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Die Gaia-Illusion


Die Suche nach ausserirdischem Leben, 26.11.2009
Schaut man sich die Geschichte der Erde an, so drängt sich die Gaia-Hypothese schon beinahe auf: es scheint so, dass das Leben auf der Erde darauf hinarbeitet, die Lebensbedingungen auf der Erde lebensfreundlich zu halten. Wie ich in diesem Artikel zeigen werde, ist das eine Illusion.


Der Baum des LebensVor 4.5 Milliarden Jahren, kurz nach ihrer Entstehung, war die Erde ein absolut fremdartiger Ort: Eine dichte Atmosphäre aus Kohlendioxid (CO2), Stickstoff, Methan und Wasserdampf umhüllte einen heissen, planetenweiten Ozean. Am Himmel stand ein riesiger (weil sehr viel näherer) Mond, noch immer glutflüssig von der Energie der Planetenkollision, die zu seiner Entstehung geführt hatte. Die Sonne strahlte nur knapp drei Viertel so stark wie heute, nur der Treibhauseffekt einer dichten Atmosphäre bewahrte die Erde vor einer planetenweiten, kilometertiefen Eiskruste. Der Meeresboden brodelte an den unzähligen Rissen in der jungen, dünnen Erdkruste darunter - und irgendwo dazwischen entstand vermutlich das erste Leben. Ein Teil des CO2 löste sich schliesslich - in den folgenden Jahrmilliarden - im Ozean, und photosynthetische, sauerstoffbildende Bakterien lösten die früheren Methanbildner ab - gerade rechtzeitig, um die Häufigkeit des Treibhausgases Methan in der Atmosphäre absinken zu lassen und die Temperaturen, die wegen der langsam zunehmenden Sonnenstrahlung bereits im Steigen begriffen waren, auf einem für Lebewesen angenehmen Niveau zu stabilisieren. Im Verlauf der Zeit fiel die Konzentration des Treibhausgases CO2 stets gerade so stark ab, dass die durchschnittlichen Oberflächentemperaturen der Erde trotz stetig steigender Sonneneinstrahlung im lebensfreundlichen Bereich von 0 - 40 Grad blieben. Kurz, obwohl die Sonne in den letzten 4.5 Milliarden Jahren fast 30% an Leuchtkraft zugelegt hat, ist die Oberflächtemperatur der Erde bemerkenswert stabil geblieben.

Ohne Leben wäre die Erde heute nicht lebensfreundlich. So spielt etwa das Leben eine wichtige Rolle bei der Verwitterung der Gesteine. Da Verwitterung eine CO2-Senke ist, hilft das Leben also mit, die atmosphärische Konzentration von CO2 und damit die Temperatur auf der Erdoberfläche tief zu halten. Weiter hat das Leben auf der Erde einen grossen Teil des von irdischen Vulkanen ausgestossenen CO2s aufgenommen: In der heutigen und ehemaligen (man denke an Kohle- und Öllagerstätten) Landbiosphäre ist eine grosse Menge Kohlenstoff gespeichert. Mikroorganismen im Meer bilden zudem ständig winzige Kalkschalen, die nach ihrem Ableben auf den Grund des Ozeans sinken, Kalkstein bilden und somit ebenfalls CO2 aus der Atmosphäre entfernen: über die Geschichte der Erde wurden so rund 50 bar CO2 im Gestein gebunden (Kalkausfällung funktioniert auch ohne lebende Organismen - bloss ist sie bei weitem nicht so effizient). Auf der Venus, wo kein solcher Prozess am Werk ist, befindet sich all das CO2 in der Atmosphäre, mit der Folge, dass die Venus aufgrund des "durchgedrehten" Treibhauseffekts eine Oberflächentemperatur von rund 480 Grad aufweist (eine erdähnliche Venus ohne Treibhauseffekt hätte aufgrund des geringeren Sonnenabstands eine Temperatur von ~40-60 Grad). Es scheint also, dass das Leben auf die Stabilisation der Oberflächentemperaturen der Erde hinwirkt - und damit auch sein eigenes Fortbestehen sicherstellt. Ähnliches gilt für den Sauerstoffgehalt der Luft: er wird allein von lebendigen Organismen (über die Photosynthese) aufrecht erhalten, und trotzdem ist er im Verlauf der Erdgeschichte relativ konstant geblieben. Zudem sorgt der viele Sauerstoff in der Atmosphäre für die Bildung einer Ozonschicht, welche die UV-Strahlung der Sonne grösstenteils blockiert.

