Sep 02 2010

Einhunderttausend Jahre Abfall

Die Menschheit des 20. und 21. Jahrhunderts wird der Erde ein Erbe hinterlassen, das mindestens einhunderttausend Jahre lang anhalten wird. Ob unsere Nachfahren dieses Erbe auch antreten wollen, ist eine andere Frage.

Gewisse Abfälle der menschlichen Zivilisation würden in wenigen Jahren zerfallen und verschwinden. Andere Artefakte und künstliche Landformen werden für Jahrmillionen überdauern. Doch selbst diese werden die Lebensbedingungen auf der Erde nicht gross beeinflussen. Es gibt jedoch eine Sorte Abfall, die heute in grossen Mengen produziert wird, deren gefährliche Wirkung erst in rund einhunderttausend Jahren wieder auf natürliche Werte zurück fällt.

Nein, ich spreche nicht von nuklearen Abfällen. Dort geht man zwar auch von Zerfallszeiten in ähnlichen Zeiträumen aus, aber für jenes Problem gibt es eine relativ einfache, technische Lösung: Die „Verbrennung“ nuklearer Abfälle in einem speziellen Reaktortyp, der den etwas unglücklichen Namen „schneller Brüter“ trägt. Solche Reaktoren (von denen es weltweit zur Zeit nur einige wenige Experimental-Anlagen gibt) verwandeln alle gefährlichen Aktiniden (Uran, Plutonium, Neptunium) in kurzlebigere Spaltprodukte wie Cäsium-137 und Strontium-90, deren Radioaktivität nach rund 200 Jahren stark abgefallen und nach rund 600 Jahren mit jener von Kohleasche vergleichbar ist. Langfristig werden sich „schnelle Brüter“ wegen ihrer höheren Brenneffizienz und ihren geringeren Ansprüchen an den nuklearen Brennstoff (sie verbrennen Natururan, abgereichertes Uran, Thorium, Plutonium, radioaktive Abfälle…) gegen die heutigen Leichtwasserreaktoren durchsetzen – und damit auch das heutige Problem des sogenannten „nuklearen Abfalls“ beseitigen.

Nein, ich spreche von einem anderen Problem, von einer anderen Sorte Abfall. Dafür lassen sich keine Anlagen bauen, die das Problem einfach aus der Welt schaffen. Diese Sorte Abfall lässt sich nicht wegsperren, kontrollieren, lösen. Er entwickelt seine Wirkung langsam, aber nachhaltig, und er wird unsere Welt innerhalb der nächsten Jahrtausende und Jahrzehntausende stärker verändern als das Ende der letzten Eiszeit. Der Abfall, den wir in einem riesigen, unkontrollierten Experiment in grossen Mengen in der Atmosphäre entsorgen, heisst Kohlendioxid.

Kohlendioxid ist chemisch sehr stabil. Im Gegensatz zu Methan, Stickoxiden und Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen (den anderen anthropogenen Treibhausgasen) zersetzt es sich in der Luft nicht – im Gegenteil, die meisten anderen Treibhausgase zersetzen sich zu Kohlendioxid. Die Biosphäre nimmt nur minimal mehr Kohlendioxid auf, als sie ausstösst: die Hauptsenken für Kohlendioxid im Klimasystem der Erde sind der Ozean und die Verwitterung von Gesteinen. Diese beiden Prozesse werden einen Grossteil des Kohlendioxids, das die Menschheit ausstösst, langfristig wieder binden – über einen Zeitraum von rund 100’000 Jahren.

So etwas hat die Erde sogar schon einmal erlebt: Am Übergang vom Paleozän zum Eozän, vor rund 56 Millionen Jahren (PETM, Paleocene-Eocene-Thermal-Maximum). Aus Gründen, die heute nicht ganz geklärt sind – man vermutet Kohleflöz- und Torfbrände aufgrund vulkanischer Aktivität, unter anderen Kandidaten – stieg die Konzentration von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre innert weniger Jahrhhunderte sprunghaft um das vierfache an: eine (in geologischen Zeitmassstäben) sprunghafte Erhöhung der globalen Mitteltemperatur um 6 Grad Celsius war die Folge. Es dauerte rund einhunderttausend Jahre, bis das Kohlendioxid wieder aus dem System entfernt und das Klima wieder zum Zustand vor dem Kohlendioxid-Anstieg zurückgekehrt war. Die Erde von damals hatte allerdings „Glück“: da es keine Eisschilde an den Polen gab, stieg der Meeresspiegel nur aufgrund der thermischen Ausdehnung der Ozeane, um wenige Meter.

