grösseren Endplatte [b]beschleunigen[/b] sollte (siehe meine Einleitung oben). Schub ist jedoch der beschleunigenden Kraft entgegen gerichtet, das heisst, der Antrieb müsste natürlich in Richtung der beschleunigenden Kraft, nicht in Richtung des Schubes beschleunigen. Im NewScientsit-Artikel (als es das Experiment noch nicht gab) waren die Illustrationen auch entsprechend der Theorie gestaltet: das Flugauto wird mit EM-Antrieben gezeigt, die nach oben breiter werden. Im Labor aber beschleunigt der „Antrieb“ offensichtlich in die andere Richtung, was belegt, dass, was immer für Kräfte bei der Beschleunigung des Untersatzes am Werk sind (keine Ahnung, woher die beobachtete Beschleunigung [i]tatsächlich[/i] kommt), sie nichts mit der Theorie hinter dem EM-Drive zu tun haben können. Ganz unabhängig von Impulserhaltung und komplizierten Formeln, die angeblich aus der Relativitätstheorie abgeleitet wurden.

Mein Fazit: kompletter Unsinn. Die Resonanz in deutschsprachigen Zeitschriften wird aber dennoch nicht auf sich warten lassen…

Weitere Artikel:

Flightglobal.com

The Register (UK)

Wired.com

EM-drive Präsentation bei Slideshare (man beachte: in Slide Nr 7 sagt Shawyer selbst, dass die entstehende resultierende Kraft in Richtung der grösseren Reflektorplatte gerichtet ist – im Widerspruch zu seinem eigenen Experiment):

EM-Drive

29 Kommentare

  1. Die NASA hat gar nichts festgestellt, denn die Webseite http://www.nasaspaceflight.com ist eine private Webseite die nur so tut, als wäre Sie die NASA.
    Das ist alles ein Schwindel, auch die angeblichen Versuche und Ihre Ergebnisse sind gefakt. Die Herren Grenzwissenschaftler haben es offenbar geschafft schlecht recherierende Jornalisten vorzugaugeln die Seite wäre von der NASA und es gäbe diesen Effekt, so dass diese das dann weiter publik gemacht haben.
    Am besten man baue sich seinen eigenen EM-Drive und hänge eine Waage dran. Die Ernüchterung wird sich dann wohl schnell einstellen.

    • Die Webseite ist privat und hat nichts mit der NASA zu tun – und behauptet das im Übrigen auch nicht. Und nein, die Experimente die die NASA zum „EmDrive“ gemacht hat sind kein Fake (hier z.B. ein Artikel der darauf Bezug nimmt: http://io9.com/new-test-suggests-nasas-impossible-em-drive-will-work-1701188933). Diese Experimente der NASA sind aber auch kein Beweis dafür, dass 1) der EmDrive funktioniert und 2) dass er aus dem Grund funktioniert, den Shawyer behauptet und vor allem sind die Experimente keine Beweis, dass 3) der EmDrive jemals nützlich sein wird. Soweit sind wir noch nicht – es ist nicht ausgeschlossen, dass da tatsächlich etwas überraschend neues dahinter ist.

  2. Kompletter Unsinn hätte ich auch gesagt. Doch man darf auch nicht vergessen, dass offenbar, sogar von Hobbybastlern, der Effekt sich im Experiment wiederholbar und nachprüfbar zeigt.
    Als Wissenschaftler wäre es nun deren Aufgabe, das beobachtete, unbekannte Verhalten zu erforschen, so dass es einer Erklärung zugeführt werden kann.
    Ich meine ebenfalls, dass es mit dem Impuls wohl nichts zu tun hat bzw. die Vermutung bezüglich der Impulswirkung sich aufgrund der falschen Schubrichtung als falsch erwiesen hat, auch wenn letztlich doch Impuls wirken könnte.

    Meine Überlegungen führen zu einer Reaktion mit dem Erdmagnetfeld. Wenn die Erde über Magnetwirkungen den Gegenimpuls erhält, dann könnte das Gerät einen Impuls in die andere Richtung erhalten, der Gesamtimpuls wäre immer noch null.
    Allerdings glaube ich, dass dies ebenso keine ausreichende Erklärung wäre, da da das Erdmagnetfeld, auch bei starken Magnetkräften im Gerät vermutlich zu gering wären.
    Was man auch nicht außer acht lassen darf: würde man die Mikrowellen von außen zuführen, so müsste man den Impuls bei der Microwellenerzeugung nicht vernachlässigen dürfen.