James Lovelock war der erste, der auf die stabilisierende Wirkung des Lebens hinwies. In seiner "Gaia-Hypothese", die er erstmals in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts formulierte, heisst es: "Gaia ist ein komplexes System, das die irdische Biosphäre, Atmosphäre, die Ozeane und den Boden einbezieht, und insgesamt über Feedbackschlaufen die optimale phsikalische und chemische Umgebung für Leben auf diesem Planeten sucht." Eine Feedbackschlaufe ist ein Prozess, der sich selber bremst, wenn er von einem bestimmten Gleichgewicht wegbewegt wird. So sorgt etwa eine erhöhte Sonnenstrahlung dafür, dass mehr Wasser verdampft, worauf sich mehr Wolken bilden, die einen grösseren Anteil der Sonnenstrahlung ins All zurückreflektieren, womit die Temperatur auf der Erde wieder sinkt. Das System der Erde besteht aus unzähligen, ineinander verzahnten Feedbackschlaufen, und in vielen von ihnen spielen lebende Organismen eine wichtige oder sogar führende Rolle.

Die Frage ist nicht, ob die "Gaia-Hypothese" im Moment auf der Erde zutrifft: es ist erwiesenermassen so, dass das Leben auf der Erde ein unverzichtbarer Teil des ganzen Erdsystems ist und dieses massgeblich beeinflusst und stabilisiert. Die Frage ist vielmehr, ob es so sein MUSS: ob die Entstehung von Leben auf einem Planeten immer zu einer "Gaia" führt. Ist es ein allgemeines, dem Phänomen Leben innewohnendes Prinzip, dass es sich selber die lebensfreundlichen Bedingungen schafft, um weiterbestehen zu können? Oder anders gesagt: Kann man erwarten, auch auf anderen, einigermassen erdähnlichen Planeten "Gaias" zu finden? Erhöht dies unsere Chance, belebte Planeten mit komplexem Leben zu finden?

Die einfachste Antwort ist natürlich, dass wir es nicht wissen, nicht wissen können, weil wir bloss einen einzigen erdähnlichen Planeten kennen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Schauen wir uns nochmals die Venus an: durch ihre helle, reflektierende Wolkendecke hat sie an der Obergrenze der Atmosphäre tatsächlich eine reale Temperatur von -40 Grad. Wie oben erwähnt, hätte eine Venus mit einer erdähnlichen Albedo (Rückstrahlungsvermögen oder "Weissheit") eine Temperatur von ca. 50 Grad. Das heisst, mit der richtigen Kombination von Treibhausgasen und Wolkenbedeckung könnten auch auf der Venus lebensfreundliche Temperaturen herrschen. Zudem hatte die Venus in der Frühzeit des Sonnensystems einen klaren Vorteil gegenüber der Erde: als die Sonne noch deutlich kühler war, sorgte sie auch ganz ohne Treibhausgase für angenehme, lebensfreundliche Temperaturen auf der Venus. In ihrer Frühzeit rotierte die Venus auch noch deutlich schneller als heute, vermutlich sogar prograd (dh, vorwärts, wie alle anderen Planeten) um ihre eigene Achse. Ist die Venus vielleicht ein ehemals lebensfreundlicher Planet, auf dem sich ganz einfach keine stabilisierende Gaia entwickelt hat? Oder ist die Intensität der Sonnenstrahlung bereits zu hoch (ca. 2 x jene auf der Erde), als dass die Venus-Gaia noch mithalten konnte?

Wir wissen von der Erde, dass die Entwicklung von komplexem Leben oder zivilisationsfähigen Spezies mindestens Milliarden von Jahren (vielleicht aber auch deutlich mehr) braucht. Dies liegt daran, dass sich komplexe Organismen nicht einfach durch Zellteilung fortpflanzen können wie Bakterien, sondern "Nachwuchs" zeugen und aufziehen müssen. Dies verlängert natürlich die Reproduktionszyklen. Das wiederum stellt strenge Anforderungen an die Stabilität des Klimasystems, denn die Variationen zwischen den Generationen dürfen nicht allzu gross sein, sonst hat die Spezies gar keine Zeit, sich evolutionär an die neuen Bedingungen anzupassen. Gleichzeitig sind komplexe Lebensformen, was die Umgebungsbedingungen angeht, evolutionär schon sehr viel stärker "festgefahren" als Bakterien. Alle heute lebenden komplexen Lebensformen wie Tiere und Pflanzen brauchen einen ganz bestimmten Temperaturbereich, einen bestimmten Sauerstoffpartialdruck, ein bestimmtes Nahrungsangebot und so weiter, um zu überleben. Kein Wunder also, ist die Geschichte des komplexen Lebens auf der Erde von Massenaussterben geprägt: wann immer sich die Bedingungen des Erdklimasystems geringfügig änderten, starben die komplexen Lebensformen mit hohen Ansprüchen an die Stabilität ihrer Umwelt aus. Je höher diese Ansprüche, desto stärker ist eine Spezies (man vergleiche mal den Panda, der nur ganz spezielle Bambussorten frisst, mit einer Ratte) vom Aussterben bedroht.

