Category: Die Suche nach ausserirdischem Leben

Apr 20 2013

Neue Erden

Wann immer Wissenschaftler einen Planeten entdecken, welcher der Erde ein bisschen ähnlicher ist als der letzte Spitzenkandidat, geht ein Raunen durch die Medien: “Die zweite Erde”! Bei allem Verständnis für das Bemühen, Wissenschaft der Öffentlichkeit zugänglicher zu machen – weniger wäre, in diesem Fall, mit Sicherheit mehr.

Kepler-62

Eine künstlerische Darstellung von Kepler-62f (mit Kepler-62e im Hintergrund). Quelle: NASA.

Vor etwas mehr als 20 Jahren wurde zum ersten Mal eine “zweite Erde” entdeckt. Der polische Astronom Aleksander Wolszczan und seine Mitarbeiter entdecken im Orbit um den Pulsar PSR 1257+12 drei Planeten – zwei davon hatten eine Masse im Bereich von einigen Erdmassen. Dies waren die allerersten Planeten ausserhalb des Sonnensystems – die ersten “Exoplaneten” überhaupt. Die Entdeckung fand wohl deshalb keine allzugrosse Beachtung abseits der Wissenschaftswelt, weil die Vorstellung, dass da eine erdgrosse Welt um eine Sternleiche kreist, recht ungeeignet ist, um beim Leser Bilder von unberührten Stränden an fremden Ozeanen (oder so) hervorzurufen. Die Gasriesen, die man dann ein paar Jahre später um sonnenähnliche Sterne wie 51 Pegasi entdeckte, waren zwar mindestens genauso lebensfeindlich, aber immerhin waren es “echte” Planeten – und damit war die Jagd auf die “zweite Erde” eröffnet. Die Jagd hält bis heute an und ist bisher noch nicht zu einem Ende gekommen – dafür folgt alle paar Monate eine “zweite Erde” die andere (mit gerade genügend zeitlichem Abstand, dass eine gewisse Chance besteht, dass marginal interessierte Leser den letzten Kandidaten bereits wieder vergessen haben…). Es ist natürlich aber keinesfalls so, dass es sich da um eine präzise orchestrierte Aktion der Wissenschaftsredaktionen von Zeitungen handelt, um ihre Leser bei Laune zu halten. Vielmehr gibt das ganze “Theater” um die zweite Erde einen Einblick in die Funktionsweise der Wissenschaft – aber nicht nur. Read more »

Jan 05 2012

Die Suche nach ausserirdischen Artefakten auf dem Mond

Vor ein paar Tagen ging die Forderung zweier amerikanischer Astronomen durch die Medien, auf dem Mond nach ausserirdischen Artefakten zu suchen. Die Idee ist zwar nicht neu, aber gut, weshalb ich hier gleich damit beginne – gerne auch mit eurer Hilfe!

Einige interessante Objekte, die bisher gefunden wurden.

UPDATE 1 (6.1.2012): Ich habe einige der gefundenen interessanten Objekte in dem Bild links versammelt. Noch ein Hinweis für alle begeisterten Sucher: Im Quickmap-Tool gibt es unten links einen “Permalink”, so dass man interessante Objekte verlinken kann, ohne dass man jedes Mal die Koordinaten abtippen muss.

Der Mond ist ein ausgezeichnetes Ziel für SETA, die Suche nach ausserirdischen Artefakten. Ich habe das hier schon einmal erklärt, kurz zusammengefasst wäre der Mond für jedes das Sonnensystem besuchende Raumschiff (egal ob von intelligenten Wesen bemannt oder unbemannt) wohl die natürliche Ausgangsbasis für die Beobachtung der Erde. Wenn es solche Besuche gab, dürften sie viele Millionen oder gar Milliarden Jahre her sein, doch die Oberfläche des Mondes hat sich in dieser Zeit kaum verändert – allfällig zurückgelassene Hardware müsste also immer noch zu finden sein (natürlich ist solche Hardware dem permanenten Bombardement durch Mikrometeoriten ausgesetzt, so dass sie mit der Zeit langsam erodiert würde). Weiter wäre es denkbar, dass Bergbau-Aktivitäten stattgefunden haben, deren Auswirkungen noch heute sichtbar sind, selbst wenn die Geräte, mit denen einst abgebaut wurde, wieder mitgenommen wurden. Sollte die Erde jemals in ihrer Vergangenheit eine andere technische Zivilisation hervorgebracht haben (was, denke ich, zwar höchst unwahrscheinlich ist, aber vielleicht nicht vollständig ausgeschlossen werden kann), wäre auch für diese Zivilisation – wie auch für uns – der Mond das erste Ziel interplanetarer Expeditionen. Read more »

Dez 11 2011

In Schwarzen Löchern den Kontakt abwarten?

USS Cygnus aus "The Black Hole"

Die USS Cygnus aus dem Disney-Film "The Black Hole".

