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Wird es jemals interstellare Raumfahrt geben?


Hat die Menschheit eine Zukunft?, 31.08.2005
In der Science Fiction sind sie ein fester Wert: Reisen zu den Sternen. "Warpantriebe", "Sprungtore", "Hyperraumantriebe" werden dazu verwendet, die gewaltigen Distanzen zwischen den Sternen in vernünftiger Zeit zu überwinden. Neben der dafür notwendigen Energie sind die gewaltigen Entfernungen das Hauptproblem eines solchen Unternehmens.


Die Pioneer Raumsonde fliegt an Jupiter vorbeiDie Menschheit hat bereits 4 Raumsonden in die ewigen Weiten des interstellaren Raums entsandt: die Raumsonden Pioneer 10 und 11 sowie Voyager 1 und 2 befinden sich auf einer Fluchtbahn aus dem Sonnensystem - sie werden nie wieder ins Sonnensystem zurück kehren. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometer pro Sekunde werden sie zehntausende von Jahren brauchen, um die Strecke zum nächsten Stern zu überbrücken. Doch die Raumsonden halten nicht Kurs auf die nächsten Sterne: ihr Kurs führt sie zu keinem bekannten Stern. Einzig die Raumsonde Pioneer 10 wird vermutlich in etwa 2 Millionen Jahren das 68 Lichtjahre entfernte System des orangen Riesensterns Aldebaran erreichen. Diese Zeiträume machen klar, das selbst bei so grossen Geschwindigkeiten (60 km pro Sekunde ist etwa acht mal schneller als ein Space Shuttle in der Erdumlaufbahn) die Flugzeiten viel zu lang sind. Zumindest, wenn die Besatzung leben ankommen will.

Zur Umgehung dieses Problem hat man zwei Lösungen ersonnen: entweder muss das Raumschiff eine sehr hohe Geschwindigkeit erreichen, oder die Reise muss von Anfang an auf eine sehr grosse Zeitspanne ausgerichtet werden. In diesem Fall würde man ein so grosses Raumschiff bauen, dass eine kleine Stadt darin Platz hätte - über viele Jahrtausende würden Generationen von Sternfahrerkindern im Raumschiff aufwachsen, ihrerseits Kinder zeugen und so den "Auftrag" von Generation zu Generation weiter geben. Ich frage mich allerdings, ob das lange gut gehen würde: in der ersten, zweiten und dritten Generation hätte man noch kein Problem - doch was ist mit der fünfzigsten, der einundfünfzigsten Generation? Oder tausendzweihundertdreiundzwanzigsten? Kann eine derart eingeschlossene und abgekapselte Gesellschaft überhaupt stabil für einige zehntausend Jahre existieren, wenn es menschliche Kulturen nicht mal auf einige Jahrtausende bringen? Weiter stellt sich die Frage, ob diese Gesellschaft in den interstellaren Weiten genügend Energie produzieren kann, um sich selbst mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Ohne Sonne wäre man auf nukleare Energie angewiesen: selbst wenn man einen "sauberen" Kernfusionsreaktor zur Verfügung hätte: woher nimmt man den Brennstoff?

Da wäre die erste Möglichkeit doch viel attraktiver: mehr Geschwindigkeit! Könnte man ein Raumschiff auf gerade mal 20% der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen (rund 60'000 Kilometer pro Sekunde - rund tausend mal schneller als die Voyager-Sonden!), könnte man die nächsten Sterne in einigen Jahrzehnten erreichen. Bei Alpha Centauri, dem nächsten Sternsystem, wären wir in rund 22 Jahren (für die Besatzung wären es "bloss" 21 Jahre), beim Sirius in 43 (42) Jahren, bei Epsilon Eridani in rund 59 (57) Jahren. Das hört sich gar nicht so schlecht an, zumindest im Fall von Epsilon Eridani müsste aber zumindest eine weitere Generation die Mission beenden, es sei denn, die Menschen der Zukunft werden weit mehr als hundert Jahre alt. Auch hier stellt sich das Problem der Energieversorgung (zur Nahrungsmittelproduktion) unterwegs, doch es ist weniger drastisch als bei einem Generationenschiff. Doch nun kommen wir zum Problem: wie beschleunigen wir ein Raumschiff auf volle 20% der Lichtgeschwindigkeit? Wenn wir nun davon ausgehen, dass das Raumschiff eine Masse von rund zehntausend Tonnen hat - das entspricht etwa einem kleinen Kriegsschiff. Dann benötigen wir dafür rund zwanzig Trilliarden Joule: das ist etwa das fünfzigfache des heutigen weltweiten Energieverbrauchs... Und das, bei einer Annahme, dass das Raumschiff eine Antriebsmethode hat, die zu 100% effizient ist. Je nach Antriebsmethode kann hier der Energieverbrauch noch um das zehn bis hundertfache steigen. Doch das macht bei diesen Grössenordnungen ohnehin nicht mehr so viel aus.
Dabei darf man nicht vergessen, dass das interstellare Raumschiff zusätzlich nocheinmal diese gewaltige Menge Energie mitnehmen muss, um am Zielort wieder auf "normale" Geschwindigkeiten herunter zu bremsen.