„Die Welt ohne uns“ von Alan Weisman ist ein spannendes Gedankenexperiment: was wäre, wenn die Menschheit morgen verschwände? Was bliebe von uns übrig?

Doch heute ist es anders: die definitive Schliessung des Tethys-Ozeans im Verlauf der letzten etwa 25 Millionen Jahre brachte eine gewaltige Gebirgskette hervor, die von Westeuropa bis Südostasien reicht. Diese Berge waren der Verwitterung ausgesetzt, eine klassiche Kohlendioxidsenke. Dies hatte also zur Folge, dass der Kohlendioxidgehalt der Erdatmosphäre in den letzten 25 Millionen Jahren langsam, aber stetig abgenommen hat. Als er unter 400 ppm (Teile pro Million) fiel, begann die Antarktis zuzufrieren. Sobald er unter 385 ppm lag, begann der grönländische Eisschild zu wachsen. Das sollte uns zu denken geben, denn es bedeutet im Umkehrschluss, dass diese Eisschilde bei den entsprechenden Konzentrationen (heute: 395 ppm – doch es wird noch Jahrhunderte dauern, bis die globalen Temperaturen im Gleichgewicht mit dieser Konzentration stehen) wieder instabil werden. Das sehen wir bereits heute in Grönland. Natürlich werden sie nicht schon in wenigen Jahrzehnten kollabieren (dafür sind sie vermutlich zu gross, wobei das nicht für kleinere Eisschilde wie den Pine Island Glacier gelten muss) – sondern Jahrhunderte bis Jahrtausende brauchen, bis sie abgetaut sind. Aber dafür haben sie innerhalb der nächsten einhunderttausend Jahre ja auch mehr als genug Zeit.

In „The Long Thaw“ zeigt David Archer, welche langfristigen Auswirkungen der Klimawandel haben wird, und warum wir wissen, dass diese tatsächlich stattfinden werden. Es geht ihm weniger um die kurzfristigen Auswirkungen der nächsten Jahrhunderte, sondern er zeigt, wie die Menschheit zur geologischen Kraft auf diesem Planeten geworden ist, mit der Fähigkeit, das künftige Klima für Jahrzehntausende zu beeinflussen.

Was könnten wir tun? Das langfristige Ziel muss es sein, den Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre auf 350 ppm zu stabilisieren – das wäre vermutlich genug, um sowohl den antarktischen als auch den grönländischen Eisschild (und damit den gegenwärtigen Meeresspiegel, mehr oder weniger) zu erhalten und auch sonst grosse Veränderungen zu verhindern. Erreichen könnten wir dieses Ziel durch eine massive Reduktion des Kohlendioxid-Ausstosses (insbesondere einem kompletten Ausstieg aus der Kohle), durch globale Aufforstungen, durch Bioverkohlung und die Gewinnung von Treibstoff aus Sonnenenergie und dem Kohlendioxid der Luft.

Die heutige Zeit ist insofern speziell, als dass wir heute die Bedingungen festlegen, unter denen die Menschen der nächsten vielleicht fünftausend Generationen leben werden. Es wird viel geschehen in den nächsten tausend Jahrhunderten: Menschen werden geboren und sterben, Städte werden gebaut und zerstört, Nationen gegründet und besiegt, Erfindungen gemacht und wieder vergessen – doch über all dem wird derselbe Himmel stehen, dieselbe Atmosphäre mit dem Abfall, den wir heute darin deponieren.

