Terraforming – eine neue Heimat für die Menschheit?

Schon lange geistert der Begriff durch die Science Fiction: Terraforming. Gemeint ist damit die Umformung von Planeten, so dass sie lebensfreundlicher, eben erdähnlicher werden. Wird die Menschheit zukünftig „terraformen“ und sich so neue Welten erschliessen?

Der Mars nach dem Terraforming
Der Mars nach dem Terraforming
Unsere Erde scheint aus geologisch-astronomischer Sicht eine unglaubliche Sammlung von ausserordentlichen zufällen darzustellen: Genau in der richtigen Entfernung zur Sonne, genau in der richtigen Grösse, mit der richtigen Menge Wasser, mit einem stabilisierenden Mond, eine Biosphäre, die für die aufrechterhaltung lebensfreundlicher Bedingungen sorgt… Natürlich beobachten wir diese Zufälle nur, weil sie als Eigenschaften eines Planeten absolut notwendig waren, damit sich intelligente Lebewesen entwickeln konnten, die diese Zufälle feststellen können. Das heisst aber gleichzeitig auch, dass es da draussen im All extrem viele Planeten geben muss, auf denen diese Zufälle in dieser Kombination eben nicht aufgetreten sind und die deshalb auch keine intelligente Lebewesen beherbergen, die dies feststellen könnten.

Einige dieser Welten, und das ist der Grundgedanke, der hinter dem Terraforming steht, sind von der Lebensfreundlichkeit gar nicht so weit entfernt, vielleicht nur soweit, dass ein bisschen menschliche „Nachhilfe“ in Form von Technologie diese Lebensfreundlichkeit herstellen könnte. Vielleicht braucht der Mars einfach ein paar Supertreibhausgase in seiner Atmosphäre, um eine wärmere, feuchtere und damit lebensfreundlichere Welt zu werden, um nur einen Ansatz zu zitieren.

Roter, Grüner, Blauer Mars

Zurzeit kennen wir nur wenige Welten, die sich für ein solches Terraforming eignen, das heisst, die nicht besonders weit von den geforderten Idealbedingungen entfernt sind. Der Mars, der in seinem Klima der Erde noch am nächsten kommt, ist zu „von Natur aus“ klein, um eine dichte (atembare) Atmosphäre über längere Zeit festzuhalten, und zu weit von der Sonne entfernt und damit zu kalt, um grosse Mengen an flüssigem Wasser auf seiner Oberfläche zu erlauben. Ein erster Schritt im Terraforming des Mars wäre es also, seine Atmosphäre mit Treibhausgasen wie Chlorkohlenwasserstoffen aus dafür gebauten Fabriken anzureichern. Die Ausgangsstoffe Kohlenstoff, Wasserstoff und Chlor würden aus der Mars-Atmosphäre, den vermuteten unterirdischen (untermarsischen…) Wasservorräten und den Marsgesteinen gewonnen. Die Temperaturen würden rasch über den Gefrierpunkt von Wasser steigen, die riesigen Eisfelder (Permafrost) würden beginnen zu tauen und dem Mars einen Wasserkreislauf bescheren. Die Atmosphäre würde etwas dichter und feuchter, so dass erste, primitive Pflanzen ausgesäht werden könnten. Diese ihrerseits würden schliesslich für freien Sauerstoff in der Atmosphäre sorgen, so dass am Ende dieses Prozesses Menschen ohne Atemhilfe auf dem Mars überleben könnten. Allerdings weist der Mars einen Stickstoffmangel auf, der aber vielleicht durch Einfuhr vom Saturnmond Titan oder aus den Atmosphären der Gasriesen kompensiert werden könnte. Klingt nicht schlecht, oder?

