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Laserwaffen werden Realität


Zukunftstechnologien, 12.01.2006, letzte Änderung 21.08.2006
Sie fehlen in keinem Science Fiction Film, und wurden wohl auch deshalb nie ernst genommen. Doch jetzt kommen sie wirklich: Laserwaffen. Und sie werden die Kriegsführung für immer verändern.


Ein Satellit schiesst einen Laserstrahl auf eine startende Rakete abDas amerikanische Militär, das diese Waffen entwickelt, spricht von "Directed Energy Weapons", also "gerichteten Energiewaffen". Diese umfassen nicht nur hochenergetische Laserkanonen wie den Tactical High Energy Laser (THEL) und die Flugzeugbasierte Raketenabwehr Airborne Laser, sondern auch "nicht-tödliche" (aber dafür umso schmerzhaftere) Mikrowellenkanonen und Waffen, die mit Hochgeschwindigkeits-Partikel-Strahlen arbeiten.

Bereits in den achtziger Jahren träumte der damalige US-Präsident Ronald Reagan von einem weltraumbasierten Raketenabwehrschirm, bei dem Satelliten mit bordeigenen Lasern anfliegende Atomraketen abschiessen sollten. Aus dem Projekt wurde nichts, doch es war seiner Zeit voraus. Selbst heute rechnen Fachleute erst für die zweite Generation von Laserwaffen mit Satelliten-Lasern. Doch in der Zwischenzeit wurde viel geforscht und ausprobiert. Das erfolgreichste "Produkt" dieser Entwicklung ist der THEL, eine Laserwaffe, die sich auf dem Dach von gepanzerten Fahrzeugen aufbauen lässt und dessen Elektronik automatisch anfliegende feindliche Mörsergranaten anpeilt und in der Luft zur Explosion bringt. Die ersten Prototypen sind hier fertig gestellt und sollen noch dieses Jahr im Irak eingesetzt werden, um amerikanische Truppen zu schützen.

Parallel dazu wurde der Airborne Laser gebaut, eine starke Laserkanone, die an Bord einer Boeing 747 eingebaut wird. Ein Spiegelsystem in der Nase des Flugzeugs lenkt den Strahl in die gewünschte Richtung. Der Laser soll stark genug sein, um eine feindliche Rakete so stark aufzuheizen, dass sie in der Luft explodiert. Das Militär will solche Flugzeuge im Fall einer internationalen Krise etwa in Nordkorea entlang der Grenze patroullieren lassen - im Fall eines Raketenstarts würden diese Flugzeuge die Rakete noch in der Startphase des Flugs abschiessen.

RaketenverteidigungWeitere Anwendungen für die neuen Laserwaffen wurden bereits angedacht: So sollen stationäre THELs auf Flughäfen in der Nähe der Rollbahn stationiert werden, um Raketen-Angriffe auf Passagierflugzeuge (so geschehen vor ein paar Jahren in Nairobi, als palästinensische Extremisten versuchten, ein israelisches Passagierflugzeug kurz nach dem Start mit einer Rakete abzuschiessen) durch Terroristen zu unterbinden.

Auch schon angedacht sind "Relais-Satelliten" in einer Erdumlaufbahn. Ihre einzige Funktion besteht darin, einen Laserstrahl, der auf sie gerichtet wird, auf das gewünschte Ziel an der Erdoberfläche umzulenken. Dabei muss natürlich darauf geachtet werden, dass bei dieser Umlenkung nicht der Satellit selbst vaporisiert wird.

Weiter sollen künftig Flugzeuge Laserwaffen statt Bordkanonen mit sich tragen. Diese sind viel präziser einzusetzen, das "Vorhalten" aufgrund der Bewegung fällt weg. Bereits wurde ein Prototyp einer solchen "Bordlaserkanone" (HELLADS) mit einer F-22, einem der zurzeit modernsten amerikanischen Kampfflugzeuge, getestet.