32 Comments

  • By heraklit, 2. September 2010 @ 16:08

    Sicher wird CO2, als gasförmiger Stoff, der sich zugleich nur unter Energieaufwand chemisch umwandeln lässt, sich nicht einfach \“wieder einfangen lassen\“. Ich habe lange überlegt, ob es nicht eine feste Speicherform etwa der Formel (-CO-)n
    (Polycarbonyl)geben könnte. Leider sind höhere Kohlenstoffoxide nur bei tiefen Temperaturen stabil und somit wohl nicht geeignet, es aus der Atmosphäre zu entfernen.

  • By Valary, 2. September 2010 @ 17:39

    Pflanzen nehmen Kohlendioxid beim Wachstum auf und binden ihn in ihrer Molekühlstruktur. Ich denke mal, es könnte schon ausreichen wenn die Menschen aufforsten und endlich von den fossilen Brennstoffen wegkommen. Den Rest, macht die Zeit.

  • By heraklit, 2. September 2010 @ 17:54

    Aufforsten ist gut, aber für den Anfang wäre es schon genug,
    die weitere Zerstörung von Wäldern und Torfböden einzustellen.
    Davon abgesehen ist Aufnahmefähigkeit von Ökosystemen, begrenzt; die Menge des ständig in der Biomasse gebundenen Kohlenstoffs ist stark abhängig vom Klima und kann global nicht beliebig erhöht werden. Unsere Emmissionen entsprechen schließlich der Assimilation von Kohlenstoff in vielen Millionen Jahre Sonnenschein, und wir haben alles in zweihundert Jahren auf die Ökosysteme losgelassen.

  • By Valary, 3. September 2010 @ 00:50

    Mit der Aufforstung meinte ich ja auch die Voraussetzung des gegenteiligen dessen. Und letztendlich ist klar, dass es nicht so eine \“Och, ich geh mal den Müll raus bringen\“ –Aktion geben wird, da der Prozess erst mit sehr fiel Zeit Veränderungen zeigt, wie oben im Artikel beschrieben.

  • By Der Sachse, 3. September 2010 @ 23:59

    Um durch Aufforstung viel CO2 zu binden währe es nicht praktisch, auch Flächen zu beforsten, die heute noch völlig ungenutzt sind?
    Grünere Städte z.B. führen nebenbei auch zu einem gesunderen und angenehmerem Klima in Ballungsrämen. Gegen die überwältigenden globalen Mengen an CO2 hilft jedoch nur eine auch flächenmäßig entsprechend riesige Aufforstung, z.B. in den Wüsten. Sobald diese bewässert werden, geben sie viel her. Um Nachhaltigkeit zu garantieren, müssen jedoch auch die den Boden ausdrocknenden Passatwinde abgehalten werden, vieleicht durch großflächige Überdachungen? Diese können gleich auch einen Teil der Wärmestrahlung abfangen und dienen damit den Pflanzen als Verdunstungsschutz. Eventuell lässt sich damit sogar ein bisschen Energie gewinnen. Dass Problem beim Anbau in der Wüste ist aber der Wassermangel. Zwar gibt es unter den meisten Hitzewüsten sehr große Grundwasservorkommen (soweit ich weis), aber auch die sind irgendwann erschöpft. Dann müssten an den Küsten riesige Mengen an Meerwasser entsalzen und in die Wüste geleitet werden.

    Alles in allem eine Gewaltige Aufgabe, die wohl kaum in einer Generation abgehakt sein wird. dafür bringt sie nebenbei aber auch ein paar weitere gute Effekte.

  • By Daniel, 4. September 2010 @ 00:08

    Politische Maßnahmen zum Klimaschutz auf internationaler Ebene haben sich doch bisher als völlig wirkungslos erwiesen. Das Kyoto-Protokoll und dessen Fortsetzung habe in 15 Jahren keinerlei nennenswerte Reduktionen bei Treibhausgasen ergeben. Ein Emissionsrechtehandel wird sich, durch Spekulation in kurzer Zeit, für die Umwelt als unwirksam erweisen. Die Einhaltung von Reduktionsverpflichtungen ist doch nur noch eine Utopie.