Es sei hier noch angemerkt, dass Generationenschiffe in dieser Hinsicht nicht energiesparender sind: was sie wegen ihrer geringen Geschwindigkeit an Energie sparen, brauchen sie wieder, um ihre gewaltige Masse (Milliarden von Tonnen) auf kleinste Geschwindigkeiten zu bringen.

Wir brauchen also Energie, um interstellare Reisen durchzuführen, gewaltige Mengen von Energie. Woher könnte die kommen? Selbst wenn wir jetzt einmal davon ausgehen, dass Kernfusion tatsächlich einmal realisiert werden könnte (anderenfalls können wir die interstellaren Reisen gleich vergessen): Energie im Gegenwert des 50fachen Weltenergieverbrauchs muss unglaublich teuer sein. Man bedenke, wieviel es heute kosten würde, die ganze heutige Weltenergieproduktion zu kaufen (alles Erdöl und Erdgas, alle Stromproduktion aus allen Arten von Kraftwerken). Allein alles Erdöl (bei einem Preis von derzeit 70 Dollar pro Barrel und bei 84 Millionen Barrel pro Tag) würde 200 Milliarden Dollar kosten (wenn man vernachlässigt, dass ein solcher Kauf natürlich den Preis gewaltig in die Höhe treiben würde).
Es wird klar, dass ein solches Projekt nur dann Erfolg haben kann, wenn der Energieaufwand dafür im Vergleich zum Energieverbrauch der gesamten Menschheit sehr klein ist. Die Apollo-Missionen, damals eines der kostspieligsten Projekte ihrer Zeit, verbrauchten pro Mission maximal wenige Millionstel des damaligen Weltenergieverbrauchs.

Wenn wir dieses Verhältnis als realistisch betrachten, dann würde die Menschheit bei konstant wachsendem Energieverbrauch erst in einigen Jahrtausenden eine solche Expedition finanzieren können. Und dann müssten wir uns noch fragen, mit welcher Energiequelle dieser während Jahrtausenden wachsende Energieverbrauch gedeckt werden soll...

Wie viel einfacher ist da doch die Entsendung von unbemannten Raumsonden! Diese könnten sehr klein sein (vielleicht einige 10 cm), und ihre Beschleunigung auf 20% der Lichtgeschwindigkeit benötig zwar immer noch sehr viel Energie (etwa so viel, wie die grösste jemals zur Explosion gebrachte Atombombe freisetzte) - doch diese liegt in einem prinzipiell realisierbaren Bereich. Künftige Raumsonden könnten mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden, und dank einer Millionschaft mitfliegender "Nanobots" (nanoskopische Maschinen) in der Lage sein, am Zielort aus Rohstoffen wie Asteroiden weitere Hardware wie Fabriken und Sendeanlagen zu bauen. Innert wenigen Jahrzehnten könnte eine solche Sonde eine grosse Infrastruktur am Zielort aufbauen, die dann weitere Raumsonden bauen würde, die das ferne Sternsystem erkunden. Schliesslich könnte eine solche Infrastruktur auch eine weitere, gleichartige Sonde wie die erste bauen, und diese zum nächsten Stern schicken...

Das ist zwar bei weitem nicht so spektakulär wie ein bemannter interstellarer Flug - aber viel effizienter. Wenn es jemals interstellare Raumfahrt geben sollte (zum Beispiel, wenn die technische Zivilisation die kommende Energiekrise überlebt), dann werden es zuerst die intelligenten Maschinen sein, die die gewaltigen Distanzen zwischen den Sternen überwinden werden. Es werden die Maschinen sein, die die Galaxis für uns erkunden werden. Die Menschheit, oder zumindest ihre Vertreter aus Fleisch und Blut, werden für immer ans Sonnensystem gebunden bleiben, eine Art stetige Erinnerung an die Maschinen, nie zu vergessen, woher sie stammen und wer sie ursprünglich erschuff.