Die Kohlendioxidgletscher der Venus

Auch für die Venus, unseren nächsten Nachbarplaneten und in Sachen Durchmesser und Masse annähernd ein Erdzwilling, wurden schon Terraforming-Strategien ausgedacht. Dort umhüllt eine gewaltige Kohlendioxid-Atmosphäre den gesamten Planeten, die einen extremen Treibhauseffekt von gut 500 Grad Celsius verursacht. Es gibt kein flüssiges Wasser auf der Venus (kein Wunder bei der Hitze), vermutlich ist sogar alles Wasser in der Hochatmosphäre längst vom aggressiven Sonnenlicht in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten worden, wobei der Wasserstoff dem Gravitationsfeld entwich und der Sauerstoff sich mit den Oberflächengesteinen zu Oxiden verband. Darüber hinaus rotiert der Planet nur extrem langsam um die eigene Achse: ein Sonnentag auf der Venus dauert rund 117 Erdtage. Der Plan für das Terraforming der Venus sieht nun so aus: Zunächst wird durch einen gewaltigen Sonnenschirm (Durchmesser rund 12000 km), der etwa 1 Million Kilometer von der Venus entfernt vor der Sonne platziert wird, das Sonnenlicht abgeblockt, eine Art permanente totale Sonnenfinsternis. Danach sinken die Temperaturen auf der Venus, die Atmosphäre beginnt sogar, auszufrieren und bildet dicke Gletscher aus Kohlendioxideis auf der Oberfläche. Dieses wird mit riesigen Folien abgedeckt. Aus dem Kuipergürtel werden dann Millionen von kleinen Kometen auf Kollisionskurs mit der Venus gebracht, um den fehlenden Wasserstoff zu ersetzen und einen planetenweiten, seichten Ozean zu bilden. Währenddessen wird in der Venusumlaufbahn ein grosser Spiegel gebaut, der die Venus einmal in 24 Stunden umkreisen soll, um einen erdähnlichen Tag-Nacht-Zyklus zu erzeugen. Sobald er das Licht der Sonne erfolgreich zum eiskalten Planeten ablenkt und der Sonnenschirm etwas durchlässig gemacht wird, steigen die Temperaturen auf der Venus wieder. Nun werden Bakterien, später Pflanzen freigelassen (oder vielleicht auch nur einheimische Bakterien modifiziert?), die das langsam tauende Kohlendioid vorzu in Kohlenstoff (Pflanzenmaterial) und Sauerstoff umwandeln. Stickstoff gibt es auf der Venus mehr als genug, die Menge in der heutigen Atmosphäre übertrifft jene der Erde um den Faktor drei. Durch eine geschickte Kombination der biologischen Aktivität, der Durchlässigkeit des Sonnenschirms und der Ausrichtung des Spiegels wird eine erdähnliche Umwelt hergestellt. Wie auch der Mars besitzt auch die Venus allerdings kein nennenswertes Magnetfeld, so dass die kosmische und solare Strahlung auf der Oberfläche beider Planeten ein schweres Problem darstellt. Hier wurde schon öfters die Schaffung künstlicher Felder vorgeschlagen, die allerdings nur einen lokalen Schutz bieten würden.

Die Hoffnung hinter dem Terraforming

Der grüne Mars
Der grüne Mars
Das Hauptproblem am ganzen Prozess ist, dass der Mars und die Venus nicht „zufällig“ lebensfeindlich sind. Der Zustand, in dem sie sich von Natur aus befinden, ist jener Zustand, dessen Aufrechterhaltung am wenigsten Energie erfordert. Alle Systeme, auch jenes der Erde, streben diesen Zustand an. Beginnt man mit einem Terraforming auf dem Mars oder auf der Venus, so bringt man diese Systeme aus dem Gleichgewicht. Ohne das Leben auf der Erde hätte auch diese ein anderes Gleichgewicht, das jenem der heutigen Venus vermutlich nicht unähnlich wäre. Mit anderen Worten: Das Leben selbst macht die Erde lebensfreundlich. Terraforming ist nichts anderes als die Hoffnung, die geschickte Anwendung von Technik sowie der Einsatz von lebenden Systemen würde das natürliche Gleichgewicht anderer Planeten ebenfalls in Richtung lebensfreundlicher Bedingungen zur Folge haben. Wären solche „neuen Erden“ langfristig stabil?

[i]Die „Marstriologie“ von Kim Stanley Robinson ist weltberühmt – sie beginnt mit „Roter Mars“, geht mit „Grüner Mars“ weiter und endet mit „Blauer Mars“ – und erzählt die Geschichte der Besiedlung und Terraformung des Planeten Mars durch den Menschen.[/i]