  • By D., 4. September 2010 @ 00:37

    Es werden durchaus technische Lösungen für das CO_2-Problem diskutiert, auch eine Menge Unsinn. Aber es wird vielleicht auch mal soetwas wie ein \“Schneller Brüter\“ für das Zeug erfunden (eine Art Brennstoffzelle?) – und bis dahin kann es aus der Atmosphäre abgepumpt und in Lagern unter den Ozean aufbewart werden.

    Das eigentliche Problem an diesen Diskussionen ist, dass sie manchmal als Arguement kontra die Technik verwendet werden (ähnlich beim \“Club of Rome\“). Sie sind in der Tat Hinweis darauf, dass wir nicht immer so weitermachen können, aber das bedeutet eben, dass immer neue Technologien entwickelt werden müssen, nicht, dass man der Technik den Rücken zukehren muss. Denn auch wenn der Mensch die Welt momentan nur zum Schaden verändert, so wäre eine Aufgabe der Technik eine Auslieferung des Menschen an eine bereits veränderte Natur…

  • By Daniel, 4. September 2010 @ 11:31

    Was könnten wir tun? Der fehlende Einsatz moderner Technik ist ein wesentlicher Teil des Problems. Welches Land ist bereit für die Erstellung von High Tech Anlagen dieser Grössenordnung zu bezahlen? Welche Volkswirtschaft finanziert den zusätzlichen Aufwand für den teuren Betrieb von technischen Lösungen zur CO2 Reduktion?

  • By heraklit, 4. September 2010 @ 12:19

    Leider wird bei den Zeiträumen von 100000 Jahren, und in Anbetracht der gigantischen Mengen, kein \“Lager unter dem Ozean\“ in leergepumpten Öl- und Gaslagerstätten, oder sonstwo auf Dauer sicher sein.
    Wie lässt sich aus der Luft entferntes Co2 verwahren?
    Ich denke dass nur eine chemische Umwandlung Erfolg haben kann, also Biokohle oder die Umsetzung mit Silikaten.

  • By Bynaus, 4. September 2010 @ 12:41

    Man darf nicht vergessen: Aufforstungen wären letztlich nur ein kleiner Teil. Zurzeit tragen Brandrodungen etwa 15% des anthropogenen Treibhausgasausstosses bei – das ist nicht wenig, aber bei weitem nicht die Hauptursache der Emissionen. Es wäre sehr viel wichtiger, die Kohlendioxid-Emissionen erst einmal drastisch herunter zu fahren. Wie das gehen könnte (ohne Emissionshandel!) werde ich in einem der nächsten Artikel aufzeigen.

    Was die Bindung von CO2 angeht, sehe ich es wie Heraklit: Man muss das CO2 chemisch binden, entweder über Bioverkohlung oder über die Reaktion mit Silikaten zu Kalk (wie dies natürlich auch schon geschieht). Falls diese Prozesse zu langsam sind, kann man aber schon auch darüber nachdenken, das herausgefilterte CO2 in unterirdischen Speichern (wie leeren Erdölfeldern) zwischenzulagern – ich würde das einfach nicht in bewohnten Gebieten machen.

    Wie D. sehe ich es als falsch an, sich von der Technik abwenden zu wollen – letztlich hat uns die Technik das Problem eingebrockt, und sie wird uns auch wieder da raushelfen. Und zwar nicht, in dem wir einhunderttausend Jahre lang die Symptome des Klimawandels bekämpfen (Dämme bauen, etc.), sondern in dem wir hier und heute die Ursachen anpacken.

  • By Valary, 4. September 2010 @ 18:10

    Die Umsetzung des CO²-Binden durch eine Industrie stell ich mir ziemlich schwierig vor. Man müsste Energie aufwenden um CO² zu speichern, obwohl die Menschen noch nicht mal ernsthafte Schritte unternehmen, um den Ausstoß zu verringern.

  • By D., 5. September 2010 @ 12:04

    Also manche Algen scheinen das CO_2 recht gut verwenden zu können und da dieser Prozess daher mit den Naturgesetzen übereinstimmt, wäre es prinzipiell auch dem Menschen möglich, seine Klima-Probleme auf diese Art zu lösen.