Eine kleine Chance gibt es für den Menschen, eines Tages interstellare Distanzen zu überwinden: Sollten eines Tages fortschrittliche Gehirnscans die Funktionen eines menschlichen Gehirns in einem Computer simulieren können, könnte diese Simulation (ein sogenannter Upload) durchaus über ein eigenes Bewusstsein verfügen - sie wäre dann sich selbst so bewusst wie der Mensch, von dessen Gehirn sie geladen wurde. Diese Simulation könnte dann per Funk zu den nächsten Sternsystemen geschickt werden - und dort in einen neuen (vielleicht geklonten?) Körper herunter geladen werden. So wäre es möglich, dass die Menschheit, über den digitalen Umweg, doch noch die Sterne erreicht.


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heraklit hat am 31.08.2010 19:09:12 geschrieben...

Klar, das sehe ich genauso. Allerdings gibt es Situationen, in denen Menschen keine Wahl haben. Zu dieser Methode würden Menschen greifen, wenn ihre Kinder im Sonnensystem keine Überlebenschance hätten- sehr wahrscheinlich weil sie von anderen Menschen verfolgt würden, aus politischen, ethnischen,
religiösen Gründen oder als Genveränderte, vielleicht Unsterbliche die von den "normalen" Menschen gehasst werden.

Bynaus hat am 31.08.2010 11:09:13 geschrieben...

Nukleare Pulsantriebe sind tatsächlich der einzig zurzeit realistisch denkbare Ausweg aus dem oben formulierten Dilemma. Sie könnten Schiffe auf vielleicht ein, zwei Zehntel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, wenn man nur genügend Bomben zur Hand nimmt. Damit ist eine Reise zu Alpha Centauri sogar innerhalb eines Menschenlebens machbar.

Generationenschiffe finde ich ethisch bedenklich: man verurteilt die nachkommenden Generationen zu einem eingeschlossenen Leben zwischen den Sternen. Die Menschen der ersten Generation hatten ja noch die freie Entscheidung, ob sie dabei sein wollten oder nicht - die späteren Generationen haben diese Entscheidung nicht, ihr einziger "Lebenszweck" ist es, das Schiff aufrecht zu erhalten und sich gefälligst fortzupflanzen, damit die Mission, die von irgendwem, irgendwann tief in der Vergangenheit gefällt wurde, zu Ende geführt werden kann. Man könnte das auch als eine Art von grausamer Sklaverei betrachten, der Menschen zu einem Dasein als blosse Reproduktionsautomaten verdammt (bald gibts auf dieser Seite mehr dazu...). Ein langsames interstellares Raumschiff wäre meiner Meinung nach nur dann eine Option, wenn die Besatzung lange genug lebt, um die Mission bei guter Gesundheit zu überstehen. Das mögen in Zukunft durchaus ein paar Jahrhunderte sein.

heraklit hat am 30.08.2010 23:26:23 geschrieben...

Der untere Beitrag ist von mir

Unbekannter Gast hat am 30.08.2010 23:14:51 geschrieben...

Klar, die Fluchtgeschwindigkeiten sind eine Nebensächlichkeit, über die ich auch weiter nichts sagen möchte. Ich habe nur an eine weitere Variante des Generationenraumschiffs( das ich grundsätzlich für möglich halte) gedacht, weil ich interstellares Reisen innerhalb eines Menschenlebens gleich gestrichen habe.
Die Frage: Wird es jemals interstellare Raumfahrt geben?
ist ja nicht an eine Bedingung der Reisezeiten geknüpft, so lange nur ein Mensch lebend ankommt.

Ich glaube, dass mit heute denkbaren Verfahren wie dem nuklearen Pulsantrieb in einigen Kilojahren Alpha Centauri
zu erreichen wäre. Fragt sich nur wer die Mittel und ein Interesse daran hätte.

Bynaus hat am 30.08.2010 16:30:05 geschrieben...

Darum geht es mir gar nicht. Kuipergürtel-Objekte müssen auf sehr viel geringere Geschwindigkeiten beschleunigt werden, um das Sonnensystem zu verlassen, als, sagen wir, ein Asteroid aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Bei Oort-Wolken-Objekten ist es noch einfacher.