Die Flatterhaftigkeit menschlicher Zivilisation

Das wage ich zu bezweifeln. Leben ist anpassungsfähig, kein Zweifel. Ich denke sogar, dass es auf den meisten grossen Welten des Sonnensystems Leben in „primitiver Form“ (Bakterien) geben könnte, einfach weil es viele denkbare Prozesse gibt, die solche Bakterien zwischen den Planeten und Monden hin- und her transportieren können. Vor Ort müsste sich das Leben den Bedingungen anpassen, zweifellos. Trotzdem sehen wir, dass es im Sonnensystem kein anderes planetares Ökosystem gibt (bzw., dort wo ein weiteres Ökosystem denkbar wäre, nämlich in den Ozeanen unter den eisigen Krusten einiger Monde im äusseren Sonnensystem, können wir zur Zeit noch nicht danach suchen), wie etwa auf der Erde. Obwohl also eine notwendige Zutat zum terrageformten Planeten, nämlich Leben, durchaus vorhanden sein dürfte, fehlt es an der anderen: Der Nachhilfe durch Technik. Diese Technik muss in der Regel von Menschen bedient oder zumindest verstanden werden, damit sie im Schadensfall repariert werden kann. Treibhausgasfabriken müssen betrieben und mit Rohstoffen versorgt werden. Sonnenschirme müssen auf ihrer Bahn gehalten und stabilisiert werden, und so weiter. Betrachtet man die Flatterhaftigkeit menschlicher Zivilisation, kommen rasch Zweifel auf, ob die Menschheit tatsächlich in der Lage wäre, die Technik, die zur Aufrechterhaltung der lebensfreundlichen Bedingungen auf terrageformten Welten nötig ist, über hunderttausende von Jahren zu unterhalten. Selbst wenn diese Technik selbsterhaltend wäre, ist sie dennoch nicht vor umfassenden Naturkatstrophen, menschlichen Maschinenstürmern oder globalen Kriegen unter den Bewohnern der terrageformten Welt gefeit. Sich selbst überlassen, kehrt eine einst terrageformte Welt schnell in ihren ursprünglichen, lebensfeindlichen Zustand zurück. Die einzige Welt, auf der die Menschheit auch ohne Technik überleben kann, ist die Erde. Die Menschheit kann durchaus versuchen, ins All vorzudringen und die Galaxis zu besiedeln, das mag dieser heutigen oder einer der nachfolgenden Hochzivilisationen auch gelingen. Doch wird in diesem Prozess die Erde und ihr einzigartiges (auch ohne Technik lebensfreundliches…) Öko- und Klimasystem zerstört, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass von den Menschen nichts weiter übrig bleiben wird als ein paar von ihrer Bahn abgekommene Trümmer riesiger Sonnenschirme.

37 Kommentare

  1. In dem oben beschriebenen Vorschlag nimmt der Druck auf der Oberfläche natürlich sehr schnell ab, wenn die Atmosphäre in Form von Trockeneisgletschern ausfriert. Am Ende bleibt eine Stickstoff-Atmosphäre übrig, denn Stickstoff hat einen tieferen Gefrierpunkt.

  2. Der Planet wird sich verändern, aber nicht zwingend in die Richtung, in dem er \“zufällig\“ die selben selbststabilisierenden Kreisläufe entwickelt, wie wir sie von der Erde kennen. Warum sollte er auch? Es herrschen völlig andere Rahmenbedingungen. Natürlich kann man jetzt behaupten, \“dann passen wir das Leben einfach an!\“ – aber es ist überhaupt nicht gesagt, dass das erstens im nötigen Umfang möglich ist und zweitens tatsächlich zum gewünschen Ergebnis führt.

  3. Ich muss dem Artikel in einem wesentlichen Punkt widersprechen,denn ich glaube das ein Ökosystem auf einem anderen Planeten durchaus selbsttragend sein kann, eine einmalige Anschubhilfe durch Technik genügt, wenn zum Beispiel
    Leben auf dem Mars die Albedo verringert und die Energie für ihren Stoffwechsel nutzt, werden immer wieder Lebewesen verfügbare Energieströme nutzen, vielleicht reduziert sich das Leben zu Bakterien im Boden, aber der Planet wird sich immer verändern, so lange es Leben auf seiner Oberfläche gibt.

  4. Hm, Terraforming durch manipulierte und speziell darauf eingestellte Einzeller – vielleicht eine Alternative?
    Witzigerweise würde sowas wohl auf massiven Widerstand stoßen, weil der Mars dadurch ja irreparabel seiner eventuell vorhandenen eingeborenen Bakterienflora verliert.
    Aber dieses Thema ist nun interessant, könnte man vielleicht nochmal eigens in einem Thema behandeln ob denn so etwas möglich sein könnte, wenngleich die dafür nötige Zeitdauer sicher um Größenordnungen über der von herkömmlichen Terraforming-Fantasien liegt.

  5. Vielleicht sollte man Kapseln mit verschiedenen-genmanipulierten-Bakterienstämmen unter die Oberfläche des Mars bringen,wo sie vor Strahlung geschützt wären und in Situ FKWs, NF3,SF6 herstellen könnten und abwarten ob etwas passiert. Vieleicht kann man auch mit einer Radionuklidbatterie Wasser zum Schmelzen bringen und mit der Wärme die chemische Zusammensetzung ändern, auf dass unter den Bakterien einige Stoffwechselwege zur Energiegewinnung finden.