VulkanausbruchSo gesehen leuchtet es absolut ein, dass wir Menschen, das Produkt einer jahrmilliardenlangen Evolution, nur auf einem Planeten entstanden sein können, dessen Klima durch ein komplexes Feedbackschlaufen-System "gepuffert" ist: nur so lässt sich die Stabilität des Erdklimas über Jahrmilliarden gewährleisten. Das Leben auf der Erde ist im Verlaufe der Jahrmilliarden ein wichtiger Faktor des Feedbackschlaufen-Systems geworden - angesichts seiner Verbreitung ist das kein grosses Wunder. Das ist die Welt, die wir sehen. Was wir aber (noch?) nicht sehen, sind all die gescheiterten Welten: Welten, deren "Gaia" nur für einige Milliarden Jahre lang funktionierte, bevor ein Faktor des komplexen Feedbackschlaufen-Systems aus dem Ruder lief - und alle komplexen Lebensformen ausstarben. Welten, auf denen sich entwickelnde Bakterien ein bestehendes Feedbackschlaufen-System so störten, dass die Lebensfreundlichkeit des Planeten komplett zerstört wurde. Welten, deren anfängliche Lebensfreundlichkeit schon nach wenigen Millionen Jahren verloren ging, lange bevor sich eine Gaia entwickeln konnte. Jede dieser Welten ist problemlos denkbar, und keine davon kann unserer eigenen entsprechen. "Gaia" ist kein universelles Prinzip, keine dem Leben innewohnende Eigenschaft, sich selbst die lebensfreundlichen Bedingungen zu schaffen, sondern schlicht und einfach eine zwingende Eigenschaft unseres eigenen Planeten. Wäre das Erdsystem nicht durch komplexe Feedbackschlaufen gepuffert, wären wir nicht hier, um es zu beobachten und um uns darüber zu wundern.

Es mag wohl so sein, dass es da draussen im Univerum irgendwo auch andere Planeten gibt, auf denen die Bedingungen so zusammenspielen, dass ein anderes, vielleicht ähnliches Feedbackschlaufen-System das Klima auf dem Planeten so stabilisiert, dass es während Jahrmilliarden stabil bleibt und so die Entwicklung von komplexem, vielleicht sogar intelligentem Leben ermöglicht. Doch wenn man sieht, wie stark dieses Feedbackschlaufen-System auf der Erde von den exakten Anfangsbedingungen abhängt (richtige Planetengrösse, richtige Atmosphärendichte und -zusammensetzung, richtige Wassermenge, richtige Entfernung zum Stern, Mond vorhanden, etc), dann ist die Feststellung, dass es ein solch komplexes Feedbackschlaufen-System braucht, um komplexes Leben hervorzubringen, eher entmutigend: allzuviele Planeten werden diese strengen Bedingungen nicht erfüllen (das gilt ganz allgemein: natürlich kann es sein, dass das Feedbackschlaufen-System anderer Planeten von jenem der Erde abweicht, also andere Anfangsbedingungen braucht, die dann irgendwo auch alle erfüllt sind - es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass diese anders gearteten Feedbackschlaufen-Systeme generell weniger hohe Anforderungen an ihre Anfangsbedingungen haben als die Erde, also weniger "wählerisch" sind).

Es mag sein, dass das Leben in Einzelfällen einen Weg findet, sich an total veränderte Bedingungen anzupassen: Aber das kann nicht immer gut gehen. Die Evolution von Lebewesen basiert auf Mutation und Selektion: während die Selektion die eigentliche Entwicklung vorantreibt und von Umweltbedingungen abhängt, ist die Mutation rein zufällig: wenn die für das Überleben der Spezies dringend benötigte Mutation nicht kommt, dann kommt sie eben nicht und die Spezies stirbt aus. "Das Leben findet immer einen Weg" ist eine berühmte, aber grundfalsche Dokumentarfilm-Floskel: es kann sein, dass Leben mit einer Situation, die sich ihm stellt, total überfordert ist und restlos eingeht. Das gilt für einzelne Spezies genauso wie für grosse, komplexe Feedbackschlaufen-Systeme, in denen Lebewesen eine kritische Komponente bilden. Bloss ist das auf der Erde bisher nicht geschehen, sonst wären wir nicht hier. Wir sehen und kennen nur ein einziges Beispiel, eine einzige, (zwingend) erfolgreiche Entwicklungsgeschichte eines Planeten, der komplexes Leben beherbergt. Daraus zu schliessen, dass alle Entwicklungsgeschichten erfolgreich sein müssen (wie das die Gaia-Hypothese letztlich vorschlägt), ist naiv und kurzsichtig. Wenn ein Mensch über ein Minenfeld läuft und überlebt, ist er kein intuitiv hochbegabter Minenausweicher, sondern hatte einfach Glück. Es heisst auch nicht, dass andere Menschen, die über das gleiche Minenfeld laufen, genauso viel Glück haben werden.