Sicher, vielleicht wird mal eines Tages jemand Objekte der Oortwolke "besiedeln" und auf die Reise zum nächsten Stern schicken. Wie ich in dem Artikel aber gezeigt habe, kommen bei heutigen Antriebsmethoden, energetisch möglichen Geschwindigkeiten die resultierenden Reisezeiten nicht in Bereiche, die sich mit einem Menschenleben decken. Wir müssen also viel schneller als wir können, oder aber viel länger als wir wollen, unterwegs sein, um ein anderes Sternsystem zu erreichen. DAS ist der Hintergrund, der Gedanke, der hinter dem oben stehenden Artikel steht.

heraklit hat am 30.08.2010 12:40:33 geschrieben...

Gut, also wenn du eine genaue Geschwindigkeit für mein
Kuiperobjekt-Projekt haben willst, sage ich es gleich:
Dazu bin ich nicht in der Lage. Meine mathematischen Kenntnisse enden beim Ableiten mit der Produktregel.
Sicher ist nur, die Energiemengen sind nach heutigen Maßstäben unvorstellbar.

Bynaus hat am 30.08.2010 11:03:01 geschrieben...

Es gibt keine absolute Geschwindigkeit, die zum Verlassen des Gravitationsfelds der Sonne notwendig ist. Es gibt für jeden Abstand zur Sonne eine andere Fluchtgeschwindigkeit: beim Merkur musst du mit wesentlich höherer Geschwindigkeit nach aussen fliegen, um nicht zurückzukehren, als, sagen wir, beim Neptun.

heraklit hat am 25.08.2010 09:55:41 geschrieben...

Die 16,7 km/s bezeichnen nicht die Geschwindigkeitsänderung,
sondern die absolute Geschwindigkeit, die zum Verlassen des Gravitationsfelds der Sonne notwendig ist. Natürlich geht hier die Orbitalgeschwindigkeit mit ein.

Wenn das Sonnensystem kolonisiert sein wird, sollte es denkbar sein, eine autarke, stabile Welt auf eine interstellare Trajektorie zu schicken- mit lebenden Bewohnern.

Bynaus hat am 23.08.2010 08:08:27 geschrieben...

Die 16.7 km/s musst du präzisieren... Das ist in etwa die Geschwindigkeitsänderung, die die Raumsonde New Horizons erfahren hat - auf einem ganz bestimmten Kurs. Ein Start aus einer Sonnenumlaufbahn kann - je nach Sonnenabstand - ganz andere Geschwindigkeitsänderungen (grösser oder kleiner) erfordern.

Du kannst einen Himmelskörper wie Pluto nicht einfach durch "Stromkabel an das Magnetfeld der Sonne koppeln"... Da kommst du nirgends hin, das Magnetfeld der Sonne ist dafür viel zu schwach.

heraklit hat am 20.08.2010 11:18:19 geschrieben...

Ich dachte an eine Flucht aus politischen oder religiösen Motiven,oder eine lokale Katastrophe wie die Emmigration in Irland nach Amerika während der Great Famine,während die wirtschaftliche Situation im Sonnensystem noch gut ist. Als Ziele kämen nur die allernächsten Sterne in Frage.

Um das Sonnensystem zu verlassen muss der Eiskörper mindestens 16,7km/s schnell sein, und die Zeit, die er seine Bewohner ernähren muss, darf als gegen unendlich gehend betrachtet werden; also muss man riesige Mengen Wasser und Kohlenstoff mitnehmen.
Vielleicht kann man aber auch mit unbemannten Raumschiffen
die Ressourcen aus der Oort-Wolke auffüllen.
Die Zahl der Kolonisten müsste deutlich kleiner sein als die biologische Kapazität des Eismondes, vielleicht nur 10 bis 20, den Genpool kann man mit synthetischer DNA auffüllen, wenn man Information dafür mitnimmt. Die Energie für den Initialstart könnte dadurch erzeugt werden, in dem man einen größeren Himmelskörper von Art des Pluto mit Stromkabeln überzieht und mit dem Magnetfeld der Sonne koppelt, bis er in seine Roche-Grenze gezogen wird und zerbricht, als Generationenraumschiffe nutzt man dann die Bruchstücke, auf die ein Teil des Spins der Sonne übertragen würde.

Alex hat am 19.08.2010 13:15:13 geschrieben...