  • By heraklit, 5. September 2010 @ 16:06

    Bei den meisten Produkten aus Mikroalgen, Treibstoff etc.
    landet der Kohlenstoff zum Schluss wieder in der Atmosphäre,
    man gewinnt also nur indirekt über eingesparte fossile KWs,
    dauerhaft fixiert würde er vielleicht in Karbonfasern, oder
    Baumaterialien, aber es gibt keine sinnvolle Verwendung für Gigatonnen davon.Man müsste die Biomasse auf Dauer der Atmosphäre entziehen z.B. durch anaerobe Zersetzung zu neuem Öl und Kohle, wobei Methanfreisetzung droht, oder z.B als Humus zur Bodenverbesserung(hier ist schwierig, dass Nutzpflanzen Bedingungen brauchen, bei denen er sich schnell zersetzt,wie einen pH-Wert über 5). Vieleicht wäre es das Beste, einfach getrocknete Algenmasse in den Wüsten aufzuschichten, und als Reserve für eine werkstoffliche Nutzung aufzubewahren, Kohlefasern, CNTs, Glaskohlenstoff etc.

  • By heraklit, 5. September 2010 @ 16:29

    Zur Aufforstung: Auch Holz wird sich irgendwann zersetzen oder verbrennen. In beiden Fällen das Endprodukt: CO2
    So lange es als Baustoff irgendwo eingearbeitet ist, ist es eine Kohlenstoffsenke, aber jedes Gebäude zerfällt irgendwann.

    Nur falls hier einige denken, das C02 ist für immer weg, wenn Pflanzen es in ihre Molekülstruktur einarbeiten.

  • By Robert Michel, 5. September 2010 @ 21:09

    Das Ziel 350 ppm zu erreichen halte ich für zu ambitioniert und auch nicht für notwendig. Ich gehe davon aus, dass eine moderate Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur unterm Strich positive Auswirkungen hat. Der Anstieg des Meeresspiegels ist ein Problem, aber da er sich erst über sehr lange Zeiträume entwickelt, hat die Menschheit genügend Zeit sich daran anzupassen.

  • By Bynaus, 6. September 2010 @ 00:33

    Wenn ein Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration über 385 ppm langfristig tatsächlich das Abtauen des grönländischen Eises zur Folge hat (sowie möglicherweise eines Teils der Westantarktis), wie das die Erdgeschichte nahelegt, dann bedeutet das, dass der Meeresspiegel weltweit um rund 6 bis 10 m ansteigen wird. Da kann man das Anpassen vergessen und die Küstenstädte aufgeben. Zudem, bis sich der Meeresspiegel stabilisiert hat, lohnt es sich schlicht nicht, neue Küstenstädte zu bauen.

    Mag sein, dass du davon ausgehst, dass die positiven Auswirkungen überwiegen. Studien von Experten sehen das nicht so und können das auch belegen.

  • By Bynaus, 6. September 2010 @ 00:35

    PS: \“plausibel machen, gestützt auf Beobachtungen und Experimente\“ wäre besser als \“belegen\“.

  • By Unbekannter Gast, 6. September 2010 @ 12:55

    heraklit hat am 05.09.2010 14:29:51 geschrieben:
    \“Nur falls hier einige denken, das C02 ist für immer weg, wenn Pflanzen es in ihre Molekülstruktur einarbeiten.\“

    Das CO_2, dass wir aus den fossilen Brennstoffen \“gewinnen\“ war eben auch mal teil des normalen Biorythmus dieses Planeten. So gesehen. -.-

  • By D., 6. September 2010 @ 12:57

    Letzter Post by D.

  • By heraklit, 6. September 2010 @ 13:01

    Die Neuentstehung von Kohle,Öl und Gas läuft natürlich auch heute noch ab, ist aber VIEL zu langsam um für uns relevant zu sein.
    Davon abgesehen, wäre es für uns sehr problematisch, wenn in 100 Jahren die klimatischen Verhältnisse des Karbons herrschten.