  3. @techniknörgler: Die vorläufigen NASA-Ergebnisse sind interessant und scheinen nahezulegen, dass da vielleicht doch was ist (meine Einschätzung im letzten Kommentar basierte noch auf dem zunächst in den entsprechenden Medien vermittelten Eindruck, dass der „Null-Körper“ Schub entwickelt habe. In Wirklichkeit war es jedoch ein Gerät, das nach einer bestimmten Theorie einen Schub entwickeln sollte – das wurde dann widerlegt. Es gab tatsächlich einen „Null-Körper“, der einen deutlich geringeren Schub entwickelte als das „EM-Drive“-ähnliche Gerät).

    Das alles ändert aber im Prinzip nichts am Artikel: Die Schubrichtung des „EMDrive“, so sie sich denn wirklich bestätigen lässt, ist im NewScientist-Artikel und auf der „EMDrive“-Webseite gegensätzlich dargestellt: vielleicht hat NewScientist einen Fehler gemacht, vielleicht ist der Fehler auch Shawyer selbst unterlaufen. Die „relativistische“ Erklärung von Shawyer ist darüber hinaus nach wie vor Unsinn (und wurde schon mehrmals widerlegt). Dass am darunter liegenden Gerät vielleicht doch was dran sein könnte (wenn auch aus völlig anderen Gründen), ist in der Tat eine (verhalten) positive Überraschung. Aber mal schauen, was die NASA sonst noch so dazu herausfindet – die Experimente dauern an. Ein interessanter Blog eines Physikers, der versucht, das ganze Phänomen in eine passende Form zu giessen, findet sich übrigens hier: http://physicsfromtheedge.blogspot.co.uk/

    • Nein, nicht alles was man auf Anhieb nicht versteht ist ein Quell der Lüge. Aber der „EmDrive“ wohl eher schon.

      Erstens ist das „Testobjekt“ bei der NASA kein „EmDrive“, sondern ein Mikrowellen-Resonanzkörper der, ähnlich wie beim „EmDrive“, Schub erzeugen soll. Die Ähnlichkeit ist also ziemlich äusserlich, und der gemessene „anomale“ Schub sehr viel kleiner als beim „EmDrive“ behauptet. Offenbar hat aber nicht nur das „Testobjekt“ Schub erzeugt, sondern auch ein zweites Testobjekt, das so gebaut worden war, dass es eigentlich keinen Schub erzeugen sollte. Nachlesen kann man das im Abstract des Reports: „Thrust was observed on both test articles, even though one of the test articles was designed with the expectation that it would not produce thrust.“ Zudem fand das ganze unter Atmosphärendruck statt (wenn auch in einer Vakuumkammer).

  4. Das Verhältnis der beiden Endflächen des Kegelmotores zueinander ist dann proportional zur resultierenden Geschwindigkeit. Ein in sich abgeschlossener Raum überträgt Kraft nach außen? Einmalig.

  5. Ich hab mir mal spaßeshalber das theory paper auf der Website angeschaut und schon ganz oben auf Seite 3 einen Lachkrampf bekommen. Der gute Mann bemüht für seinen Effekt die Lorentz-Kraft für geladene Teilchen im EM-Feld und setzt als Geschwindigkeit die Gruppengeschwindigkeit der Mirkowellen ein. Dort bekommt er natürlich zwei Kräfte an den unterschiedlichen Enden, weil sich dort die Gruppengeschwindigkeiten unterscheiden. Das ist aber totaler Blödsinn, weil auf Photonen im selbstinduzierten Feld keine Kräfte wirken – sie sind elektrisch neutral. Und selbst wenn sie dort eine Kraft erführen, würde diese die Apparatur nie verlassen.

    Jeder, der sich schonmal damit auseinander gesetzt hat, weiß das. Ich halte das also für einen mutwilligen Betrug.

  6. @ Alex: Weil es dann zu offensichtlich wäre, dass die impulse bei der Reflexion an der Mantelfläche den Vortrieb neutralisieren. Beim Kegelstumpf ist das für Einsteiger weniger ersichtlich.

  7. Mal eine dumme Frage als Mikrowellen-Laie: wieso nimmt der Mann nicht gleich einen Kegel? Da hat er den größtmöglichen Unterschied der gegenüberliegenden Flächen und damit auch den größten Schub – wenns denn kein Humbug wäre…

    Gruß Alex

  8. 96m (m Milli lat. millesimus = tausendster (10−3)1 = 10−3 0,001 Tausendstel ) Newton bei 334 Watt^^.
    Na da nehm ich doch lieber einen Ionen Antrieb und verbrauche ein paar Gramm Patikel….