@Heraklit:
Wohin sollte man denn fliehen? Und wer und vor allem: wieviele?
Wenn die Zustände auf der Erde irgendwann so desaströs sein sollten, daß man wirklich erwägen würde, ein Generationenraumschiff zu bauen, dann wird man dazu auch nicht mehr in der Lage sein.
Nichtmal heute wo wir (noch) energiereiche Rohstoffe ohne Ende haben wäre so ein Projekt durchführbar. Wieso sollte es eine Gesellschaft im Niedergang mit einer ausgebeuteten Erde bewerkstelligen können?

heraklit hat am 24.06.2010 19:56:22 geschrieben...

Wenn man eine interstellare Reise plant, braucht man gewaltige Mengen Ressourcen.Warum also nicht gleich ein Kuiper-Objekt kolonisieren, das durch einen gravitionalen Effekt die Fluchtgeschwindigkeit der Sonne erreicht hat?
Zusätzliche Antriebe sind natürlich denkbar, etwa Photonen-
oder Ionentriebwerke. Die vorhandenen Wasser- und Methanreserven könnte man zum Aufbau einer echten Ökologie benutzen, die ihre Bewohner für mehr als das bisherige Alter der Menschheit am Leben erhalten müsste(eine Million Jahre und mehr)und mit den leichten Atomkernen könnte man einen Fusionsreaktor betreiben.
Ich glaube zu dieser Möglichkeit oder einem anderen Generationenraumschiff werden Menschen greifen, die keine Wahl haben, Flüchtlinge vor Verfolgung,Krieg und Hunger
Die interstellare Expansion wird also durch den Kollaps des Sonnensystems ausgelöst werden

Pascal hat am 18.06.2010 20:50:36 geschrieben...

Am meißten stört mich dass ich diese Planeten nie zu Gesicht bekommen werde , dass Gefühl macht einen halber verückt.

Arne Babenhauserheide hat am 14.06.2010 09:17:07 geschrieben...

Wenn wir erst Mikrosonden rausschicken, die auf den Planeten eine Infrastruktur aufbauen, in der Menschen leben können, gäbe es eine weitere Möglichkeit: Sollten wir es schaffen, die Abschirmung gegen kosmische Strahlung deutlich zu verkleinern, und Menschen in einen Tiefschlaf zu versetzen (kein Essen, kaum Wasser), dann wären Raumschiffe denkbar, die nur wenig mehr wiegen als ihre Transportmasse (wenn sie von einer externen Quelle beschleunigt werden).

Natürlich wären sie trotzdem nach heutigen Maßstäben noch absurd teuer, aber auch ein Rechenzentrum mit angebundenem Atomkraftwerk war vor ein paar Jahrzehnten noch ein hirngespinst.

Die Frage ist allerdings: Warum würden wir so ein Projekt finanzieren?

Im kleinen Maßstab für Forschung. Aber im großen Maßstab, in dem dann hunderte oder tausende Menschen transportiert werden?

Da klingen die von DeHerg genannten Eizellen realistischer – wenn wir eine fremde Welt mit menschlichen Arbeitskräften brauchen (oder die Menschheit irgendwann doch so idealistisch sein sollte, dass sie einfach nur eine zweite Keimzelle der Spezies haben will, die überlebt, wenn wir uns zerstören – aber wessen Erbanlagen nehmen wir dann?).

Bynaus hat am 08.04.2010 07:32:57 geschrieben...

Was ich mit diesem Artikel sagen will: Interstellare Raumfahrt ist mit der Technologie, die uns zur Verfügung steht, nicht realistisch machbar. Man unterschätzt die involvierten Distanzen, Zeiten une Energiemengen "intuitiv" um viele Grössenordnungen. Natürlich kann man darüber spekulieren, was wäre, wenn wir dies oder jenes könnten (das mache ich ja auch des öfteren) - es gibt aber einfach keine Garantie dafür, dass wir das jemals wirklich können werden. So mag es lustig sein, sich auszudenken, wie eine Welt aussehen würde, in der es fliegende Teppiche und Besen gibt - aber wenn es keine ernstzunehmende Chance gibt, dass diese "erfunden" werden, bleibt es eine belanglose Spekulation.

Die angesprochene "permanente" Beschleunigung mit 1 Ge ist letztlich NUR mit irgend einer Form eines völlig hypothetischen reaktionslosen Antriebes (wie etwa dem Mach-Lorentz-Antrieb, oder vielleicht auch einem "indirekt" reaktionslosen Antrieb wie der Versorgung des Raumschiffes durch ein Wurmloch) realisierbar - selbst mit einer Antimaterierakete kann man nämlich ein Raumschiff kaum schneller als auf ca 0.5-0.7 c beschleunigen, bevor ihm der Treibstoff ausgeht (dies hat mit fundamentalen Grössen wie der Energiedichte von Materie oder der begrenzten Lichtgeschwindigkeit zu tun).