Damit hat uns die genauere Betrachtung der Gaia-Hypothese gerade zum gegenteiligen Schluss geführt, den einige vielleicht erwartet hatten: Die Beobachtung, dass sich die Menschheit auf der Erde nur entwickeln konnte, WEIL das Erdklima von einem komplexen Feedbackschlaufen-System ("Gaia") mit hohen Anforderungen an die Anfangsbedingungen stabiliert wird, zeigt uns, dass komplexes Leben im Universum äusserst selten sein dürfte.


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D. hat am 02.12.2009 14:26:20 geschrieben...

@Bynaus: Das mit den Gleichgewicht bezog sich darauf, dass eine Lebensform durch Mutation hervorgekommen sein könnte, die das eigene Ökosystem zerstört hat.
Falls sowas existiert hat, denn zeigt das, dass das Leben selbst auch das Leben gefährden kann...

Bynaus hat am 02.12.2009 11:46:30 geschrieben...

Ja, okay, da kann ich dir ein Stück weit zustimmen, allerdings sind den Bedingungen, an die sich das Leben anpassen kann, relativ enge Grenzen gesetzt. Der Sauerstoffgehalt der Luft z.B. darf nicht unter 17% fallen (würde das Aus für die meisten komplexen Lebensformen bedeuten) und nicht über 35% (spontane Selbstentzündung von organischem Material bei Raumtemperatur) steigen. Ähnliches gilt für die mittlere Oberflächentemperatur. Wenn nun das Leben Bedingungen hervorruft, die ausserhalb dieser Bereiche liegen, wird es aussterben. Dass dies bisher nicht passiert ist, ist reines Glück (und nur teilweise abhängig von den günstigen Anfangsbedingungen, die die Erde als Planet gestellt hat).

Robert Michel hat am 02.12.2009 00:36:58 geschrieben...

Das wird wahrscheinlich mein letzter Kommentar zum Thema, den Rest der Woche bin ich weg.

Wenn sich Leben an äußere Umstände anpassen kann, wird es sich auch an die Umstände anpassen, die es selbst hervorruft. Feedbackschlaufen sind also auch auf Planeten zu erwarten. Aber eben nicht in dem Sinn, dass Feedbackschlaufen entstehen, die für das bestehende Leben förderlich sind. Ist das eine Gaiavariante der du zustimmen kannst?

Bynaus hat am 01.12.2009 23:12:18 geschrieben...

Das "Gleichgewicht" ist ohnehin ein Ökomythos. Die Natur ist nie im "Gleichgewicht", sondern wandelt sich permanent. Es setzt sich durch, was funktioniert.

Die Feedbackschlaufen, die das Erdsystem stabilisieren, sind ein ganz anderes Thema. Es geht mir in dem Artikel lediglich darum, dass man nicht erwarten darf, dass sich solche Feedbackschlaufen auch auf anderen Planeten einigermassen "automatisch" etablieren, sobald Leben hineinspielt (genau das ist es, was die Gaia-Hypothese postuliert). Dass es auf der Erde so ist - keine Frage. Die Gaia-Illusion liegt in der Vermutung, bloss weil es hier so sei, müsse es überall auch so sein.

D. hat am 01.12.2009 22:08:58 geschrieben...

@Robert Michel: Stimmt, aber diese Anwendung (Beispiel Venus sowie beispiel ferne Planeten (spekulativ, sollen noch kommen scheint mir emprisch Fundierter zu sein als das DA. Aber das Thema ist schon relativ leidig und mein eher skeptischer Standpunkt ist bekannt.

@Gaiga: Hängt davon ab, wie die Hypothese formuliert wurde, kann sie trotzdem stimmen. Die lebensfördernden Schleifen wurden einfach schon früher in der Erdgeschichte installiert (als Einzeller noch die Standardlebensformen waren) und alles andere wurde unter diesem Schild statt.

D. hat am 01.12.2009 21:48:47 geschrieben...

In wie fern ist es erwiesen, dass das Leben die Erde stabilisiert?
"Stabilisiert" wohl nicht im Sinne von einer Umlaufbahn oder ähnliches. Vielleicht nimmt das Leben einfluß auf die atmosphärische Zusammensetzung, ist aber dabei stark von der Sonne und anderen (physikalischen) Gegebenheiten abhängig.
Die interessantere Frage ist doch, ob eine Spezies automatisch in eine Art "evolutionäres Gleichgewicht" mit seiner Umwelt (und das heißt hier vor allem: Ökosystem) eintritt, oder ob auch die Situation eintretten kann, dass eine "neue Spezies" (Mutation!) das empfindliche Gleichgewicht seines momentanen Ökosystems zerstört.
Es gab erdgeschichtelich durchaus einige sog. Massensterben (aussterben vieler Rassen in extrem kurzer Zeit), für die soetwas in Frage kommen könnte...

Bynaus hat am 01.12.2009 16:21:28 geschrieben...

"Gaias böse Schwester" habe ich nicht gelesen, suche aber gerade danach.