  9. Thema: Lustig war noch die Raumzeitkrümmungsschwinhungen, welche durch die Kamera dokumentiert wurde. Sehr lustig. Und dann
    \“For this test a thrust of 96 mN was recorded for an input power of 334 W.\“
    mit solch dicken Wasserschläuchen und dem riesen Kühler abzuführen, ist wohl der größte Witz: hatetep://emdrive.com/dynamictests.html
    Oben im Bild sieht man die Akkus, welche natürlich auf dem Drehteller mitrotieren.
    Das ganze ist eine Schau, nichts weiter. Von Anfang an auf Betrug angelegt, nicht versehentlich.

    BEMERKUNG BYNAUS: Kommentar gekürzt. Meine Bitte nach Themenkonformität ist verbindlich, auch für paule.

  10. paule, bitte lies doch einfach selbst in dem Buch, das du verlinkt hast, noch ein paar Abschnitte weiter, wie das so ist mit den Dingen, die sind und die nicht sind, und was es mit der \“Annäherung an die Wirklichkeit\“ so auf sich hat… Feynmann hat das nämlich sehr schön erklärt.

    Und jetzt: Zurück zum Thema.

  11. Tut mir leid. Es gibt keine Möglichkeit, Aktio=Reaktio modifizieren zu können! Keine!

    Entweder man sagt, das ist uneingeschränkt richtig oder man sagt, es ist nicht richtig und behauptet, es müsse noch etwas \“modifiziert\“ werden!

    Mit seiner \“Modifikation\“ behauptet daher Feynman eindeutig, Aktio # Reaktio!!!

    Samt allen Folgen.

    Wie groß die Differenz aufgrund der Ungleichheit ist, spielt gar keine Rolle.

    Auf diesem \“#\“ ist die gesamte moderne Physik aufgebaut.

    Man kann eben niemals sagen, 1+1 ist fast 2. Das ist grundsätzlich falsch.

  12. @Paule: Gegenimpuls und Rückstoß ist das selbe. Es geht ausschließlich darum dass ein anderer Körper einen entgegengesetzten Impuls erfährt, über welche Wechselwirkung dies geschieht ist völlig unerheblich.

    Wenn du Herrn Feynmans Lektüre auf dich wirken lässt wirst du erkennen das er keineswegs behauptet die Impulserhaltung wäre falsch.

  13. @ Paule:
    Bei der Sache mit Feynman und Einstein geht es lediglich darum, dass Gesetze der klassischen Physik (zB. Action=Reactio) genaugenommen gemeinsam mit Erkenntnissen moderner Physik betrachtet werden müssen. Der Impulserhaltungssatz ist also nicht falsch, im Detail betrachtet muss er lediglich modifiziert werden. Dies hatt allerdings erst auf sehr großen oder extrem kleinen Skalen Auswirkungen auf das Ergebniss.
    Und zum Magneten: Die Anziehung ist einfach nur die genau umgekehrte Variante eines Rückstoßes.

  14. Im relativistischen Bereich bewegt man sich oberhalb von 0 m/s! Feynman sagt explizit: Aktio=Reaktio ist falsch!
    Er sagt das nicht so kraß, aber er sagt ungefähr (nachlesbar), A=R ist nicht ganz richtig!
    Oder eben: Aktio # Reaktio
    Das ist eine eindeutige Aussage und damit kann bereits die Impulserhaltung in der RT nicht mehr funktionieren und alles andere natürlich auch nicht. Auch F=ma ist nach Feynman falsch (\“nicht ganz richtig)!

    Hatetepe://books.google.com/books?id=0b55HaGb-z8C&pg=PA221&lpg=PA221&dq=actio+reactio+relativistisch&source=bl&ots=wwuau3sBtB&sig=ccz8tDnZmWi55mPd0PYrGKxFZQo&hl=de&ei=bE5sSrW_G8n7_AbC4NC5DA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=9#v=onepage&q=actio&f=false

    Nun laß ich das erst mal auf dich wirken 🙂

    Und: Bitte verdrehe mir nicht bereits zum zweiten Mal die Worte im Mund! Ich sprach von Antrieb ohne RÜCKSTOß und du unterstellst mir dauernd Impuls!