Hardy Klag hat am 07.04.2010 21:40:31 geschrieben...

Ich wäre mit dem Wort Unmöglich sehr vorsichtig. Wer kann denn schon behaupten, das uns die komplette Zerstahlung von Materie in Energie niemals gelingt? Niemand. Würde uns das Verfahren schon zur Verfügung stehen, könnte man den Rückstoß des Lichtes als Antrieb nehmen. Das Triebwerk wäre ein Photonentriebwerk, das Geschwindigkeiten nahe des Lichtes erlaubt. Vorausgesetzt man beschleunigt ein Raumfahrzeug mit einer Beschleunigung von 9,81 Meter pro Sekunde, käme man nach etwa einem Jahr Bordzeit in die Nähe der Lichtgeschwindigkeit. Einen weiteren positive Wirkung wäre, das an Bord des Raumschiffes während der Beschleunigungs - und Bremsphase die Astronauten ihr normales Erdgewicht erhalten. Somit ist das Problem der langanhaltenden Gewichtslosigkeit auch gelöst. Ferner würde bei Fluggeschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit die Bordzeit der Photonenrakete gegenüber der Erdzeit dastisch gedehnt mit der Folge, das die Flugzeiten und die Flugstrecken den Astronauten viel kürzer erscheinen. Beispiel für den Flug zum Doppelstern Sheliak in der Leier müsste man gerade mal 7 Jahe Beschleunigungs und nochmals 7 Jahre Bremszeit, zusammen also insgesamt 14 Jahre Bordzeit veranschlagen. Die Entfernung die dabei aber überbrückt werden könnte, wären 540 Lichtjahre. Dieselbe Zeit bräuchte man für den Rückflug zur Erde. Zusammen also 28 Jahre und nicht Jahrhunderttausende oder Jahrmillionen. Das läßt sich aus der speziellen Relativitättheorie ableiten, die auch wissenschaftlich bestätigt wurde. Auf der Erde wären aber etwa 1100 Jahre vergangen. Vielleicht wäre dann bei der Rückkehr der Astronauten auf der Erde inzwischen die Entwicklung der Raumfahrttechnik bereits viel viel weiter. Soweit sogar, das das verwendete Raumfahrzeug, schon ein Museumsstück für die Menschen des 33 Jahrhunderts wäre. Vorausgesetzt die Astronauten wären im 22 Jahrhundert zu ihren Sternenflug zum Doppelstern Sheliak gestartet.

Remo hat am 06.04.2010 14:10:30 geschrieben...

Vor tausend Jahren hiess es: man wird nie mit Jemand, der sich an einem anderen Ort aufhält, zur gleichen Zeit sprechen können, dann kam das Telefon. Vor vierhundert Jahren schien es den Menschen unmöglich, jemals den Mond betreten zu können. Vor hundertfünfzig Jahren hiess es: man würde nie die Geschwindigkeit von 100 Km pro Stunde ereichen können, dann kam das Automobil. Vor hundert Jahren hiess es: Schallgeschwindigkeit zu erreichen sei ein Ding der Unmöglichkeit, dann kam der Düsenjet. So ist es auch mit der Raumfahrt. Ich kann ihnen versichern, dass unsere Nachkommen Technologien entwickeln werden, mit denen sie grosse Distanzen überbrücken können. Wie diese Technologien funktionieren oder wie sie aussehen, das bleibt jedoch offen. Feststeht: der Mensch war schon immer äussert erfinderisch, vor allem, wenn seine Gier nach etwas geweckt worden war.

Joschi hat am 20.07.2009 16:25:32 geschrieben...

Ich lese hier was von Energiekrise sowie Erdöl und Atomenergie als Treibstoff für Raumschiffe... Warum denn nich auch noch ne Dampfmaschine? Schließlich scheint das ja hier ne Aufzählung antiquierter Treibstoffe zu sein. Schon mal was von IMPLOSION gehört??? Schließlich gibt es bereits seit den 1930/1940er Jahre funktionierende Implosionstriebwerke nach Viktor Schauberger. Und auch Wilhelm Reich war auf diesem Gebiet nich grad untätig...