Die Motivation für den Artikel war eher das unkritische Aufgreifen der "Gaia"-Hypothese: es scheint ja mittlerweile unter Leuten, die sich für solche Themen interessieren, beinahe zum courant normal zu gehören, dass Leben sich seine lebensfreundlichen Bedingungen angeblich selber schafft. Insofern ist es natürlich auch keine apokalyptische Theorie, die hier verbreitet werden soll. Es geht einfach darum, dass jede Zivilisation im Universum der "Gaia-Illusion" aufsitzen muss: hätte ihr Planet, im Gegensatz zu vielen anderen, nicht genau die richtigen stabilisierenden Feedbackschlaufen entwickelt, wären sie nicht da, um dies festzustellen.

Der Beobachter hat am 01.12.2009 15:03:43 geschrieben...

Der Artikel ist wohl am kürzlich im Spektrum erschienen Artikel "Gaias böse Schwester" angelehnt und sicher korrekt.

Dass der Mensch die todbringende Gattung sein könnte erscheint dabei als durchaus wahrscheinlich, schließlich hat noch kein Organismus vorher so allumfassend und vor allem so schnell in die Kreisläufe des Planeten eingegriffen. Es hat auch bereits ein Artensterben eingesetzt das in seine Rate dem der großen Katastrophen entspricht, wenn es sie nicht sogar übertrifft.

Aber generell bin ich kein Freund apokalytipscher Thesen, und wie die Sache ausgeht werden wir wohl ohnehin nichtmehr erleben. ;-)

Bynaus hat am 29.11.2009 15:05:48 geschrieben...

Zunächst einmal, Robert Michel, vielen Dank für die interessante Diskussion und das anhaltende Interesse. Ich schätze es sehr, wenn mir jemand fundiert Paroli bietet - deshalb stelle ich diese Artikel ja überhaupt zur Diskussion.

Das Leben als ganzes kann nicht auf die Erhaltung von lebensfreundlichen Bedingungen hinarbeiten, dafür kann es nämlich gar keine Selektion geben: Eine Art (Gattung, Familie, etc.), die auf globaler Ebene Bedingungen herbeiführt, unter der Leben nicht mehr existieren kann, wird durch die Evolution nicht unbedingt benachteiligt: wenn die Erde in Folge des Wirkens dieser Art ihre Lebensfreundlichkeit verliert, dann trifft das nicht selektiv die verursachende Art, sondern alle Arten gleichsam (ist es Zufall, dass mir jetzt gerade die Menschheit in den Sinn kommt?). Die Sauerstoffanreicherung der Atmosphäre ist da ein gutes Beispiel. Es ist Zufall, dass sich "rechtzeitig" Sauerstoffatmer entwickelt haben - genausogut hätte es sein können, dass das frühe anerobe Leben an seinen eigenen Abfallprodukten eingegangen wäre.

Der Unterschied zur Entwicklung des Auges und Ähnlichem (Tornado-Vergleich etc.) liegt eben darin, dass das Leben auf der Erde nicht (allzu stark) scheitern darf bei der Weiterentwicklung. Die Entstehung des Auges war deshalb möglich, weil unzählige "Entwürfe", die durch Mutation entstanden und durch Selektion, nun - selektioniert - wurden, scheitern durften (Sackgasssen der Evolution bildeten), ohne dass die Entwicklungslinie hin zum Auge an sich unterbrochen worden wäre. Die Lebensfreundlichkeit der Erde, die durch das Feedbackschlaufen-System gewährleistet wird, ist jedoch eine einmalige Sache: läuft ein Prozess aus dem Ruder, oder entsteht eine kritische Mutation nicht dann, wenn sie gebraucht wird, scheitert das System insgesamt (natürlich muss es nicht immer so scheitern, dass alles Leben restlos ausstirbt: Bakterien etwa sind sehr divers, anpassungsfähig und häufig. Ich spreche hier aber vor allem vom komplexen Leben, das sehr viel höhere Ansprüche an seine Umgebung hat). Mutation innerhalb des Feedbackschlaufen-Systems findet auf jedem erdähnlichen Planeten statt, aber die Selektion trifft nur jeweils einzelne Planeten - dafür insgesamt. Und wegen des anthropischen Prinzips leben wir auf einem Planeten, der damit Jahrmilliarden lang Glück gehabt hat.

Deine logarithmische Skala bezieht sich auf die Häufigkeit - meine bezieht sich allein auf die Intensität. Es ist richtig, dass intensivere Massenaussterben seltener sind als weniger intensive. Aber das heisst noch lange nicht, dass sie nicht so intensiv sein können, dass alles (komplexe) Leben ausstirbt. Wenn ein Bach bei Starkniederschlägen viermal 20-50% und einmal 95% der Hochwassermarke erreicht, heisst das nicht, dass es unwahrscheinlich ist, dass er jemals über die Ufer treten wird. Sicher wäre ein solches Ereignis deutlich seltener als ein 20-50%-Ereignis und auch ein bisschen seltener als ein 95%-Ereignis - aber DASS es stattfinden kann/irgendwann stattfinden wird, daran besteht eigentlich kein Zweifel.