    Mit Magnet oder Gravitation hast du natürlich einen Antrieb mit Gegenimpuls! Aber eben nicht mit Rückstoß (bei gleichpoligen Magneten natürlich).

    Natürlich entsteht an einer heißen Oberfläche durch Wärmeübertragung auch ein Rückstoß. Schließlich wird Impuls an die Luft übertragen. Aber das ist wirklich sehr klein.

  15. @paule: Zitat Wikipedia: \“Die Impulserhaltung gilt sowohl in der klassischen Mechanik als auch in der speziellen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik.\“ Wir sind hier aber ohnehin nicht im relativistischen Bereich. Mit einem Magneten oder der Gravitation kannst du keinen \“Antrieb ohne Gegenimpuls\“ erreichen. Kraftfelder wirken auf beide Körper, sie bewegen sich also aufeinander zu, so dass sich ihre (gegengerichteten) Impulse gegenseitig aufheben. Bloss, weil sich die Erde kaum auf dich zubewegt, wenn du dich auf sie zubewegst, heisst das nicht, dass die Impulserhaltung verletzt ist.

    Ich bin mir nicht sicher, ob das ganze wirklich ein aktiver, offener Betrug ist (dh, Shawyer weiss, dass er betrügt). Ich kann mir aber vorstellen, dass Shawyer sich einfach in etwas verrannt hat, dass er glaubt, hier tatsächlich auf etwas neues gestossen zu sein.

    Ich denke, mac meint nicht zwingend eine Lichtmühle an sich (die ja tatsächlich nahe am Vakuum operiert), sondern einen verwandten Effekt: die asymetrische Erwärmung von Luft mit resultierendem Rückstoss. Die Ultraschalltheorie könnte man einfach testen, in dem man einen Hund… 😉 Nein, wie fies.

  16. Wenn ich mir die \“Konstruktion\“ oben so ansehe, mit diesen Spannschrauben im M8 Format, kann ich über die totale Unsinnskonstruktion staunen! Es fehlen eigentlich nur noch ein paar Zahnräder. Eine Nonsenskonstruktion!

  17. Was hast du denn, Bynaus?
    \“Was die Magnete angeht: diese verletzten (im Gegensatz zum EMdrive) die Impulserhaltung aber nicht\“

    Offensichtlich kennst du nicht Einstein! Selbst Feynman hat genau die richtige Impulserhaltung glatt geleugnet! Wegen Einstein! Bei Einstein/Feynman gilt nämlich Aktio=Reaktio ausdrücklich *nicht* und damit auch keine Impulserhaltung!

    Grund dafür ist die endliche Wirkungsgeschwindigkeit mit max c. Da kann ich nun wirklich nix dafür.

    Aber es ging nicht um Impulserhaltung sondern um Rückstoßantrieb ohne ohne Gegenimpuls. So wie das eben bei einem Magneten oder der Schwerkraft auch ist. Das bedeutet, es könnte durchaus eine Fernwirkung erfunden worden sein, welche eben ohne Rückstoß, aber dennoch mit Impulserhaltung auskommt. Es wird dazu nur eine \“Partnermasse\“ benötigt.

    Im Übrigen glaube ich tatsächlich, daß es sich \“oben\“ um einen Betrug handelt. Wegen der Wasserschläuche!!!

    Das waren rund 3cm dicke Schläuche oder noch dicker. Die Kiste hat rund 300 W gehabt und ein Magneton hat einen Wirkungsgrad von rund 80%. Die gesamte Leistunsaufnahme beträgt daher vielleicht 500-600 W. Um die Verlustwärme bei 10K abzuführen, benötigt man rund 1 Schnapsglas Wasserumlauf je Sekunde! Dazu bracht man keine 3-4cm dicke Kühlwasserleitung!

    Aber in so einer dicken Leitung kann man eine Menge Wasser beschleunigen, welche das benötigte Drehmoment liefert.

    @mac

    Die Lichtmühle funzt nur bei \“passendem\“ Umgebungsdruck, kurz vor Vakuum. Selbst wenn die gesamte Energie abgestrahlt werden würde, etwa in Form von Schallwellen, Hm, dann ergäbe das 0,88 N. Damit könnte man tatsächlich etwas anfangen. Das wäre also auch eine Betrugsmöglichkeit. Wer weiß, welche Frequenzen er vielleicht im Ultraschallbereich erzeugt hat.