  6. Es ist ein Fehler, davon auszugehen, dass sich eine Zivilisation technologisch gesehen nur in eine Richtung entwickeln kann – siehe die Vergangenheit. In 500 Jahren könnte das iPhone genausogut ein unerklärliches Wundergerät aus einem längst vergangenen goldenen Zeitalter sein, oder Teufelszeug, das zerstört werden muss…

    Man sollte angesichts der Marsrover und des unbemannten Titan-Landers auch nicht vergessen, dass es einst sehr viel grandiosere Pläne für unsere Gegenwart (\“im Jahr 2000\“) gab, in der die Menschen auf dem Mond Ferien machen und alle Planeten bis hinaus zum Neptun bemannt erforschen… Diese Pläne haben sich nicht erfüllt. Klar, vielleicht erfüllen sie sich noch – aber es zeigt, dass die Extrapolation von bestimmten Entwicklungen genausogut ins Leere führen kann.

    Merke: Es gibt zwar Dinge, die galten einst als unmöglich und sie wurden denoch Realtiät. Es gibt aber auch Dinge, die galten einst als möglich oder wahrscheinlich, wurden aber nie Wirklichkeit. Und dann gibt es Dinge, die galten damals schon als unmöglich und sind es auch.

    Wenn wir also die Machbarkeit von Terraforming abschätzen wollen, dann können wir uns nicht einfach darauf verlassen, dass das dann \“irgendwie schon gehen wird\“, \“man schon eine Lösung finden wird\“, etc. Wir müssen nehmen, was wir wissen, und vernünftig das Für und Wieder abwägen. Damit bekommt man sicher bessere Resultate als durch Raten oder simples Extrapolieren.

  7. Natürlich ist es sau schwer. Wobei ich denke ein menschliches Gehirn zu emulieren nicht viel einfacher ist. Ich denke da unterschätzt Bynaus das problem eindeutig. Auf einem herkömlichen Computer schon garnicht. Die moderne Hirnforschung hat einige Theorien darüber das das Gehirn evtl sogar mit Quanteneffekten arbeitet. Somit wäre nur noch ein Quantencomputer als Hardware möglich. Mit heutiger technologie ist das nicht im ansatz zu schaffen.

    Das gleiche gilt für terraforming. Das ist kein Projekt für die nächsten 200 Jahre evtl in 500 Jahren ein Iphone ist dann dort ne echte Rariät aus dem Mittelalter.

    Das die Biosphere versuche nicht geklappt haben zeigt nur eins das das Verständniss der Menschen was unser Ökosystem angeht viel zu schlecht ist.

    Um einen Planeten terrazuformen brauchen wir eine hochentwickelte technik eine von der wir momentan nicht den Ansatz einer Vorstellung haben. Werm hätte vor 30 jahren gedacht das ein Handy (woran auch keiner gedacht hat) 100mal mehr rechenkapazizät hat als alle damaligen Computer. Oder das wir jahre lang mit nem Ferngesteuerten Auto über den Mars düsen. Oder das wir einen lander auf titan absetzen.

    Wer hat vor 200 jahren überhaupt an irgendetwas gedacht wie Transrapid Satellitennavigation Plasma Full HD Fernseher Internet Handy Navigationssysteme etc.

    Wenn wir davon ausgehen das in 500 Jahren der technik unterschied etwa so gross

  8. wir sind noch nicht mal lokal, geschweige denn global in der lage, friedlich miteinander umzugehen. das wäre aber voraussetzung, um GEMEINSAM eine so gewaltige aufgabe anzugehen und den natürlichen prozessen zu trotzen. wir sollten uns erst mal gedanken darüber machen, was für ein gewaltiges \“terraforming\“ wir möglicherweise gerade in den nächsten jahren auf der erde freisetzen werden, um an einem offensichtlich selbstdestruktiven system (kapitalismus) weiter festzuhalten.

  9. sicher können auch gewisse Viren eine erfolgreiche Spezies sein(genauso wie die Kaninchen in Australien), solange bis ein neuer Gegner auftaucht und sie mutieren oder aussterben müssen.
    (btw der erneute Krankheitsvergleich macht den ersten nicht intelligenter)
    Was Menschen aber so besonders erfolgreich macht ist ihre Fähigkeit natürliche Feinde aus dem Weg räumen zu können(erst die makroskopischen und so langsam auch die Mikroskopischen) OHNE mutieren zu müssen(keine Gefahr das wir Subspezies ausbilden die uns verdrängen)

    @\“erfolgreich in welcher Beziehung?\“: in der Beziehung unseren Gencode (mit uns)zu verbreiten(und damit die Wahrscheinlichkeit auszusterben zu verringern)
    \“Etwa im Gesamtplan? Wie lautet der?\“:mir ist kein solcher Bekannt also wird man sich wohl eigene Ziele stecken müssen, nachdem keine Bedrohung der Ausrottung in Sicht(und das natürliche Programm(Verbreitung) bis zu einer vorläufigen Grenze erfüllt) ist.