Der Sachse hat am 28.11.2009 15:36:03 geschrieben...

Das heißt "anthropisches Prinzip", nich "anthropOLOGisches Prinzip"

Robert Michel hat am 28.11.2009 15:14:38 geschrieben...

Dass das Leben auf die Erhaltung von lebensfreundlichen Bedingungen „hinarbeitet“ ist überhaupt nicht mysteriös, sonder einfach eine Konsequenz der Selektion. Arten die Bedingungen schaffen, unter denen sie kaum mehr existieren können, haben gegenüber Arten, die für sich geeignete Bedingungen schaffen, einen Selektionsnachteil. Hinzu kommt dass das was als lebensfreundlich gilt, sich erst im Nachhinein erweist und die Bedingung darstellt an die sich das Leben angepasst hat. Das frühe Leben hätte eine sauerstoffreiche Atmosphäre wohl kaum als lebensfreundlich bezeichnet.

Die Gaiahypothese ist also eine ziemlich direkte Folge der Evolutionstheorie. Deine Einwände gegen sie sind den Einwenden derer recht ähnlich, die sich nicht vorstellen können, dass das Auge ein Ergebnis sukzessiver Anpassungen ist und die Wahrscheinlichkeit seines Entstehens mit der gleichsetzten, das ein Tornado über einem Schrottplatz ein Flugzeug zusammensetzt. Nichts anderes machst du mit der Wahrscheinlichkeit, dass sich Feedback-Prozesse bilden. Würdest du mit dem Anthropologischen Prinzip auch gegen die Fähigkeit zu sehen argumentieren? Schließlich wären wir ohne sie jetzt nicht fähig uns über das Anthropologischen Prinzip auszutauschen.

Eine lineare Skala halte ich für eher ungeeignet, eine (negativ-)logarithmische, Skala wie sie bei allen Naturereignissen eingesetzt wird, dürfte passender sein. Die Frage ist natürlich welche Statistik vorliegt. Ich halte es für plausibler, dass Ereignisse, die nur 1% aller Arten am Leben lassen viel seltener sind als Ereinisse, die das 10% der Arten zulässt, als das Ereignisse die 70% der Arten ausrotten fast genauso wahrscheinlich sind wie solche, die 140% der Arten ausrotten. Wir haben z.B. viermal so viele Ereignisse die 20-50% der Arten am Leben lässt (nämlich 4) wie Ereignisse, das nur 5% der Arten überleben (eines).


Bynaus hat am 28.11.2009 14:15:55 geschrieben...

Ein lebensfreundlicher, erdähnlicher Planet ist (vermute ich) deshalb extrem innerhalb seiner Klasse, weil die Entstehung von zivilisationsbildenden Spezies (vermutlich) sehr selten ist. Das heisst nicht zwingend, dass die zivilisationsbildenden Spezies, die sich dann tatsächlich bilden, nicht auch Gemeinsamkeiten haben können (z.B. CHON-basierte Chemie, o.ä).

Du hast recht, dass der Artikel nicht zeigen kann, dass die Gaiahypothese nicht auf andere Welten anwendbar ist. Er bietet bloss eine sehr viel einfachere Erklärung für das beobachtete Feedbackschlaufen-System: es ist eine notwendige Vorbedingung, um das Klima zu stabilisieren, damit sich überhaupt erst komplexe Lebensformen entwickeln können. Das Leben muss nicht generell und auf mysteriös-unerklärliche Weise auf die Erhaltung von lebensfreundlichen Bedingungen hinarbeiten: Feedbackschlaufen-Systeme müssen nicht überall dort auftreten, wo Leben auftritt. Das Leben kann auch scheitern, wie jeder andere Prozess im Universum. Bloss sehen wir das nicht, weil wir zwingend auf einem Planeten sein müssen, auf dem dies (bisher) nicht geschehen ist.

Wieviele Arten überleben, hängt von den genauen Umständen des Massenaussterbens ab. Wenn du die Intensität des Massenaussterbens als Zufallsvariable annimmst (wobei das Perm/Trias-Aussterben z.B. die willkürlich gewählte lineare Intensität 100 gehabt hätte), dann kannst man sich problemlos vorstellen, dass auch die Intensitäten 200, 500, 1000 vorkommen (gleiche Grössenordnung). Natürlich werden wir ein Ereignis mit Intensität 200 oder mehr nicht beobachten, weil danach das komplexe Leben vollständig verschwunden wäre und wir nicht da wären, um das festzustellen. Oder anders gesagt: Dass wir Massenaussterben beobachten die das komplexe Leben FAST von der Erdoberfläche gefegt hätten, zeigt uns, dass es problemlos möglich ist, das komplexe Leben GANZ auszulöschen. Ein Zeichen für Robustheit der Biosphäre wäre hingegen, wenn es stets nur Massenaussterben im Bereich 0.01%-0.1% gegeben hätte.