  • By D., 7. September 2010 @ 01:11

    @heraklit:
    Das war ausschliesslich als Antwort auf das von mir oben angeführte Zitat zu sehen. Schließt man den festen Kern ein, so hat sich die Zusammensetzung der Erdatmosphäre in den letzten millionen Jahren nur marginal verändert. Klar. Soviele neue Atome kamen nicht mehr hinzu und so viele verschwanden nicht.
    Aber dennoch ist es ein Unterschied, ob über die Pflanzen immer mehr Treibhausgas ins Reich der Mineralen absinkt oder ob es frei in der Luft rumschwirt. Und da würde eben ein Algentepich in der Wüste schon helfen.

  • By heraklit, 7. September 2010 @ 13:56

    @D. Sei es wie es wolle, ich bin mir nicht sicher, wovon wir eigentlich reden.

    @Bynaus
    Warum soll man Treibstoff aus dem kohlendioxid der luft gewinnen, ist es nicht einfacher es für diesen Zweck in konzentrierter Form aus Kalk zu gewinnen, und das entstehende CaO einfach der Luft auszusetzen, der es den äquivalenten Teil wieder entzieht?

  • By Bynaus, 7. September 2010 @ 14:26

    Die Gewinnung von CO2 aus Kalk braucht, wie auch die Gewinnung aus der Luft, Energie (die aus der Sonnenenergie gewonnen werden könnte?). Ich habe keine Ahnung, wie sich das vergleicht, vermute aber, dass die Gewinnung aus der Luft deutlich einfacher und energetisch günstiger ist. Immerhin gibt es dafür schon Vorbilder aus der Natur (Photosynthese), während es, soviel ich weiss, keine Lebewesen gibt, die ihren Kohlenstoff aus Kalk beziehen.

  • By Hirschi, 9. September 2010 @ 02:40

    Man kann vielleicht auch generell mal an die Sache rangehen:
    Was ist doof? Sachen verbrennen. Warum? Gebundenes CO2 aus Millionen von Jahren Entwicklung wird innerhalb von ca 100-150 Jahren frei.
    Was ist noch doof? Atome kaputt hauen. Warum? Bis der ganze Abfall zu Blei wird, ist er gefährlich (also so ca 4,468 Milliarden Jahre bis runter auch ca 2E^7 Jahre, je nach Isotop)alpha, beta, gamma-strahlung… langkettige molekülketten wie in der doppel-helix werden verändert (in der wahrscheinlichkeit von \“wird besser\“ zu \“wird schlechter\“ der DNA auch nicht gut).
    Was ist gut?
    Nutzen der Sonnenenergie. Bei 1,367 kW/m^2 (Solarkonstante = mittlere Energieleistung der Sonne auf der Erde) gar nicht mal soc übel aber \“flächenverschandelnd\“
    Was ist noch gut?
    Kernfusion
    Vorbild Natur (die Sonne machts als bester Energiespender), es wird billig sein (die Technologi vorrausgesetzt), es entstehen keine besorgniserregenden Abfälle (Helium ist als Edelgas äußerst stabil und belustigt beim Einatmen aufgrund seiner geringeren mechanischen Wirkung auf die Stimmlippen den Zuhörenden)
    Alle Welt redet vom Vorbild Natur, aber wenn es um das Essentiellste geht, Energie, sind wir meilenweit entfernt vom Optimum.
    So far
    Hirschi

  • By Bynaus, 9. September 2010 @ 10:38

    Der Abfall muss nicht Blei werden, damit er nicht mehr gefährlich ist… Es reicht, wenn die gefährlichsten Isotope zerfallen sind, und das kann, je nach Reaktordesign, zwischen ein paar hundert und ein paar zehntausend Jahren dauern. Uran kommt in der Natur vor, und sogar mindestens einen natürlichen Atomspaltungsreaktor gab es einst auf der Erde (Oklo, Gabun). Wir sind umgeben von natürlicher Radioaktivität, und die Erde ist nur dank der Abwärme aus dem Zerfall langlebiger Nuklide (Uran, Thorium, Kalium) noch geologisch aktiv. Gleichzeiti ist nicht jede Form von Kernfusion gut: Die Fusion, die mit ITER angestrebt wird, wird ebenfalls radioaktive Abfälle produzieren: nicht das Helium, aber die Materialien der Reaktorwände, die über Jahre und Jahrzehnte mit Neutronen bombardiert wurden, um das Wasser dahinter zu heizen. Diese Form von Kernfusion wird Lithium (für das Tritium) konsumieren, das wir besser in Akkus für die künftige Elektromobilität brauchen würden, statt es in Fusionsreaktoren zu verheizen. Von den 1367 Watt pro Quadratmeter Sonnenenergie kommt auf der Erdoberfläche nur ein Teil an, und Sonnenenergie hat wegen der für wirklich effiziente Solarzellen benötigten exotischen Metalle durchaus auch Schattenseiten.