  10. Lieber unbekannter Gast

    … klar sind wir die gegenwärtig erfolgreichste Spezies. Wie viele schon erfolgreich gewesen waren, bzw. noch sein werden (und welche) liegt im Dunkeln. Wir sitzen ja alle in derselben \“Welt\“, und die Bedeutung sämtlicher uns bekannten Lebewesen ist unklar … und – erfolgreich in welcher Beziehung? Etwa im Gesamtplan? Wie lautet der?

    Im Übrigen: ärgere Dich doch nicht über mich. Ich weiss genau so wenig wie Du, was stimmt. Gerade deshalb erlaube ich mir, meinen Reim darauf zu machen. 🙂

    Es grüsst: Der Fliegenpilz

  11. @Fliegenpilz: sorry von jemanden der aus solchen Überlegungen für sich noch nicht die Konsequenz gezogen hat kann ich solches misanthropisches Ökogeheule nicht ernst nehmen.(gut das kann ich bei Spinnern die mit Niburu ankommen sowieso nicht aber das ist eine andere Geschichte)

    BTW: der Krankheitsvergleich ist schon deswegen bescheuert weil er unterschlägt das absolut jede Spezies ohne natürlichen Feind exakt so handelt(wir sind damit bisher nur die erfolgreichsten)

  12. Hallo

    Da waren wir doch schon überall; deshalb ist es ja jetzt auch kaputt. Gegenwärtig wird die Erde zu Tode genutzt.

    Einige von uns sind vielleicht mit Nibiru, einem \“terrageformten\“ Planeten, weitergezogen.
    – Ob sie noch leben???
    – Wo wir wirklich her sind???

    Wir sind eine Krankheit, die die \“Wirtszelle\“ abtötet – danach rücken wir zur nächsten vor. Auf diese Idee kommen wir immer gerade dann, wenn\’s auf dem gegenwärtigen Heimplaneten brenzlig wird.

    Kann natürlich auch sein, dass wir vor Zeiten von einem hoch zivilisierten Planeten hierher strafversetzt wurden. Wie weiland die ersten Australier von England.

    Der Fliegenpilz

  13. \“langfristig wird Terraforming doch lohnenswerter sein, als orbitale Basen. Das Ökosystem kümmert sich um sich selbst, und es gibt vermutlich sehr viele terrestrische Planeten (und noch viel mehr, aus denen man welche machen kann)\“

    Wer sagt den das sich Künstliche Orbitale nicht mit den nützlichen Selbsterhaltungsfähigkeiten von Ökosystemen kombinieren ließen?(zB in Form von Bakterien zu Instandhaltung(oder gar Wachstum) der Hülle(von innen))

  14. Auch wenn es in höheren kreisen ein wenig verpönt scheint, das mit Star wars zu vergleichen:

    Lngfristig wird Terraforming doch lohnenswerter sein, als orbitale basen. Das Ökosystem kümmert sich um sich selbst, und es gibt vermutlich sehr viele terrestrische Planeten 8und noch viel mehr, aus denen man welche machen kann9

  15. Wie in dem Artikel erwähnt, glaube ich nicht, dass Terraforming eine gangbare Option zur nachhaltigen Besiedlung des Weltraums ist, zumindest nicht auf lange Sicht.

    Trotzdem muss ich jetzt etwas gegen den Grundtenor, der in den letzten beiden Kommentaren mitschwang, einwerfen: Dieses \“kümmern wir uns um unsere Probleme zu Hause, bevor wir uns neue Probleme jenseits davon suchen\“ mag zwar vernünftig klingen, hat aber noch nie in der Geschichte irgendjemandem gross genützt. Ich bezweifle zB, dass Spanien und Portugal keine Probleme \“zu Hause\“ hatten, als ihre Seefahrer die neue Welt erschlossen: und doch hat genau dies die beiden Nationen über Jahrhunderte zu Weltmächten gemacht – was sicher auch half, die Probleme \“zu Hause\“ anzupacken. China hat im frühen 15. Jahrhundert seine beeindruckende Hochseeflotte eingemottet, weil diese als \“Verschwendung\“ betrachtet wurde (sowie als Gefahr für schädliche Einflüsse von aussen). Hat diese \“Sparmassnahme\“, diese Konzentration auf die Probleme \“zu Hause\“ China irgendwas gebracht? Die Geschichte ging ihren Lauf (und China versank einmal mehr in der Bedeutungslosigkeit), und Amerika wurde von den Europäern statt den Chinesen (wieder)entdeckt bzw. erschlossen.