Turrican2k hat am 22.02.2009 20:14:36 geschrieben...

Schonmal daran gedacht das man Besatzungen in einen Tiefschlaf versetzen könnte oder sogar eingefroren werden könnten? Das würde kaum Energie verbrauchen und einfrieren würde, da es im All eh kalt genug ist, fast nichts an Energie verbrauchen!

Es ist auch warscheinlich das Außerirdische vor milliarden Jahren (eventuell mit Absicht) kontaminierte Sonden hierher geschickt haben woraus wir jetzt entstanden sind.

Also warum nicht einfach Bakterien schicken als ein Generationsraumschiff weil die Besatzung eh nicht lebend dort ankommt? Dann dauert es eben nicht Jahrzehnte oder Jahrtausende, sondern Jahrmilliarden in Form einer neuen Zivilisation wie wir es darstellen könnten um eine neue Kolonie zu gründen.

Da erkenne ich auch einen Sinn weshalb es intelligentes Leben erst jetzt erscheint; Die Dinosaurier und alles biologische mussten über Jahrmillionen Erdöl bilden weil das für eine aufsteigende Zivilisation notwendig ist!

Unbekannter Gast hat am 30.01.2009 14:52:28 geschrieben...

Ich glaube nicht das es in den "schon" nächsten paar Jahrhunderten bemannten interstellaren Raumflug geben wird aber ihn komplett ins Reich der Fiktion zu verbannen ist ebenfalls sehr naiv...

Unbekannter Gast hat am 16.11.2008 10:39:16 geschrieben...

Wenn man auf dem Mars eine Infrastruktur hat, und dauerhafte Kollonien, könnte man von dort zum Jupitermond starten, dort etwas aufbauen (oder auch nicht) und weiter hinaus fliegen.

IMBA hat am 25.05.2008 20:45:06 geschrieben...

Find ich cool wie ihr euch über die zukunft und so gedanken macht aber ist eigentlich auch egal denn sollte es soweit sein lebt ihr eh nicht mehr. :-)

Bynaus hat am 20.10.2007 11:23:20 geschrieben...

Überraschungen kann man nie ausschliessen, aber bis heute ist einfach kein solcher "magischer" Antrieb absehbar. Selbst die effizientesten "Warpantriebe", die heute denkbar sind, brauchen für ihre Raumkrümmung das Energieäquivalent von 3 Sonnenmassen Antimaterie (die Sonne würde ein solches Raumschiff umkreisen!).
Das heisst, vorerst sollten wir uns auf das absehbare konzentrieren: und innerhalb dessen ist die interstellare Raumfahrt (insbesondere, wenn sie auch noch bemannt erfolgen soll) eben sehr, sehr schwierig.

Unbekannter Gast hat am 19.10.2007 17:10:00 geschrieben...

wer sagt eigentlich, dass ein Raumschiff schnell sein muss, um große Distanzen schnell zurückzulegen?
hört sich jetzt sehr nach sf an, aber eine raumkrümmung täte es auch.
sicherlich, es gibt noch viele technische Hürden zu überwinden, aber hier wird ja sowieso nicht über die Erfolge in den nächsten paar Jahrzehnten gesprochen, oder?

Helmut Hansen hat am 11.09.2007 06:15:39 geschrieben...

Eine Physik des Mandala, wenn sie denn konsistent formulierbar ist, muss fuer den 'Normalraum' qualitativ dasselbe voraussagen wie die Spezielle Relativitaetstheorie. Eine anderwaitige Vorhersage waere in der Tat unverstaendlich. Auf der o.a. Webseite ist gezeigt, wie die moegliche Verlaufsform einer korrigierten relativistischen Funktion aussieht resp. aussehen koennte.
Das Tor zu den Sternen befindet sich exakt (!) an dem bezeichneten Geschwindigkeitspunkt von 0.707 - und nirgendwo anders. Es hat also nichts mit einem speziellen Verhalten oberhalb von 0,707 c zu tun. Entscheidend ist vielmehr die Frage, ob man dieses Tor (und dies ist meines Erachtens das einzige Tor) oeffnen kann oder nicht. Es ist durchaus vorstellbar, dass die hier wirksamen physikalischen Bedingungen diese Moeglichkeit vereiteln.
Was diese Moeglichkeit fuer mich interessant erscheinen laesst, ist gerade die zugrundeliegende Struktur - und die zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Symmetrie und Schoenheit aus. Es waere also unsinnig diese Idee nur deswegen zurueckzuweisen, weil sie noch spekulativ. Wuerde man diesen strengen Maßstab an die zeitgenoessische theoretische Physik anlegen, waere die Haelfte der Physiker arbeitslos.