    Nein, der heilige Gral der Energie ist noch nicht gefunden, und alles ist etwas komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint – leider.

  • By D., 9. September 2010 @ 13:23

    Hirschi hat am 09.09.2010 00:40:46 geschrieben:
    \“Was ist gut?
    Nutzen der Sonnenenergie. Bei 1,367 kW/m^2 (Solarkonstante = mittlere Energieleistung der Sonne auf der Erde) gar nicht mal soc übel aber \“flächenverschandelnd\“\“

    Das gibt aber nicht an, wieviel wir von dieser Energie tatsächlich nutzen könnten. Ich müsste nochmal die Daten durchlesen, aber die Ausbeute viel schwächer aus.

  • By Unbekannter Gast, 10. September 2010 @ 17:34

    Ich will mal im Bezug auf die Idee, das CO2 durch Holz oder anderes organische Material zu binden, folgendes anmerken:
    laut Wikipedia stößt der Mensch jährlich ca. 9 Gigatonnen Kohlenstoff aus, Tendenz stark steigend.
    Holz hat einen Kohlenstoffgewichtsanteil von ca. 50%, also sind das ca. 18 Milliarden Tonnen Holz jedes Jahr, oder (grob geschätzt) ca. 30 – 35 Kubikkilometer Holz, die irgendwie am verrotten gehindert werden müssen – jedes Jahr.
    Das ist genug, um ganz Deutschland mit 10 Zentimeter starkem Parkett zu belegen, oder aber mehr als genug, um jeder Familie der EU ein Holzhaus zu bauen.

  • By heraklit, 10. September 2010 @ 23:02

    Man kann aber \“Agrarsteppen\“ in Wälder zurückverwandeln und die \“lebendige\“ Biomasse erhöhen, jedoch wie schon gesagt, sehr begrenzt.

  • By heraklit, 13. September 2010 @ 13:13

    S(0kJ/mol)+CO2(-394kJ/mol)+H2O(-242kJ/mol)< =>H2SO4(-814kJ/mol)
    +C(0kJ/mol) Energiegewinn 178kJ/mol

    Man könnte also CO2 mit Schwefel, z.B. vulkanischen Ursprungs fixieren, allerdings weiß ich nicht, wieviel es davon auf der Welt gibt…

  • By Unbekannter Gast, 15. März 2011 @ 18:19

    CO2 ist vor allem Pflanzendünger. Mehr sage ich dazu nicht, außer, dass ihr einmal betrachten solltet, wie CO2 sich in der Luft verhält. Genau, es sinkt ins Meer ab.

  • By Bynaus, 15. März 2011 @ 21:50

    Ja, langfristig. Nach etwa 100\’000 Jahren sind etwa 90% des freigesetzten CO2 im Ozean verschwunden. In der Zwischenzeit haben sie aber ihre klimaerwärmende Wirkung entfaltet. CO2 ist in erster Linie eben ein Treibhausgas, und erst lange danach ein \“Pflanzendünger\“.

  • By Holger, 29. Januar 2012 @ 01:43

    @heraklit:
    Interessante Idee, aber in der Formel fehlt links ein O-Atom. Wenn man das aus O2 nimmt, dürfte die Energiebilanz negativ werden. (Zumindest fände ich es erstaunlich, wenn man CO2 unter Energiegewinn zu Kohle umwandeln könnte – dann wäre ja Schwefel faktisch ein fossiler Brennstoff.)
    Auch weiß ich nicht, ob man große Mengen Schwefelsäure besser speichern könnte als CO2…

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