  16. Wir Menschen kennen nicht mal gut unseren eigenen Planeten und wir wollen schon andere kennen und sogar bewohnbar machen. Ich lache nur. Es gibt miliarden von Menschen die Tag und Nacht Hunger leiden, Tierarten die aussterben, Meere die verplündert werden. Aber wir natürlich wollen schon andere Planeten erobern. Ich würde einmal sagen; kümmeren wir uns zuerst an das das wir haben, das bis jetzt auch das einzige ist was wir haben und damit müssen wir umgehen…

  17. Ich empfinde diese Terraforming Gedanken als Spinnerei und als Veantwortungslos. Warum ? Ganz einfach:
    1. Wir sind noch nicht einmal in der Lage kostengünstig Nutzlasten im größerem Umfang in die Erdumlaufbahn zu transportieren. Die US-amerikanischen Raumfähren sind völlig veraltet, nicht sehr zuverlässig und im Unterhalt sehr, sehr teuer. Die russischen Raketen sind technisch auch total veraltet, aber zumindest zuverlässig. Größere Nutzlasten lassen sich damit auch nicht kostengünstig transportieren. Das BURAN-Projekt wurde leider aus Kostengründen eingestellt. Die anderen Raumfahrtnationen stecken noch in den Kinderschuhen.
    2. Wir sind gerade dabei unseren eigenen Planeten zu grunde zu richten (Klimawandel, Umweltverschmutzung) und haben nichts anderes zu tun als andere Planeten nach unseren Vorbild zu verunstalten.

    Meiner Meinung nach sollten 2 Dinge wichtig sein:
    1. In Sachen Raunfahrt muß die Entwicklung eines kostengünstigen und sehr leistungsfähigen Transportsystems an erster Stelle stehen, denn alles andere baut ja darauf auf. Keine internationale Raumstation, kein sinnvolles Mondprogramm oder gar ein bemannter Flug zum Mars ist ohne ein kostengünstiges und hochleistungsfähiges Transportsystem denkbar.
    2. Der Umweltschutz auf der Erde sollte erst mal wichtiger sein als Teraformingblödsinn. Umweltschutz beweist eine geistige Reife im Denken, die nur die wenigesten Menschen haben. Mit grünen Spinnerein hat das Nichts zu tun. Auch ein sehr konservativer Mensch muß sich dem Wert einer gesunden Umwelt bewußt werden.

  18. Thomas, danke für deine URL, leider wird sie hier wohl kaum einer gelesen haben, die Kommentare zwischen dir und mir zeigen das zumindest deutlich. Der Autor (Leitenberger) hält zwar nichts von bemannter Raumfahrt, kennt sich allerdings recht gut aus.

    Planeten sind (ganz grob gesagt) Kugeln, leben kann man nur auf deren Oberfläche. Die Oberfläche einer Kugel ist für ein gegebenes Volumen minimal – oder anders gesagt: Man kann die Materie in jeder Form besser nutzen denn als Planet.

    Den Mars zu terraformen ist zwar machbar, aber der Aufwand ist so extrem, daß es keiner machen wird. Genauso bei der Venus. Der Mars hat eine Oberfläche von 28% der Erdoberfläche. Der gewonnene Lebensraum wird durch eine Verdoppelung der Erdbevölkerung genauso dicht besiedelt, wie es die Erde derzeit schon ist. Die Menschheit verdoppelt ihre Größe aber binnen 50 Jahren! Dafür müsste man mehrere millionen Jahre lang extrem große Mengen an Ressourcen dafür aufwenden, die man dann nicht für andere Zwecke aufwenden kann.
    Das Resultat ist dann ein Platz in einem Gravitationsloch, aus dem man nur schwer wieder rauskommt, eine mini-Bevölkerung auf einem Haufen Materialien, die alle unzugänglich im Boden vergraben sind. Durch die Rotation empfängt man auf der Oberfläche eines Planeten nur halb soviel Sonnenstrahlung (Energie!) wie in einem weiten Orbit. Und die Schwerkraft stimmt auch nicht, wie unsere Körper da drauf reagieren müssen wir erst noch sehen. Jemand der auf dem Mars aufgewachsen ist, dürfte Probleme haben, wenn er mal die Erde besuchen möchte.

    Steckt man diese Ressourcen in Raumstationen, z.B. O\’Neil-Zylinder, erhält man wesentlich mehr verfügbaren Lebensraum. Jede dieser Raumstationen braucht ca. 30 Jahre um die notwendige Infrastruktur zu etablieren, danach dürfte sie ca. alle 5 Jahre eine neue Raumstation produzieren können. Der Asteroidengürtel enthält ausreichend Material für 3000 Mal die Erdbevölkerung. Die Raumstationen müssen zwar gewartet werden, aber im Gegensatz zum Klima eines Planeten kann man schnell Änderungen bewirken – oder sogar ausziehen. Wird dennoch eine Raumstation zerstört, ändert das für den Rest der Menschheit absolut nichts. Die Schwerkraft ist frei regelbar – genau 1g ist kein Problem. Man hat auch Zonen mit niedrigerer und höherer Schwerkraft, Gebrechlichkeit im Alter wird ein kleineres Problem sein als hier auf der Erde. Auch Seuchen sind deutlich besser kontrollierbar, usw.

