Jan 05 2012

Die Suche nach ausserirdischen Artefakten auf dem Mond

Vor ein paar Tagen ging die Forderung zweier amerikanischer Astronomen durch die Medien, auf dem Mond nach ausserirdischen Artefakten zu suchen. Die Idee ist zwar nicht neu, aber gut, weshalb ich hier gleich damit beginne – gerne auch mit eurer Hilfe!

Einige interessante Objekte, die bisher gefunden wurden.

UPDATE 1 (6.1.2012): Ich habe einige der gefundenen interessanten Objekte in dem Bild links versammelt. Noch ein Hinweis für alle begeisterten Sucher: Im Quickmap-Tool gibt es unten links einen “Permalink”, so dass man interessante Objekte verlinken kann, ohne dass man jedes Mal die Koordinaten abtippen muss.

Der Mond ist ein ausgezeichnetes Ziel für SETA, die Suche nach ausserirdischen Artefakten. Ich habe das hier schon einmal erklärt, kurz zusammengefasst wäre der Mond für jedes das Sonnensystem besuchende Raumschiff (egal ob von intelligenten Wesen bemannt oder unbemannt) wohl die natürliche Ausgangsbasis für die Beobachtung der Erde. Wenn es solche Besuche gab, dürften sie viele Millionen oder gar Milliarden Jahre her sein, doch die Oberfläche des Mondes hat sich in dieser Zeit kaum verändert – allfällig zurückgelassene Hardware müsste also immer noch zu finden sein (natürlich ist solche Hardware dem permanenten Bombardement durch Mikrometeoriten ausgesetzt, so dass sie mit der Zeit langsam erodiert würde). Weiter wäre es denkbar, dass Bergbau-Aktivitäten stattgefunden haben, deren Auswirkungen noch heute sichtbar sind, selbst wenn die Geräte, mit denen einst abgebaut wurde, wieder mitgenommen wurden. Sollte die Erde jemals in ihrer Vergangenheit eine andere technische Zivilisation hervorgebracht haben (was, denke ich, zwar höchst unwahrscheinlich ist, aber vielleicht nicht vollständig ausgeschlossen werden kann), wäre auch für diese Zivilisation – wie auch für uns – der Mond das erste Ziel interplanetarer Expeditionen. Read more »

Dez 24 2011

Aus feierlichem Anlass: Über Religion und Zivilisation

Bei Religion geht es nicht um die Welt, sondern um den Menschen. Oder warum ich den Ausdruck Atheist nicht mag, auch wenn ich einer bin.

Sternhimmel, von Vincent Van Gogh

Die Sterne über uns, und die Menschen darunter

Das Universum ist alt, uralt gemessen an jedem menschlichen Massstab. Es ist auch gross, ja gigantisch, an denselben Massstäben gemessen. Die Vorstellung, es könnte einen Gott geben, der das alles für die Bewohner eines einzigen Planeten eines gewöhnlichen Sterns in einer gewöhnlichen Galaxie geschaffen hat, ist nicht nur lächerlich, sie ist auch überaus egozentrisch, eingeblidet und anmassend – eine solche Aussage kann nur dazu gedacht sein, uns selbst den Bauch zu pinseln und uns zu sagen, wie schrecklich wichtig wir doch in der offenstlichen Unwichtigkeit sind.

Stattdessen, wenn es einen Begriff gibt, den ich angesichts der Weiten und Tiefen dort draussen unverändert aus der Religion übernehmen könnte, dann ist das die “Demut vor der Schöpfung”.

Das, was jene, die die Bibel (oder irgend ein anderes “heiliges” Buch) wortwörtlich nehmen genausowenig verstanden haben wie jene, die die Religonen und heiligen Bücher für ihre Worte verachten: bei der Religion geht es nicht um die Welt, ihre Beschaffenheit, Geschichte und Herkunft: es geht um den Menschen. Trotz der Winzigkeit, der Unwichtigkeit der Erde auf den ganz grossen Skalen, ist sie doch der wichtigste Planet des ganzen Universums, das Zentrum, um das sich alles dreht – zumindest, und doch nur, aus Sicht der Menschen. Wir leben hier, wir entdecken, leiden, freuen, lernen, vergessen und trauern hier, hier werden wir geboren und hier sterben wir – auf dieser kleinen, blauen Kugel, diesem “Pale Blue Dot”, der für uns (noch immer, und auch noch für längere Zeit) die ganze und einzige Welt ist. Read more »

Dez 11 2011

In Schwarzen Löchern den Kontakt abwarten?

USS Cygnus aus "The Black Hole"

Die USS Cygnus aus dem Disney-Film "The Black Hole".