Robert Michel hat am 28.11.2009 13:22:50 geschrieben...

Wenn es für intelligente Zivilisationen typisch ist ein Extremfall zu sein, würde das nicht die Aussagekraft statistischer Argumente schwächen? Man müsste sie immer darauf prüfen, ob der Zufall den es ihr erlaubt zu existieren Einfluss auf die jeweilige Fragestellung hat.

Der Artikel zeigt nur das man für die Gaiahpypothese nicht die empirischen Bestätigungen hat, die man gerne hätte. Er zeigt nicht, dass die Gaiahypothese falsch ist. Meines Erachtens spricht schon sehr vieles aus der Evolutionstheorie für Gaia.

Das Gesetz der großen Zahl ist auch für den Anteil der Arten relevant, die bei einem Massenaussterben verschwinden. Wenn es nur dem Zufall zu verdanken gewesen wäre, dass das höhere Leben überlebt, wäre zu erwarten gewesen, dass jeweils nur ein sehr kleiner Anteil der Arten übersehen, vielleicht 0,1% oder noch weniger. Tatsächlich haben jeweils etwa 20 - 50 % der Arten ein typisches meisten Massenaussterben überstanden; das ist deutlich mehr als wenn das Überleben der höheren Arten jeweils nur ein statistischer Ausreißer gewesen wäre. Was das Perm/Trias-Massenaussterben angeht: 5% aller Tierarten sind immer noch eine gewaltige Diversität und weit von einen vollständigen Verschwinden des komplexen Lebens entfernt. Solche Dinge zu übersehen ist eigentlich typisch für Konservative.

Bynaus hat am 28.11.2009 09:02:26 geschrieben...

Es kommt immer darauf an, welche Referenzklasse man nimmt, um zu bestimmen, ob man ein "Extremfall" ist oder nicht. Unter all den unzähligen intelligenten Zivilisationen, die im Universum existieren, sind wir mit grosser Wahrscheinlichkeit kein Extremfall. Unter all den Planeten, die theoretisch Leben, intelligentes Leben, Zivilisationen tragen könnten, sind wir aber schon ein Extremfall. Verschiedene Beobachtungen der Erde und ihrer Geschichte legen den Schluss nahe, dass die Entstehung von Intelligenz bzw Zivilisation nicht typisch, alltäglich ist, sondern ein sehr seltenes Ereignis (siehe viele vorangehende Artikel zum Thema). Gleiches gilt - siehe diesen Artikel - offenbar sogar für das Feedbackschlaufen-System, das unser Klima stabilisert und die Entwicklung höherer Lebewesen überhaupt erst ermöglich hat.

Wie ich Seth schon gesagt habe: Es muss so sein, dass wir beobachten, dass das Leben viele Schwankungen überstanden hat: hätte es das nicht, wären wir heute nicht hier. Das komplexe Leben auf der Erde ist mindestens einmal (Perm/Trias-Massenaussterben) fast vollständig verschwunden - es fehlte damals wirklich nicht viel: 95% aller Tierarten starben aus. Dass das komplexe Leben dies überstanden hat, ist kein Beweis für seine Robustheit, sondern im Gegenteil einfach eine notwendige Vorbedingung für unsere eigene Existenz. Auf einem Planeten, auf dem das komplexe Leben ausstirbt, entwickeln sich danach keine Zivilisationen mehr, die dies feststellen könnten.

Das Gesetz der Grossen Zahl sagt lediglich, dass sich der realisierte Wert eines Experimentes immer mehr dem wahrscheinlichkeitstheoretischen Erwartungswert annähert, je häufiger man das Experiment widerholt. Es sagt nicht, dass Tierarten nicht aussterben: weit über 99.9% aller Arten, die je auf der Erde gelebt haben, sind ausgestorben, trotz weiter Verbreitung.

Robert Michel hat am 28.11.2009 00:10:42 geschrieben...

Merkst du eigentlich, dass du genau entgegengesetzt zu den Begründungen deiner bisherigen Artikel argumentierst? In den sonstigen Beiträgen gehst du davon aus, dass wir kein Extremfall sind, heute davon, dass wir einer sind.
Ich schließe mich Seth an, das Leben hat recht heftige Störungen überstanden, die alle 100 Millionen Jahre kommen. Zufall können wir ausschließen, weil bei der Frage ob eine verbreitete Spezies überlebt bereits das Gesetz der großen Zahl gilt. Man kann also davon ausgehen, dass auch beim Ausbruch des nächsten Supervulkans ein Teil der Menschheit überlebt. Das Leben auf der Venus und dem Mars sind nicht wegen irgendwelchen Schwankungen untergegangen, sonder weil Grundsätzliche Parameter nicht gestimmt haben, Planetenmasse und chemische Zusammensetzung.