    Fazit: Wenn Mars besiedelt wird, dann nur als Minenkolonie zur Ressourcengewinnung und nicht als Lebensraum.

    Wieso sind so viele Leute nur auf Planeten fixiert? Vielleicht gibt es hier dazu eine Antwort:
    (http) space.mike-combs.com/spacsetl.htm#mainstream

    Ansonsten bleibt noch zu sagen, daß die Erde nur im Moment paradisisch erscheint, die längste Zeit über war die Erde in einem Zustand, in dem wir auf ihr auch nicht hätten leben können.

  19. Biosphäre hat nicht funktioniert, weils ein klump war. Die Bausubstanz hat den Sauerstoff gefressen, und die haben versucht, alles Leben der erde eizustopfen.

    Die habenpalmen neben tannen gestellt, sogar ameisen eingeschlept….

    Man hätte es mit nur 3 Pflanzen versuchen sollen… und 2 Tieren… dan hätts sicher geklappt. Ausserdem dauert es eine Weile bis das Klima nicht dauernd kippt (Ein Aquarium, das größer als 2m ist, braucht 6 Jahre, bis es halbwegs stabil ist. Wieso sollte etwas wie biosphäre in 1 Jahr gehen, was 10000 mal so groß und komplex ist???).

    \’Distanz zur dortigen Sonne nicht stimmt\‘ Der Mars umkreist die selbe sonne wie wir, climatron 😉
    Aber mehr Treibhauseffekt=mehr sonne…. ausserdem expandiert die sonne, je älter sie wird, desto mehr strahlt sie….

    mfg

  20. Wie schnell die Menschen doch vergessen – War da nicht das Projekt biosphere II in den Staaten? Und es hat absolut nicht funktioniert.Weil es eben nicht ganz so einfach ist, Leben zu simulieren.Leben in der Petri-schale herzustellen in einem biologischen intakten Umfeld eines eingerichteten Laboratoriums auf der Erde – ist einfach. Aber Leben zu erzeugen auf einem Planeten ohne bereits existierender Atmosphäre…weil eben die Distanz zur dortigen Sonne nicht stimmt und andere Faktoren nicht vorhanden sind, nun da werden wir wieder mit ganz anderen Fragen konfrontiert, philosophischer Natur.Leben weiter zu tragen ist nicht dasselbe wie Leben zu erschaffen.

  21. Hat den jemand mal daran gedacht das unsere Erde und unsre Existenz das Ergebnis von Terraforming sein könnte?

    Falls dem so wäre, ist es wohl für uns dann auch nur die einzige Bestimmung über Terraforming unsere Art zu erhalten, bzw. dadurch Leben auf andere Planeten zu bringen!

    Es wäre letztendlich eine wirklich sinnvolle Konsequenz der menschlichen Existenz! Macht doch irgendwie Sinn, oder?

  22. Menschen haben schon so einiges geschaffen, was zu gegebener Zeit unmöglich erschien. Wohlmöglich schaffen wir heutzutage Dinge, die uns gegenwärtig für unmöglich erscheinen. Bevor wir allerdings anfangen können andere Planeten zu \“Terraformen\“, sollten wir auf unseren eigenen Planeten ein Auge werfen und uns vorherrschenden Problemen widmen. Es ist nicht unmöglich bei uns aufzuräumen. Den ersten Schritt dorthin zu machen fällt einfach noch vielen zu schwer. Da unsere Welt in einem nie dagewesenen Wandel steht, wäre so ziemlich jede Zukunftsprognose hinfällig. Ich glaube nur die eigene Vorwärtsbewegung verändert etwas am Gesamtprofil. Also: Wer möchte, dass die Welt sich verändert, sollte erst einmal bei sich anfangen. Zuerst bei anderen Welten (Mars o.ä.) mit dem aufräumen beginnen halte ich für falsch.