Das Universum, so scheint es, ist wüst und leer. Da draussen gibt keine Sternimperien, keine Föderationen und keine galaktischen Klubs – sondern einfach nur Weite, Leere, Tiefe, so weit wir sehen können. Die Entdeckung von hunderten Exoplaneten bedeutet die Existenz von Milliarden und Abermilliarden Welten in unserer Milchstrasse alleine, öde Steinwüsten, kalte Gasriesen und glühende Vulkanwelten. Dazwischen Welten, auf denen flüssiges Wasser an der Oberfläche möglich ist  – einige von ihnen sind vielleicht sogar belebt, haben eine Biosphäre hervorgebracht wie die Erde – doch zivilisationsfähige Spezies wie wir selbst sind offenbar seltene, oder zumindest kurzlebige Entwicklungen.

Das Universum – jenseits der Milchstrasse ist gross genug, und die Milchstrasse selbst ist alt genug, dass wir trotzdem sicher sein können, dass es ausserirdische Zivilisationen gegeben hat, heute noch gibt, und auch künftig geben wird – bloss sind sie alle durch unvorstellbare Abgründe in Zeit und Raum voneinender getrennt. Möglicherweise ist das gut so – möglicherweise sind wir auch nur deshalb hier und beobachten das leere Universum, weil das Überqueren ebendieser Abgründe sich stets als Hindernis erwiesen hat. Wie können in einem solchen Universum Zivilisationen miteinander in Kontakt treten? Read more »

Nov 29 2011

Dem Doomsday durch Selbstindikation entfliehen?

Zum Doomsday-Argument, das auf diesen Seiten schon öfters vorgestellt und diskutiert wurde, gibt es einen ernsthaften Einwand: Das Selbstindikations-Argument. Entkommen wir damit dem Doomsday?

Nachthimmel

Wieviele?

Das Doomsday-Argument basiert auf dem “Prinzip der Mittelmässigkeit”. Dieses besagt, dass wenn irgend eine Eigenschaft eine Verteilung von typischen (die meisten) und untypischen (die wenigsten) Werten aufweist, ein zufällig aus dieser Verteilung gezogener Datensatz mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den typischen Werten gehört, ganz einfach weil diese häufiger sind und deshalb mit höherer Wahrscheinlichkeit gezogen werden. Bei Ziehung einer Kugel aus einer Urne, in der sich 90 schwarze Kugeln und 10 rote Kugeln befinden, ist die Chance, eine schwarze Kugel zu ziehen, 9 mal höher als die Chance, eine rote Kugel zu ziehen. Das ist durchaus einleuchtend. Umgekehrt kann ich aber auch fragen: wenn die Farben der Kugeln unbekannt sind (man weiss nur, dass 90% von ihnen die gleiche Farbe haben), und die gezogene Kugel blau ist, auf welche dominierende Farbe tippe ich dann? Blau oder nicht-Blau? Mit 90% Wahrschienlichkeit werde ich damit richtig liegen, wenn ich auf die Farbe der Kugel in meiner Hand tippe. Wenn 99.999999% aller Kugeln dieselbe (unbekannte) Farbe haben, und die Kugel in meiner Hand ist gelb, dann werde ich eben auch mit 99.999999% Sicherheit (dh, in 99.999999% der vergleichbaren Fälle) mit dem Tipp “Gelb” richtig liegen. Read more »

Nov 16 2011

Die Erforschung des Inneren Universums

Was geschieht, wenn Zivilisationen mit zunehmendem Fortschritt schliesslich realisieren, dass das Universum riesig, lebensfeindlich und vor allem leer ist? Vieleicht geben sie dessen Erforschung ganz einfach auf, und widmen sich interessanteren Dingen.

Gehirnscan

Das Grössere der beiden Universen?

Das Universum kann viele Menschen begeistern: nicht zuletzt, weil wir es nicht wirklich verstehen. Klar, wir haben in den letzten 300 Jahren enorm viel gelernt (vermutlich mehr als in all den Jahrtausenden zuvor). Aber es gibt riesige Lücken in unserem Verständnis: Was ist Dunkle Materie? Was ist Dunkle Energie? Wie kam es zum Urknall, gibt es jenseits davon die Ewige Inflation? Wie genau entstehen Planeten, wieviele erdähnliche Planeten gibt es, gab es mal Leben auf dem Mars, und wie viele ausserirdische Zivilisationen tummeln sich in unserer Milchstrasse? Gerade dieses letzte Thema kann viele Menschen faszinieren oder beschäftigen. Weil die Antworten auf diese Fragen nicht bekannt sind, wird das Universum zur Projektionsfläche für Wunschträume. Jeder sieht im Universum etwas anderes, und gerade das macht es interessant. Read more »

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