Bynaus hat am 26.11.2009 23:30:08 geschrieben...

@Seth Steiner: Das ist ja aber genau der Punkt: Du sagst, das Leben hier hätte doch all diese Schwankungen gut überstanden, als ob das ein Argument für die Stabilität von Biosphären an sich wäre - in Wirklichkeit ist es gar nicht anders zu erwarten! Denn wenn das Leben auf der Erde auch nur eine dieser Schwankungen NICHT überstanden hätte - wir wären nicht da, um das zu konstatieren. Wir sind zwingend auf exakt jenem Planeten, auf dem das Leben durch glückliche Fügung so lange überdauert hat, dass es eine zivilisationsbildende Spezies hervorgebracht hat (selbst wenn es im ganzen Universum nur einen einzigen Planeten gäbe, auf dem dies geschehen ist - es müsste unserer sein). DAS ist die Gaia-Illusion.

Siehe auch das Beispiel mit dem Minenfeld.

Seth Steiner hat am 26.11.2009 23:18:08 geschrieben...

Also Leben an und für sich, auch komplexeres zumindest auf der Höhe verschiedener Meereslebewesen könnte ich mir schon vorstellen. Das Leben hat hier auf der Erde doch eigentlich viele dieser Schwankungen ziemlich unbeschadet überstanden. Klar hier starben mal ein paar Millionen aus oder da aber das war ja alles nicht alltäglich sondern immer auch in einem ziemlich weiten Abstand und einige, sogar größere Lebewesen wie Krokodile haben das alles "flockig" überstanden. Ich glaube nicht, das es eine so habitable Zone braucht wie die Erde. Ich denke eine Venus die nicht gerade mit tödlichen Gas vollgestopft ist oder ein etwas atmosphäre stärkerer Mars könnten auch drei Erden in einem Sonnensystem bieten. Es müssten denke ich nur eben die Minimalvoraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören natürlich auch Rückzugsgebiete und seltener Auftretende, globale und extreme Veränderungen. Die Erde wurde in ihrer ganzen Zeit ja eigentlich ganz schön häufig verwüstet, ständig gab es irgendwelche Eiszeiten, überflutungen oder Meteoriteneinstürze und heftigere Klimaveränderungen geschehen doch eigentlich wirklich häufig, es bricht doch eigentlich alle Nase lang ein Supervulkan aus.

Also komplexes Leben auf höhe von Meeresgetier einiger zentimeter bis meter länge halte ich schon für sehr hoch, die von größeren Landtieren dagegen schon für geringer, für Dinos oder Tiger für noch weniger gering und die für Menschen für sehr, sehr gering. Bei der Masse an Sternen allein in dieser einen Galaxie dagegen und der scheinbaren Häufigkeiten von Planeten macht das doch aber eigentlich recht wenig.

Bynaus hat am 26.11.2009 23:00:28 geschrieben...

Das ist kein Gewitter - es ist ein Vulkanausbruch des chilenischen Vulkans Chaitén (kannst ja mal die Google-Bildersuche zum Thema anwerfen). Und ja - es ist absolut verstörendes Bild... :)

Unbekannter Gast hat am 26.11.2009 22:34:38 geschrieben...

Hi,

hätte mal ein kurze Frage: Woher stammt das Gewitterbild. Schaut ja extrem krass aus, was da abgeht. Oder ist das nur ein Fake?

Bynaus hat am 26.11.2009 21:43:24 geschrieben...

Ich bin mir nicht so sicher, ob es für eine Gaia auch komplexe Lebewesen braucht. Bei uns ist das so, ja (z.B. Pflanzen -> Verwitterung, und teilweise Mehrzellige Meerestiere -> Kalkbildung), aber das muss ja nicht zwingend der Fall sein. Die atmosphärische Sauerstoffkonzentration wurde zum Beispiel hauptsächlich von Blaugrün-Algen (Einzellern) hochgefahren.

Ansonsten kann ich dir - aufgrund unseres heutigen Wissens - zustimmen: Bakterien werden wohl einigermassen häufig sein (evtl sogar im Sonnensystem, auf Venus, Mars, Europa, Enceladus, Titan? Triton, Ceres?). Mehrzeller nicht.

Anac hat am 26.11.2009 20:04:37 geschrieben...

ganz abgesehen, dass jedes ausseridisches Leben erstmal den (zufälligen?) Sprung zu mehrzelligen Formen schaffen muss, bevor ein echtes Gaia-System entstehen kann.
Ich wette da draußen gibt es unzählige Planeten, auf denen bakterienartiges Leben existiert, solange der entsprechende Planet die nötigen Bedingungen aufweist. Aber der Anteil an komplexerem Leben dürfte äußerst gering sein.

Aqua hat am 26.11.2009 17:27:18 geschrieben...

Nun, dann gibt es anscheinend genügend Antworten darauf, warum wir (gesamte Menschheit) keine Ausserirdischen gefunden haben.