  18. Noch verwirrender wird die Sache auf Slide 8 wo er dem \“Thrust\“ also Schub eine \“Reaction Force\“ gegenüberstellt, was immer das sein soll. Diese unheimlich Kraft dürfte jedoch ursächlich für die Verwirrung mit der Drehrichtung beim Erstellen der Attrappe gewesen sein. Da is der Bursche in die eigene Grube gefallen.

    Scharlatane gibts genug, wir werden an vielen Fronten verarscht, leider ist es nicht immer so leicht zu erkennen. Und wer es schafft genug aufsehen zu erregen kann auch richtig viel Kohle damit verdienen.
    Ich sag nur Schweine- od. Vogelgrippe….

    Drum wachsam bleiben.

  19. Hallo,

    in dubio pro reo. Ich glaube zunächst mal nicht an Betrugsabsicht. Allerdings ist die ‚falsche‘ Drehrichtung in meinen Augen ein (überprüfbares) Indiz für einen ganz anderen Effekt. Siehe z.B. unter Lichtmühle bei Wiki

    Mit Hochfrequenztechnik kenne ich mich nur oberflächlich aus. Wenn es aber richtig ist, daß mehr Energie der Mikrowellen an die große Abschlußfläche übertragen wird als an die kleine, dann wird diese auch wärmer. Damit steigt der Luftdruck an der Kontaktfläche Kupfer Luft und es wird dort mehr Impuls zwischen Luft und Vorrichtung übertragen als an der anderen Seite. Das läßt sich relativ leicht überprüfen, indem man eine Isolationsschicht (Styropor oder je nach Temperatur auch Holz oder Teflon aufbringt und überprüft ob sich die Beschleunigung der Drehung verändert.

    Herzliche Grüße

    MAC

  20. Hey paule, du kannst ja auch anders! 😉 Allerdings nur fast – ein Seitenhieb auf Einstein musste noch sein, was… Aber nicht mehr in den folgenden Posts, wenn es dann welche gäbe. Ja, es gibt viele denkbare Quellen, und du hast einige davon aufgelistet.

    Was die Magnete angeht: diese verletzten (im Gegensatz zum EMdrive) die Impulserhaltung aber nicht – im freien Raum (und im freien Fall) würden sie sich einfach aufeinander zubewegen (= gemäss der zwischen ihnen wirkenden Kraft aufeinander zubeschleunigen), ihr Netto-Impuls wäre immer Null.

  21. Wenn das Betrug sein soll, geht das wirklich sehr einfach zu machen. Ich las da etwas von einem Luftlager. Das muß nur etwas als turbine aufgebaut sein und schon ergibt das ein beschleunigendes Drehmoment. Sehr einfach. Es gibt auch noch andere mögliche Antriebsquellen. Zu sehen war ein riesiger Kühler. Falls da Luft durchgeblasen wird, ergibt auch das ein nutzbare Antriebsquelle. Eine weitere Möglichkeit ist die wahnsinnige Wasserumlaufmenge, man sieht die dicken Rohre. Denn diese Wassermasse durch eine drehzahlgeregelte Pumpe langsam beschleunigt wird, ergibt auch das ein nutzbares Drehmoment.
    Die nächste Möglichkeit wäre eine Unwucht in verbindung mit einer nicht ganz lotrechten Drehachse. Eine halbe Umdrehung bekommt man da locker beschleunigt hin. Mehr hat man in dem Film auch nicht gesehen.
    Der Film beweist also nichts.
    Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch echte Antriebsmöglichkeiten, ohne Rückstoß. In Erinnerung will ich nur einmal zwei Magnete rufen, welche sich anziehen oder abstoßen. Auch die Gravitationswirkung funktioniert ähnlich. Wenn man weiß, wie die Gravitation funktioniert, wäre da durchaus etwas machbar. Auch das Millionenfache.
    Aber ich will hier nicht verraten, was ich auf meinem Bildschirm schon beobachtet habe.
    Aber nur ohne Einstein 🙂

  22. Sicher – Kupertrichter bauen dürfte nicht sehr schwierig sein… Aber es wird nicht nötig sein. Die Sache mit China war bloss der \“Aufhänger\“ verschiedener Newsstories.

  23. \“China hätte schon bald den Schlüssel zum Weltraum in der Hand.\“

    Mit diesem Kupfer-Trichter?
    Sollte er funktionieren, dann bauen wir ihn einfach nach.
    Aber da ist wohl nicht mit zu rechnen.

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