Mit den Laserwaffen verwandt ist das "Acitve Denial System" (ADS), das auch heute schon im Irak getestet wird. Dabei wird ein Mikrowellenstrahl verwendet, dessen Wellenlänge so bemessen ist, dass er nur knapp einen Millimeter tief in die Haut eindringt und die dort befindlichen Schmerzrezeptoren stimuliert. Wird ein Mensch von diesem Strahl getroffen, stirbt er nicht, sondern erleidet entsetzliche Schmerzen. Das System, so der Plan, soll eingesetzt werden, um eine Menschenmenge in Schach zu halten, oder um Eindringlinge von einem gesperrten Gelände fernzuhalten (ähnlich zu einem Scheinwerfer wäre ein Mikrowellen-"Flutlicht" denkbar, das eine militärische Anlage schützt).

Tragbare Laserwaffen wie in Science Fiction Filmen wird es wohl aber noch eine Zeit lang nicht geben, da solche Laser bis heute relativ schwer sind und viel Energie brauchen. Zudem sind viele von ihnen Störanfällig. Viel eher denkbar sind tragbare ADS-Waffen.

Die Übermittlung von Information kann ebenfalls per Laserlicht erfolgen: Einheiten, die per Laser miteinander kommunizieren, tauschen sich über sehr dünne Laserstrahlen aus - diese können nicht abgehört werden, zumindest nicht, ohne dass die Empfänger dies bemerken würden.

Ein THEL im EinsatzLaserwaffen werden die Kriegsführung nachhaltig verändern. Im Vergleich mit herkömmlichen Waffen ist ihre Anwendung praktisch Instantan - in dem Moment, in dem sie abgefeuert werden, treffen sie praktisch schon ihr Ziel. Dies liegt daran, dass sich Laserstrahlen mit Lichtgeschwindigkeit (rund 300 000 km/s) bewegen, während Geschosse und Raketen höchstens ein paar wenige km/s hinkriegen. Zudem sind sie unsichtbar, und ihre Energie lässt sich (wie das Beispiel mit den Relais-Satelliten zeigt) über riesige Distanzen übertragen. Ist ein globales System von Relaissatelliten einmal eingerichtet, kann praktisch auf Bomber verzichtet werden: Laserenergie lässt sich immer und überall anwenden.

Doch es gibt auch (aus militärischer Sicht) schwere Nachteile: so kann Laserlicht mit Hilfe von Spiegeln relativ einfach und billig abgewendet werden. Es dürfte also mitunter nötig sein, von einem potentiellen Ziel erst die Spiegel zu entfernen oder zu schwärzen, damit das Laserlicht an das Objekt "koppeln" kann. Zudem ist die "Sprengwirkung" von Lasern sehr begrenzt - Licht kommt nun mal nicht "um Ecken" herum.

Wird sich unsere Welt dadurch verbessern oder verschlechtern? Ich glaube, es gibt positive und negative Seiten: So dürfte beim Einsatz von Lasern die Opferzahl bei Kriegen stark zurück gehen: es ist einfach total sinnlos (und "unwirtschaftlich"), einen Laser auf etwas anderes als ein militärisches Ziel zu halten, denn jede Sekunde, in der der Laser arbeitet, wird eine gewaltige Menge Energie verbraucht - und die wird in Zukunft teuer sein. "Kollateralschäden" werden weitgehend ausbleiben. Gleichzeitig ist die Entwicklung von ADS-WAffen eine wahre Katastrophe: diese Waffe lädt geradezu ein, für Folterungen missbraucht zu werden. Ausserdem: sie eignet sich ausgezeichnet zur Kontrolle von grossen Menschenmassen: Braucht es zuviel Phantasie, um sich eine Diktatur vorzustellen, die ihre Bürger lückenlos überwacht und sie mit Hilfe von solchen Mikrowellenstrahlern zwingt, sich nur gerade dort aufzuhalten, wo sie ihr nicht gefährlich werden können? Die Bewegungsfreiheit von ganzen Bevölkerungen könnte mit solchen Waffensystemen eingeschränkt werden - so wäre vielleicht auch ein viele Kilometer breiter "Sicherheitsstreifen" zwischen der entwickelten und unterentwickelten Welt denkbar... und so weiter.

Zur Zeit beunruhigt diese Entwicklung noch nicht allzu viele - manche mögen die Berichte gar nicht glauben oder tun sie als Science Fiction ab, obwohl sie in diesem Moment getestet und weiterentwickelt werden. Vielleicht wird es Zeit, aufzuwachen und die Entwicklung der nächsten Generation von Kriegswaffen aufmerksam zu verfolgen.