Das Universum, so scheint es, ist wüst und leer. Da draussen gibt keine Sternimperien, keine Föderationen und keine galaktischen Klubs – sondern einfach nur Weite, Leere, Tiefe, so weit wir sehen können. Die Entdeckung von hunderten Exoplaneten bedeutet die Existenz von Milliarden und Abermilliarden Welten in unserer Milchstrasse alleine, öde Steinwüsten, kalte Gasriesen und glühende Vulkanwelten. Dazwischen Welten, auf denen flüssiges Wasser an der Oberfläche möglich ist  – einige von ihnen sind vielleicht sogar belebt, haben eine Biosphäre hervorgebracht wie die Erde – doch zivilisationsfähige Spezies wie wir selbst sind offenbar seltene, oder zumindest kurzlebige Entwicklungen.

Das Universum – jenseits der Milchstrasse ist gross genug, und die Milchstrasse selbst ist alt genug, dass wir trotzdem sicher sein können, dass es ausserirdische Zivilisationen gegeben hat, heute noch gibt, und auch künftig geben wird – bloss sind sie alle durch unvorstellbare Abgründe in Zeit und Raum voneinender getrennt. Möglicherweise ist das gut so – möglicherweise sind wir auch nur deshalb hier und beobachten das leere Universum, weil das Überqueren ebendieser Abgründe sich stets als Hindernis erwiesen hat. Wie können in einem solchen Universum Zivilisationen miteinander in Kontakt treten? Read more »

Nov 16 2011

Die Erforschung des Inneren Universums

Was geschieht, wenn Zivilisationen mit zunehmendem Fortschritt schliesslich realisieren, dass das Universum riesig, lebensfeindlich und vor allem leer ist? Vieleicht geben sie dessen Erforschung ganz einfach auf, und widmen sich interessanteren Dingen.

Gehirnscan

Das Grössere der beiden Universen?

Das Universum kann viele Menschen begeistern: nicht zuletzt, weil wir es nicht wirklich verstehen. Klar, wir haben in den letzten 300 Jahren enorm viel gelernt (vermutlich mehr als in all den Jahrtausenden zuvor). Aber es gibt riesige Lücken in unserem Verständnis: Was ist Dunkle Materie? Was ist Dunkle Energie? Wie kam es zum Urknall, gibt es jenseits davon die Ewige Inflation? Wie genau entstehen Planeten, wieviele erdähnliche Planeten gibt es, gab es mal Leben auf dem Mars, und wie viele ausserirdische Zivilisationen tummeln sich in unserer Milchstrasse? Gerade dieses letzte Thema kann viele Menschen faszinieren oder beschäftigen. Weil die Antworten auf diese Fragen nicht bekannt sind, wird das Universum zur Projektionsfläche für Wunschträume. Jeder sieht im Universum etwas anderes, und gerade das macht es interessant. Read more »

Mai 12 2011

Fein abgestimmt

Wären einige Naturgesetze und -konstanten nur ein klein wenig anders, gäbe es uns Menschen nicht. Es scheint so, als sei das Universum perfekt für das Auftreten von Leben, wie wir es kennen, entworfen worden. Doch ist das wirklich so?

Nur eine von vielen

Nur eine von vielen

Das Universum, in dem wir wohnen, lässt sich heute durch ein paar wenige Naturgesetze erklären – zumindest zu einem gewissen Teil, denn wie alle wissen, die sich gelegentlich mit solchen Themen befassen, gibt es da auch grosse “dunkle” Flecken auf der Landkarte unseres kosmologischen Wissens. Doch darum geht es hier nicht: Schon der “helle” Bereich der Landkarte ist, wie man immer wieder liest, “erstaunlich” lebensfreundlich. Wäre die Gravitation etwas stärker, würden die Sterne ihren Brennstoff viel zu schnell verbrennen – es könnten sich keine Zivilisationen bilden. Wäre die Gravitation aber schwächer, hätten sich vielleicht Galaxien – und damit Sterne und Planeten – nie gebildet. Hätte der Raum mehr als 3 Dimensionen, gäbe es keine stabilen Planetenbahnen. Wäre die mysteriöse Dunkle Energie, die das Universum beschleunigt expandieren lässt, auch nur ein kleines bisschen stärker, wäre das Universum inzwischen längst auseinandergeflogen – wäre sie schwächer, wäre es mittlerweile wieder in sich zusammengefallen. Wären Kernkräfte (im Inneren von Atomen) etwas stärker oder schwächer, es gäbe keine stabilen Atome. Wenn der Atomkern von Kohlenstoff-12 nicht diesen einen, “aktivierten” Energiezustand genau der richtigen Intensität hätte, es gäbe keine Elemente schwerer als Bor im Universum – doch ohne Kohlenstoff gibt es auch kein Leben, wie wir es kennen. Und so weiter. Woher kommt das?
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