  23. Wir sprechen uns in 100 Jahren wieder… 🙂 Im Ernst: 100 Milliarden Gehirnzellen zu simulieren, mag zwar aufwändig erscheinen, im Endeffekt ist es aber relativ simpel: wenn man eine Neurone, ihre Synapsen und ihre Reaktionsweise auf einkommende Signale verstanden hat, muss man lediglich noch die Struktur des Gehirns erfassen, und schon hat man seine Simulation. Bei einem Ökosystem ist jede Interaktion einmalig – einmalig kompliziert. Aber vielleicht könnte man den Trial-and-Error-Weg versuchen: man simuliert zig Milliarden Mal den Mars, setzt virtuelle Lebewesen aus und schaut sich das Ergebnis an, wobei man die Parameter von Simulation zu Simulation leicht variiert. Unter all den Simulationen ist dann vielleicht eine darunter, die einem stabilen Ökosystem am nächsten kommt: diese setzt man dann in Realität um. OK – Einverstanden. Aber es scheint mir immer noch viel aufwändiger als die Simulation eines einzigen menschenlichen Gehirns. 🙂

  24. Ach was, komplizierter als die Simulation eines menschlichen Gehirns kann das auch nicht sein 😉 Wenn die Meteorolgischen Simulationen sich wie bisher weiter entwickeln, wird es schon irgendwann möglich sein.

  25. Gut, da gebe ich dir diesbezüglich recht. Trotzdem scheint mir der Entwurf eines kompletten Ökosystems als viel zu kompliziert. Und eine Garantie, dass dieses Ökosystem auch langfristig stabil bleibt und der Planet sich nicht doch in den ursprünglichen Zustand zurückentwickelt, hat man dann immer noch nicht.

  26. Wieso, das bedeutet doch nur, dass der derzeitige Zustand immer mit dem geringsten Energieaufwand erreichbar war. Das zumindest ist mein Verständnis physikalischer Systeme: Sie streben imme in die \’einfachste\‘ Richtung. Also müsste, eine genügend große \’Anschubenergie\‘ vorausgesetzt, etwas völlig neues entstehen können.

  27. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge! 🙂 Ich denke, es ist alles andere als einfach, ein funktionierendes Ökosystem, inklusive allen angepassten Zellprozessen, Stoffwechsel, ökologischen Nischen, etc. am Schreibtisch zu entwerfen! Um ein neues zu entwerfen, müssten wir wohl erst unser eigenes Ökosystem bis ins Detail kennen, unser Wissen darüber modifizieren und dann auch noch in Tat umsetzen können… Mag sein, dass das vielleicht eines Tages möglich wird – aber WENN ein solches Ökosystem möglich ist, dann stellt sich die Frage, warum es nicht einfach von allein entstanden ist? Klar ist, dass ein solches Ökosystem thermodynamisch stabiler als der gegenwärtige Zustand (z.B. auf dem Mars) sein muss, um bestehen zu können (wie das auf der Erde der Fall ist) – was hat den Planeten davon abgehalten, 4.5 Milliarden Jahre lang diesem stabileren Zustand auszuweichen, wenn er doch möglich ist? Das legt schon die Vermutung nahe, dass der gegenwärtige Zustand der thermodynamisch stabilste ist, der sich mit den gegebenen Parametern erreichen lässt.

  28. Aber was spricht denn dagegen, dass man ein Ökosystem \’entwerfen\‘ könnte, das in der Lage ist, eine Gegenkraft zur Vernichtungstendenz aufzubringen? Wir haben ja derzeit ein Ökosystem, dass eine Kraft in die Vernichtungsrichtung bringt.
    Hey, ich meine, man kann ja auch menschliche Gehirne bald in Computer übertragen, oder nicht 😉

  29. Dort wo im Gleichschritt Leben und lebensfreundliche Umweltbedingungen entstehen und bestehen können, ist dies in den letzten 4.5 Milliarden Jahren geschehen (z.B. auf der Erde). Dort, wo dies nicht geschehen ist (z.B. auf allen anderen Welten des Sonnensystems), braucht es eine künstliche Herbeiführung von lebensfreundlichen Umweltbedingungen.

    Man kann also nicht einfach Bakterien (später auch Pflanzen und Tiere) auf dem Mars aussähen und glauben, dadurch würde dann automatisch ein globales Ökosystem entstehen: es wäre äusserst erstaunlich, wenn ein globales Ökosystem auf dem Mars blühen könnte, obwohl die Bedingungen so extrem von jenen auf der Erde abweichen, bzw., es wäre ein höchst erstaunlicher Zufall, wenn es den Lebewesen gerade so gelingen würde, die Umweltbedingungen auf dem Mars gerade so zu verändern, dass er für sie lebensfreundlich wird (und nicht z.B. trotz dem Ökosystem immer noch 20 Grad zu kalt für den interventionsfreien Betrieb ebendieses Ökosystems zu sein). Auch \“genetische Veränderung\“ der Lebewesen würde nicht viel weiterhelfen, da man praktisch ein Ökosystem von Null auf entwerfen müsste.

  30. Hältst du es etwa nicht für möglich, dass anstelle von menschen Lebewesen die treibende Kraft für ein dauerhaftes Terraforming sein könnten?

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