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Warped Perception hat am 26.08.2009 23:55:58 geschrieben...

Also ich hab vor einigen Jahren einen Bericht in Nano gesehen der mich ziemlich gewundert hat. Wie genau diese Funktioniert weiß ich nicht mehr. Jedenfalls wurde sie in einem deutschen Versuchslabor entwickelt und seit dem hab ich auch nicht mehr viel drüber gehört. Jedenfalls war das eine Art Strahlenwaffe die mit extrem gepulsten Licht arbeitete. Es entstanden dadurch kleine Lichtbälle weil wahrscheinlich die Luft bei Ioniesiert wurde, die wiederum beim auftreffen auf ein Objekt nicht nur eine Erhitzung sondern eine Schlagende wirkung hervorriefen. Diese Waffe hat es geschafft drei Reihen Panzerglas mühelos mit wenigen Schüssen zu zerstören. Leider weiß ich nicht wie sie diese Kanone nannten sonst könnt ich euch einen Link zu angeben. Ist schwer das passende unter den ganzen Sci-Fi sachen zu finden.

N/A hat am 17.02.2009 13:46:59 geschrieben...

Gegen Meteoriten? Zitat: "Zudem ist die "Sprengwirkung" von Lasern sehr begrenzt..." Wohl kaum wird ein Laser also einen Meteorit (oder gar einen Asteroid) sprengen können.
Diktatoren und Kriminelle werden sich u.U. diese Waffen nicht kaufen. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ein Berufskiller heute in einen Waffenladen geht und seinen Ausweis, Waffenschein und vielleicht auch noch polizieliche Genehmigung vorlegt, dass er sich ein Scharfschützengewehr und Munition dazu kaufen kann? *lol*
An die Waffen zu kommen - wenn diese erstmal in Serie produziert werden bzw. nach der Testphase zum Einsatz kommen - wird für solche Leute wohl kaum ein Problem sein. Zumal die Lasertechnik bei weitem nicht so schwer zu Produzieren ist wie Atomwaffen ;-)

BENE hat am 03.07.2008 16:32:38 geschrieben...

Hey ich habe schon länger von solchen waffensystemen gehört und denke dass sie auch hilfreich sein könnten(zb.bei irgendwelchen drohenden meteoriten usw.).Und diese Idee, dass Diktatoren und kriminelle Anführer diese waffen zur Folter einsetzen könntenis nicht Logisch denn meiner Meinung nach können sich diese keine solche Waffe bauen oder Kaufen(nicht genug Geld).

ghostmonet hat am 07.11.2007 17:24:55 geschrieben...

RE(I)MBRANDT gebe ich in seiner sichtweise recht.in der zeit wo wir leben ist es viel einfacher,gegeneinander zu arbeiten und andere auszubeuten als ein friedliches miteinander und wege der gemeinsamen kommunikation zu finden.da werden mehrere milliarden für kriegstechnik ausgegeben als den hunger in der welt zu bekämpfen

servas hat am 24.09.2007 14:59:06 geschrieben...

´net super gefällt mir net

Re(i)mbrandt hat am 16.01.2006 14:52:44 geschrieben...

Wenn ich das so lese, frage ich mich, warum wir eigentlich tief im Weltraum nach intelligentem Leben suchen. Werfen wir doch lieber die Frage auf, ob es auf der Erde intelligentes Leben gibt. Sich immer effektivere Systeme auszudenken, mit denen man sich gegenseitig Gewalt antun, in Teilen umbringen oder komplett ausrotten kann — ist das ein Zeichen von Intelligenz, also von Weitsicht und ethisch zu bejahendem Handeln? Doch wohl kaum. Die Menschheit (jedenfalls der kleine Teil, der nicht verhungern oder in bitterer Armut vegetieren muss) ist ethisch kaum über das Stadium des Höhlenmenschen hinausgekommen. Auf rein technischer Ebene hat sich der Homo sapiens sicherlich einiges an Fertigkeiten angeeignet, aber die emotionale Intelligenz schwingt lieber noch die Keule ...