Bynaus hat am 01.09.2007 09:20:50 geschrieben...

Neue "Theorien" müssen durch Experimente belegt werden. Die Experimente haben bisher Einstein immer bestätigt. Hinweise auf ein spezielles Verhalten oberhalb 0.7c gibt es keine: man bedenke, dass in Teilchenbeschleunigern Materie regelmässig auf solche Geschwindigkeiten (und schneller) beschleunigt wird, ohne dass sich spezielle Effekte a la "Sternentor" gezeigt hätten. Insofern bin ich - wie immer - skeptisch.

Helmut Hansen hat am 31.08.2007 18:05:43 geschrieben...

Das entscheidende Hindernis auf dem Weg zu den Sternen ist natuerlich die Annahme, dass die Lichtgeschwindigkeit in ihrer Eigenschaft als Naturkonstante als eine ultimative Geschwindigkeitsbarriere begriffen wird.Doch niemand weiss, warum c eine Naturkonstante ist.
Selbst Einstein sah in ihr eine nur scheinbare Konstante. Er war, wie er in Briefen an seine ehemalige Studentin Ilse Rosenthal-Schneider wissen ließ, der Ueberzeugung, dass es sich bei der wahren Konstante am Ende um eine reine Zahl, wie z.B. pi, handeln wuerde. Doch bis heute gibt es keine Theorie, die dieser, wie Einstein selbst einraeumte, radikalen Forderung genuegt.
Bei dem Versuch, die spezielle Relativitaetstheorie so zu komplettieren, dass sie gewissen Grenzbedingungen genuegt, ist ueberraschend eine archetypische Struktur sichtbar geworden - ein MANDALA. Diese Struktur ist so parametrisiert, dass sie die geometrische Grundlage von Einsteins letzter Vision sein koennte. Das Ungewoehnliche an dieser Struktur ist, dass sie bei dem Geschwindigkeitswert von 1/SQR 2 (ca. 70 Prozent von c) ein Tor zu den Sternen aufweist. Dieses Tor fuehrt in einen Bereich, der saemtliche Ueberlichtgeschwindigkeiten umfasst - mit Ausnahme des Wertes UNENDLICH. Dieses Tor bezeichne ich als GÖDEL-PUNKT.
In dem Buch "Die Physik des Mandala" stelle ich diese (noch ziemlich unfertige) Theorie vor.
Auf der verlagseigenen Webseite besteht die Moeglichkeit, Einfuehrung und Inhaltsverzeichnis kostenlos herunterzuladen.


DeHerg hat am 29.07.2007 04:13:34 geschrieben...

Wenn das mit dem Upload nicht funktioniert könnte man ja trotzdem Eizellen, Sperma und Brutanlagen mitnehmen und die Kinder von den KI´s Unterrichten/Erziehen lassen(obwohl die Psychologischen Folgen der Ersten Generation je nach Leistungsfähigkeit der KI heikel werden könnten).

Bynaus hat am 20.06.2007 18:16:17 geschrieben...

Tja, wer weiss? Im Artikel "Der Ring der Stimmen" habe ich versucht, darzulegen, dass die Zone jenseits von 550 AU Entfernung zur Sonne ein idealer Platz wäre für solche Sonden, die Kontakt mit der Heimatwelt halten wollen...

Robidobi hat am 20.06.2007 13:05:42 geschrieben...

Ich denke, selbst für unbemannte Sonden ist eine interstellare Reise viel zu anspruchsvoll. Außerdem bleibt die Frage: Warum sind keine Sonden anderer Intelligenzen bei uns zu Besuch? Wäre doch naheliegend, das fremde Intelligenz (auch künstliche) Kontakt zu uns sucht.

Ispom hat am 07.10.2006 14:23:20 geschrieben...


wir sollten nicht immer von unserem begrenzten Wissen heutzutage auf Großprojekte der Zukunft schließen.
vor hundert Jahren, als man eine vorstellung davon bekam, wieviel energie ein bemannter Flug zum Mond erfordert, mußte man genau so pessimistisch werden, wie bei der Planung eines interstellaren Fluges mit heutiger Technik.
Ich bin zuversichtlich, daß unseren Nachfahren in den nächsten 1000 Jahren noch etwas dazu einfällt…..